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Thema: Student von Prag (1913), Alpha


Hallo

Die amerik. Alpha-Version des STUDENT VON PRAG (1913) beinhaltet einen interessanten und ungewöhnlichen Prolog, der in sonstigen kursierenden Fassungen des Films (z.B. ZDF) nicht vorkommt. Paul Wegener, der sich mit jemandem unterhält, ist einige Sekunden lang zu sehen. Dieser Jemand ist vermutlich (schwer zu erkennen) Hanns Heinz Ewers. Jedenfalls gibt es Fotos von Wegener, Salmonova, Rye und Ewers bei den Dreharbeiten in Prag. Mir ein Rätsel bleibt, woher überhaupt dieser Prolog auf einmal kommt.
Hat jemand Infos?

Gruß, André



Hallo,

ich werde heute abend mal nachsehen - ich habe zu Hause ein Buch über diesen Film mit Fotos, Zwischentiteln und erläuternden Informationen. Ich glaube mich zu erinnern, was von diesem Prolog gelesen zu haben.
Wie ist eigentlich die Bildqualität, Laufgeschwindigkeit und Musik der DVD?

Jorgus



Die Qualität ist eher mittelmäßig. Alpha betont allerdings auch, dass es sich um keine restaurierte Fassung handelt. Was aber unangenehm ist, ist die Musik. Sie scheint nicht speziell für den Film komponiert zu sein, sondern eher einige wenige sich zufällig abwechselnde Orgelthemen zu enthalten. Allerdings sind die DVDs nicht besonders teuer und beide Prag-Versionen ansonsten nicht auf DVD zu bekommen.



Was genaues zur Laufgeschwindigkeit (Bilder/sec.) weiß ich nicht. Na, zumindest die Alpha-Version läuft ca. 40 Min., das VHS-Tape von Inter Pathé etwa 60 Min. und die ZDF-Fassung knapp 80 Min.
Gruß, André



Hallo,

es gibt ein Buch von Helmut H. Diederichs: Der Student von Prag - Einführung und Protokoll (1985).
Da wird zur Einführungssequenz geschrieben:
"Über die Zahl der Zwischentitel hinaus gibt es noch eine ganze Reihe von Unterschieden zwischen Ewers' Exposé und dem fertigen Film, wobei der Verzicht auf den Vorschlag des Autors, ihn zu Beginn des Films denkend und dichtend zu zeigen, als einer der unwesentlichern angesehen werden dürfte ....
Ludwig Hamburger schrieb ... "der Spaziergang Wegeners und Ewers wäre besser weggefallen." Wenn es sich hier nicht um einen Fehler handelt und in Wirklichkeit der Spaziergang Wegeners und Gottowts/Scapinellis gemeint war, könnte Ewers 'Vorbild' des Exposés doch in etwas modifzierter Form gedreht worden sein. Allerdings wird eine solche Eingangsszene von keiner einzigen anderen Quelle bestätigt."
Diederichs bezieht sich hier auf die Fassung vom DIF / ZDF 1975. Offensichtlich tauchte die Sequenz also doch noch auf. Diederichs erechnet allerdings eine Laufzeit von 92 Minuten bei 16 Bildern je Sekunde. Entweder fehlt auf der DVD ein ganzes Stück des Films oder das Bild muß mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit laufen!? Der Film müßte 75 Einstellungen haben und etwas 98 Zwischentitel + plus Vor- und Endtitel. Die ZDF-Fassung könnte mir 18 Bps gelaufen sein - das ergäbe etwa 81 Minuten.
Ich kenne leider keine einzíge Fassung, aber ein Laufzeit von 41 Minuten macht mich schon mehr als stutzig.

Jorgus



Merci für die interessanten Infos vor allem bezüglich des Vorspanns! Sollte mir dies Buch auch mal zulegen. Scheint lesenswert zu sein.
André

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