Stummfilm-Forum von

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Thema: Stumme Buchecke


Wir alle lesen vermutlich privat eine ganze Reihe von Büchern über Stummfilme und ihre Zeit. Da wäre es doch sinnvoll und interessant, wenn wir unsere Erfahrungen austauschten. So erhielte ein jeder von uns Anregungen und Tipps für ihm bisher noch unbekannte Fachliteratur.

Mit gutem Beispiel schreite ich voran und stelle kurz das von mir zuletzt gelesene Stummfilmbuch vor.

Andrew Brodie Smith: Shooting Cowboys and Indians. Silent Western Films, American Culture and the Birth of Hollywood. Boulder, Colorado 2003

Wie der Titel verrät, steht der stumme Western im Mittelpunkt des Buches. Der Autor fokussiert dabei den Blick auf die kommerzielle Entwicklung des Genres vom Beginn der Stummfilmzeit bis zum Einstieg in den tönenden Film. Untersucht werden somit die Western von Produktionsfirmen, die sich ausschließlich oder hauptsächlich dem Genre widmeten. Große Werke wie "The Covered Wagon" oder die stummen Western von Griffith, Ford und DeMille bleiben unberücksichtigt. Trotzdem gelingt es dem Autor eine vielfältige Filmlandschaft anschaulich zu beschreiben. Der Weg geht dabei von ersten kurzen Produktionen von Firmen wie Selig Polyscope, Essanay und New York Motion Picture und dem Aufbau professioneller Strukturen zum ersten Boom des Genres um 1910. Ein Kapitel wird den Indianer in den Mittelpunkt stellenden Filmen von James Young Deer und Lillian Red Wing gewidmet. Mit Broncho Billy, dargestellt von Gilbert M. Anderson, wird der erste wirkliche Westernheld beleuchtet. Den Versuchen hochwertige Western zu drehen und dem Aufstieg von William S. Hart wird ebenso Platz geschaffen, wie der Verdrängung des Genres in den B-Movie-Bereich in den Zwanzigern und die damit verbundenen stuntlastigen Standarddrehbücher mit ihren Helden Tom Mix, Ken Maynard u. a.
Obwohl das Buch auf Englisch ist, liest es sich sehr angenehm. Der Autor vermeidet Fachkauderwelsch und bietet so eine interessante filmhistorische Abhandlung, die einem auch abends nach der Arbeit noch Kurzweil verschafft.

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Sehr gute Idee!

Mein zuletzt gelesenes Buch über Stummfilme war:

Curt Riess: Das gab´s nur einmal, Band 1+2

Dieser Zweiteiler beinhaltet die deutsche Stummfilmzeit bis zur Machtergreifung Hitlers und deren Folgen. Kurzweilig und flott geschrieben mit amüsanten und auch interessanten Anekdoten. Vielleicht ein bißchen unkritisch, aber doch informativ mit vielen Bildern. Meiner Meinung nach auf dem deutschsprachigen Markt eines der wenigen unterhaltenden Sachbücher ( obwohl ich noch etliche Titel vor mir habe).

Leider leider natürlich vergriffen und nicht wieder neu aufgelegt..



Hallo,

Das gab's nur einmal ist wirklich nett zu lesen - wer sich allerdings etwas Gutes antun will, sollte versuchen die Erstauflage aus den 50ern zu bekommen. Das ist ein dicker fetter schwarzer Wälzer mit einer ERST-klassigen Widergabe der Standfotos, wobei man bei den Taschenbüchern die Bilder mal soeben erkennen kann. Bei ebay oder bei einem second-hand-Laden.
Die Fortsetzung "Das gibt's nur einmal" über den Nachkriegsfilm bis 1956 erschien in gleicher Aufmachung. Hat zwar nix mit Stummfilm zu tun, ließt sich aber auch nett.

Jorgus



Gerade frisch erschienen ist der sehr schöne großformatige Bildband SILENT MOVIES von Peter Kobel. http://www.amazon.de/Silent-Movies-Birth-Triumph-Culture/dp/0316117919/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1202222950&sr=1-1
Trotz einiger peinlicher Fehler bei Bildunterschriften ein tolles Buch, das auf fast 300 Seiten Material aus der Library of Congress wunderschön präsentiert. Das visuell attraktivste Buch zum Thema das ich kenne.

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"Ein patentes Mädel."
"Nicht wahr? Wenn sie nur nicht immer 'Mops' zu mir sagen würde!"


Oksana Bulgakowa: FEKS - Die Fabrik des Exzentrischen Schauspielers. Berlin 1996

Als 1921 das Manifest des Exzentrischen Theaters in Petrograd veröffentlicht wurde, war das die Geburtsstunde eines Künstlerkollektivs, das einige der innovativsten sowjetischen Stummfilme zu verantworten hat. Berühmt sind vor allem die beiden Regisseure Grigori Kosinzew und Leonid Trauberg, doch bestand die Gruppe nicht nur aus ihnen, sondern auch einer ganzen Reihe von Schauspielerinnen und Schauspielern.
Bulgakowas Buch erzählt die Geschichte der FEKS und ihrer Werke und ordnet sie selbstverständlich auch in die Theater- und Filmwelt der jungen Sowjetunion ein. Das Buch teilt sich in vier große Kapitel, die erst die theaterwissenschaftlichen Strömungen Anfang der Zwanziger Jahre in der Sowjetunion beleuchten, um dann, nach dem Gründungsmanifest der FEKS, deren erste Schritte auf der Bühne zu untersuchen. Dazu gehört auch der Übergang zum Medium Film mit dem Debüt der FEKS, dem leider verschollenen Kurzfilm "Die Abenteuer der Oktjabrina", einer grotesken Hommage an das amerikanische Serial. Das dritte Kapitel widmet sich der filmischen Hochphase des Kollektivs bis hin zu ihrem großen Werk "Das neue Babylon", das den Schlusspunkt der FEKS markiert. Die Gruppe zerfällt, auch bedingt durch die Beseitigung ihrer Eigenständigkeit seitens der sowjetischen Regierung. Kosinzew und Trauberg drehen zwar auch in den dreißiger Jahren gemeinsam, doch die FEKS gibt es nicht mehr. So ist auch diese Dekade nicht Thema des Buches. Das letzte Kapitel bei Bulgakowa beschäftigt sich nun mit dem von der FEKS propagierten und gelehrten Schauspielstil und seinen theoretischen Wurzeln.
Ein interessantes Buch liegt hier auf jeden Fall vor. Doch aufgrund seiner starken fachwissenschaftlichen Ausrichtung muss man bereit sein, auch die notwendige Konzentration zu investieren. Bulgakowas Werk gewinnt meiner Meinung nach genau an den Stellen, wo es um Alltag und Arbeit der FEKSe (wie die Autorin sie nennt) geht. Die notwendigen fachtheoretischen Abschnitte setzen dagegen eine gewisse Vorbildung über die sowjetische Kulturlandschaft voraus, sind aber dennoch verständlich. Wer keine Scheu vor dem sowjetischen Stummfilm hegt, dem sei das Buch ans Herz gelegt. Über die FEKS bietet es mit Sicherheit erschöpfende Informationen.

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Robert Hudovernik: Jazz Age Beauties. The Lost Collection of Ziegfeld Photographer Alfred Cheney Johnston. New York 2006

Zugegeben, das Buch hat nur am Rande mit dem Stummfilm zu tun. Aber jeder Stummfilmfreund hat über sein Hobby meist ein weitergehendes Interesse über die Kultur dieser vergangenen Epoche entwickelt. Dieses Buch, auf das ich über den Newsletter "The Silent Treatment" gestoßen bin, ist ein wahrer Schatz an Fotografien von Ziegfelds Mädels und Stars der stummen Ära. Es wird zwar über die Ziegfeld Follies und über das Leben des Fotografen Alfred Cheney Johnston geschrieben, doch steht dessen fotografisches Werk im Vordergrund. Das liebevoll gestaltete Buch ist ein Bildband, der Johnstons Werke zeigt und dabei bezaubernde Bilder von Stars wie Marion Davies, Claudette Colbert, Gilda Gray, Gloria Swanson und vielen anderen liefert, dabei jedoch niemals die Ziegfeld Girls vergisst, deren Namen heute niemand mehr kennt. Sehr empfehlenswert!

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Denise Lowe: An Encyclopedic Dictionary of Women in Early American Films 1895-1930. New York 2005

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem Buch um ein Nachschlagewerk. In der Aufmachung kommt es recht schlicht daher, die Abbildungen wirken teilweise wie mit geringer Auflösung eingescannt, doch ist der Informationsgehalt sehr groß. Ich habe die Anzahl der gesammelten Bio-/Filmografien nicht gezählt, doch umfasst das Buch immerhin über 600 Seiten. Berücksichtigt sind Schauspielerinnen, die in den USA Filme bis 1930 gedreht haben.
Gestoßen bin ich auf dieses Buch, als ich Informationen über Marin Sais suchte. Die Schauspielerin war mir in dem Kurzfilm "The Man From Tia Juana" (USA 1917), einem Western aus Kalems "The American Girl"-Serie, aufgefallen. Nach Erhalt des Buches konnte ich nachschlagen und fand einen Text über ihr Leben und ihre Karriere, ihre Filmografie (wie bei allen Einträgen auch ihre Tonfilme berücksichtigend), sowie ein Porträtfoto. Im Text wurde auch erklärt, dass Kalems "The American Girl"-Serie kein Serial war. Ein Serial enthält eine die komplette Reihe überspannende Rahmenhandlung, während die Serie voneinander unabhängige Geschichten erzählt, die nur die Hauptcharaktere gemein haben. Dies nur als Beispiel für den Informationsgehalt der Einträge. Das Buch ist gebunden oder als robustes Taschenbuch erhältlich.



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Anläßlich der deutschen TV-Premiere des ersten lateinamerikanischen Stummfilms (Limite) überhaupt am 31.03. auf Arte möchte ich kurz ein Buch präsentieren, das ich bereits vor längerer Zeit las. Es ist das bisher einzige Buch über den lateinamerikanischen Stummfilm, welches in deutscher Sprache erschienen ist.

Jurandyr Noronha: Pioniere des brasilianischen Kinos. São Paulo 1994

Ich habe den deutschen Titel gewählt, denn tatsächlich ist das Buch dreisprachig und kann so je nach Lesart auch auf Portugiesisch "Pioneiros do Cinema Brasileiro" oder Englisch "Brazilian Cinema Pioneers" genannt werden. Das anläßlich der Frankfurter Buchmesse 1994 und dem damaligen Schwerpunkt "Brasilien" erschienene großformatige Buch bietet einen knappen Überblick über die brasilianische Stummfilmgeschichte, nacheinander in allen drei Sprachen. Der Text ist sehr oberflächlich, gibt dem Laien aber einen guten Einstieg in die Thematik. Leider ist die deutsche Übersetzung teilweise etwas holprig.
Das große Plus ist der Bildteil, der über die Hälfte des Buches einnimmt und klar vom Textteil getrennt ist. Dort findet man eine große Anzahl von seltenen Aufnahmen, die in dieser Form und besonders in dieser Masse nicht so schnell zu finden sind.
Das Buch ist gebunden auf qualitativ gutem Glanzpapier. So etwas ist bei Bildbänden oder Büchern mit vielen Fotos ja durchaus von Interesse. Der Schutzumschlag ist dicker als üblich und dadurch unverwüstlich.
Fazit: Als Bildband unschlagbar.


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Zuletzt bearbeitet: 05.03.08 16:46 von Thomas


Knut Hickethier (Hrsg.): Grenzgänger zwischen Theater und Kino. Schauspielerporträts aus dem Berlin der Zwanziger Jahre. West-Berlin 1986

Dieses aus einem Projekt des Instituts für Theaterwissenschaft der FU Berlin entstandene Buch beleuchtet die Arbeit einiger bedeutender Stummfilmstars im Berlin der Zwanziger Jahre, die sowohl im Theater als auch im Film tätig waren. Dabei liegt das Augenmerk weniger auf der Biografie der Künstler als vielmehr auf einer Analyse ihrer Spielweisen und Rollentypen. Durch die unterschiedlichen Autoren entstanden zudem in Schreibstil und Schwerpunktsetzung unterschiedliche Texte. Nach einem einführenden Kapitel über die Situation der Schauspieler während der Stummfilmzeit, widmeten sich die Autoren den einzelnen Stars. Berücksichtigung fanden Asta Nielsen, Henny Porten, Paul Wegener, Werner Krauß, Conrad Veidt, Ernst Deutsch, Pola Negri, Harry Liedtke, Lil Dagover, Brigitte Helm, Willy Fritsch, Lilian Harvey und Marlene Dietrich, somit die Creme des deutschen Films der Zwanziger. Bei einigen Stars, wie Ernst Deutsch, steht die Theaterarbeit im Vordergrund, während Darsteller wie Fritsch oder Harvey, die kaum oder nur kurz im Thater aktiv waren, auf ihre Filmarbeit reduziert werden. Angesichts des im Buchtitel formulierten Anspruchs fragt man sich da schon, warum man Schauspieler wie Willy Fritsch im Buch behandelt. Trotzdem bietet das Buch einen informativen und interessanten Überblick über das Spiel und die Karriere der oben erwähnten Personen.

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Eine weitere, empfehlenswerte Bildersammlung ist

Raymond Lee: The Films of Mary Pickford. New York 1970.

Antiquarisch ist diese Huldigung an Amerikas Silent Queen noch immer aufzutreiben. Auf den ersten Bild wirkt das Buch nicht wie ein Bildband, ist es doch klein und handlich. Beim Aufschlagen zeigt sich aber, dass es nach knappen fünfzehn Seiten Text - ein Vorwort und einen einführenden Text über Frau Pickford - auf den folgenden 150 Seiten eine wirklich reichhaltige Sammlung von rund 200 Bildern gibt. Neben Szenen aus ihren Filmen sind Produktionsaufnahmen und private Fotos zu sehen. Selbstverständlich fehlt auch die obligatorische Filmografie nicht.

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Und es gibt noch das sehr empfehlenswerte Buch:

David Robinson:Chaplin. Sein Leben. Seine Kunst.2003

Link:http://www.amazon.de/Chaplin-Sein-Leben-Seine-Kunst/dp/3257225717/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=books&qid=1206553797&sr=1-3

Dieses Buch ist für mich eines der besten Bücher auf der Welt.Ich habe es 4-mal gelesen und es ist immernoch so interessant wie beim erstenmal.Das Buch beschreibt das Leben Charlie Chaplin´s so genau wie kein anderes Buch es tun wird.Nicht nur zu seinen Filmen gibt es hier super Informationen, sondern auch zu seinem Privatleben.Tolles Buch!

"Revenge is sweet, but sometimes a girl is sweeter."



Coldheart Canyon von Clive Barker....ist ein Tip von mir..auf keinen Fall Fachlektüre, aber geschrieben, für Leute mit Stummfilmambitionen. Ein echter derber Clive Barker Roman, der in der Stummfilmära spielt und viele damalige Schauspieler
echte Handlungsträger sind (teilweise sterben..hi hi)
also mal bei amazon reingucken

viel spass



Die Thematik verschollener Filme lässt mich nicht ruhen...

Harry Waldman: Missing Reels. Lost Films of American and European Cinema. Jefferson, North Carolina 2000

Wie bekannt, ist die große Mehrheit der Stummfilme heute verschollen. Daher kann der Versuch einer Katalogisierung nie den Anspruch auf Vollständigkeit haben, zumal wenn, wie in diesem Fall, nicht nur die immense Menge US-amerikanischer Produktionen betrachtet werden soll, sondern der Blick auch nach Europa geht. Harry Waldman versucht folgerichtig gar nicht erst diesen Anspruch zu erheben, sondern beschränkt sich auf wichtige Filme ohne allerdings dies näher zu definieren. Trotzdem bringt er es in seinem Buch auf eine Auflistung von fast tausend Titeln. Um diese Menge unterbringen zu können, beschränkt sich Waldman neben den obligatorischen Credits auf eine sehr knappe Beschreibung der Filmhandlung.
Wie im Buchtitel bereits angekündigt, werden nicht nur die USA berücksichtigt, sondern auch europäische Staaten, genauer gesagt Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Holland, Portugal, Spanien und Schweden. Waldman listet dabei generell verschollene Filme auf, lässt also auch Tonfilme gelten. Allerdings ist ihr Anteil in dem Buch gering.
Als Nachschlagewerk ist "Missing Reels" sehr gut, die Titel sind nach dem Originaltitel länderweise alphabetisch geordnet. Beim genaueren Lesen zeigt sich jedoch, dass ein paar Titel gar nicht mehr hierhergehören. Glücklicherweise unterliegt eine Liste verschollener Filme auch heute noch durch Auffinden einer für uns positiven Veränderung. Beispiele für solche bei Waldman noch aufgeführte Filme sind "Astero", "Bardelys the Magnificent", "Dödskyssen", "Der brennende Acker" oder "Von morgens bis Mitternacht".

Frank Thompson: Lost Films. Important Movies That Disappeared. New York 1996

Hier beschränkt sich der Autor nur auf 27 Filme der Stummfilmzeit aus US-amerikanischer Produktion, beleuchtet diese dafür umso intensiver. Neben den Credits gibt es eine ausführliche Synopsis und eine ausgiebige Beschreibung von Produktionsdetails. Anders als bei Harry Waldman ist das verwendete Bildmaterial reichhaltiger. Unter den beschriebenen Titeln sind sämtliche Klassiker der amerikanischen Stummfilmzeit, die wir Fans doch nur allzu gerne sehen würden, wie z. B. "Ladies of the Mob" mit Clara Bow, Murnaus "Four Devils", Theda Baras "Cleopatra" oder "The Patriot" mit Emil Jannings.

Beide Bücher haben ihre Vorteile. Thompson kann durch die quantitative Beschränkung seine Filme liebevoll und ausführlich behandeln, was sein Buch zu einem Lesegenuss werden lässt. Waldmans Werk hat eher enzyklopädischen Charakter und den großen Vorteil auch europäische Filme zu berücksichtigen. Dabei ist es ihm hoch anzurechnen, dass er Länder wie Griechenland oder Ungarn berücksichtigt, die ansonsten in der Fachliteratur eher stiefmütterlich behandelt werden.



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Vom Rio Grande bis Kap Hoorn - Der Stummfilm in Lateinamerika


"Dieser Film ist ein einziger, unerbittlicher Schrei ... ist lauter leuchtender Schmerz ..." - "Während der Mann auf dem Erdboden liegt, verbindet die Kamera seine Füße - in einem extrem langsamen vertikalen Rundumschwenk, der vielleicht den mystischen Schlüssel zu diesem Werk enthält - mit der Wölbung des Himmels und schließlich mit seiner Hand auf der anderen Seite ..."
Das schrieb Sergej Eisenstein 1931 über Mário Peixotos LIMITE. Die Besprechung wurde 1965 in einem brasilianischen Magazin veröffentlicht. - ??
Naja, es war eine Mystifikation: Peixoto selbst hatte den Aufsatz über seinen eigenen Film verfaßt. In englischer Übersetzung ist der Text zu finden in:
Michael Korfmann (Hg.), Ten Contemporary Views on Mário Peixotos LIMITE, Münster 2006.
Ein lesenswerter Band: Biographisches zum Regisseur, Produktionsgeschichtliches, Filmästhetisches, Bezüge zwischen dem Film und dem literarischen Werk Peixotos, die Stellung des Films im brasilianischen und im Welt-Kino - zu diesen und weiteren Themen äußern sich die Autoren. Freunde des Films und solche, die es werden wollen, finden jede Menge Anregendes.
- Ein Manko: Der frappierenden Einheit, die in LIMITE die Filmbilder mit der kompilierten Musik eingehen(Satie, Debussy, Prokofiew u.a.), ist leider kein Beitrag gewidmet ...



Was haltet ihr eigentlich von KLASSIKER DES DEUTSCHEN STUMMFILMS von Joe Hembus und Ilona Brennicke? Kein Mensch redet zwar mehr davon, aber wenn ich von einem Stummfilm hör, den ich noch nicht kenne, geht mein erster Griff doch immer zu dem Buch, weil da ziemlich viele aufgelistet sind.

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