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Thema: Müllverbrennung in Witzenhausen


Sehr geehrte Besucher des freien Forums im Werra-Meissner-Kreis,

ich möchte hier meine Position zum sogenannten "SCA-Keizkraftwerk" mit u.a. den Brennstoffen Braunkohle, Klärschlamm, vorsortierter Haus- und Gewerbemüll deutlich machen und begründen. Dieses Projekt ist in Witzenhausen von Seiten der Firma SCA geplant und wird von zahlreichen Witzenhäusern und einer eigens gegründeten Bürgerinitiative "Gesundes Gelstertal" abgelehnt. Weitere Informationen zu der Initiative können unter http://www.gesundes-gelstertal.de abgerufen werden. Auf dem Photo ist das bestehende SCA-Papierwerk mit Schornstein des Erdgaskraftwerkes zu sehen.



Ich bin gegen dieses Vorhaben, da es völlig unpassend für die Stadt Witzenhausen mit seinem landwirtschaftlich geprägten Universitätsstandort und seiner umweltfreundlichen Ausrichtung -auch im Bereich Kirschenanbau- ist. Darüberhinaus handelt es sich bei der Verbrennung von Müll nicht etwa um eine anzustrebende Entsorgung. Vielmehr wird, wie in der Vergangenheit bereits mit der Verschmutzung der Weltmeere geschehen, ein Experiment mit der Atmosphäre begonnen, dessen Folgen unabsehbar und nicht zu verantworten sind.

Sollen wir die Standortsicherheit der Universität, die Kaufkraft der Professoren und Studenten riskieren?
Sollen wir ein relativ sauberes Gaskraftwerk gegen ein unberechenbares Verschmutzungskraftwerk eintauschen?
Sollen wir die Gesundheit der Kinder, Allergiker, Kranker und sogar ,durch den starken Luftumsatz, die Gesundheit mancher Sportler riskieren?

Ich lehne eine riskante Verbrennung von Müll, Klärschlamm und Braunkohle ab.


Besonders gefährdete Personengruppen wie Allergiker, Kranke und Kinder müssen mit den gesetzlich erlaubten Grenzwerten gesundheitliche Schäden befürchten, da die Grenzwerte nur für einen Durchschnittsmenschen und dessen Abwehrkräfte berechnet sind. Diesen Menschen bleibt als einzige Option im Falle der Inbetriebnahme der SCA-Müllverbrennungsanlage ein Umzug.

An einer bisher unbekannten Zahl von Tagen ist es möglich, dass die Anlage unbemerkt mit Giftstoffen belastetes Brennmaterial angeliefert bekommt, dieses verbrennt und nicht einmal anhand der Abgase den Fehler bemerkt, da diese auf bestimmte Giftstoffe nur nach Voranmeldung kontrolliert werden. Grund dafür sind die nur stichprobenartigen Brennstoffkontrollen bei der Anlieferung und die diskontinuierlichen (nur zeitweise betriebenen) Untersuchungen auf bestimmte Giftstoffe im Abgasstrom. Es besteht ein unkalkuliertes Sicherheitsrisiko.

Die Vorbelastung z.B. der für den Menschen giftigen Stoffe NO² und NO werden nicht beachtet. Dies ist erst ab ca. 2010 eine Vorschrift der Europäischen Union. Wir sind aber doch die Menschen 2010, wir wollen die Schutzrechte jetzt und nicht erst, wenn es zu spät ist. Jede Zusatzbelastung kann der Auslöser für Krankheiten sein.

Quelle: Erörterungsveranstaltung SCA-Projekt, Witzenhausen (2004)

Ich freue mich auf weitere Anregungen z.B. per E-mail und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Philipp Schmagold (Stadtverordneter FWG Witzenhausen, Ortsbeiratsmitglied Unterrieden)
Philipp@Schmagold.com



D€ gesamte SCA-Müllverbrennung soll ca. 80 Mio. EUR kosten.
Die Modernisierung der Rauchgasreinigung der MVA Bielefeld (siehe Beispiel) kostete allein schon 230 Mio. DM (115 Mio. EUR). Daran läßt sich abschätzen, was für eine "Dreckschleuder" im Gelstertal genehmigt werden soll.

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Rauchgasreinigung Stand der Technik (MVA Bielefeld)




Mehr Infos dazu:
Rauchgasreinigung Stand der Technik

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Diese Müllverbrennungsanlage ist lt. Fa. Herhof im Gelstertal geplant.



Mehr Infos dazu:
Diese Müllverbrennung soll im Gelstertal kommen.
Die Rauchgasreinigung besteht dabei aus dem Vorstaubabscheider (Multizyklon) 4.2.8 und einem Gewebefilter 4.2.9 der im Schaubild aber nicht gezeichnet ist. (Zwischen Multizyklon und Gewebefilter ist der Economiser (Speisewasservorwärmer) eingezeichnet, der aber mit der Rauchgasreinigung nichts zu tun hat. Zur SO2-Bindung wird Kalk in den Feueraum eingeblasen.


Zuletzt bearbeitet: 25.10.04 19:08 von Linkspartei


Demnächst im Gelstertal, genauer in Witzenhausen ist die besagte Verbrennung von Müll, Klärschlamm und Braunkohle geplant.

Wie erwähnt gibt es allerdings auch heftigen Widerstand seitens der Bevölkerung, der Bürgerinitiative Gesundes Gelstertal und von Teilen der Stadtverordnetenversammlung (B.90/Die Grünen und die Freie Wähler Gemeinschaft).

Hoffentlich können wir dieses drohende Unheil abwenden.

Philipp Schmagold
philipp@schmagold.com




Vermutlich,
• hat die Firma Herhof keine Abnehmer für ihr Stabilat, das auch aus dem Restmüll der Privathaushalte im Werra-Meißner-Kreis, Kreis Hersfeld-Rotenburg, Kassel Land, und dem Landkreis Fulda hergestellt werden soll.
• betreibt die SCA die Planungen zum Bau einer Anlage, in der in erster Linie Stabilat verbrannt werden soll, auf Drängen der Nordhessischen Müllpolitik.
• ist die Müllpolitik aller (Nordhessen, Raum Trier, Raum Osnabrück), die auf das Stabilat gesetzt haben gescheitert, wenn die Anlage nicht gebaut wird.

Nur so ist zu erklären, warum eine solche Anlage in ein enges Tal gebaut werden soll, das zudem verkehrstechnisch nicht entsprechend mit Straßen und Schiene versorgt ist.

Wann das Kraftwerk (wenn überhaupt) bei der SCA in Betrieb geht ist offen. Bis zum Ende der Deponierung, im Juni 2005, jedenfalls nicht. Wir werden sehen, wo dann das Stabilat bleibt. Egal wo es bleibt, schwarze Zahlen wird die Fa. Herhof auf die Art und Weise nicht schreiben können.

Aber wir wissen ja, wer am Ende bezahlt.

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