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Thema: GEMA-Abzocke


Welche kulturellen Fluschäden die GEMA mit ihren völlig überzogenen Lizenzforderungen an Veranstalter und Musikmedien anrichtet, zeigt sich in bisher unbekannter Dimension bei der aktuellen Auseinandersetzung mit YouTube.
Das ist die öffentlich sichtbare Spitze eines Eisbergs, an dem wohl noch viele Schifflein der Kreativität und des Idealismus zerschellen werden, wenn sich nix ändert.
Zu den Hintergründen, die auch "lechwärts" betreffen, habe ich einen (verärgerten) Artikel gebloggt, an den ihr im Kommentarteil gern eigene Erfahrungen mit diesem überholten Inkassoverein hängen könnt - vielleicht hilft ja eine starke Öffentlichkeit, was zu bewegen (der DRMV ist da schon länger dran)- siehe:

YouTube und die Knebelverträge der GEMA



Die Begründungen zu unserem weiterlaufenden Widerspruch bzgl. der GEMA-Inkasso-Versuche gibt's hier als PDF:
http://www.lechwaerts.de/pdf/gema-widerspruch.pdf



Zu diesen Angelegenheiten Urheberrecht & GEMA liegt nun eine online-Petition an den Deutschen Bundestag zum Mitzeichnen vor. Details dazu hier in meinem Kulturblog



Das Medienecho zur GEMA-Petition ist mittlerweile am Anschwellen, etwa bei

SPIEGEL online:
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,633430-2,00.html

FR-online:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/themen/1816024_Gema-Petition-Undurchschaubare-Geruempelkammer.html

oder im BASIC THINKING BLOG:
http://www.basicthinking.de/blog/2009/06/24/gema-petition-im-krassem-gegensatz-zu-unseren-rechtsstaatlichen-gesetzen/

u.v.m. - nach Zeichnungsfrist am 17. Juli seh' ma weiter ...



Innerhalb der Zeichnungsfrist haben 106575 Bürger die Petition elektronisch unterschrieben - die zweithöchste Unterstützerzahl seit Einführung dieses relativ neuen Instruments der 'partizipatorischen Demokratie' (leider sind ma noch nicht so weit, dass einem dieser schöne Begriff als engagierter "Citoyen" bzw. in diesem Fall natürlich "Netoyen" ironiefrei über die Lippen, äh, die Tastatur käme).
Es wird dauern, bis der Petitionsausschuss des Bundestages die komplexen urheberrechtlichen und andere juristische Knäuel so weit entwirrt hat, dass zumindest die Enquete-Kommission konkrete Handlungsempfehlungen aussprechen kann (die in der Regel Wirkung zeigen).
Bis dahin sind die Machenschaften der GEMA leider 'legal' und man kann nur versuchen, denen auf die eine oder andere Art auszuweichen ;-)
Aber das kulturfressende Bürokratenmonster ist angezählt ...



Jetzt zockt die GEMA auch noch bei den Kleinen ab:
Gema kassiert auch in Kindergärten



Die Initiative "Wir sind die Bürgerinnen und Bürger" tritt für eine zeitgemäße Reform des Urheberrechts in Zeiten digitaler Verwertung ein, wobei es auch darum geht, dass Urheber frei (von Knebelungen durch Verwertungsgesellschaften) über die Nutzungsarten ihrer Werke entscheiden können:
http://wir-sind-die-buerger.de/

(Man kann die Aktion dort durch seine Unterschrift unterstützen)



Schön, dass man inzwischen bei der GEMA manchmal einsichtig ist und bestimmte Lizenzforderungen durchaus verhandelt werden können. Scheinbar sind auch die Mitarbeiter an der telefonischen Kundenfront ein wenig 'kulturfreundlicher' eingestellt.
Das ändert allerdings nichts an der grundsätzlichen Reformnotwendigkeit des Systems.

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