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Thema: Meinharder Wasser an die EAM


Warum will Meinhard die Wasserversorgung unbedingt an die EAM verkaufen?
Wer ist die treibende Kraft?


20,5 Milliarden - Das ist der jährliche Umsatz in der deutschen Wasserwirtschaft, gleichzeitig ist es auch das, was Grosskonzerne wie E.ON/EAM anlockt. Nach den schlechten Erfahrungen im Elektrizitätsbereich - nur 4% der VerbraucherInnen wechselten zu einem Privatanbieter von Strom - versuchen sie jetzt die gesamte Wasserversorgung von Kommunen aufzukaufen, dann gibt es die KundInnen nämlich gleich dazu! Den Kommunen wird für den Verkauf der Wasserversorgung mehr geboten als der Marktwert des Betriebs. Für die Geimeindevertreter ist die Rechnung dann ganz einfach: Ist der Verkaufspreis höher als die erwarteten Einnahmen, kann man ruhig verkaufen. Dabei ist die Finanzlage von Meinhard im Vergleich mit anderen Kommunen noch gut. Also sind andere Gründe vorhanden wenn Meinhard nicht mit den Nachbargemeinden kooperiert und unbedingt an die EAM verkaufen will.
Da fällt einem natürlich sofort die Vorreiterrolle des Kreises HEF-ROT mit dem Bau der Herhofschen-Stabilatanlage in Mecklar ein, und dass Landrat Roland Hühn nach seiner Abwahl, für seine Vorreiterrolle von der Fa. Herhof mit einer Anstellung bedient wurde.
Es ist deshalb nicht abwegig zu vermuten, daß sich auch die EAM großzügig zeigen wird, wenn Meinhard in unserer Region den Vorreiter spielt und ohne Not die Wasserversorgung an die EAM verkauft.

Anzumerken ist noch, dass Bgm Giller von seinem Vorgänger geordnete Finanzen und einen ausgeglichenen Haushalt übernahm.



Warum will - bei diesem Schuldenstand - ausgerechnet Meinhard
bei der Wasserprivatisierung den Vorreiter machen?

Die Bürger sollten nachfragen und immer in Erinnerung behalten,
welcher Gemeindevertreter bei diesem Verkauf
die treibende Kraft in Richtung EAM ist.


Der dicke Ende kommt erst später: Beim Verkauf kriegt die Gemeinde zwar einmalig viel Geld, dann aber nie wieder was. Im nächsten Jahr sitzen dann alle wieder in der Gemeindevertreterversammlung und ärgern sich darüber, dass die Wasserversorgung schon letztes Jahr verkauft worden ist. Und dann werden auch die BürgerInnen sauer, denn für ein Privatunternehmen zählen die Bedürfnisse wenig, der Gewinn aber viel. Im Prinzip gibt es immer zwei Möglichkeiten den Gewinn zu maximieren: Man rationalisiert, oder man erhöht die Preise. Rationalisieren heisst in der Wasserversorgung meistens, weniger in die Reparatur der Leitungen zu investieren, denn das macht immerhin 80% der Gesamtkosten aus. Wird die Anlage auf Verschleiß gefahren, damit die Dividenten für die EAM-Aktionären stimmen, kann sich jeder vorstellen, was dabei heraus kommt.


Zuletzt bearbeitet: 25.09.04 18:40 von Horst_Speck


Ich denke, hier wird sicherlich von einigen Politikern wieder ganz schön in die eigene Tasche gewirtschaftet!

Denn das idiotischste für nachfolgende Generationen ist der Verkauf von Wasserbewirtschaftung an private Ausbeuterunternehmen, wo dann viele Politiker mit Beraterverträgen und Aufsichtsratposten als Dank bedacht werden!

Aber was bleibt für die Kinder der Menschen einer Gemeinde in Zukunft?

Der Filz lässt wieder grüßen! Wie bei allen öffentlichen Belangen. Ich erinnere mich noch ganz genau vor vielen Jahren, wo etwas gebaut wurde, dann sah ich bei .......... Material verbaut was hier im unserem Bereich keiner der Kollegen verbraucht hatte. Aber die Herstellerfirma war an dem Bau beteiligt!

So werden dann bei einem unsinnigen Verkauf von einem Grundnahrungsmittel an ein Ausbeuterunternehmen wieder einige ganz schön profitieren auf Kosten der Allgemeinheit!

Das muss auf alle Fälle verhindert werden!


Zuletzt bearbeitet: 08.08.04 19:24 von Watzmann


Die sieben Thesen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zur Zukunft der Wasserversorgung in Deutschland vom Oktober 2001 (Quelle: http://www.dstgb.de):

1. Wasser ist ein natürliches Umweltgut und eine unverzichtbare Lebensgrundlage. Wasser ist kein handelbares Wirtschaftsgut wie jedes andere. Es geht bei der Wasserversorgung nicht in erster Linie um den Verkauf eines Produktes, sondern um Verbraucher- und Umweltschutz im Interesse der Bürgerinnen und Bürger.

2. Die kommunalen Strukturen der Wasserversorgung haben sich bewährt. Im internationalen Vergleich nehmen die Trinkwasserqualität und die Versorgungssicherheit in Deutschland einen Spitzenplatz ein. Die Ausführung der
Wasserversorgung in kommunaler Verantwortung ist für diese Qualität Garant. Sie gewährleistet einen nachhaltigen Umgang mit dem Umweltgut „Wasser“ vor Ort unter Berücksichtigung der jeweiligen Interessen der Bürgerinnen und Bürger und sichert Investitionen und Arbeitsplätze in der Region.

3. Zur Sicherung dieser Ergebnisse auch in der Zukunft ist der permanente Modernisierungsprozess in der kommunalen Wasserwirtschaft zu intensivieren. Strukturen und Abläufe sind zur weiteren Effizienzsteigerung zu optimieren.

4. Der beste Weg, um betriebswirtschaftlich optimale Strukturen der Wasserversorger zu erreichen, ist eine verstärkte Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden. Zusammenarbeit meint hier sowohl den Zusammenschluss in Zweckverbänden oder anderen selbständigen Unternehmensformen als auch die betriebliche Kooperation.

5. Auch durch eine verbesserte Steuerung der Wirtschaftlichkeit der Betriebe kann eine Effizienzsteigerung erreicht werden. Neben einem Qualitäts- und Umweltmanagement stellt dabei ein interkommunaler Leistungsvergleich ein wichtiges Hilfsmittel dar. Hierdurch wird die Möglichkeit eröffnet, von deErfahrungen anderer kommunaler Wasserversorger zu profitieren.

6. Privatisierungsentscheidungen sind immer Einzelfallentscheidungen vor Ort. Sie beruhen stets auf einer Abwägung unterschiedlichster örtlicher Faktoren, und berücksichtigen insbesondere die zu erwartende Preisentwicklung für die Bürgerinnen und Bürger. Voll- und Teilprivatisierungen im Rahmen von Public Private Partnership sind daher im Zusammenhang mit Strukturveränderungen in der kommunalen Wasserwirtschaft nur eine Möglichkeit und keinesfalls der Königsweg.

7. Der falsche Weg, um mehr Effizienz zu erreichen, wäre eine Liberalisierung im Bereich der Wasserversorgung. Sie bietet für den Verbraucher keine Vorteile. Insbesondere ist aufgrund der hohen Fixkosten nicht davon auszugehen, dass die Wasserpreise noch in wahrnehmbaren Größenordnungen reduziert werden können. Der Einführung von mehr Wettbewerb in der Wasserversorgung sind unter dem Blickwinkel von Umwelt- und Gesundheitsschutz enge Grenzen gesetzt. Eine Liberalisierung stellt daher ein Experiment mit ungewissem Ausgang dar. Zur Absicherung wäre zumindest ein erhebliches Maß an Kontrollbürokratie erforderlich, was im Widerspruch zu dem allgemeinen Ziel der Verwaltungsvereinfachung stünde.

Wo sind die Meinharder Argumente für einen anderen Weg?


Zuletzt bearbeitet: 08.08.04 21:24 von WolfhardAusten



Muss RWE den Wasserhahn zudrehen?


Lt. dem Fraktionsvorsitzendem der SPD-Meinhard Harald Schädler, streben die privaten Wasserkonzerne max. 5 % Gewinn an.
Seltsam, dass die RWE die Wasserpreise um 30 % erhöhen wollte?


Zuletzt bearbeitet: 09.08.04 21:15 von Horst_Speck
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