Stummfilm-Forum von

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Thema: Stummfilm-Exoten


So, weitere Einträge zum Stummfilm in Lateinamerika gibt es hier von mir nicht. Vielmehr werden zukünftige Infos von jetzt an auf einer eigens zu diesem Thema eingerichteten Seite zu finden sein:
http://latinostummfilm.oyla6.de




Hallo,

hier ist eine Bezugsadresse für diese DVD und einige andere lateinamerikanische Stummfilme:

http://www.brazilianfilms.com/cgi-bin/virtualdistrib/perlshop.cgi?ACTION=thispage&thispage=_3tesouros.html&ORDER_ID=432526375&LANG=english&TOTAL=0.00&TQTDE=0&EMAILL=&CUR=dollar





Eigentlich hätte der Hinweis auf den chinesischen Stummfilm auf DVD auch hier her gehört.

Jedenfalls habe ich eine weitere Exoten-DVD entdeckt:

"My Grandmother" (UdSSR 1929) ist ein Film vom georgischen Regisseur Kote Mikaberidze, der die Verwicklungen zeigt, als ein georgischer Drucker seinen Job verliert.
Die DVD ist in den USA, also im NTSC-Format, mit dem RC 0 bei dem kleinen Jazz-Label BC Records (BC steht für das Jazzensemble "Beth Custer") erschienen und kann über deren Homepage bezogen werden. Die Zwischentitel sind auf russisch mit optional englischer Narration. Hier ist der Link:

http://www.bethcuster.com/mygrandmotherDVD.html





Thomas:
Aus dem Beitrag TÜRKEI der "Stummfilm-Exoten"
http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2777581&d=0&sr=201&r=threadview&a=1&t=2423240
Eine neue Ära begann 1922, kurz vor dem Ende des Unabhängigkeitskriegs, mit der Gründung der ersten Filmgesellschaft „Kemal Film“ durch die Brüder Kemal und Şakir Seden. Der passende Regisseur dazu war Muhsin Ertuğrul, der bereits im Ausland Erfahrung als Schauspieler und Regisseur gesammelt hatte. Er bestritt die türkische Filmproduktion bis in die 30er Jahre praktisch im Alleingang. In diesem Jahr entstanden erstmal „Istanbul'da Bir Facia-i Aşk“ (Eine Liebestragödie in Istanbul) und „Boğaziçi Esrarı / Nur Baba“ (Das Geheimnis des Bosporus / Vater Licht). Letzterer, basierend auf einem Roman von Yakup Kadri Karaosmanoğlu, machte die Sekte „Bektaşi“ auf sich aufmerksam, die aus unerfindlichen Gründen annahm, der Film würde sich gegen ihre religiösen Lehren richten. Während der Dreharbeiten überfielen sie die Crew, sodass die Polizei die Schauspieler schützen musste. Der Hauptdarsteller floh und weigerte sich, den Film fortzusetzen. Aber nach vielen Schwierigkeiten wurde der Film schließlich vollendet.
Mit der Gründung der Türkischen Republik 1923 wurde auch den Frauen die Freiheit der Arbeit gestattet. Mit Bedia Muvahhit und Neyyire Neyir standen die ersten Schauspielerinnen vor der Kamera. Ertuğrul drehte in diesem Jahr „Ateşten Gömlek“ (Das Feuerhemd), „Leblebici Horhor“ und „Kız Kulesinde Bir Facia“ (Eine Tragödie in Kız Kule). Im folgenden Jahr produzierte er nur „Sözde Kızlar“ und ging danach für einige Jahre in die Sowjetunion.
Erst 1928 nahm Ertuğrul seine Arbeit in der Türkei wieder auf. Für die neu gegründete „Ipek Film“ drehte er „Ankara Postası“ (Der Kurier von Ankara) und „Kaçakçılar“ (Die Schmuggler). Es war dann auch Ertuğrul, der 1931 die Stummfilmzeit in der Türkei beendete und nicht nur den ersten Tonfilm, sondern auch die erste türkische Koproduktion drehte. „Istanbul Sokaklarında“ (Die Straßen von Istanbul) entstand mit türkischen, ägyptischen und griechischen Darstellern und wurde in Paris synchronisiert.


Wenig bekannt ist, dass Muhsin Ertuğrul um 1920 auch in Deutschland unter dem Namen Ertugrul Mousshin-Bey als Darsteller und Regisseur tätig war. Für die am 30. März 1920 in Berlin von ihm mitgegründete Ustad-Film, deren Hauptbetätigungsfeld eigentlich Karl-May-Verfilmungen sein sollten, drehte er zusammen mit Marie Luise Droop im gleichen Jahr den Historienfilm "Das Fest der schwarzen Tulpe". Nur kurze Zeit später folgte "Die Teufelsanbeter", nun tatsächlich ein Kara-Ben-Nemsi-Abenteuer. Leider waren die Produktionen der Ustad-Film nicht sehr erfolgreich, sodass 1921 bereits die Liquidation erfolgte. Bevor Ertuğrul Deutschland den Rücken kehrte, spielte er noch im dreiteiligen Werk "Die Frau mit den Millionen" (1922/23) der Ellen-Richter-Film-GmbH mit.

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Vom Rio Grande bis Kap Hoorn - Der Stummfilm in Lateinamerika


Die Webseite "Der Stummfilm in Lateinamerika" ist nun unter neuer Adresse und in neuem Design erreichbar:

http://www.latinostummfilm.de



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WARA WARA, der einzige erhaltene stumme bolivianische Spielfilm, führt den Betrachter in die Zeit der spanischen Conquista und erzählt von der Liebe zwischen der titelgebenden Indianerprinzessin und dem spanischen Kapitän Tristán de la Vega. Vor einem Jahr wurde der letzte noch fehlende Teil des Films wiedergefunden. Komplett war das Werk nun beim "Cinema ritrovato" in Bologna zu sehen.



Mischa:
WARA WARA, der einzige erhaltene stumme bolivianische Spielfilm, führt den Betrachter in die Zeit der spanischen Conquista und erzählt von der Liebe zwischen der titelgebenden Indianerprinzessin und dem spanischen Kapitän Tristán de la Vega. Vor einem Jahr wurde der letzte noch fehlende Teil des Films wiedergefunden. Komplett war das Werk nun beim "Cinema ritrovato" in Bologna zu sehen.


Einen Artikel über "Wara Wara" (Bolivien 1929) anlässlich seiner Wiederaufführung in La Paz gibt es hier.

Außerdem ist zeitgleich das Buch "Wara Wara. La reconstrucción de una película perdida" von Fernando Vargas erschienen, in welchem der Restaurierungsprozess beschrieben wird. Ein spanischer Artikel zum Buch ist hier.


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Zuletzt bearbeitet: 25.09.10 08:55 von Thomas


Die Bolivianische Kinemathek ist Mitglied der FIAF, sodass deutsche Archive und Kinematheken, die ebenfalls über eine Mitgliedschaft verfügen, diesen Film leicht und günstig leihen könnten. (Wink mit dem Zaunpfahl!)





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Zuletzt bearbeitet: 25.09.10 09:20 von Thomas


Hier der offizielle Trailer zur Aufführung in La Paz:



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Und noch ein Trailer:




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Hier eine Seite, die näher auf den Film eingeht.

http://www.npla.de/de/poonal/3009-prinzessin-wara-wara-in-neuem-gewand



Ayayay...me gusta mucho!

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"Ein patentes Mädel."
"Nicht wahr? Wenn sie nur nicht immer 'Mops' zu mir sagen würde!"


Die Ausschnitte schauen in der Tat toll aus, auch das Thema ist hochinteressant. Diesen Film würde ich sehr gerne sehen können.
Vom lateinamerikanischen Stummfilmschaffen kriegen wir hier ja überhaupt nix mit - ich jedenfalls nicht.
Wurden denn schon mal lateinamerikanische Stummfilme in einem der einschlägigen hiesigen Stummfilmfestivals oder in einem der auf Stummfilme spezialisierten Kinos gezeigt?

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Mein Filmblog: http://gabelingeber.wordpress.com/


In Bonn liefen zweimal lateinamerikanische Stummfilme. 1997 wurden "Fragmentos da vida" (Brasilien 1929) und 2009 "El puño de hierro" (Mexiko 1927) aufgeführt.


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Zuletzt bearbeitet: 26.09.10 10:38 von Thomas


Die Filmoteca der UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México) bietet auf ihrer Seite die Möglichkeit, drei Stummfilme in guter Qualität online anzusehen. Die Zwischentitel sind auf spanisch und englisch. Es handelt sich um:

-Tepeyac (MX 1917)
-El tren fantasma (MX 1927)
-El puño de hierro (MX 1927)



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