DISKUSSION OHNE ZENSUR
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Thema: K+S und BUND einigen sich auf Vergleich


K+S und BUND einigen sich auf Vergleich

Sind da wieder Mittel zur Landschaftspflege geflossen?

Die zwielichtige Rolle des BUND

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Die Angst der Machteliten vor dem Volk

Gülle und Grundwasser

Bodensee-Werratalsee

Zusammenfassung Werratalsee

Agitation und Propaganda


Zuletzt bearbeitet: 28.11.17 12:37 von Horst_Speck


Immerhin hier nennt man es einen Skandal. Die Presseschau des Deutschlandfunks blieb ziemlich blass bei dem Thema, zumindest was die Wirtschaftspresseschau angeht. Gerade einmal zwei Kommentare:

http://www.deutschlandfunk.de/aktuelle-presseschau.2859.de.html

"Erstens sehen Prüfbehörden auf der ganzen Welt geringstes Krebsrisiko - eine WHO-Behörde, die Krebsgefahr attestierte, steht einsam dar. Zweitens erwiesen sich Vorwürfe, der Staat habe Studien von Monsanto übernommen, als übertrieben. Drittens schwang in Kampagnen anti-amerikanisches Ressentiment mit.[...]" - aus der FAZ

"Aus der sterilen billigen Discounterwelt heraus gegen Glyphosat zu wettern, ist leicht. Wie ernst es auch den Verbrauchern mit einer nachhaltigen Landwirtschaft ist, zeigt sich letztlich an der Ladentheke. Und im eigenen Garten. Denn während Landwirte zuletzt weniger Pflanzenschutzmittel einsetzten, hat sich der private Gebrauch von Glyphosat verdreifacht." - aus dem Flensburger Tageblatt

Etwas anders sieht es bei der Presseschau aus den deutschen Zeitungen im Dlf aus:

http://www.deutschlandfunk.de/presseschau-aus-deutschen-zeitungen.2287.de.html

"Zwar dürften viele Landwirtschaftsbetriebe erst mal erleichtert sein. Glyphosat gilt als wirksam, preiswert und praktisch. Doch auf lange Sicht können sie nur verlieren - selbst wenn sich irgendwann herausstellen sollte, dass Glyphosat doch nicht krebserregend ist. Aber der Wirkstoff beseitigt die Nahrungsgrundlage für Insekten und Vögel, darunter wichtige Bestäuber für die Kulturpflanzen und natürliche Schädlingsvertilger" - Aus der Emder Zeitung

Was dabei augenscheinlich in vielen Zeitungen übergangen wird ist der Handstreich der CSU gegenüber der mitregierenden SPD. Aber auch selbst, wo der eigentliche Knackpunkt angegangen wird, fehlen klare Worte für den Sachverhalt.

"[...]Der Landwirtschaftsminister hat das Machtvakuum der geschäftsführenden Regierung eiskalt ausgenutzt, seine Überzeugung in Brüssel durchzusetzen. Dass sich die SPD über diesen Vorgang empört, ist nachzuvollziehen." - aus der Rheinischen Post

Das sieht doch aber ziemlich mutlos aus. Aufklärung über den Stand der Wissenschaft mit den Aspekten der Wirtschaftslobby und NGOs bei gleichzeitiger Kritik an der Verantwortungslosigkeit der CSU und Schmidts findet sich kaum umfassend an einer Stelle.

"Eigentlich sollte die Gesundheit des Menschen stets Vorrang vor den Interessen der Industrie haben. Eigentlich. Zu oft hat Lobbyarbeit aber den Status Quo einer Industrie bewahrt. Der Streit um Glyphosat ist ein Lehrbeispiel dafür. Auf der einen Seite stuft die Internationale Krebsforschungsagentur das Unkrautvernichtungsmittel als 'wahrscheinlich krebserregend' ein. Auf der anderen Seite finanziert der Hersteller dutzende Studien und Wissenschaftler, die genau das in Zweifel ziehen. Und droht zugleich mit Schadenersatzforderungen, sollte die EU Glyphosat die weitere Zulassung verhindern." - Aus der Landeszeitung aus Lüneburg

Dennoch stieß ich heute Morgen noch auf einen sehr kritischen Kommentar auf den Seiten des Tagesspiegels, dessen Autorin kein Blatt vor den Mund nahm:
http://www.tagesspiegel.de/politik/streit-um-glyphosat-zustimmung-klientelpolitik-von-der-duemmsten-sorte/20638232.html

Dumm, dreist und peinlich

Glyphosat gilt einer UN-Studie zufolge als krebserregend, andere Studien widersprechen. Ist die Lage unklar, sollte bei einer Entscheidung für die Verlängerung zumindest die politische Verantwortung eindeutig sein. Das ist gerade nicht der Fall. Solch eine polarisierende Entscheidung in einem politischen Vakuum wie dem derzeitigen zu fällen, zeugt von mangelndem Instinkt und mangelndem Respekt.

Die Reaktion Merkels bleibt abzuwarten. Aus den Reihen der CSU bekam Schmidt Unterstützung von einem Herrn Deß. Die CDU bemüht sich den Fall herunterzuspielen. Und Nahles, die sich gestern mit am lautesten aufregte, ist heute der erste Termin von Steinmeier, wie ich vernommen habe.
In der Kommentarspalte im Internet fand sich ein Kommentar, der von einer Koalitionsunfähigkeit der Union sprach und deshalb die Sozialdemokraten aufforderte eine Koalition mit Grünen und Linken zu suchen.



Zuletzt bearbeitet: 28.11.17 10:09 von davux


Bei einem Kommentar von Holger Bomann des BR kommen die Tagesschau-Moderatoren derzeit nicht der Moderation der Kommentare hinterher.

http://www.tagesschau.de/ausland/kommentar-glyphosat-101.html

Lässt man die ohne Frage spannende Berliner Sphäre jedoch einmal außer Acht und betrachtet den Fall ausschließlich durch die Brüsseler Brille, kann man die erstaunliche Wendung im vorerst letzten Akt der "Glypho-Saga" nur begrüßen. Denn in der Sache ist die Entscheidung vernünftig und sie war - angesichts des unwürdigen Schwarzer-Peter-Spiels zwischen Kommission und Mitgliedsstaaten - längst überfällig.

Weiter führt er unmittelbar aktuelle Entwicklungen auf europäischer Bühne an:

Schon im vergangenen Jahr hatte die europäische Lebensmittelbehörde EFSA grünes Licht gegeben. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR, und zuletzt die europäische Chemikalienagentur ECHA hatten Glyphosat, bei fachgerechter Anwendung, Unbedenklichkeit bescheinigt.

Abgesehen davon sind für ihn noch hohe Schadenersatzforderungen des Konzerns ein Argument für das Ja. Worauf er nicht eingeht, ist das im Zusammenhang stehende Insektensterben und dessen Folgen.

Seine Kollegin Tina Hassel kommentierte den Fall auf Twitter etwas anders,

"Grobes Foul!! #glyphosat wäre ohne deutsche Stimme nicht verlängert worden. #CSU Agrarminister #Schmidt war von #SPD Umweltministerin #Hendricks telefonisch über ihr Nein informiert worden. So baut man Vertrauen auf für künftige Regierung..."

Gerade auch im Kontrast zu Schmidt selbst, der alleine und "rein sachoriertiert entschieden" haben will, [verkürzt] da die Verlängerung sowieso gekommen wäre. Eine Absprache mit Merkel habe es nicht gegeben: "Es gibt Dinge, die man auf die eigene Kappe nehmen muss."

http://www.tagesschau.de/inland/glyphosat-groko-101.html



Zuletzt bearbeitet: 28.11.17 10:37 von davux


Wer schiebt denn hier Beiträge umher?


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