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Thema: 7.11.1918 und die Folgen... im Film


Heute vor 90 Jahren fand bei Compiègne die Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens statt, das das Ende des 1.Weltkrieges einleitete. Aus diesem Anlass musste ich daran denken, wie sich die vielen dramatischen Umwälzungen, die vor und nach diesem Datum in Deutschland stattfanden, in der Siebten Kunst niederschlugen.

Mal dokumentierten die Kameras einschneidende Ereignisse wie die Bilder von der Volksbewegung in München (1918) oder Die Feierlichkeiten anläßlich des Begräbnisses von Kurt Eisner (1919); mal kam das biopic zum Zuge wie bei Rosa Luxemburg (1986, Margarethe von Trotta); mal wurden die Aufstände (in einer Art Wiederkehr des Verdrängten) metaphorisch verkleidet wie in Nerven (1919, Robert Reinert); mal war die Not der Nachkriegsjahre gar Stoff fürs Melodrama wie bei Isn't Life Wonderful (1924, D. W. Griffith), der immerhin zu einem guten Teil 'vor Ort' in Berlin, in Brandenburg und im heutigen Mecklenburg-Vorpommern entstand.

Schon dieser kurze oberflächliche Blick in die Runde zeigt, dass dieses Thema eine ungeheure Bandbreite filmischen Schaffens berührt - und dies nicht nur 'zeitnah', sondern auch über Jahrzehnte hinweg.

Interessiert der Umbruch zu Ende der 10er-Jahre auch andere Forumsmitglieder und wollen wir hier diesen Komplex etwas näher beleuchten? Welche weiteren Annäherungen können wir identifizieren, welche Werke, welche Sekundärliteratur, Familienlegenden, was auch immer?



Ein paar Vorschläge zur Diskussion:

-"Die freudlose Gasse" (D 1925) - aus dem Weltkrieg resultierendes wirtschaftliches Elend

-"Feme" (D 1927) - politische Morde durch Rechtsradikale

-"Heimkehr" (D 1928) - Kriegsgefangenschaft


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Vom Rio Grande bis Kap Hoorn - Der Stummfilm in Lateinamerika


Klasse, genau solche Anregungen habe ich mir erhofft. Für mich sprechen alle drei von Dir genannten Filme deutlich an, dass die in ihnen geschilderten Ereignisse direkte resp. indirekte Folgen des Krieges sind. Obendrein erweitern sie ihrerseits den Themenkreis.
Die freudlose Gasse legt nahe, dass Hans Fallada auch Platz hätte, und zwar
Fritz Wendhausens Kleiner Mann, was nun? (1933) ebenso wie
Frank Borzages Little Man, What Now? (1934).
Meines Erachtens ließe sich das Geschehen durchaus als "kriegsbedingt" einstufen, oder findet Ihr, ich hole das schon zu weit her?



Wir sind etwas zu früh dran - unterzeichnet wurde der Waffenstillstandsvertrag erst am 11.11. -, aber das ändert ja nichts an der Wichtigkeit des Themas.
Unter den deutschen Filmregisseuren und -schauspielern ist Paul Wegener einer, den der Erste Weltkrieg geprägt hat. Ist dies auch in seinen Stummfilmen spürbar?
Später jedenfalls wird's manifest. Als 40jähriger nahm Wegener ab Oktober 1914 für einige Monate am Krieg teil und erlebte harte Grabenkämpfe mit, bis er wegen Herzerweiterung aus dem Dienst ausschied. 1932 gab er sein „Flandrisches Tagebuch 1914“ in den Druck, das 1933 bei Rowohlt erschien. Einerseits läßt sich das kaum anders denn als Warnung vor aktuellen Kriegstendenzen verstehen. Der Jugend will Wegener, wie er im Vorwort schreibt, einen Begriff vom „ungeheuerlichen Chaos“ des Krieges geben. Die Schilderungen sind unheroisch und distanziert, das große Schlachten wird in seiner Unmenschlichkeit und Irrationalität beschrieben. Der Tagebuchautor läßt auch keinen Zweifel daran, daß die deutschen Soldaten in Flandern, das sie verwüsten, von Rechts wegen gar nichts zu suchen haben, und wie ihn die Verluste an Menschenleben erschüttern. Und doch: als Erfahrung, als einen Katalysator für die Persönlichkeitsbildung, für das Sortieren von Feigheit und Mut, Stärke und Schwäche, Führungskraft, Präpotenz und Gehorsamsneigung, bleibt ihm der Krieg wertvoll.
1934 führt Wegener Regie bei EIN MANN WILL NACH DEUTSCHLAND. Die Story: Ein deutscher Ingenieur in Caracas muß nach Kriegsausbruch einige Abenteuer bestehen, um über Jamaika und Kuba nach Deutschland zurückzugelangen und dort seine vaterländische Pflicht erfüllen zu können; diese steht ihm über der Freundschaft, die ihn mit seinen englischen und französischen Kollegen verbindet. Die Freunde werden Kriegsgegner. Eine kleine Variante des ersten Motivs hat Wegener laut seinem „flandrischen Tagebuch“ selbst erlebt: Der Kriegsbeginn überraschte ihn bei einer Kanufahrt in Ungarn, und er hatte manche Schwierigkeit zu überwinden, um rechtzeitig bis zur Mobilisierung seiner Landsturm-Einheit nach Berlin zurückzukommen.
Die Vorlage des Films, einen Roman von Fred Andreas, möchte ich als nationalistischen Schund bezeichnen. (Erst einmal ohne die nötigen Argumente – widerspricht jemand?) Der Film mäßigt den Nationalismus, huldigt aber wohl doch der angeblichen Pflicht zum Krieg. Immerhin: Wegener selbst hat einen Cameo-Auftritt ausgerechnet als Schiffsheizer, der dem selbstmörderischen (weil von englischen Kriegsschiffen bedrohten) Drang nach Deutschland ganz pragmatisch Einhalt gebietet (was dann freilich ohne Wirkung bleibt). Es ist die bei weitem stärkste Minute des Films: Aus dem Schiffsinneren taucht ein verdreckter, proletischer, wütender Saboteur auf - der einzige, der bei Verstand ist.
1942 spielt Wegener eine seiner großen Filmrollen in WENN DIE SONNE WIEDER SCHEINT, nach dem Bauernroman „Flachsacker“ von Stijn Streuvels. Die Aufnahmen finden in Flandern statt, an dessen Verwüstung im Ersten Weltkrieg der Schauspieler aktiv, wenn auch skeptisch, teilgenommen hatte und das nun wieder von Deutschland besetzt ist. Zufall? Vielleicht insgeheim ein Versuch, durch die Kunst ein Gegengewicht zur politischen Schuld aufzubieten?
(2007 brachte die Königliche Cinemathek von Belgien den Film mit umfangreichem Begleitmaterial auf DVD heraus, auch mit deutscher Tonspur. Roel Vande Winkel und Ine Van linthout schreiben dazu im „Filmblatt“ 13 [2008], 36.)




Mischa:
Wir sind [am 7.11.] etwas zu früh dran - unterzeichnet wurde der Waffenstillstandsvertrag erst am 11.11. -, aber das ändert ja nichts an der Wichtigkeit des Themas.
Stimmt, wie kann man nur so voreilig sein! Inzwischen habe ich nachgesehen, wie: Am 7.11.1918 nahm maréchal Foch mit den dt. Gesandten unter Erzberger die Verhandlungen auf, die dem vier Tage später unterzeichneten Abkommen zugrunde lagen.
1934 führt Wegener Regie bei EIN MANN WILL NACH DEUTSCHLAND.
Die Wegener-Hinweise sind hoch interessant, da deutet sich ein Unterthema an. In Wegeners Fall wäre die eigene künstlerische Vita dann als Kriegsfolge zu sehen; die angesprochenen Filme stellen ja den Krieg ins Zentrum und nicht dessen Folgen.
1942 spielt Wegener eine seiner großen Filmrollen in WENN DIE SONNE WIEDER SCHEINT, nach dem Bauernroman „Flachsacker“ von Stijn Streuvels.
Nie gesehen, den sollte ich dringend mal nachholen. Beiseit: Das Buch kenne ich nur in einer Hörfunkbearbeitung; trotzdem will es mir nicht gelingen, den Titel korrekt zu lesen, nämlich als Flachs-Acker. Irgendwie lese ich immer Flach-Sacker. Dabei möchte man meinen, es hülfe, es richtig gehört zu haben.
(2007 brachte die Königliche Cinemathek von Belgien den Film mit umfangreichem Begleitmaterial auf DVD heraus)
Das ist ja 'n Ding, von der Belgier Publikationen hatte ich noch nicht gehört (hier die engl. Version der Shopseite). Muss mal nachfragen, wieso sie nicht bei der Edition Filmmuseum mit an Bord sind. Neben Boleslaw Barlogs Wenn die Sonne wieder scheint sieht auch die Kompilation Animalomania recht verlockend aus: 12 Kurzfilme aus den Jahren 1902-1913, sogar zwei von Alfred Machin dabei! Upps, jetzt bin ich aber weit vom Thema.



Die Handlung eines nationalsozialistischen Films namens BLUTSBRÜDERSCHAFT (1940) beginnt anscheinend am 11.11.1918: http://www.deutscher-tonfilm.de/b2.html. Das Datum führt hier letztlich in die Begeisterung für den neuen Krieg. Anders bei Ernst Lubitsch in BROKEN LULLABY (1932). Dieser Film setzt in Paris am ersten Jahrestag des Waffenstillstands ein, dem 11.11.1919. Ein junger ehemaliger Soldat gibt auf die Frage seines Beichtvaters, warum er getötet habe, die Antwort: "Ich weiß es nicht." Und er verzweifelt, weil die Leute schon wieder von einem neuen Krieg reden ... (Auf DVD gibt's das Werk in einer spanischen Ausgabe, aber mit englischer Tonspur und optionalen englischen Untertiteln, unter dem Titel REMORDIMIENTO; Firma: Universal.)
Lubitschs Nachkriegsdrama geht indirekt auf den Roman "L'Homme que j'ai tué" (Der Mann, den ich getötet habe) von Maurice Rostand aus dem Jahr 1921 zurück - ein Buch, das zwar zur Weltliteratur gezählt wird, nach meiner Kenntnis aber nie ins Deutsche übersetzt worden ist. Die Dramatisierung, die Rostand selbst vornahm, ist allerdings 1930 auch auf Deutsch erschienen. Im Vorspann des Films werden das französische Stück und eine amerikanische Bearbeitung genannt.
So wie Paul Wegener (literarisch) hat sich also auch Ernst Lubitsch (filmisch) 1932 mit dem Ersten Weltkrieg auseinandergesetzt. Und auch bei Lubitsch stellt sich die Frage: Wie war es in den 15 Jahren davor? Sind seine Stummfilme in irgendeiner Hinsicht vom Krieg geprägt, sind "Nachkriegsfilme" darunter?
--- Bernhard Wickis Film DAS SPINNENNETZ (1989) beginnt mit dem Kieler Matrosenaufstand Anfang November 1918. Ein Soldat, der den Erfolg der Matrosen nicht überleben will, steht exemplarisch für die Erfahrung politisch-ideologischer Demütigung, aus der sich der Nationalsozialismus speiste. Für Joseph Roth, auf dessen erstem unvollendeten Roman der Film basiert, scheint sich in der stummen Zeit kein Drehbuchautor (oder kein Produzent) interessiert zu haben.



übrigens die Studioaufnahmen von "Wenn die Sonne wieder scheint" wurden in Babelsberg gedreht.



In München wird derzeit in einer Ausstellung und durch eine Veranstaltungsreihe an die Räterepublik erinnert. Dazu gibt es eine Website des Hauses der Bayerischen Geschichte: http://www.revolution.hdbg.de/. Im April 2009 soll in diesem Rahmen NERVEN gezeigt werden, und demnächst schon, am 1. Dezember, dokumentarisches Filmmaterial - siehe auf der Website das Kapitel "Veranstaltungen".



Aus dem dazugehörigen Programm bei raeterevolution.de*:
Lesung & Film
01. Dezember 20.00 Uhr
Umsturz in München
Texte & Filme zur Räterevolution
Mit: Carl-Ludwig Reichert
"Schriftsteller erzählen die Räterepublik" war der Untertitel eines Sammelbandes entlegener literarischer Texte zur Räterepublik. Aus diesem Fundus und aus einigen neu entdeckten Quellen speiste sich eine groß angelegte Radio-Sendung, die "Räte-Revue." Für den heutigen Abend hat Carl-Ludwig Reichert einen repräsentativen Querschnitt aus diesen Materialen nebst reichlich unbekannter Lyrik aus der Revolutions-Zeit zusammengestellt und teilweise erstmals vertont. Das historische Film-Material dazu wird vom Werkstatt-Kino präsentiert.
Carl-Ludwig Reichert, Mitgründer der Band Sparifankal, Schriftsteller, Musiker, Privatgelehrter, Autor, Moderator und Regisseur. Publikationen zur Jugend- und Popkultur.
Ort: Werkstattkino, Fraunhoferstr. 9, 80469 München
Kartentelefon: 089-2607250
Kooperationspartner: Werkstattkino
*(wieso nur habe ich mir diese Domain nicht gesichert?)




Eine ganze Reihe von Episoden, die fürs Thema aussagekräftig sind, finden sich in den Erinnerungen von Ludwig Berger, "Wir sind vom gleichen Stoff, aus dem die Träume sind" (1953).
Im Februar 1923 kam Bergers Film EIN GLAS WASSER in die Kinos (Drehbuch nach der gleichnamigen Komödie von Eugène Scribe). Es wurde ein Erfolg. Berger dazu: "Entscheidend war der Blickwinkel, in dem eine Filmerzählung zur Gegenwart stand. Im 'Glas Wasser'-Film hatte es sich um die politische Intrige zwischen zwei Parteien bei Hof gehandelt, und die Friedenspartei hatte über die Kriegspartei gesiegt. Das wünschten wir alle für unsere Zeit, weil wir fühlten, daß Maulwürfe am Werk waren, die den schwer erkauften Frieden bereits unterwühlten. - Während wir an der Arbeit waren ..., traf uns die Nachricht vom Mord an Rathenau."
Grotesk: Bei den Dreharbeiten zu WALZERTRAUM ließ Berger die Film-Prinzessin "in der echten kaiserlichen Hofkutsche" durch Wien fahren. Dazu erzählt er, die "noch übriggebliebenen Hofdamen" hätten sich darüber gefreut, daß Wien (durch einen Staatstreich?) wieder kaiserlich geworden sei. Wenig später dann maßlose Enttäuschung ...



Als Sammler von Nachrichtenfilmen fällt mir zu diesem Thema ein, dass die entsprechenden Wochenschauen von damals kaum noch gezeigt werden. Dabei wäre eine entsprechende Veranstaltungsreihe im Kino oder gar eine Veröffentlichung auf DVD sehr zu begrüßen. Nicht nur Spielfilme, auch Wochenschauen sterben heute noch immer den Archivtod. Sie diesem zu entreissen, sollte Aufgabe der Filmhistoriker sein.

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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)


Wer sich für die Diskussion darüber rüsten möchte, inwieweit DIE FREUDLOSE GASSE in spezifischem Sinne ein Nachkriegsfilm ist, findet im Begleitbuch der österreichischen DVD-Edition einen wunderbaren Widerstreit der Thesen. Auszüge:
"Die reale wirtschaftliche Not, etwa der Kinder, die [der Drehbuchautor] Haas in einigen Szenen ... angefügt hatte, interessiert Pabst ebenso wenig wie eine Analyse der preistreibenden Inflationsgeschäfte oder die resignative K.u.k.-Melancholie des Hofrats. Pabst konzentriert sich ... auf die sexuelle Bedrohung der Unschuld Elses, Maries und vor allem Gretes" (Jürgen Kasten). - "Was die Frage der Aktualität des Films angeht, glaube ich, dass Pabsts Versuch, die gesellschaftliche Stratifikation, die sozialen Hierarchien, die Folgen des Krieges und eines katastrophalen ökonomischen Systems darzustellen, eine ganze Menge mit der heutigen Situation zu tun hat - wenn man nur will" (Burkhard Stangl). - "Bildet in Bettauers Roman [d.i. die Vorlage des Drehbuchs] die Inflation das Zeitkolorit eines Wiener Detektivromans, ... so inszeniert G.W. Pabst die Geldentwertung als universales zeitloses Sozialdrama" (Siegfried Mattl).
Es braucht ein wenig Zeit & Überlegung, da Stellung zu beziehen ...
Das Folgende nur für Leute, die sich ab & zu gerne in Fußnoten verbeißen: Weiß jemand über die französische "Société des films artistiques" (Sofar) Bescheid? Sie hat wohl u.a. PRIX DE BEAUTÉ produziert (1930). Um 1921 gab es eine "Société francaise des films artistiques". War eine dieser beiden - wenn es zwei verschiedene sind - auch 1925 aktiv?
Der Grund für diese Frage: Laut Armin Loackers Beitrag zum Buch wurde für DIE FREUDLOSE GASSE im März 1925 in Berlin die "Sofar-Film-Produktions GmbH" gegründet. Ein Zeitungsbericht bezeichnete sie als Tochtergesellschaft der in Paris ansässigen "Société des films artistiques". Loacker meint nun, diese Meldung sei falsch, da die französische Sofar erst 1927 gegründet worden sei. Und doch hat mehreren Internet-Dateien zufolge 1926 eine "Société des films artistiques" den französischen Vertrieb der ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED übernommen. Und wie sollte eine Zeitung 1925 eine Gesellschaft erwähnen, die erst 1927 gegründet wird? - Diese Frage ist vielleicht zu berücksichtigen, wenn die mögliche Internationalität des Films und seiner Nachkriegsbilder bedacht wird.



Kasimir:
Als Sammler von Nachrichtenfilmen fällt mir zu diesem Thema ein, dass die entsprechenden Wochenschauen von damals kaum noch gezeigt werden. Dabei wäre eine entsprechende Veranstaltungsreihe im Kino oder gar eine Veröffentlichung auf DVD sehr zu begrüßen.

Da hast Du recht; dann hast Du Dich sicher besonders an den Beigaben zu NERVEN erfreut:
    Bilder von der Volksbewegung in München 1919, 3'
    München im Zeichen der Räterepublik 1919, 11'
Nicht viel, aber kostbar. (Siehe Edition Filmmuseum 41, gaaanz unten auf der verlinkten Seite)



Als Nachkriegsparabel ist DER SCHATZ von G. W. Pabst angelegt (1923). Die Glockengießerfamilie lebt in einem Haus, das im Türkenkrieg Ende des 17. Jahrhunderts zerstört und dann wieder aufgebaut worden war. Im ersten Akt ruft der alte Meister die Vorstellung von Kriegsszenen herauf, Bilder von Flüchtlingen und Brandschatzung - die Filmzuschauer hatten Vergleichbares aus dem 1. Weltkrieg im Kopf. Im Kontrast zu diesen Gräueln erscheint die Gegenwart der Familie zwar karg, aber segensvoll-friedlich. Doch die Geldgier bricht herein und entzweit die Menschen, bis sie das Haus wieder zum Einsturz bringen.



Hofmeister schrieb:

Da hast Du recht; dann hast Du Dich sicher besonders an den Beigaben zu NERVEN erfreut:
Bilder von der Volksbewegung in München 1919, 3'
München im Zeichen der Räterepublik 1919, 11'


Danke für den Hinweis! DVD-Veröffentlichungen von Wochenschauen sind bislang nur wenige erschienen. Und wenn, dann geht es meist um das Thema Drittes Reich bzw. Zweiter Weltkrieg.

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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)
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