DISKUSSION OHNE ZENSUR
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Thema: Welke-Syndrom


Schädigende Beeinträchtigungen unserer Waldbäume heute.
Trotz der Herausnahme von Blei und Schwefel aus den Treibstoffen und dem Heizöl kann der pH-Wert in den Niederschlägen nicht beruhigen. Schwankende pH-Werte belasten die gesamte Vegetation. Im Besonderen die Bäume. Zitat aus dem Buch „Schädigung von Waldökosystemen“, 1. Auflage 2007, S. 316 und 317: „Spätfröste, die junge Triebe und Blattorgane abtöten, bringen zwar alte Bäume nicht zum Absterben, haben aber trotzdem als Stressoren große Bedeutung, da sie zu einem beträchtlichen Verbrauch von Reservestoffen führen.“ Diese Annahme der Wissenschaftler ist falsch. Die gegenwärtigen Fröste sind für unsere Baumarten normal und keine Stressfaktoren. Die Kernfrage ist also: warum fehlen Reservestoffe, die schwächend wirken?
Der anhaltende Schwächezustand unserer Bäume entsteht durch das Welke Syndrom! „Welke Syndrom“ ist ein von mir gefundener Begriff. Es entsteht in Abhängigkeit einer ganz bestimmten Witterungsfolge. Wenn Bodentrockenheit, Regenwasser und Lichtmaximum schnell aufeinander folgen, werden die Bäume mäßig bis stark belastet. Die Schädigungen werden für den Betrachter bereits einen oder wenige Tage später deutlich sichtbar. Diese Schadbilder fallen optisch etwas geringer aus als vor 2010. Als da sind: Blatt- und Nadelverformungen, Vergilbungen und Verätzungen. Absterben und Abfallen von Kurz- und Jungtrieben, Nadeln und Blättern. Ganzjährige Brüchigkeit von Zweigen, Ästen, Stämmen und Wurzeln. Überreiche Blüten- und Fruchtbildung in verminderter Qualität. Verklumpter Pollenstaub und zu saurer Nektar in den Blüten. Verrieselung von angesetzten Früchten in allen Altersstadien. Schnelles faulen von Früchten. Aufrauung von Zweig-, Blatt-, Rinden- und Knospenoberflächen. Flechtenbildung massiv. Verstärktes Wachstum bei gleichzeitiger Wurzelmasse-Verringerung. Zunahme von Pilzerkrankungen und Insektenbefall. Mit dieser Fülle von unnormalen Defektzeigern gehen die Bäume geschwächt in den nächsten Winter.
Was spielt sich beim Welke Syndrom ab? Bedingt durch den trockenen Boden befindet sich mehr Luft in den Grobrissen und zwischen den Partikeln und Kolloiden. Beim Eindringen des Regenwassers in diese Bodenzwischenräume reagieren die Fremdstoffe in den Bodenteilchen mit den Fremdstoffen im Regenwasser. Es kommt zu einer heftigen chemischen Reaktion, wobei ein Teil der Wurzelhärchen, die Ältesten zuerst, verätzt werden und absterben. Wahrscheinlich kommt es auch zu Stoffübernahmestörungen an der Endodermis. Die elektrischen Ladungen des aufnehmenden Wurzelmoleküls und des vorgelagerten Elemente- Ions aus dem Bodenwasser werden u. U. gewaltsam verändert. Die geschädigten Wurzelteile dienen der ätzenden Reaktion zur Neutralisierung. Sie können nun ihre Aufgabe, Wasser und gelöste Stoffe in den Spross zu bringen, nur noch eingeschränkt nachkommen. In den Leitgefäßen von der Wurzelspitze bis zu den Blättern entsteht wegen des verminderten Wassernachschubs ein verstärktes Säure – und Druckgefälle. Dadurch werden die Vorratszellen, die gefüllt mit Reservestoffen sind, für die Notversorgung geöffnet. In den Blättern und Feinzweigen des Kronenbereichs ist der Saugdruck am größten weil die Blattzellen durch das volle Sonnenlicht zur vollen Leistung gefordert sind und deshalb unter Anderem Wasser für die Verdunstungskühlung benötigen. Zu diesem Zeitpunkt kommt es zum starken Gibberellinsäure- Schub der die Induktion der überreichen Blütenmenge bewirkt. Wenn ein Teil der Blatt-, Vorrats- und Leitgewebszellen völlig entleert wird, tritt nach der Krampfplasmolyse (Zellentleerung) in diesen der Zelltod ein. Dieses tote Zellvolumen steht später nicht mehr zur Verfügung. Erfolgt keine Totalentleerung von Zellen, weil rechtzeitig bedeckter Himmel eintrat, können die Bäume sich zum normalen Habitus zurück entwickeln. Den Verlust der Wurzelhärchen können die Pflanzen je nach Witterungsverlauf in wenigen Tagen und Wochen durch Neubildung wieder entsprechend der Blattmasse ausgleichen. Spätestens im Winterhalbjahr füllen sich die nicht völlig entleerten Blatt-, Vorrats- und Leitgewebszellen mittels Deplasmolyse (Zellauffüllung) wieder prall mit Wasser und Nährstoffen. Nach Austrieb im Mai sehen unsere Bäume dann wieder tadellos aus. So als wäre keine Schwächung da. Sie ist aber noch als totes Zellvolumen im Splint vorhanden und konnte durch das Volumen des neuen Jahresringes in der Masse nicht voll ersetzt werden. Es handelt sich um ein Versorgungsdefizit. Hieraus ergibt sich der Mangel an Reservestoffen!
Das Welke Syndrom zeigt, dass die alte Gärtner- und Bauernweisheit „Dünge nie auf trockenen Boden“ richtig ist. Die gelegentlich plötzlich erscheinende übernormal starke Flechtenbildung, bedingt durch dauerhaft zu viele Metallionen im Niederschlagswasser, bestätigt ebenfalls die Richtigkeit. Die Schwächungen durch das Welke Syndrom lassen andere schädigende Einflussfaktoren stärker wirksam werden, sodass auch außerhalb von Bodentrockenheit Schäden jederzeit möglich werden.
Die ungünstigen Einflussfaktoren zusammengefasst: Unsere Bäume werden mit Oxiden aus dem Stickstoff und mit Kohlendioxid überdüngt, die Anreicherung mit Fremdstoffen aller Art in der Luft ist zu groß, die Ausdünnung des Ozongürtels in ca. 20 km Höhe bringt zu starke Lichtintensität auf Blatt-und Nadeloberflächen, das bodennahe Ozon schwächt die Gasaustauschorgane blattunterseits bei heißer Witterung, die wechselnden pH-Werte in Wasser und Boden sind pflanzenbelastend. Die Bäume können nicht mehr so hoch und so alt werden wie früher, Waldbrände entstehen schneller und sind schwerer zu löschen, u.s.w. Es stellen sich die Fragen „Wo führt das hin?“, „Kann man noch von Nachhaltigkeit sprechen?“, „Handeln wir in verantwortbarer Freiheit?“

In Waldverbundenheit



Welke-Syndrom 2: Offener Brief an die Privaten Waldbesitzern der Kreise Werra- Meißner und Hersfeld- Rotenburg vom 08.02.2018 (Teil 1):
Ihr erinnert euch noch an meinen Beitrag zum Welkesyndrom vom Vorjahr, den ich als Kopie hier ausgelegt hatte. Darauf beziehen sich meine weitergehenden Überlegungen, Recherchen und Erkenntnisse. Ich habe viel dazugelernt. Für den nachfolgenden Textinhalt trage ich die alleinige Verantwortung. Am 18.12.17 war ich mit Uwe Paar von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt Göttingen um 10:00 Uhr in Hann Münden verabredet. Im vorausgegangenen Telefongespräch hatte er betont, das er empfänglich ist für Anregungen und im besonderen auch für Kritik, um selbst weiter zu kommen. Er besitzt den Doktortitel und leitet das Sachgebiet Wald- und Bodenzustand und die Redaktion für den Waldzustandsbericht. Mit dem Forschungszentrum Waldökosysteme der Universität Göttingen hat er eine kleine Broschüre zur Hauptproblematik herausgegeben, die es in sich hat. Man kann sie nur über das Forschungszentrum beziehen. Nicht im Buchhandel.
Was wir heute hier erläutern ist sehr ernst. Es geht ums Ganze. Vor 6000 Jahren war die Wüste Sahara noch eine wildreiche Savannenlandschaft. Ich zitiere aus der Bibel, Zacharias, 520 v.Chr, Kapitel 11, Vers 2 und 3: "Klagt ihr Zypressen, denn die Zedern sind umgestürzt, die mächtigen Bäume sind zerstört. Klagt ihr Eichen vom Baschangebirge, denn der dichte und undurchdringliche Wald ist dahin. Hört, wie die Hirten klagen, weil ihre Herden vernichtet sind. Hört, wie der Löwe brüllt, denn sein Versteck, das Dickicht am Jordan, gibt es nicht mehr." Zitatende. Zacharias bat die Zypressen und Eichen zu klagen. Er wusste um die Denk- und Handlungsschwäche und um die Rücksichtslosigkeit der Menschen seiner Zeitepoche. Die mächtigen Bäume und der undurchdringliche Wald sind in den über 2500 Jahren bis heute nicht wieder zurückgekehrt. 1886 begab sich eine Gruppe Bürger aus Niedersachsen zum Herrscher nach Hannover. Sie setzten sich aus Waldinteressierten, Waldfreunden und Waldfachleuten zusammen. Sie überzeugten den Fürsten davon, das durch Abholzung, Brandrodung und intensiver Beweidung zukünftig kein Wald mehr vorhanden sein würde. Noch im gleichen Jahr wurde ein Erlass herausgegeben, der die Waldbeweidung ab sofort, unter Androhung der Todesstrafe, verbot. Andere Herrscher taten es ihm nach. Durch die folgende Hungersnot starben viele Menschen, hauptsächlich Frauen, Kinder und Alte. Wäre das Gesetz nicht gekommen, hätte es noch mehr Tote gegeben. Die Regierung und die Menschen hatten die Probleme zulange unbeachtet gelassen.
Kraftvoll und mutwillig zerstören wir gerade unsere einmalig lebensförderlichen Lebensgrundlagen, wozu auch die Wälder gehören. Wir haben zu lange an einer kirchenreligiös- politisch- wirtschaftlich veralteten und deshalb falschen, gleichförmigen Dauermethodik in der Wirtschaft festgehalten. Mein und unser Ziel ist nicht Panik zu verbreiten sondern möglicherweise gerade noch rechtzeitig gegenzusteuern bei der sonst nicht wieder gut zu machenden verhängnisvollen Entwicklung. Das heute übliche benutzen von Tatsachenverdrehungen, Verdrängungen und Leugnungen bis hin zu gezielten Falschmeldungen ist nicht hinnehmbar; denn die Folgen daraus sind Taten und Versäumnisse, die die Umwandlung der gesunden Lebensgrundlagen in Ungesunde beschleunigend fördern und damit den Niedergang nahezu aller Lebensformen zwangsweise über das einsetzende Dauersiechtum herbeiführen. Die sich ankündigende Umwandlung unseres demokratischen Gemeinwesens in eine Diktatur gehört ebenfalls in dieses Niedergangsszenario. Reinhold Messner sagte am 21.1.18 im TV: "Sternstunde Philosophie": "Von Osten und von Westen wird die Demokratie angegriffen."
Wenn wir die Wälder erhalten wollen, sollten wir das sofort zur zentralen Aufgabe unserer Zeitepoche machen, denn betroffen sind alle Pflanzen einschließlich der Nahrungspflanzen. Wir müssen einen Wandel bewirken. Von den früher sicherlich notwendigen frühevolutionären Lehren und Praktiken, die heute nicht mehr sinnvoll sondern gefährlich sind, könnten wir zu lebensgrundlagenerhaltenden Bedingungen kommen. Diese entstehen im neuevolutionären Vorhaben einer Lebensgestaltung in verantwortbarer Freiheit, auf den neuen Grundlagen von angewandtem gutartigen Wissen, auf den Teilen der Weltreligionen die gutartig sind und auf dem eigenen, persönlichen Gewissen und mit der Vernunft, nicht ohne sie.
Ein Beispiel für Unvernunft: Wirtschaftsminister Wolfgang Schäuble klagte darüber, dass Umweltschützer und Wirtschaftskritiker das wirtschaftliche Vorankommen störten und verhinderten. US amerikanische Regierungsmitglieder wollten die Fakultät Philosophie aus den Universitäten heraus haben, weil sie nichts bringen. In sehr vielen Ländern müssen wir heute beobachten, das gutartiges Denken durch Machtmissbrauch unterdrückt wird. Diese jahrtausende alten Denk- und Handlungsweisen der Machtinhaber sind aber zu einseitig und wie wir jetzt sehen kontraproduktiv. Sie werden jetzt zur Gefahr für die Gemeinschaft.




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