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Thema: Sprüche, Sentenzen, Aphorismen


Einige
Sprüche, Sentenzen und Aphorismen


Der naive Realist sieht das Brett vor seinem Kopf nicht. Und der Visionär meint, sich gar eine komplette Hütte draus zimmern zu können.

Dem Arzt vertrauen, genau wie deinem Frisör,
bis ein Ohr ab ist.

Auch Vegetarier haben zuweilen
Frösche im Hals.

Die Befriedigung einer Sucht hat das Wesen einer Hydra, schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen schnell zwei nach.

Hat sich aber der Blick, die Gewohnheit, mit der man alles automatisch erledigt, plötzlich verändert und das Bewusstsein hat es noch nicht adaptiert, sind auf mal Geister im Spiel.

Als schillernder Hahn wird dir eines sicher sein –
sehr viele Hennen.

Wie Fliegenklatsche überkommt einem oft die Liebe,
sie trifft – und zerdrückt.

Ich führe eigentlich ein sehr unscheinbares Leben, ein Maulwurfsdasein; werfe jedoch hin und wieder gehörige Haufen. Vom Maulwurf unterscheidet mich: Er weiß nicht, dass man sich darüber ärgert – ich schon.

Die Sommerseele findet Einkehr bei sich selbst,
in Glühweinwärme.

Ich war entsetzt. Sein charmantes Colgate-Lächeln mit den wundervollen Zähnen lag in einem Schälchen auf der Spiegelablage.

Betrogene Männer, die Gefängnisse um ihre Frauen errichten, werden zu deren meistverachteten Gefängniswärtern, und alle Gefühle erlöschen.

Geborgenheit ist wie Käseglocken über
brennenden Kerzen.

Ich suchte den Sinn des Lebens, und das Leben ging an mir vorbei.

Gespeicherte Worte, dem Flüchtigen abgetrotzt,
bereite Schuhe.

Man kann nichts machen, die Erde saust durch das All,
ich habe Flugangst.

Solange der Begriff „Leben“ nicht definiert ist, soll man durch den Tod keine endgültige Befreiung vom Leben erwarten.

Unsere Ideale sind Rockzipfel, nach denen wir vergeblich greifen, die uns stets ein Stück vorauseilen.

Man muss aufpassen, dass einem nicht irgendwann ein Völlegefühl beschleicht vom überdrüssigem Lebensmut.

Bäume, die ständig Unwettern ausgesetzt sind, werden halt stärker, prägnanter, als solche, welche im Schutz des Waldes vor sich hin vegetieren.

Meine Freude hob an wie ein gasgefüllter Luftballon. Leider haben aber Ballons die Neigung zu zerplatzen.

Hoffnung erscheint als reinste Illusion,
dann eher Illusion zu Hoffnung.

Blutige Denkblasen meist nur aufgeblasene Gedanken.

In der Dekadenz einer seelen-entfremdeten Welt ist Humor ein bleierner Rettungsring.

Einen Roman zu lesen ist wie eine Kreuzfahrt, und jede abgestandene Floskel löst sofort eine Flaute aus.

Treue sei das Treibhaus eurer Liebe.

Ein Baum spendet auch denen kühlen Schatten, die schimpfen, dass er kein Licht in ihre Fenster ließe.

Lust kann man nicht haben, die Lust hat einen; man kann sie höchstens mit seinem Willen kanalisieren. Ich bin aber leider kein Kanalarbeiter und sehr willensschwach.

Wenn die Wahrheit über unsere Welt nicht mit Vernunft zu ergründen ist, warum probieren wir es nicht mal mit Nonsens.

Eine Frau muss in der heutigen leichtlebigen Zeit schon froh sein, wenn ihr Mann mit einem schweren Kater aufwacht, anstatt mit einer Geliebten.

Bereits bei der Geburt hatte ich der Welt den Steiß gezeigt, und zeig ihn noch immer. Und was macht die Welt - sie zeigt mir ihren.

Ohne Würde ist der Mensch wie ein Akku ohne Spannung.

Die Erlebnisse der Vergangenheit reduzieren sich in der Gegenwart zu einer Erinnerungsstatistik, mit der man zufrieden sein kann, die aber nicht in der Lage ist, einen zu befriedigen.

Für viele Menschen entarten ihre Vergnügungen in einen Antagonismus zur Lebensfreude, bedeuten Spießrutenlaufen vorbei am Bewusstwerden grauer Alltagswochen, sind Rettungsversuche auf scheinbare Glücksinseln.

In Gesichtsfalten und Gehirnfalten liegt nicht immer Weisheit.

Die Eheleute hatten eine Verbindung, wie bei mit Wasser verquirltem Sand, also nur scheinbar.

Eine Pflanze, die man übermäßig dünkt, wirft bald ihre Blätter wie ein angeschlagener Boxer das Handtuch.

Eine Frau versucht stets ihre Ehre, gerade wenn sie besudelt ist und das Gewissen sie drückt, besonders demonstrativ wie ein weißes Friedenstuch heraus zu hängen, beschwörend kund zu tun; aber gleichzeitig behält sie den Finger am Abzug des Gewehres, und man weiß nie in welcher Richtung es los gehen wird.

Ich wünschte mir, dass das neue Jahr als Goldesel daher käme; aber nicht als einen, der langlebig permanent an Darmträgheit leidet, sondern als einen, der sich schon im Frühjahr rasant zu Tode scheißt. Würde ich diesen Esel bereits jetzt in seinem Versteck aufspüren, jagte ich ihn rückwärts in die Zeit durch das nächste Wurmloch und kassierte ihn vorgestern noch ab.

Thomas Mann seine Kurzgeschichten sind, wie guter Sex für Frauen ist, sehr, sehr langatmig – also nichts für mich.

„Wir haben im Zweiten Weltkrieg im russischen Winter gefrorene Erbsensuppe gelutscht.“ Vater aufbrausend: „Sei froh, dass du es nicht miterlebt hast!“ – „Und wir haben Juden vergast.“ – Vater schweigt.

Die Freiheit liegt darin, dass man sie denken kann.

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In lieblicher Nacht,
am Wegrand glimmendes Licht,
Glühwürmchenhoffnung.

Die Sehnsuchtsschläge
der Nachtigall verstummen,
das Froschkonzert quakt.

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Lieber Enno,

sind diese Texte alle von Dir?

Ich würde mich über (c) und Quellenangaben nicht nur freuen,

sie sind zwingend notwendig!

Danke und GLG

Manni



Lieber Manni, keine Sorge, alles Meins.

LG Enno



Schön, lieber Enno.

Bitte aber trotzdem (c)!

Ist gut für uns alle, okay?

GLG

Manni

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