DISKUSSION OHNE ZENSUR
Freies Forum Werra Meissner

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Thema: Brief eines Arbeitslosen


Hallo MitstreiterInnen,

komme soeben von einem Abstimmungsgespräch bei Rheinmetall.
Wie Euch allen bekannt ist, bin ich seit 2 ½ Jahren arbeitslos und schreibe eine Bewerbung nach der anderen, ohne Erfolg. Vor ca. 2 Jahren und neun Monaten bekam ich die Change, für 3 Monate befristet, direkt bei Rheinmetall zu arbeiten, ohne Zeitarbeitsfirma. Meine damaligen Kollegen wollten mich gerne in Ihrem Betrieb halten und aktivierten den Betriebsrat, der mich daraufhin bearbeitete, mit den Worten: Wenn du in der IGM eintrittst können wir für dich mehr tun.
Also ich in die IGM. 3 Monate waren vorbei, eine Übernahme oder Weiterbeschäftigung konnte aus betrieblichen Gründen (keine Arbeit) nicht erreicht werden.
An meinem letzten Arbeitstag kam ein Betriebsratsmitglied auf mich zu und sagte mir : Wir bleiben für dich am Ball!
Gestern, am Tag unseren ersten Treffens im Gartenlokal, bekam ich vormittags einen Anruf, ob ich kurzfristig verfügbar sei. Ich bejahte dieses und war freudig überrascht das man sich, nach mehr als 2 Jahren noch an mich erinnert.
Man hatte mich vorgesehen für 3 Monate zu beschäftigen und vielleicht danach noch ein paar Monate weiter.
Ich also, heute morgen, mit einer Happy Laune nach Kassel, zu
Rheinmetall. Dort angekommen offerierte man mir, das sich mehrere Personen für mich eingesetzt haben, aber von oben (Personalbüro), kam die Order man kann mich nicht für 3 Monate einstellen da ich schon einmal zeitweise bei Ihnen beschäftigt war und daher nach Ablauf meines befristeten Arbeitsvertrages die Möglichkeit hätte auf einen festen Arbeitsplatzes zu klagen.
Man eröffnete mir die Möglichkeit es über eine Zeitarbeitsfirma zu bewerkstelligen.

Da ich nun schon einige schlechte Erfahrung mit diesen
Zeitarbeitsfirmen z. B. Wobler AG (Wobler AG= Wolfsburg AG gehört zu 50 Prozent der Volkswagen AG und zu 50 Prozent der Stadt Braunschweig) sowie mit der PSA GWS (Personal Service Agentur GWS) gemacht habe, war ich natürlich sehr erbaut von dieser Offerte.

Bei der Wobler AG stellte ich mich vor und man erzählte uns
Anwesenden, die Einstellung erfolgt befristet für drei Monate, danach könne es ohne weiteres mehrere Vertragsverlängerungen und sogar Übernahmen geben. Ich bin im Besitz von 3 Facharbeiterbriefen / Gesellenbriefen. Einer meiner Berufe, die ich erlernt habe ist Kfz- Mechaniker, man bot mir als Facharbeiter einen Anfängerlohn von 6,68 ? an. Während der anschließenden Einzelgespräche stellte man mir die Frage warum ich 40 Prozent Erwerbsminderung habe. Meine Antwort: Rücken kaputt.
Antwort der Wobler AG: Da können wir sie nicht gebrauchen.
Einen Tag später stand ein Artikel in der Zeitung, der von der Wobler AG handelte. In diesem Artikel beschwerten sich die festangestellten VW Arbeiter, es sei noch kein Zeitarbeiter von der Wobler AG übernommen worden, die angebotenen Hungerlöhne machen Ihre Lohnstrukturen kaputt, Ihre Arbeitsplätze werden von Billiglöhnern ersetzt.

Nächste Zeitarbeitsfirma die PSA GWS. Eine meiner Bewerbungen richtete ich an die Firma SMA. Diese Firma antwortete mir sehr schnell, das die Bewerbung bearbeitet wird. Nach einigen Wochen erhielt ich einen Telefonanruf, in dem man sich entschuldigte über die lange Bearbeitungszeit und teilte mir mit, das die Firma SMA jetzt mit einer Zeitarbeitsfirma, der PSA GWS zusammen arbeitet und man möchte, mein Einverständnis vorausgesetzt, die Bewerbungsunterlagen an diese PSA weiterleiten. Zähneknirschend stimmte ich zu. Eines morgens lag ein Umschlag der PSA GWS im Briefkasten mit der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Ich also hin. Man zeigte mir eine Platine und fragte mich ob ich so was zusammenlöten könnte. Mein 3. Beruf: Kommunikationselektroniker Fachrichtung Informationstechnik. Also kann ich so eine Scheiß Platine zusammenlöten. Nun erzählte Frau xy, wie hoch die Entlohnung sei. Hungerlohn als Anfänger (trotz Facharbeiterbrief) von 6 ? und zerquetschte, aber die Option der Übernahme. So schickte man mich nach Hause und sagte, ich höre was.
Ein Monat später. Unbegründete Absage; ich bin mit 53 Jahren anscheinend zu jung.

Meine jüngere Tochter arbeitet seit einigen Jahren bei einer
Zeitarbeitsfirma und muss jedes mal, nach abarbeiten eines Auftrags, mit der Kündigung rechnen, die sie nach abfeiern des erworbenen Urlaubsanspruches und abbummeln der Überstunden auch schon erhalten hat.

Diese von Gehirnamputierten Politikern und der Unterstützung unfähiger Gewerkschaftlern ins Leben gerufene Zeitarbeitsfirmen nagen selbst, bei dieser dummen und ignoranten Politik, am Hungertuch, trotz Unterstützungsgeldern des Staates.

Ich Frage mich, welche Idioten in Deutschland Gesetze machen, die von Verwaltungs- oder Bundesgerichten mit einer schönen Regelmäßigkeit gekippt werden.
Ich hoffe nun das diese 6 Oberunfähigen PolitikerInnen, Schröder, Münte, Clement, Schmidt, Benneter u. Bulmahn, ach so und der Ex Grüne Schily so schnell wie möglich der Vergangenheit angehören.

So das war es, solche lange Schreiben zu verfassen ist nicht gerade mein Ding ( Ich bin sehr schreibfaul).

Ach so, meine Frau hat auch die Kündigung, wegen Produktionsverlagerung nach Polen und wird von einem Betriebsrat vertreten der für den Chef arbeitet.

Jetzt im Anschluss, schreibe ich die Kündigung meiner Mitgliedschaft, bei der IGM.
Sollte es nochmals ein Gewerkschaftler versuchen, mir eine Mitgliedschaft schmackhaft zumachen LACHE ICH IHN AUS.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

vor rund 20 Jahren hatte ich mal ein prägendes Erlebnis mit einem ehemaligen Kollegen, SPD-Mitglied und aktivem Gewerkschaftler. Ehemaliger Kollege, weil er eine hauptamtliche Stelle als Betriebsratsmitglied bekommen hatte. Wir trafen uns etwa ein halbes Jahr nach seinem Wechsel zufällig in der Mittagspause und kamen ins plaudern. Er äußerte sich ziemlich genervt über die lästigen Probleme mit denen er jetzt täglich konfrontiert wurde. Ich fragte naiv, warum er denn in den Betriebsrat gegangen ist, wenn ihn das so nervt.
Die Antwort lautete:
"Ja glaubst Du denn ich bin in den Betriebsrat gegangen um mich für andere zu opfern, ich bin in den Betriebsrat gegangen weil ich mir davon eine bessere Karriere verspreche."
Am nächsten Tag kündigte ich meine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft.



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