Stummfilm-Forum von

Seiten: 1 2 Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: NOSFERATU auf DVD von "Transit"


Hallo,

Nächsten Montag, am 8. Oktober erscheint die lang erwartete neu restaurierte Fassung von Murnaus NOSFERATU auf DVD mit dem original Musikscore von Hans Erdmann. Lieben Dank an Frau Schumann von Transit, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Im Vorfeld war zu lesen, daß der Film nun in einer „bisher ungesehen Qualität“ vorliege. Dies kann man fett unterstreichen. Es war für mich eine völlig neue Seh- und Hörerfahrung, war doch mein top Favorit unter den zahlreichen Nosferatu-Scores bislang die Posegga-Version…

Meine Eindrücke nach der heutigen Sichtung muß ich erst einmal sacken lassen. Details werden natürlich bald nachgereicht. Nur soviel schon mal: Als Bonus sind zwei Dokus mit dabei (Erläuterung folgt), sowie Bildergalerien, Filmographien und Booklet. Soundspuren DD 5.1 und alternativ DD 2.0 stereo.

Hier ein paar Bilder:


© Transit Film

stumme Grüße,
André

---------------------------
"Nicht so hastig, junger Freund! Niemand enteilt seinem Schicksal."


DVD Review

NOSFERATU Transit Classics - Deluxe Edition

Wie gut, daß alle Bemühungen von Bram Stokers Witwe in den 20ern fehlgeschlagen waren, sämtliches Material von NOSFERATU zu vernichten. Sonst könnten wir heute nicht in den Genuß dieser restaurierten Fassung kommen. Bekanntlich hatte Murnau keinerlei Rechte an dem Dracula-Roman von Stoker, und nahm an der Story einige Veränderungen vor. Zumal verlegte er den Schauplatz nach Deutschland, siedelte die Geschichte rund 60 Jahre früher an, und veränderte die Namen der Charaktere. Obwohl Florence Stokers Prozeß gegen die Produzenten von NOSFERATU erfolgreich war, gelangten glücklicherweise einige Kopien ins Ausland.

Vorliegende Restaurierung von Luciano Berriatúa aus dem Jahre 2005/06 greift hauptsächlich auf eine französische Nitrokopie aus dem Jahr 1922(!) zurück. Diese weist die originalen Viragen auf. Fehlende Szenen wurden aus einer deutschen Sicherheitskopie aus dem Jahr 1939 ersetzt. Erstmals wurden nun auch die originalen deutschen Zwischentitel digital restauriert, und nicht wie bei früheren Restaurierungen neu gezeichnet. Verlorene Zwischentitel sind mit gleicher Typographie wiederhergestellt worden. Kenntlich gemacht wurden diese mit einem kleinen „FWMS“ Zeichen (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung) in der linken unteren Bildecke. Man kann sich darüber streiten, ob dies Sinn macht. Es mag vielleicht wissenschaftlich in Ordnung sein, aber etwas gestört hat es mich beim Ansehen schon.

In Sachen Zwischentitel sind jetzt auch die einzelne Akte gekennzeichnet. Zudem wurde angeblich ein Zwischentitel ergänzt, der früher gänzlich fehlte! Dieser ist mir leider nicht aufgefallen. Falls den mal jemand findet – bitte ins Forum setzen.

In der Rekordzeit von nur drei Minuten Spielzeit liegt als Bonus eine geraffte, aber sehr verständliche Doku über die einzelnen Schritte des Restaurierungsprojekts bei. Das geht von der Bildabtastung, der Digitalisierung, über der Feinbearbeitung der Einzelbilder mit dem Entfernen von Laufspuren und Kratzern, bis hin zur Virage und der Anpassung des Films an die Laufgeschwindigkeit von 18 Bildern pro Sekunde. Beispielhaft wird die Bildqualität nach den jeweiligen Restaurierungsschritten anhand einzelner Filmausschnitte gegenübergestellt.

Alles in allem, da bin ich mir sicher, kann die jetzige Bildqualität nur Begeisterung auslösen. Man glaubt, einen neuen Film vor sich zu haben. Die Kratzer und Laufspuren, das Flackern der Helligkeit, der teils unruhige Bildstand, all die Mängel, die wir noch in der wenige Jahre alten britischen DVD-Fassung des bfi zu Gesicht bekamen, ganz zu schweigen von der 1988er ZDF-Fassung mit dem Posegga-Score, sind praktisch ausgemerzt worden. Ich kann mir vorstellen, daß man es noch perfekter hätte machen können mit der heutigen digitalen Technik, doch wäre das Ergebnis vermutlich zu klinisch geworden und dem Alter des Films nicht mehr angemessen.

Die Farben der Virage sind satt und unterscheiden sich von der bfi-Fassung und der 88er ZDF-Fassung in großen Teilen. Ich habe mir den Spaß gemacht und einige Szenen miteinander verglichen. Oft überwiegt grün statt blau in den Nachtszenen, und ocker statt sepia in den Tagszenen. Auch ansonsten gibt es einige farbliche Unterschiede, z.B wenn Ellen am Ende Nosferatu empfängt.

Eine Hauptattraktion dieser NOSFERATU-Fassung ist natürlich der Originalscore von Hans Erdmann aus dem Jahr 1921. Das beiliegende Booklet (25 Seiten) gibt über die Puzzlearbeit, die Musik aufzustöbern und zu rekonstruieren, Aufschluß. Für meine nicht gerade musikgeschichtlich ausgebildeten Ohren klingt der Score teils symphonisch, teils sehr modern. Erdmann akzentuiert Szenen, z.B. Spannung, und untermalt das Geschehen damit. Auch für einzelne Charaktere hat er Melodien leitmotivisch komponiert. Erdmann greift aber auch auf Fremdkomposition zurück (s. Booklet). Der Score ist alternativ DD 5.1 oder DD 2.0 stereo anwählbar.

In der 53-minütigen Doku „Die Sprache der Schatten – Friedrich Wilhelm Murnau und seine Filme“ (2007) von Luciano Berriatúa geht es um Murnaus frühe Filme bis NOSFERATU. Murnaus sieben erste Filme gelten als verschollen. Ihre Handlung wird mittels Fotos nacherzählt, was ich ziemlich faszinierend fand. Von SATANAS (1920) gibt es sogar einen erhaltengebliebenen Filmausschnitt.

Die Doku bietet auch einiges Biographisches über Murnau. Seine Nichte kommt zu Wort, sowie Nachfahren einiger seiner Weggefährten.

Schließlich wandelt die Doku auf den Spuren der Drehorte von NOSFERATU und zeigt sie so wie sie heute sind. Sie sind erstaunlich gut erhalten und wiedererkennbar. Zum Beispiel die alten Speicherhäuser in Lübeck („das schöne öde Haus“) und tschechische Burgen.

NOSFERATU wurde seinerzeit kräftig beworben – und blieb doch der einzige Film der PRANA-Film. Was es mit „Prana“ auf sich hat, was das Wort bedeutet und welche Idee bzw. Weltanschauung dahintersteckt, und damit auch hinter dem ganzen NOSFERATU-Projekt, auch darüber läßt sich die Doku aus.

Als Bonus gibt er desweiteren Bio- u. Filmographien über die Macher vor und hinter der Kamera von NOSFERATU: Henrik Galeen (13 Seiten), Alexander Granach (11), Albin Grau (7), Friedrich Wilhelm Murnau (12), Max Schreck (9), Greta Schröder (9), Fritz Arno Wagner (14) und Gustav von Wangenheim (10 Seiten). Zudem 30 Fotos in der Bildergalerie und 8 Seiten Produktionsdaten. Haupt- und Kapitelmenü sind animiert und musikalisch untermalt mit dem Erdmann-Score.

Technische Details:
Restaurierte Fassung (2005/06) von Luciano Berriatúa für die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
DVD 9 im Steelbook / PAL / RC 2
Bild: 4:3
viragiert
Ton: 5.1 und DD 2.0 stereo
Rekonstruierte Originalmusik von 1921 nach Hans Erdmann von Berndt Heller,
eingespielt vom Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken
Spielzeit: 94 Minuten (der reine Film läuft gestoppte 91’54’’)
Bonus: Doku „Die Sprache der Schatten – F. W. Murnau und seine Filme“ von Luciano Berriatúa (53 Min); Doku: „Nosferatu – Ein historischer Film trifft auf digitale Bearbeitung“ (3 Min.); Bio- u. Filmographien zu 8 Stab- u. Besetzungsmitgliedern; Bildergalerie; Produktionsdaten; Booklet (25 Seiten)

NOSFERATU bei amazon

---------------------------
"Nicht so hastig, junger Freund! Niemand enteilt seinem Schicksal."


Hallo,

danke für die ausführliche Review; leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit mir die DVD zu holen. Zudem dachte ich auch daran mir die MOC-2er DVD von Eureka zu holen; der hat zudem noch einen Audiokommentar; allerdings scheinen Galerie und Biographien zu fehlen. Da diese von Transit ja immer recht ausführlich und sogar lesbar sind, werde ich mir die Transit holen.
Sollte ich sie im Laden nicht für 25,- € bekommen, werde ich sie mir eben bei amazon zu diesem Preis bestellen - leider gibt es noch keine günstigere Alternative.

Grüße und weiterhin alles Gute

Jorgus



Hallo Zusammen,

ich bin gestern sofort nach der Arbeit losgestiefelt und habe mir die DVD gekauft.
Um mir einen guten Eindruck vom Film zu machen habe ich den Beamer aktiviert und das Bild mal an die Leinwand geworfen. Ganz ehrlich – in der Qualität hab ich den Film noch nie gesehen. Absolute Laufruhe , keine Kratzer , keine Schrammen , nichts. Bei der Größe waren noch ein paar abgeschwächte Laufspuren zu erkennen, die man wohl nicht 100% eliminieren konnte, ebenso wurden einige (wenige) schnelle Bewegungen nicht ganz sauber „rübergebracht“, aber das waren wirklich die einzigen Makel (wenn man denn was suchen will). Wenn ich mir dagegen angucke was es bisher gab, ist wirklich Klagen auf hohem (wenn nicht höchstem) Niveau. – Kann mir kaum vorstellen das man ein noch besseres Ergebnis erzielen kann… Die Viragen sitzen zu 100 % (ich hab ganz vergessen wie unheimlich doch einige Szenen rüberkommen), dazu kommt die neu eingespielte Musik in 5.1 oder stereo … insgesamt macht der Film so einen Eindruck als wäre er grade frisch abgedreht worden. Ein gelungener Filmabend ist also vorprogrammiert.
Sehr zu empfehlen ist auch die Doku „Die Sprache der Schatten“ die vieles an seltenen Bildmaterial an den Tag bringt.
Ich kann nur bestätigen – das Ergebnis ist wirklich beeindruckend und duldet eigentlich keine schuldhafte Verzögerung beim Kauf. … Halloween steht ja auch an und kann es da einen netteren nächtlichen Gast geben als den guten Herrn Schreck??




Also dann mal meine Meinung:

Definitiv gibt es sehr viel mehr positives als negatives über die neue NOSFERATU-Fassung zu sagen!

Die Bildqualität ist einzigartig und überragt sogar die schon hervorragende Fassung von 1995. Jedoch bin ich kein Freund allzu starker eingesetzter digitaler Verbesserungen. Schwerwiegende oder auffallende Artefakte gibt es hier gottseidank nicht. jedoch ist mir das Bild etwas zu stark glatt poliert, das charakteristische Filmkorn wurde praktisch fast vollständig entfernt, wodurch die Bilder leicht verwaschen erscheinen und tatsächlich, vergleicht man mit dem unrestaurierten Material in der 3-min-Doku, ein wenig an Schärfe eingebüst hat (siehe Vergleich Bild 1).
Der Bildausschnitt ist leider nicht ganz komplett; wahrscheinlich um die runden Ecken des 35mm-Bildes zu entfernen wurde minimal aufgezoomt, vergleicht man wieder mit dem unrestaurierten Material oder mit der ZDF-Fassung der 1987 Patalas-Fassung (siehe Vergleich Bild 1).
Der Bildstand ist hervorragend stabilisiert, wobei positiv zu vermerken ist, dass die Zwischentitel nicht (wie bei der Potemkin-DVD) eingefrorene Standbilder sind, sondern in sich noch eine leichte Bewegung haben.
Die Farbrekonstruktion weicht von der 1995er und 1987er fassung stellenweise ab, wobei mir die 1995er Fassung am besten und logischsten erscheint. Unklar sind mir die Unterscheide zw. der 1995 und dieser 2005er Fassung, da beide Farbeschema "einer in der Cinematheque Francais verwarten Kopie der Entstehungszeit" entnommen sind. Verwahr die Cinematheque mehrere Farb-Kopien der Entstehungszeit? So fehlt in der 2005er Fassung Dunkelblau für Nacht komplett, stattdessen schleicht Orlok nun bei einem grünlichen Türkis durch die Nacht. Überhaupt schienen mir in der 1995er Fassung mehr Farben verwendet worden zu sein. Nicht farblich ganz Logisch ist nun die Sezen, in der Knock von der Menge verfolgt wird. Fassung 1995: Verfolgung Sepia, dann Sonnenuntergang Blau, dann Türkis für Ellen im Zimmer. In der Fassung 2005 ist von der Verfolgung bis zu Ellen alles in Türkis, Knock wird bei Nacht verfolgt, der Sonnenuntergang bleibt unberücksichtigt, Nosferatus Eindringen zu Ellen ist farblich ebenfalls nicht zu unterscheiden, wodurch der Eindruck entsteht, dass die Ereignisse von Verfolgung bis Hahnenschrei nun direkt hintereinander in einer Nacht geschen, ob das so gadacht war, scheint mir fraglich.
Dem hervorragendem Murnau Kenner und -Werkrestaurator Barriatúa ist bei der Montage des neuen Negativs jedoch ein kleiner Fehler unterlaufen: Als im Schloss Orlok Hutter im Zimmer heimsucht, schaut Hutter aus dem Fenster, man sieht eine tiefe schlucht mit Wasser. Diese Einstelllung ist versehentlich verkehrtherum, also um 180 Grad gedreht in den Film einmontiert. Die Einstellung steht nun also auf dem Kopf, ist Seitenverkehrt und läuft rückwärts (so tropft das Wasser am Felsen wenigstens trotzdem nach "unten") (Bild 2 von 1995, Bild 3 von 2005). [Übrigens hat man einen derartigern Montagefehler in der neuen POTEMKIN-Fassung rückgängig gemacht, nämlich als der Schiffsarzt o.ä. seine Brille vom Auge zum madigen Fleisch führt. Die Einstellungs-Anschlüsse sind hier nun erstmals wieder logisch.]

Nun noch das rätsel um den neu hinzugekommenen Zwischentitel, er überbrückt einen Bildsprung in allen bisherigen Fassungen und lautet:

"Ich danke Gott....
du bist heil.....
Alles ist nun gut....." (Bild 4)

An Bildmaterial ist leider verglichen mit der Fassung von 1995 nichts Auffalendes neues dazugekommen, ich habe zumindest nichts bemerkt.

Die neu eingespielte Musikfassung (in 2.0 und 5.1!) ist ganz hervorragend (Stören und wundern tut mich nur, dass die Musik bereits 1:30 Minuten vor dem eigentlichen Film, also beim derm Rekonstruktions-Text beginnt). Nicht ganz klar wird jedoch, wie Berndt Heller die Musik rekonstruiert hat. das Booklett ist da etwas umständlich in der Formulierung und gibt nur sehr vage Informationen. Bisher dacht ich, bei Erdmanns Musik handele es sich um eine komplette Originalkomposition. Tatsächlich ist es aber, vergleichbar mit Becces ursprünglicher Musik zu DER LETZTE MANN, eine Mischung aus Kompilation und Komposition; aber eine genaue Musikanalyse nehm ich mir später vor.

Die Barriatúa-Doku ist gut. Das 3min Filmchen über die digitale rreastaurierung jedoch ein Witz. Da wird nur das nötigste genannt und nicht viel neues geistreiches gebracht. Viel spannender wäre eine Doku über die Rekonstruktion und die versdchiedenen Fassungen gewesen. Martin Koerber hat auf der Bonus-DVD zu METROPOLIS sehr viel mehr und tiefgründigere Informationen zur digitalen Bearbeitung gegeben.

... aber allem in allem eine unbedingte Kaufempfehlung.

PS: Bilder hab ich heir reingestellt:
http://forum.cinefacts.de/showthread.php?p=5016452#post5016452

-------------------------------
"Du musst Caligari werden - -!"


Stummen Dank für die ausführliche Analyse! Ja, mit der vorwiegend grünlichen Einfärbung der Nachtszenen haber ich auch so meine Probleme. Daß die Szene mit Hutters Blick aus dem Fenster falsch herum montiert worden ist, war mir gar nicht aufgefallen. Das will ich unbedingt auch noch mal genauer ansehen und mit anderen Fassungen vergleichen. Mmh, vielleicht teilst Du das mal der Murnau-Stiftung mit? Und wenn das dann kein Grund wäre für eine noch weiter verbesserte ultimative Neuauflage dieser Edition Du mußt den Film ja tausend mal gesehen haben, daß Du ihn so in- und auswendig kennst

---------------------------
"Nicht so hastig, junger Freund! Niemand enteilt seinem Schicksal."


Mir ist grad noch was aufgefallen (dank der hervorragenden Bildqualität der neuen Fassung): In der ersten Szene mit Knock, wenn dieser Hutter ruft, "schreckt" neben diesem ein Arbeitskollege auf und starrt zu Knock. Könnte das zufällig Fritz Rasp sein?!? Wer weis genaueres

-------------------------------
"Du musst Caligari werden - -!"




das könnte er glatt sein. Soll besagter Kollege (aufgrund der Kopfbedeckung) ein Chinese sein, oder was soll dieses dreieckige Hütchen?

---------------------------
"Nicht so hastig, junger Freund! Niemand enteilt seinem Schicksal."


Die Qualität ist wirklich gut.
Genau das gleiche Bild habe ich aus der spanischen DVD und mich gefragt, ob das nun Rasp ist. Aber irgendwann auch wieder vergessen, da ich auch keine Informationen darüber fand.
Es gibt noch eine Stelle, wo ein anderer bekannter Stummfilm-Darsteller mitgewirkt haben könnte ohne genannt zu sein.
Wenn die Särge verschifft werden sollen überprüft jemand die Papiere. Dies könnte Rudolf Klein-Rogge sein. Ich bin mir nicht so sicher, ob das stimmt.
Wenn jemand vielleicht Bilder von der besagten Szene reinstellen könnte, wäre das nett, denn die nicht neubearbeitete Version des Films macht es einem schwer.



In der Szene hab ich auch schon an Klein-Rogge gedacht, scheint er aber nicht zu sein.

Hier mal noch ein paar kleine Unterschiede zwischen der neuen 2005er Fassung und der vorherigen 1995er Restaurierung:

- in der 05er Fassung haben wir einen "Farbsprung" von "blau" zu sepia, wenn Hutter im Gasthof in sein Zimmer gefürt wird (da die Wirtin eine Kerze mit hineinbringt). 1995 ist hier nur ein Bildsprung und alles in sepia

- Wenn Hutter aus dem Fenster zusieht, wie Orlok die Särge auf den Wagen packt, ist in der ersten Einstellung ein Bildsprung zu einem Teil der zweiten Einstellung von Hutter, der 2005 behoben wurde

- 1995 fehlt die dritte Seite von Hutters Brief, wenn Ellen ihn am Strand ließt, nur ein Bildsprung

- 1995 lautet ein Titel "Das Todesschiff hatte einen neuen Kapitän", 2005 heist es "... seinen neuen Kapitän"

- Der IV Akt beginnt 2005 anders als 1995 mit dem Text " Es ist sehr schwer zu sagen, wie ...". 1995 befindet sich der Text erst an 5. Stelle zw. den Einstellungen wie Ellen am offenen Fenster steht und der Kutscha am Bauernhaus

- Der Titel "Ich danke Gott.... du bist heil..... Alles ist nun gut....." fehlt 1995

- Die Total-Einstellung, wenn Orlok Ellen aussaugt, bevor der Hahn grät, ist 1995 erstaunlicherweise etwa 2 1/2 mal so lang wie 2005

Wem noch was auffällt, bitte posten

-------------------------------
"Du musst Caligari werden - -!"


Hallo zusammen,

erst einmal vielen Dank für die ausführlichen Infos. Kann jemand kurz schreiben, welche Fassung die spanische DVD enthält, die 1987er, die 1995er oder die 2005er?

Viele Grüße

Lasher



Die Spanische DVD enthält meine Wissens (wie ich rezensionen entnehme, und wie es mir logisch erscheint) die 1995er Fassung mit der Musik von Art Zoyd, also so, wie der Film in dern letzten jahern im dt. TV lief.

-------------------------------
"Du musst Caligari werden - -!"


Ich bin mir jetzt nicht sicher auf welche DVD sich das bezieht, aber bei Youtube hat es einen Trailer von Eureka:
http://www.youtube.com/watch?v=34J6KiA_HNo



--
http://blog.stummfilm.info - Aktuelles zu Stummfilm
http://www.stummfilm.info - Musiker- und Festivalübersicht, Termine



Eine interessante Rezension der neuen Transit-DVD ist jetzt beim Filmdienst zu lesen:
http://film-dienst.kim-info.de/artikel.php?nr=153252&dest=frei&pos=artikel
Zu Recht wird dort darauf hingewiesen, dass auch frühere Fassungen ihre künstlerische Berechtigung haben. Von einer "endgültigen" oder gar "absoluten" Version sollte man daher besser nicht sprechen.



Die Begeisterung für "Nosferatu" finde ich ja schön, ist ja auch eine nette Kopie, klasse restauriert. Dennoch bedauere ich die allgemeine Fokussierung auf einige wenige Stummfilme, wo es doch soviele tolle Werke gibt, international und national. Kein Wunder, dass da das Angebot gerade an deutschen Stummfilmen so begrenzt ist. Stefan Drößler vom Filmmuseum München hat das ganz passend im Booklet zu "Vom Reiche der sechs Punkte" formuliert. Ich zitiere:
"Filmrestauratoren beschäftigen sich gerne immer wieder mit den großen Klassikern der Filmgeschichte, die kontinuierlich überarbeitet und verbessert werden. So wird der Markt inzwischen überschwemmt mit immer mehr definitiven und ultimativen Fassungen der großen Titel, während kleine, unbekannte Filme übersehen werden und dem altersbedingten Verfall ausgesetzt sind."
Ist doch eigentlich traurig.

----------------------
Vom Rio Grande bis Kap Hoorn - Der Stummfilm in Lateinamerika
Seiten: 1 2 Zurück zur Übersicht