Thomas: Ich bin verwundert, dass die geneigten Stummfilmfreunde ihrer Freude über diesen Fund nicht stärker zum Ausdruck gebracht haben. Die "Variety" hat eine Liste mit den wichtigsten Funden schon vor geraumer Zeit veröffentlicht.
Meine Tranigkeit kam daher, dass das Thema lebhaft bei Nitrateville diskutiert wird, ich im Geiste die Foren verrührte und die Überzeugung pflegte, alles wäre auch hier erwähnt worden. Pardon! Die folgenden Links stammen aus Nitrateville.
Einer Meldung aus dem Nitrateville Forum zufolge, hat der Gosfilmofond in Rußland dem amerikanischen Kongress 10 bisher als verschollen geglaubte amerikanische Stummfilme geschenkt, bzw deren digitale Kopien! Quellen hier und hier
200(!) weitere als verschollen geglaubte Filme sollen folgen!!!
"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin
Die erste Version von VALLEY OF THE GIANTS ist dabei!! *freu*
Was für eine tolle Nachricht!! Es ist doch so wichtig, dass Filmarchive ihre Schätze teilen und nicht voreinander verstecken. Was nützen Filme, die keiner sehen kann. Ich glaube fest daran, dass in Russland auch noch deutsche Filme ihren Dornröschenschlaf halten.
Mischa: Im Gosfilmofond sind jüngst gleich zwei Kopien von THE THREE PASSIONS gefunden worden, dem letzten Stummfilm von Rex Ingram (1929); ist damals auch in einer Tonfassung herausgebracht worden. Steht noch als verloren in der IMD, aber Kopien kursieren schon unter Sammlern.
Mittlerweile kann man diese Info wohl als gesichert betrachten. Es gibt bereits eine siebenminütige Sequenz auf YouTube:
Warum erfolgte bisher keine offizielle Verlautbarung des/der Finder(in)?
Nachtrag: Auch Silent Era bezeichnet den Film als existent.
"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin
Vor ein paar Jahren soll in einer Scheune in New Hampshire der Film WHEN LINCOLN PAID (1913) gefunden worden sein. Jedenfalls gibt es jetzt Kopien einer restaurierten Fassung. Regisseur und Hauptdarsteller ist John Fords Bruder Francis. Nachrichtenmeldung dazu: http://www.redlasso.com/ClipPlayer.aspx?id=4316ae7d-24bf-4a67-9ba5-e106a4b40875.
Ein sehr früher Hitchcock (Hitch war als Drehbuchschreiber, Artdirektor und Assistent an dem Film beteiligt) wurde in Neuseeland gefunden.
Aus den in dem Artikel angeführten Gründen können wir wohl noch auf weitere Funde in neuseeländischen Archiven hoffen.
Was mich dabei immer wundert, ist, dass solche Filme nicht in den Bestandslisten auftauchen.
Wenn Filmrollen in einem Haus gefunden werden, welches einem ehemaligen Stummfilmstern gehörte, ist das nachvollziehbar aber in Filmarchiven sollte es doch eine Buchführung geben, die Auskunft über die Herkunft gekaufter Rollen und deren Lagerort geben kann.
Immer wenn ich Anfragen zu Filmvorführungen stellte, erhielt ich Auskünfte, ob der Film im Archiv enthalten ist und ob er zur Einsicht freigegeben ist.
Selbst bei Sammlern seltener Konzertaufnahmen wird viel Wert und Zeit darauf gelegt, dass bekannt ist, wer sie angefertigt hat und welche Genearation des Tonbandes vorliegt.
Hoffen wir, das noch mehr Unerwartetes zu Tage tritt. Vielleicht "Der Januskopf"...
Gruß
Debucourt
Auf der Website "Lost Films" ist im Kapitel "Identify" der nicht-identifizierte Film Nr. 242 zu finden (derzeit S. 2, Zeile 2, drittes Bild von links) - offenbar ein Fragment: der Schluß eines Films.
Die männliche Hauptfigur heißt Erler. Laut filmportal.de ist Andreas Erler ein Protagonist in Otto Ripperts TRAGÖDIE ZWEIER MENSCHEN (1925).
Erler scheint um die 50 Jahre alt zu sein. Er hat ein fast rechteckiges Gesicht mit einer kurvigen senkrechten Falte über der Nase, nahe beim rechten Auge. Über demselben Auge klafft eine spitze Geheimratsecke; auf der anderen Seite ist das nicht der Fall, aber die dortige Haartolle ist vielleicht nicht ganz echt ...
Damit ähnelt Erler sehr dem Wallenstein, wie ihn Fritz Greiner (mit zwei Geheimratsecken, historischen Porträts getreu) in Stummfilmen darstellte. Greiner spielte den Andreas Erler für Rippert.
Ein Insert mit einem Zeitungsausriß (Bild 14/21) zeigt eine Meldung über die Dreharbeiten zu WENN STEINE REDEN. In diesem Film (anderer Titel: WAS STEINE ERZÄHLEN), inszeniert 1925 von Rolf Randolf, spielte wiederum Fritz Greiner mit - nicht zum letzten Mal in der Rolle des Andreas Hofer.
Demnach dürfte hier der Schluß der TRAGÖDIE ZWEIER MENSCHEN wiedergefunden sein. Oder?
Der frühe Pola Negri Film "MANIA. DIE GESCHICHTE EINER ZIGARETTENARBEITERIN" wurde in einem tschechischen Archiv wiederentdeckt, vom polnischen Filmarchiv restauriert und vor kurzem in Polen und nun London wiederaufgeführt: Guardian link homepage des Films
Demnach ist am 08.11. auch eine Wiederaufführung am Entstehungsort des Films (Berlin) geplant !!! Und zwar auf den Tag genau 93 Jahre nach seiner dortigen Uraufführung.
"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin