Sammelrosen - Rosensammler - Rosengeschichte
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Thema: Bischofsrosen/L'Eveque


Bei meiner Suche nach Informationen über die Rose L’Eveque, die im englischsprachigen Raum wohl auch als The Bishop bekannt ist, stieß ich auf das Werk von Mary Lawrence: A collection of Roses from Nature, London 1799, in der sie die Bishop Rose abbildet, die einer ganzen Gruppe ihren Namen gibt, aber mit der erwähnten L’Eveque nichts zu tun hat.
1858 heißt in der Wochenschrift für Gärtnerei und Pflanzenkunde, dass man bei den Gallica-Rosen zunächst zwei Arten unterscheiden, eine niedrig wachsende, die als Rosa pumila von Clusius beschrieben wurde, aber angeblich Linné nicht bekannt war. Diese soll auch als Rose von Milet, Sultan-Rose oder Maheka bezeichnet worden sein, während sie im England des 19. Jahrhunderts als Rosa olympica bekannt war. Die zweite Form, die Linné in sein System eingliedert hätte, ist die, die als Rose de Provins in Frankreich bekannt war.
Weiter heißt es in dem Artikel, dass man drei Hauptgruppen neben R. officinalis unterscheidet: Die Serail- oder Sultanrosen, die Samtrosen und eben die Bischofsrosen, die zu dieser Zeit (1858) fast ganz aus den Gärten verschwunden seien und von denen man noch den König v. Persien (sicherlich Roi de Perse) und den Purpurmantel (bestimmt Manteau pourpre) kennen würde. Diese Rosengruppe ist dadurch zu erkennen, dass die Blüten in der Mitte heller als an den Rändern seien. So z. B. auch beschrieben in: Über die Entstehung und Anlage des Arboretum Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich der Niederlande zu Muskau etc, Autoren Petzold und Kirchner, Gotha 1864.
In seiner Dendrologie, Band I, 1869, wirft Prof. Dr. Karl Koch diese zu den Centifolien und schreibt, dass sie etwas flattrige Blüten hätten.
Die im Werk von Miß Lawrence abgebildete Rose (hier auch als R. centifolia bezeichnet) hat aber anscheinend eher Petalen, die an den Rändern heller erscheinen.
Wer kann mehr dazu sagen? Kommt es daher, dass man unter dem Namen der französischen L'Eveque Rosen findet, deren Petalen weiße oder helle Nägel haben? Z. B. dunkelviolette Rosen, während die echte L'Eveque, wenn man den alten Abbildungen trauen darf, von dunkelrot zu "schwarz" verblüht?



Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 01. Dezember 16 11:28 von romanwerber


Weiteres zu The Bishop/L’Eveque: Es gibt die Bishop Rose, eine Centifolie und so abgebildet bei Miß Lawrence: A collection of roses from nature, London 1799, keineswegs violett. Rössig in: Oeconomisch-botanische Beschreibung der verschiedenen und vorzüglichen Arten … etc., 2.Teil, Leipzig 1803, hier angegebenes Synonym: Rosa episcopalis, beschreibt sie als von "Rosenpurpur, fast ins Lackroth gehenden Farbe", weiter: "nach den Spitzen der Blätter zu etwas lichter und milder", sie wirke dadurch marmoriert. Diese Beschreibung paßt sehr gut zu der o. g. Abbildung, wobei zu prüfen wäre, ob Rössig diese Rose selbst gesehen hat.
Dann gibt es die L'Eveque, abgebildet bei Redouté, so ein Magentarot und dunkler werdend mit einem violetten, schwärzlichen Schimmer, hier eine Gallica. Herkunft Niederlande. Schon Thory setzt hinter die Angabe The Bishop Rose ein Fragezeichen, zweifelt also daran, dass es sich hier um die gleiche Rose handelt.
1824 beschreibt de Pronville in: Monographie du genre rosier … etc. unter den R. gallica/R. de Provins Rosen, (les violettes) diese so: bishops / R. eveque: Petalés violets, ponctués de blanc. Die Ponctués de blanc finde ich bei Redoutés Zeichnung allerdings nicht.
Also scheint schon zu der Zeit nicht mehr bekannt gewesen zu sein, welche nun die Richtige ist und vor allem, ob die Ponctués nicht zu einer Varietät dieser Rose gehören.

Nickels (Cultur, Benennung und Beschreibung der Rosen etc., Preßburg 1838 beschreibt eine R. Gallica mit dem Namen Belle Evéque ("alias cardinalis")so: Violett mit kleinen weißen Punkten. Dies könnte die vorher genannte Rose sein.

Weiter führt er bei den Gallicas auf: Episcopalis ("alias Le grand Evéque"), dunkelrot mit etwas blauem Schimmer, oft auch bläulich gestreift. Die ursprüngliche L'Evéque?


Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 28. September 16 12:28 von romanwerber


Leider fand ich das Werk von Charles Malo bisher nicht zur Einsicht: Histoire des Roses, 1818 oder 1820/21, aber daraus eine Abbildung der Manteau d'Eveque, die darauf hinweist, dass diese wirklich eine Spielart der von Miß Lawrence genannten The Bishop sein könnte, sie zeigt die typischen helleren Ränder der The Bishop, scheint aber etwas dunkler zu sein, wenn sie nicht die eigentliche The Bishop unter dem Namen in der französischen Rosenwelt war. Eine Verlinkung zu der Abbildung möchte ich nicht vornehmen, aber man findet sie unter der Bildersuche, Suchbegriffe Charles Malo, Manteau d'Eveque.
Eine ähnliche Vermutung kommt wohl auch in Gerda Nissens Buch "Alte Rosen" vor, wenn ich es recht in Erinnerung habe.


Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 14. Dezember 16 09:49 von romanwerber

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