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Thema: Alltagsberichte Erfahrungen von Aussteigern |
Hallo Ami,
dein Bericht erinnert mich sehr an unsere Pflegetochter (15), die seit dem 6. Lebensjahr verschiedene Medikamente einnehmen musste, die als hirnorganisch krank galt, in vielen Psychiatrien war, mit 9 Jahren ins Heim kam und wegen Selbst- und Fremdgefährdung in eine geschlossene Heimeinrichtung sollte.
Seit vier Jahren kenne ich sie und seit zwei Jahren lebt sie bei uns. Inzwischen hat sie die Schulart von der Förder- zur Hauptschule gewechselt. Sie ist eine gute und fleißige Schülerin, nimmt keine Medikamente und aggressive Ausbrüche gibt es nicht mehr.
Nun wirst du fragen, wie soetwas möglich ist. Hier war es ein hohes Maß an Vertrauen, Einfühlunsvermögen, Verständnis, feste Strukturen, glare Grenzen, lievevolle Konsequenz und eine Portion Mut. Vor allem ein einheitliches Vorgehen in allen Lebensbereichen. Eben auch Schule!!! Ich wünsche euch alles Gute!
T.
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So las ich gerade in einem ADHS Forum, dass Lehrern vorgeworfen wird, dass sie in die medizinische Hoheit eingreifen, weil sie die Gabe von Ritalin infage stellen.
Das kenne ich auch. Es macht die Unfähigkeit mancher Mediziner deutlich, sich partnerschaftlich mit anderen Fachdisziplinen an einen Tisch zu setzen und für das einzelne Kind einen gemeinsamen Hilfeplan zu erarbeiten, bei dem nicht die eine Disziplin die "Hoheit" hat und die anderen sich als Heilhilfspersonal unterordnen sollen. Hier werden doch leider nur Machtprobleme auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.
Lehrer können nicht verpflichtet werden, auf eine Medikation ihrer Schüler zu achten. Stattdessen müssen sie, wie gesagt, in einen gemeinsam erarbeiteten Hilfeplan einbezogen sein, in dem auch die Medikation einvernehmlich geregelt wird. Und wenn ein Lehrer und ein Erziehungsberater und sonstige Fachleute Möglichkeiten sehen, Ritalin abzusetzen oder nur befristet einzusetzen, dann sollte ein guter Arzt sich darüber freuen.
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Ja, die Halbgötter in Weiß...
Ein Sohn eines Arztes erzählte mir einmal:
"An Allerseelen besuchen wir immer die Gräber unserer verstorbenen Patienten."
Was mich mal interessieren würde: Gibt es so etwas wie ein scanning bezüglich der Verschreibpraxis von einzelnen Ärzten?
Mit anderen Worten: Können die Pharmafirmen herausbekommen, wie viel von ihren Medikamenten ein einzelner Arzt verschreibt?
Und zweitens: Gibt es Methoden, die von den Pharmafirmen eingesetzt werden, um die Verschreibungen für ihre Medikamente zu steigern?
Erhalten Ärzt auch "Belohnungen" für besonders häufiges Verschreiben eines bestimmten Medikaments?
Kassandra
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Ja, und umgekehrt ist es auch richtig: Manche Lehrer verstehen sich offenbar als Diagnostiker und "Verschreiber", was in meinen Augen skandalös ist. Nach dem Prinzip: "Wenn der Knabe kein Methylphenidat nimmt, dann..."
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Bertram: Ja, und umgekehrt ist es auch richtig: Manche Lehrer verstehen sich offenbar als Diagnostiker und "Verschreiber", was in meinen Augen skandalös ist. Nach dem Prinzip: "Wenn der Knabe kein Methylphenidat nimmt, dann..."
Ja, und deshalb mein Vorschlag: Keine Verschreibung von Methylphenidat bevor nicht alle, die mit dem Kind arbeiten, gemeinsam beraten. Sicherlich aufwendig, aber immer noch besser als eventuelle Fehlmedikationen!
Zur Klarstellung, wenn ich von mir als Diagnostiker schreibe, dann beziehe ich mich ausschließlich auf die Erstellung sonderpädagogischer Gutachten und nicht auf medizinische.
T.
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Ok Trude, zur "Fachkonferenz" bzw. zum Hilfeplangespräch: Das Jugendamt wär eine geeignete Stelle, die Fachpersonen u. die Eltern an einen runden Tisch zu laden. Allerdings dürften bei diesem Vorschlag die Ärzte abblocken, denn die haben wohl kaum in Interesse, sich in ihre Therapie hineinreden zu lassen...
Insofern: Abgehakt!
Gruss
Bertram
PS: Stop! Nicht ganz. Wenn die Eltern das Jugendamt bitten, dann käme es kaum aus, vor allem weil sie Angst hätten, dass die Eltern eine teuere Heimunterbringung beantragen könnten....:-)
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Hallo Trude,
bei einer Schule kommt es m.E. vor allem darauf an, dass man den Kindern in allen Bereichen gerecht werden kann.
In unserem Bundesland kann man an Sonderschulen, zumindest denen für Lernschwache und Erziehungsschwierige leider nur den Hauptschulabschluss machen.
Dabei gibt es gar keinen Grund dafür, Kindern mit Verhaltensproblemen (wenn keine anderen Lernschwierigkeiten bestehen, diese bedürfen einer besonderen Unterstützung) in Förderschulen auf eine Einbahnstraße zu schicken.
Denn das sind Sonderschulen leider oft. Besser wäre es natürlich, wenn es auch eine Schule mit kleineren Klassen gäbe, die zumindest den Realschulabschluss ermöglicht.
Ich habe mich einmal mit der Leiterin einer Sonderschule V unterhalten und unsere Situation geschildert.
Es ist erschreckend, welche Maßstäbe dafür gelten, damit ein Kind auf eine solche Schule verwiesen wird.
Demzufolge ist z.B. meine Tochter, auch nach Ansicht ihrer Lehrer, meilenweit von so etwas entfernt, nur selbst fühlen sie sich zunächst einmal "überfordert".
Wenn man dann auch noch gesagt bekommt, Hauptschule wäre das völlig Falsche, da sie zu leistungsfähig sei.
Andererseits wäre sie zu problematisch für die Realschule und hätte wegen der Gruppenprobleme wohl immer Schwierigkeiten mit großen Gruppen.
Na super! Was denn nun. Waldorf und Montessori kommen allein wegen der Kosten nicht in Frage und liegen auch nicht auf unserer Wellenlänge bzw./und sind schlecht erreichbar.
Da es sicher noch viel mehr Kinder mit solchen Problemen gibt, gibt es hier ein Lücke im Schulsystem.
In BW z.B. gibt es m.W. zwei Förderschulen V, die den Realschulabschluss anbieten.
Es würde wohl sicher auch nicht einfach werden, von einer entsprechenden Sonderschule V in das Regelschulsystem zurück zu wechseln. Denn wer würde denn ein verhaltensschwieriges Kind freiwillig nehmen, außer den Hauptschulen, die das müssen.
Also da läuft sicher etwas falsch.
Allerdings ein paar engagierte Lehrer an Regelschulen, die sich vielleicht auch einmal Tipps bei den Fachkollegen suchen, wäre viel wert. Nur das ist nicht allen geheuer.
Aber schön, dass Du Erfolge hast und Kindern in ein normales Leben helfen kannst.
Doris
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Hallo Doris,
ich bin ganz deiner Meinung, dass es in unserem Schulsystem keine Möglichkeit gibt, einseitig begabte Kinder angemessen zu beschulen.
Nehmen wir einmal den so häufigen Fall, dass ein Kind im HAWIK-Intelligenztest im sprachlichen Bereich hochbegabt ist, und im praktischen Bereich gerade an der Grenze zur Schwachsinnigkeit.
Wo gibt es die Schule, die diesem Kind gerecht wird? Abgesehen von den sehr wenigen Privatschulen, die solche Kinder aufnehmen?
An Förderschulen sind diese Kinder gewiss auch nicht optimal untergebracht.
Besonders schlimm ist, dass in der gegenwärtigen miesen Wirtschaftslage und der fehlenden Staatsfinanzen die Bedingungen für die Schulen auch immer schlechter werden - und damit auch für die Kinder.
Kassandra
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Guten Morgen Allerseits
@Trude: Habe noch ein paar Fragen an dich, wenn du sie mir beantworten magst.............
Du hast von deiner Pflegetochter geschrieben, mich würde mal interessieren, welche Urssache für ADS, es bei ihr gab?
Ich frage aus einem speziellen Grund, ich beschäftige mich zur Zeit gedanklich mit frühkindlichem Trauma, meine Tochter ist adoptiert und ich hörte schon oft, dass ganz viele adoptierte Kinder und Pflegekinder ähnliche Verhaltensweisen haben wie meine Tochter, allerdings kann sie noch gar nicht viel mitbekommen haben, da sie nie bei ihren Ursprungseltern gelebt hat und auch nicht so eine Odyssee wie deine Pflegetochter hinter sich hat.
Sie war aber von Anfang an, schon als ganz kleines Kind, sehr schnell wütend/aggressiv, deshalb glaube ich auch nicht dass ADS erziehungsbedingt ist oder die ursprüngliche Ursache in unserer Familie zu finden ist, das soll natürlich nicht heißen dass wir nicht auch Fehler gemacht haben, sie war unser erstes Kind und dann auch nicht gerade "pflegeleicht" uns fehlte sicher auch oft die Erfahrung im Umgang mit ihrem Wesen, aber der Ursprung muss woanders liegen, da bin ich fest von überzeugt.
Wenn ich dich richtig gelesen habe, erstellst du sonderpädagog. Gutachten, dazu hätte ich noch eine Frage an dich.
In Hessen wurde ein neues "Projekt" ins Leben gerufen, es nennt sich dezentrale Förderschule für Erziehungshilfe und Kranke
(Dies soll ermöglichen, das Sonderschulkinder an normalen Reglschulen bleiben können.)
Die Direktorin unserer derzeitigen Schule, möchte unbedingt diesen Antrag für unsere Tochter stellen, für den Fall das sie nicht an der Privatschule angenommen wird.
Ich bin da eher etwas skeptisch, da es an einer Stelle dieses (Info) Schreibens heißt:
............Schließlich organisiert sie Möglichkeiten zur kurzfristigen Herausnahme eines Kindes/Jugendlichen aus seiner Lerngruppe/Schule und seine Beschulung an einem anderen Ort.................
Das gibt ihnen doch dann das Recht machen zu können was sie wollen und wir haben nicht mal mehr ein Mitspracherecht oder sehe ich das falsch?
Außerdem heißt es an anderer Stelle:
....Darüber hinaus erstellt sie Diagnosen über Erscheinungsformen und Ursachen der Fehlentwicklung.......
Bei meiner Tochter kam 2 mal die Diagnose ADS heraus, was ist, wenn die dort nun auch der Meinung sind es geht nicht ohne Medikamente, bevor sie es auch nur versucht haben?
Weißt du etwas darüber?
Bin nämlich zur Zeit etwas ratlos, ob dies was Gutes oder eher Schlechtes für meine Tochter darstellt.
@ besorgte Mama: War im ersten Moment etwas überrascht, wegen deiner Frage, da ich keinen blassen Schimmer habe/hatte wer du bist, aber nach nochmaligem lesen deiner Beiträge, ahne ich es. ;-)
Du triffst mich eher selten im Chat, das ist dann reine Glücksache mich dort zu finden.
Habe mich eh etwas zurückgezogen, ab und zu kannst du mich noch im Forum finden, das ist einer der wenigen Foren wo ich überhaupt noch was schreibe, allerdings habe ich meine Moderation dort auch schon abgegeben, aus diversen Gründen, einer davon ist "Zeitmangel", oder besser ausgefrückt ich mag nicht mehr soviel Zeit in der virtuellen Welt verbringen, habe zuviel in der realen zu tun. ;-)
Da es aber nicht hier her gehört: Du kannst mich auch gerne anmailen, dann können wir mal eine Chatzeit ausmachen. :-)
Danke für eure guten Wünsche.
Liebe Grüße Ami
..................
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Doris:
Na super! Was denn nun. Waldorf und Montessori kommen allein wegen der Kosten nicht in Frage und liegen auch nicht auf unserer Wellenlänge bzw./und sind schlecht erreichbar.
Für Waldorf kann ich das mit der Wellenlänge ja verstehen, aber mit Montessori?? Keine Ideologie, sondern eine Pädagogik, die zum eigenständigen Lernen erzieht , in der sich das Kind nach seinem Entwicklungstand selbst mit dem Stoff beschäftigt..
Die Monti hier macht auch sozial gestaffelte Beiträge
Für unsere Tochter(Kein ADS, leichte Legasthenie) war das jedenfalls genial, als sie nach der 4. Kl. Regelschule auf die 5. Montessori ist. Sie ist regelrecht aufgeblüht und ging begeistert in die Schule.
Wenn ein Kind in den Ferien drauf wartet, wann es endlich wieder in die Schule darf...
Das staatliche Schulsystem bietet leider nur für einen kleinen Teil der Kinder die richtige Förderung.
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Hi Trude,
das klingt wunderbar, aht aber einen Pferdefuß.
Wenn erst einmal von ADS die Rede ist, ist nicht nur für manche Eltern, sondern auch für einige Lehrer "alles klar". Die Diagnose selbst kann ein Kind massiv und dauerhaft stigmatisieren - unabhängig davon, was das Kind tut.
Die Folgen solcher "runden Tische" sind für Kinder und Eltern unvorhersehbar. Außerdem ist das Bewusstsein, dass im Hirn etwas nicht richtig funktioniert für ein Kind nicht gerade schmeichelhaft. Manchmal ist eine Behandlung trotzdem unverzichtbar. Aber diese Art von Offenheit macht die Sache für das Kind nicht gerade leichter.
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@globulus
Montessori ist zum einen auch nicht so billig, der niedrigste Satz an der Montessorischule in der Nachbarstadt beträgt über 140 € im Monat, außerdem wird eine "Einlage" von 1500 € erwartet. Also als sozial empfinde ich diese Beiträge nicht, zumal ich mit meinem Gehalt einige Kanten unter der Stufe zum nächsten monatlichen höheren Beitrag liege.
Dazu käme dann noch die Schülerfahrkarte für die Bahn. Leider ist auch die Schule nicht mehr so gut mit einem Bus vom Bahnhof zu erreichen.Da gab es wohl früher eine Buslinie, aber die sei angeblich eingestellt.
Da wäre das Kind ziemlich lange unterwegs und müsste dann Nachmittagstermine (Sport, Pfadis und Präperanten) aufgeben.
Das sind organisatorische Probleme.
ADS-Kinder haben einige Probleme gerade in der eigenständigen Arbeit. So ist z.B. auch Gruppenarbeit auch oft ein Problem.
So gut auch ein solches Konzept sein mag, es muss für das Kind und seine Problematik geeignet sein. So ist halt dieses Konzept nicht für jedes Kind geeignet. Ich kann mir aber vorstellen, dass das eigene Lerntempo z.B. für Legasthenie sehr gut sein, da kleine Erfolge hier wichtig sind.
Man darf also solch alternativen Formen nicht als Allheilmittel neben dem staatlichen System ansehen. Allerdings sollte man sich einige Ansichten und Denkweisen auch im staatlichen System zu Eigen machen.
Ich habe mich ausgiebig informiert und mir ist es z.B. nicht möglich, ständig "Elternarbeit" zu tätigen. Ich bin berufstätig, behindert und mein Mann kann auch aus gesundheitlichen Gründen nicht so. Das wird aber erwartet, dass man regelmäßig Kurse bzw. Vorträge besucht. Außerdem werden viele Arbeiten von den Eltern erledigt.
Wie soll man das denn machen, wenn man auch noch auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist?
Außerdem halte ich es von staatlichen Schulen für ziemlich frech, dass man versucht, Kinder aus dem staatlichen System zu drängen.
Doris
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besorgte Mutter:
Die Folgen solcher "runden Tische" sind für Kinder und Eltern unvorhersehbar.
Liebe besorgte Mutter, ich gehe davon aus, dass in "diesen Runden" wenigstens eine Person sitzt, die eine vorschnelle Medikamentengabe kritisch hinterfragt und eventuell andere Ansätze erkennt.
Aber diese Art von Offenheit macht die Sache für das Kind nicht gerade leichter.
Aus meiner Sicht kommt es auf die Einstellung an. Wenn ich das Kind annehme, wie es ist, ist es mir hilfreich, wenn ich über Umstände und Umfeld des Kindes bescheid weiß.
T.
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Hi Trude,
hoffentlich hast du im Allgemeinen Recht. Wir haben leider schon wzeimal schlechte Erfahrungen gemacht. Die Kinder werden mit dem Zeug nun einmal nicht nur konzentrierter, sondern auch ruhiger und pflegeleichter. Außerdem ist gerade ADS so unspezifisch, dass sich damit alles und jedes erklären lässt. Das ist auch für Lehrer ausgesprochen bequem.
Um es gleich klarzustellen: Natürlich hatte unser Sohn wirklich Verhaltensauffälligkeiten und Konzentrationsprobleme und selbstverrständlich braucht er Hilfe. Trotzdem wüsnche ich mir, dass seine Lehrer ihn als Mesnchen und nicht nur als "ADS-Kind" oder gar als "Ritalinkind" sehen.
Was du beschreibst klingt übrigens traumhaft. Aber kennst du irgendeine Regelschule, die Vergleichbares leistet?
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Hallo Trude,
ob jemand die Medikamentengabe kritisch hinterfragt, ist erst einmal unerheblich. Denn Konzentrationsprobleme können sehr beeinträchtigen.
In deinem anderen Posting habe ich ja mal einige Situationen geschildert, denen gerade ADS-Kinder vermehrt ausgesetzt sind.
Wir haben an unserer EX-Schule leider erleben müssen, dass die "Schuld" nur beim ADS-Kind gesucht wurde und man nicht bereit war, auf das Kind und seine Nöte wegen Piesackens, Gewalt ect... einzugehen.
Solch runden Tisch finde ich dann gut, wenn alle Beteiligten gleichberechtigt sind. Aber auch hier haben wir erlebt, dass uns Lehrer nicht zu Wort kommen ließen, wir unsere Position bzw. unsere Erklärungen nicht abgeben durften und von Seiten der Schule befehlsmäßige "Vorschläge" kamen.
Ein Mal schrieb meine Tochter der Lehrerin einen herzzerreißenden Brief, sie schilderte ihre Nöte, klagte an, dass sie es leid sei, immer etwas abzubekommen (den Brief habe ich gescannt, kann ich Dir gerne zu senden) und sie bat darin um Hilfe.
Kommentar der Klassenlehrerin:"Willst Du die Schule wechseln?"
Klar, das zeugt von großer Hilflosigkeit, auch von der Lehrerin. Die Klasse war schwierig, ungünsitge Konstellation. Man hat mehr unabsichtlich eine unruhige Klasse mit teilweise sehr leistungsschwachen Kindern gebildet.
Aber was ist z.B. von einer Lehrerin zu halten, die einen Elternabend zu einem bestimmten Punkt abbrechen will, besonders wenn das Thema Gewalt auf den Plan kommt?
Ich bin übrigens immer sehr ehrlich zu Lehrern und halte auch nicht mit den Problemen meines Kindes hinter dem Berg, denn es wäre schlicht und einfach unfair, die Lehrer nicht aufzuklären.
Doris
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