DISKUSSION OHNE ZENSUR
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Thema: Plesseturm, Wanfried und das leidige Geld


Wieder einmal wird zur Finanzierung der Sanierung eines im Eigentum der Stadt Wanfried stehenden Bauwerks, es geht um den Plesseturm, nach privaten Geldern (Spenden) gerufen und wieder einmal soll ehrenamtliches Engagement eine eigentlich öffentliche Aufgabe übernehmen.

Am 19. Februar 2018 erschien in der Werra-Rundschau unter der Rubrik „Kurz notiert“ folgende Mitteilung:

Plesseturm im Fokus einer Versammlung. Wanfried
Eine Bürgerinformationsveranstaltung zur Zukunft des Plesseturms findet am Freitag, 2. März, statt. Los geht es um 19:00 Uhr im Bürgersaal des Hotels Zum Schwan. Es lädt ein die Arbeitsgruppe um Uwe Roth, Joachim Erdwein, Hubertus Wetzestein, Dr. Jörg Hofmann, Erhard Niklas und Wilhelm Gebhard.


Als Besucher der Veranstaltung, war mir dann nicht mehr so klar, dass die oben beschriebene Arbeitsgruppe der einladende Veranstalter war, obgleich Uwe Roth als „Brombeermann“ launig den Abend moderierte und Bürgermeister Gebhard zu einzelnen Sachfragen Ausführungen machte. Er war aber offensichtlich nur in seiner Rolle als Mitglied der Arbeitsgruppe und nicht als Bürgermeister anwesend, was mich zunächst etwas irritierte. Er gab aber bekannt, dass in der Vergangenheit bereits Spenden für den Plesseturm in einer Größenordnung von 20.000 €, darunter eine Großspende von Dr. Jörg Hofmann von 2.000 € zusammengekommen seien.

Nach der einführenden Vorstellung eines DEKRA-Gutachtens durch (Bürgermeister) Wilhelm Gebhard, welches dem Turm mangelnde Verkehrssicherheit attestierte, wurde die Seriösität des doch sehr ins Detail gehenden Gutachtens sogleich durch einen sich selbst als Bau-Sachverständigen vorstellenden Mann namens Erdwein, als zumindest angreifbar bezeichnet. Die Verfasserin des DEKRA-Gutachtens war nicht anwesend, sie konnte auf die Ausführungen des Herrn Erdwein nicht erwidern.

Anschließend ergriff Hubertus Wetzestein, Zimmermann aus Wanfried, und Sohn des Erbauers des Plesseturms (1963/64), Karl Wetzestein, das Wort und machte deutlich, dass eine Sanierung des Turms aus technischer Sicht ohne Weiteres möglich sei.

Schließlich wurden vier Varianten zur Vorgehensweise bezüglich der Problematik „Plesseturm“ vorgestellt:

1.Variante:
Abriss des Turms und Errichtung einer einfachen Schutzhütte aus Holz Kosten ca. 15.000 €

2.Variante:
Abriss und Bau eines neuen zweigeschossigen Turmes bestehend aus Schutzhütte und Aussichtsplattform in ca. 6. Meter Höhe. Kosten: Ca. 50.000 €

3.Variante:
Sanierung des vorhandenen Turmes. Kosten: Ca. 105.000 €

4. Variante:
Abriss des alten Turmes und kompletter Neubau aus Holz oder Stahl. Kosten: Ca. 300.000 € Fördermittel bis zu 50 % der Investitionssumme möglich.





Zuletzt bearbeitet: 03.03.18 13:57 von Michael_Kraemer


Für die letzte Variante aus Stahl machte sich Dr. Jörg Hofmann stark, und zwar insbesondere
wegen der geringeren Folgekosten (Farbanstrich, Holzpflege entfällt) und wegen der möglichen Förderung.

Sehr schnell zeichnete sich aber ab, trotz aller guten technischen und wirtschaftlichen Argumente, dass die Mehrheit im Saal zu der -wie ich finde am wenigsten überzeugenden Lösung- nämlich der Variante 3, tendierte, obgleich Uwe Roth zu kontroverser Diskussion aufforderte und darum bat, dass sich auch Stimmen für die anderen Varianten im Rahmen der Diskussion zu Wort melden sollten. Vielleicht wusste er schon, dass in jedem Fall Variante 3. in Wanfried favorisiert werden würde.

So gab es zwar vereinzelt auch Stimmen für Variante 2, vor allem wegen der niedrigen und finanzierbaren Kosten. Aber, die Tendenz im Saal war aufgrund der anderen Wortmeldungen schon klar.

Nach Abschluss der Diskussion und nicht nur für mich etwas überraschend, stellte sich dann auf Nachfrage heraus, dass die Stadt als Eigentümerin des Plesseturms überhaupt kein Geld zur Verfügung stellen wolle.

Sinn und Zweck der Veranstaltung auf Einladung der ganz oben beschriebenen Arbeitsgruppe war es einzig und allein, herauszufinden, für welche Variante sich die ca. 109 anwesenden Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wanfried entscheiden würden, und wieviele von Ihnen dann bereit seien, für die mehrheitlich ausgewählte Variante in einen Förderverein einzutreten, zu dem alleinigen Zweck, für die gewählte Variante sowohl selbst einen Mitgliedsbeitrag für den Verein zu zahlen, und sich bereit zu erklären, für die Realisierung der gewählten Variante Geldspenden einzusammeln.

Einen entsprechenden Stimmzettel, auf dem man ankreuzen konnte, für welche Variante man eintrete und, ob man im Falle der Varianten 2., 3., und 4., auch bereit sei einem Förderverein beizutreten, durch ankreuzen entweder des Kästchens „Ja“ oder „nein“, war durch die einladende Arbeitsgruppe bereits zur Austeilung vorbereitet.

Hier nun das Ergebnis der Abstimmung:

Von den insgesamt abgegebenen 109 Stimmzetteln waren 6 ungültig oder Enthaltungen.

Für die Variante 1. (Kompletter Abris und Bau einer Schutzhütte für 15.000 € entschieden sich 10 Stimmen. Ein Förderverein war bei dieser Variante nicht notwendig, da 20.000 € Spendengelder vorhanden sind.

Für die Variante 2. (Abriss und Bau eines neuen zweigeschossigen Turmes bestehend aus Schutzhütte und Aussichtsplattform in ca. 6. Meter Höhe. Kosten: Ca. 50.000 €) entschieden sich
23 Stimmen, davon waren 11 bereit einem Förderverein beizutreten, 12 Stimmen waren gegen den Eintritt in einen Förderverein.

Für die Variante 3. (Sanierung des vorhandenen Turmes. Kosten: Ca. 105.000 €) entschieden sich 54 Stimmen; 42 davon waren bereit einem Förderverein beizutreten, 12 Stimmen von den 54 waren gegen den Eintritt in einen Förderverein.

Für die Variante 4. (Abriss des alten Turmes und kompletter Neubau aus Holz oder Stahl.
Kosten: Ca. 300.000 €, Fördermittel bis zu 50 % der Investitionssumme möglich.) entschieden sich 16 Stimmen; davon waren 14 bereit einem Förderverein beizutreten, 2 von den 16 Stimmen lehnten das ab.

Wie angesichts dieses Ergebnisses das „Projekt Plesseturm“ einem erfolgreichen und in einem überschaubaren Zeitraum einer Lösung zugeführt werden soll, erschließt sich mir nicht. Es sei denn, es gelingt den 42 Mitgliedern eines für die Variante 3. noch zu gründenden Fördervereins einen oder mehrere Großspender dazu zu bewegen, eine erhebliche Summe für diese Variante an Spendengeldern zu zahlen.



Zuletzt bearbeitet: 03.03.18 14:09 von Michael_Kraemer


Es wäre sinnvoll gewesen die Bürger zunächst zur Beantwortung folgender Frage aufzufordern:
Was sollte aus Sicht der Bürger bei finanzieller Knappheit der Kommune eher erhalten werden, der Plesseturm oder das Schwimmbad ?
Diese Frage gehört auch zur Gesamtproblematik, wenn die Stadt sich an einer Plesseturmvariante finanziell beteiligen soll (wird).
Aus diesem Blickwinkel heraus hätte man nicht so mit Tunnelblick für ein Thema diskutiert. Die Varianten 1 oder 2 hätten das Potential zum Erhalt beider Objekte.


Zuletzt bearbeitet: 03.03.18 15:12 von Eulenspiegel


Wenn dem so ist, wie Sie sagen, entweder Schwimmbad oder Plesseturm, dann frage ich mich, warum wurde dieser Punkt in der Versammlung nicht angesprochen?

Wenn Sie in der Versammlung anwesend waren, warum haben dann Sie diesen Punkt nicht in die Debatte eingebracht?


Zuletzt bearbeitet: 03.03.18 17:24 von Michael_Kraemer


Sorry, diese Sichtweise habe ich erst heute früh durch eine Mutter mit drei Kindern gehört. Wäre aber ein interessanter Ansatz gewesen.



Falls es nur die Alternative Schwimmbad oder Plesseturm geben sollte, ist für mich die Entscheidung klar:

Schwimmbad !



Allein die Diskussion innerhalb der CDU um einen Rückbau des Schwimmbades,
wie ihn Detlev K. - alias Eulenspiegel - nachträglich gezielt aus dem Sack lies, zeigt doch,
dass in der CDU bzgl. Sozialabbau schon viel weiter denkt. Wann sind Einrichtungen aus den vier Ortsteilen an der Reihe?
Werden demnächst Dorfgemeinschaftshäuser - eins nach dem anderen - gegen das Wanfrieder Schwimmbad bzgl. Schließung ausgespielt?

Hätte Michael Krämer die Fragestellung und Abstimmungsergebnisse der Veranstaltung nicht minutiös festgehalten,
würde dann das - was in der Zeitung veröffentlicht wird - der Wahrheit entsprechen?
Mit "Suggestivfragen" - z.B. Dorfgemeinschaftshaus in Heldra oder Wanfrieder Schwimmbad -
kann man dann "Sozialabbau" immer mit dem angeblichen Bürgerwillen rechtfertigen.
Mit "Plesseturm abreisen" oder "Schwimmbad zuschütten" wäre das Ergebnis sicher auch vorprogrammiert gewesen.
Hat man sich nicht getraut?
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Zuletzt bearbeitet: 04.03.18 07:25 von Horst_Speck


Ganz klar kann man Seriösitätsunterschiede zwischen Herrn Speck und Herrn Krämer feststellen.
Herr Krämer ist hierbei mit Abstand der Gewinner.



Oh liebe Güte Herr Speck,
in Ihrem Kopf gehen aber immer Gewitter los. Wo nehmen Sie bloß all Ihre "Verschwurbelungen" her! Sie müssen in Ihrem Leben unheimliche Erfahrungen gemacht haben!



Haben sie nun das Druckmittel der CDU - "Schwimmbad-Rückbau" - gezielt aus dem Sack gelassen oder nicht?

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Zuletzt bearbeitet: 04.03.18 11:09 von Horst_Speck


Der "Schwarze Kanal" des Deutschen Fernsehfunks kam mit seinen Verdrehungen und Verwirbelungen aus Berlin Adlershof.
Von Schnitzler hat es wohl selbst geglaubt was er dort verzapfte.

Der "Rote Kanal" mit ähnlichem Ergebnishintergund kommt jetzt aus Schwebda.

Mehr ist dazu nicht zu sagen !


Zuletzt bearbeitet: 04.03.18 12:27 von Eulenspiegel


Eulenspiegel:
Es wäre sinnvoll gewesen die Bürger zunächst zur Beantwortung folgender Frage aufzufordern:
Was sollte aus Sicht der Bürger bei finanzieller Knappheit der Kommune eher erhalten werden, der Plesseturm oder das Schwimmbad ?

Und genau da habe ich eingehakt. Eine Suggestivfrage, die alle mit "Plesseturm abreisen - Schwimmbad erhalten" beantwortet hätten.
Nur für so blöd kann man die Wanfrieder nicht verkaufen. Außer Ihnen hat das offenbar die gesamte CDU begriffen.

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Zuletzt bearbeitet: 04.03.18 14:17 von Horst_Speck


Am 08.10.2016 schrieb ich den nachfolgenden Beitrag hier in das Forum http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2614366&r=threadview&t=4083993&pg=1:

Am 05.Oktober 2016 erschien unter der Überschrift "Wanfried fehlt Geld für NS-Aufarbeitung" im MARKT-SPIEGEL ein Artikel von Florian Renneberg.

Die Unterzeile lautete: Stadt trägt nur 10 Prozent der Kosten.
Das wären bei einem Gesamtkostenaufwand von 50.000 € gerade einmal 5.000,00 €.

Diese Zahlen werden dann in einen Zusammenhang gestellt mit den von der Stadt Wanfried zu zahlden Kosten für die anstehende Sanierung des Plesseturms in Höhe von 80.000 €, die den Plesseturm für weitere 15 bis 20 Jahre erhalten würden.

Florian Renneberg schreibt dazu in seinem "Zwischenruf":

Leider finden Sie den Kommentar von Florian Renneberg heute nicht mehr im Internet, so dass Sie ihn über den o.a. Link nicht finden können. Zum Glück habe ich ihn in Auszügen nachfolgend wiedergegeben:

`Es ist verständlich, dass den Wanfriedern ihr Plesseturm am Herzen liegt. Spenden und Fördermittel wären in der Erforschung der nationalsozialistischen Vergangenheit jedoch deutlich besser angelegt. Denn das Ergebnis wäre nicht zeitlich begrenzt. Künftige Generationen könnten immer wieder aufs Neue davon profitieren. Das scheint heute notwendiger denn je: Zum einen bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Berichte der Zeitzeugen zu dokumentieren, zum anderen wird es vor dem Hintergrund einer sich immer schneller drehenden Nachrichtenspirale und einer Vielzahl weltweiter Krisen, Konflikte und Katastrophen mit zunehmenden zeitlichen Abstand immer schwerer werden, jungen Menschen die Singularität des Holocaust und den Schrecken des menschenverachtenden Nazi-Regimes zu vermitteln.`

Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass die Stadt Wanfried ohne Weiteres in der Lage war, 55.000 € für einen Parkplatz in der Werra-Aue für die Besucher des Lokals im Wanfrieder Hafen aufzubringen.

Tatsächlich sieht es aufgrund der aktuellen Berichterstattung in der Lokalpresse (Werra-Rundschau: "Plesseturm: Eine Saga in drei Teilen.") über die beabsichtigte Sanierung des Plesseturms so aus, als ob die Politik in der Stadt Wanfried sich eher für die baulichen Denkmäler der Vergangenheit als für die Aufarbeitung der NS-Zeit einsetzen wird. Das Thema "Sanierung des Plesseturms" soll im November u.a. Teil einer Bürgerversammlung sein.

Die verantwortlichen Politiker im Stadtparlament und im Magistrat der Stadt Wanfried setzen damit die Politik der Vertuschung und Verharmlosung der 1950iger Jahre fort, wenn sie nicht endlich bereit sind, die erfoderlichen Geldbeträge in die Hand zu nehmen, um eine wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung der NS-Zeit in Wanfried, ihrer Akteure und ihrer Opfer zu ermöglichen.

Erst vor wenigen Tagen am 30.09.2016 schrieb mir der Enkel, Peter Lichtenberger, des jüdischen Ehepaares aus Wanfried, Louis Sommer und Anna Sommer, geborene John, einen Brief, in dem er kurz auf die Familiengeschichte seiner Großeltern und seiner Mutter einging. Seinem Brief fügte er einen
Original-Zeitungsartikel der "Werra-Nachrichten" vom 28. August 1958 bei, den er aufbewahrt hatte, und mir zur Verfügung stelle, für eine etwaige Ausstellung zum Thema "Wanfried im Nationalsozialismus und seine Akteure".

Ein Artikel in dem Zeitungsausschnitt vom 28.08.1958 trägt die Überschrift: "Wanfried ehrt Lehrer Pippart" der andere die Überschrift: "Landwirtschaftsminister wurde über die Unwetterschäden unterrichtet"

Der erste Artikel befasst sich mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Lehrer Wilhelm Pippart, der zweite Artikel berichtet über den Besuch von Kreislandwirt Fritz Walter beim hessischen Landwirtschaftsminister.

Lehrer Wilhelm Pippart, als ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Nationalsozialististischen Lehrerbundes im Kreis Eschwege und Verfasser des antisemitischen Presseartikels aus dem Jahre 1939 "Juden im Werratal und was die Archive der Stadt Wanfried berichten" und der ehemalige NSDAP-Ortsgruppenleiter in Wanfried, Fritz Walter, haben es also 13 Jahre nach der Schreckensherrschaft der NSDAP wieder in höchste Ämter und sogar bis zum Ehrenbürger der Stadt Wanfried (Wilhelm Pippart) gebracht. Auch Fritz Walter wurde später zum Ehrenvorsitzenden der Kreisbauernschaft in Eschwege ernannt.

Was also ist geschehen innerhalb des ersten Jahrzehnts nach dem Ende der NS-Herrschaft, dass es möglich war, dass höchste Repräsentanten dieses Unrechtsregimes es wieder zu höchstem Ansehen innerhalb dieser kleinen Kommune und innerhalb des Kreises Eschwege bringen konnten?

Dies aufzuklären muss Aufgabe von uns, der Enkelgeneration der Tätergeneration sein; und wenn das die Politiker der Stadt Wanfried nicht schaffen, dann müssen wir Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt und dieser Region es schaffen. Die aktuellen Entwicklungen mit AFD und Pegida machen es zwingend notwendig.




Zuletzt bearbeitet: 05.03.18 17:15 von Michael_Kraemer


Mehrheit will die Sanierung des Plesseturms

So lautet die Überschrift eines Artikels von Dieter Möller in der Werra-Rundschau vom 07.03.2018, in dem über die Informationsveranstaltung vom 02.03.2018 der Arbeitsgruppe, Uwe Roth, Hubertus Wetzestein, Dr. Jörg Hofmann, Joachim Erndwein, Erhard Niklass und Wilhelm Gebhard berichtet wird.

Wer den ganzen Artikel lesen will, kann das hier tun:

https://www.werra-rundschau.de/lokales/wanfried/mehrheit-will-sanierung-plesseturms-in-wanfried-9663675.html.

Der letzte Absatz des Artikels hat folgenden Wortlaut:

Schon während der Diskussion wurde klar, dass die Varianten eins und zwei nur wenige Anhänger finden würden. Entsprechend fiel die geheime Abstimmung aus. 54 der 103 gültigen Stimmen wollen die Sanierung des Turms, 42 davon sind bereit, in einen Förderverein einzutreten. Die alleinige Schutzhütte erhielt zehn Stimmen, der zweigeschossige Bau 23 Stimmen und der komplette Neubau 16 Stimmen. Arbeitskreis und Stadt haben somit einen eindeutigen Auftrag, der verfolgt werden muss. Was bleibt, ist die Frage, wo das Geld herkommen soll.


Arbeitskreis und Stadt haben somit einen eindeutigen Auftrag, der verfolgt werden muss.

So formuliert es Dieter Möller von der Werra-Rundschau.

Wo kommen wir denn da hin? Als ob die Werra-Rundschau oder diese willkürlich auf Einladung eines "Arbeitskreises Plesseturm" um Uwe Roth herum zustandegekommene Bürgerversammlung, jetzt dem Magistrat der Stadt Wanfried und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt ein imperatives Mandat bezüglich der Sanierung des Plesseturmes erteilen könnte.

Was mit dem Plesseturm geschieht, ob er ersatzlos abgerissen wird, ob eine Schutzhütte gebaut wird, ob eine Schutzhütte mit Aussichtsplattform gebaut wird, ob der jetzige hölzerne Turm saniert wird, oder ob eine ganz neuer Turm aus Holz oder Stahl gebaut wird, obliegt einzig und allein den dafür gewählten Vertretern der Stadt Wanfried in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung. Nur sie haben dafür ein Mandat von den Wählerinnen und Wählern bei der Kommunalwahl erhalten, nur sie sind ihren Wählerinnen und Wählern verantwortlich und nicht irgendeiner Arbeitsgruppe oder irgendeiner Bürgerversammlung von Plesseturminteressierten. Nur das entspricht unserem Grundgesetz und unserer hessischen Gemeindeordnung. Alles andere ist plumper Populismus.

Leider haben sich die Verantwortlichen in der Politik, so auch in Wanfried, diesen populistischen Unsinn irgendwelcher Bürgerforen oder Bürgerbeteiligungen mit Abstimmungen, selbst ausgedacht. Sie glauben wirklich, dass ihnen das bei der
Entscheidungsfindung hilft. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die befragten Bürger sind meistens nicht vollumfänglich informiert, kennen bestimmte wichtige Details in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht nicht, wissen nichts oder zuwenig über die Finanzierungsmöglichkeiten und erst recht nicht, mit welchen anderen Projekten dasjenige Vorhaben, über das gerade abgestimmt wird, noch konkurriert. Kurz: Diejenigen, die in solchen Veranstaltungen um eine Abstimmung gebeten werden, treffen ihre Wahl zumeinst auf der Basis eines gesunden (?) Halbwissens und solche Versammlungen repräsentieren in den seltensten Fällen wirklich einen realistischen Querschnitt der gesamten betroffenen Wählerschaft, hier der Stadt Wanfried. Solche Abstimmungen sind schlicht und einfach nicht repräsentativ. Und Zuallerletzt, können sie den gewählten Vertretern der Stadt schon gar nicht deren Verantwortung über ihre Entscheidungen abnehmen. Deshalb sind die demokratisch gewählten Vertreter nach dem Rechtsverständnis unseres Grundgesetzes ja auch in der Ausübung ihres Mandates frei und nur ihrem Gewissen und ihren Wählerinnen und Wählern, und sonst niemandem, verantwortlich. Leider wird das heute immer häufiger vergessen.





Zuletzt bearbeitet: 09.03.18 16:25 von Michael_Kraemer
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