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Thema: Großrazzia in GUs im Kreis


Guten Morgen,

jetzt ist der Großeinsatz der Polizei in den Gemeinschaftsunterkünften zwei Tage her. Dass das Ganze sicherlich Aufsehen erregt hat, dürfte nicht nur am Berufsverkehr entlang des Eschweger Bahnhofs gelegen haben. Schon am Abend war es Thema, nachdem auch die Lokalpresse, die bereits in der Früh eingeladen war, erste Berichte veröffentlicht hatte. Nun liegt mir auch der Zeitungsartikel mit Hintergrund vor, und ich sehe mich nahezu zu einem Leserbrief angeregt. Zwei Dinge fallen mir besonders auf: Zunächst ist der Fund von Bargeld im mittleren vierstelligen Bereich gänzlich getilgt worden, während es im Online-Artikel noch in der Überschrift gestanden hatte. Zum Anderen heißt es, es seien in vier Unterkünften Drogen gefunden worden. Diese Aussage aus der Überschrift des Zeitungsartikels stimmt schlichtweg nicht.

WR 08.06.2017: "Polizei findet Drogen und Bargeld"

"Vier Gemeinschaftsunterkünfte wurden durchsucht"
- Durchsucht ist an der Stelle ein schlechtes Wort, denn es legt nahe, dass man wirklich alles gründlich durchsucht hätte. Das war gar nicht die Absicht.
- Das Zitat von Jörg Künstler ist da eindeutig, "Aufgrund vorliegender Gerichtsbeschlüsse wurden neun Wohnräume und Zimmer durchsucht".
- Meiner Kenntnis nach begannen diese Durchsuchungen schon vor sechs Uhr.
- Nun, über 230 Personen sind sicherlich nicht in neun Wohnräumen untergebracht.

Bei den Unterkünften handelte es sich um die Unterkunft in der Friedrich-Wilhelm- sowie Stresemannstraße in Eschwege, Weißenborn und Rommerode. Weißenborn ist für mich entfernt eine Art 'Straflager'. Aus irgendeinem Grund kam man auf die Idee alle auffälligen und straffällig gewordenen Personen dorthin zu 'verfrachten'. Damit meine ich nicht nur den sogenannten 'Sex-Täter', der im letzten Jahr für Aufregung sorgte.

WR 08.09.2016: "Eltern protestieren gegen Sex-Täter im Dorf"

In Rommerode bestand der Verdacht, dass sich eine Person nachwievor dort aufhält, die einmal dort gewohnt hat. Das ist der Grund, warum ich die Überschrift im Zeitungsartikel unzutreffend finde. Dort leben mittlerweile mehrere Familien. Und die Situation ist die, dass sich vor kaum mehr als einen Monat eine Lehrerin aus Großalmerode veranlasst sah, vor größerem Publikum den Unwillen der Bevölkerung des Dorfes aufzugreifen, die nicht bereit sind sich mit den Bewohnern der Unterkunft abzugeben. Ihr war das insbesondere bei den Schülern aus dem Dorf aufgefallen und sie deutete es in historischem Kontext. Ich habe das Thema selbst schon vor einiger Zeit einmal auf einer Regionalkonferenz erwähnt. Der Artikel ist hier sicherlich äußerst kontraproduktiv. Schließlich fand dort nur eine Überprüfung der Personen statt, und es wurde nichts gefunden. Na ja, die Unterkunft wird wohl bald geschlossen.

Die Situation in Eschwege wurde mit Sicherheit lange beobachtet. Immer wieder machten nicht nur Gerüchte die Runde, dass in den Unterkünften Minderjährige ein und aus gehen, sich mit Drogen versorgten. Erst einen Tag vor der Razzia ging ein Schreiben der Familie Feiertag aus dem Nachbarhaus um, in dem sie eine nächtliche Situation schildern, wonach eine größere Gruppe von annähernd zwei Dutzend Jugendlichen mit Autos vor der GU standen, eine größere Gruppe hinein ging und sichtlich erheitert, wie "nach getätigtem Deal" wieder nach draußen kam.

Mir persönlich bleiben ein paar offene Fragen. Ich formuliere es einmal so: Ich hoffe, die Präventionsarbeit an dieser Stelle sieht nicht weiterhin so aus, dass man sehr lange Zeit sehenden Auges daneben steht und dann unmittelbar mit dem Strafrecht kommt, sondern auch aus Aufklärung über den Umgang mit Drogen und der strafrechtlichen Konsequenzen besteht. Meines Wissens gab es hierzu keine Schulungen der AWO-Mitarbeiter und auch keine Hilfestellung der Polizei. Ich sehe hier allerdings auch den Kreis etwas stärker in der Pflicht.

Unbeteiligte Personen blieben weitgehend unbehelligt. Dafür würde ich mir glatt auch ein Lob abringen. Nein, es gab eben keinen Appell, es wurde nicht das ganze Haus auf den Kopf gestellt. Der Großteil würde ich sagen, wurde in der früh wie gewohnt vom Wecker geweckt oder eben durch Anklopfen der Betreuung.

Viele Grüße,
davux



Zuletzt bearbeitet: 09.06.17 14:32 von davux


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