DISKUSSION OHNE ZENSUR
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Thema: Ratlosigkeit bei der Flüchtlingsproblematik


Seit Dezember 2014 haben meine Frau und ich immer wieder engen Kontakt mit einer Gruppe junger Eritreer. Nach den ersten Hilfestellungen beim Umgang mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlingen, den örtlichen Ausländerbehörden, der Bundesagentur für Arbeit usw. sind die ersten Eingewöhnungsschwierigkeiten zwischenzeitlich überwunden.
In einem Fall konnte nach der Gewährung von Kirchenasyl eine Abschiebung nach Italien verhindert werden. Einige waren mehr oder weniger erfolgreich beim Abschluss diverser Sprachkurse, einer erreichte sogar den Hauptschulabschluss. Einer erhielt eine reguläre Lehrstelle bei einem großen deutschen Straßenbauunternehmen. Der ein oder andere konnte inzwischen in eine eigene Wohnung einziehen. Bei jungen Familien war dies leichter als bei jungen Männern ohne Familie. Viele konnten Aushilfsjobs bei amazon in Bad Hersfeld oder beim Open-Flair erhalten.

Dennoch muss man nach nunmehr fast drei Jahren feststellen, dass eine wirklich gute Perspektive für die meisten der jungen Flüchtlinge nicht erkennbar ist. Es fehlt nach wie vor an ausreichender Sprachkenntnis und an wirklich annerkannten Schul- und Ausbildungsabschlüssen. Auch fehlt es an einer wirklichen Integration in unsere Gesellschaft. Dies betrifft sowohl den Arbeitsbereich als auch den privaten Bereich. Echte Freundschaften zwischen Flüchtlingen und Einheimischen sind eher selten. Zumeist bewegen sich die Flüchtlinge in ihren Peergroups, was einen weiteren Spracherwerb eher erschwert.

Im Prinzip hat sich an der Lebenssituation der Flüchtlinge seit ihrem Herkommen kaum etwas geändert. Die Allermeisten sind meilenweit von einem selbstbestimmten Leben mit eigenem durch eigene regelmäßgige und sozialversicherungspflichtige Arbeit erzielten Einkommen entfernt. Nach wie vor ist der Bezug staatlicher Transferleistungen die Regel.

Auch die einheimischen ehrenamtlichen Helfer zeigen sich, nach meiner Erfahrung, angesichts der zunehmenden, aber auch verständlichen, Interessenlosigkeit der Migranten aber auch der einheimischen Helfer an regelmäßigen ofmals inhaltslosen Zusammenkünften weitgehend ratlos.

Meine persönliche Meinung zu dieser Situation:

Es fehlt eindeutig ein ganzheitliches, staatlich konzipiertes und finanziertes Integrationskonzept. Die Integrationsarbeit kann nicht durch Ehrenamtliche, sie muss durch professionelle, mit öffentlichen Mitteln bezahlte Kräfte erfolgen. Andernfalls werden wir in einigen Jahren eine üble Entwicklung erleben,
die niemanden, der sich mit dieser Problematik beschäftigt, wirklich überraschen kann.





Zuletzt bearbeitet: 19.08.17 11:59 von Michael_Kraemer


Die Muslimen-Studie von Bertelsmann ist haltlos

Laut Bertelsmann-Stiftung sind Muslime integriert, kaum arbeitslos und Deutschland „verbunden“. Problematisch sei allein die fehlende Akzeptanz in der Aufnahmegesellschaft.

Warum das Unsinn ist.

Kompliment nach Gütersloh. Wie man mit Studien in die Medien kommt, wissen die Damen und Herren von der Bertelsmann-Stiftung. Die meisten größeren Nachrichtenportale haben die Pressemitteilung zur jüngsten Studie „Muslime in Europa – integriert aber nicht akzeptiert?“ mehr oder weniger unverändert samt Überschrift übernommen. Die zeugt von hoher PR-Professionalität: Sie vermittelt eine klare Botschaft, indem sie das zentrale Ergebnis schon mit einer impliziten Forderung verbindet. Da kommt kaum ein Journalist in Versuchung, sich die Studie genauer anzusehen und der Sache einen eigenen „Dreh“ zu verleihen. Entsprechend durchschlagend der Erfolg.

So professionell die Darbietung, so wacklig ist allerdings die Grundlage. Nur acht Fragen zum religiösen Glauben - allerdings nicht zu politischen Aspekten der Religion - und sieben zu anderen Themen wurden vor 2010 zugewanderten muslimischen Probanden in fünf europäischen Ländern gestellt. Die Studienergebnisse beziehen sich also fast ausschließlich auf Selbstzeugnisse. Und gerade die Fragen, auf denen das Fazit: „integriert“ vor allem beruht, sind so gestellt, dass von vornherein kaum ein anderes Ergebnis denkbar wäre. Wer wird schon dem Interviewer auf die Frage „Wie verbunden fühlen Sie sich mit Deutschland?“ offen ins Gesicht sagen: „Eher nicht!“ Kein Wunder, dass das nur vier Prozent der Muslime in Deutschland tun.

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Zuletzt bearbeitet: 28.08.17 15:31 von Michael_Kraemer


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