Stummfilm-Forum von

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Thema: Off Topic


Mich würde mal eure Meinung interessieren, inwiefern ihr Fritz Langs "Das Testament des Dr. Mabuse" und "M" als Anspielungen auf das Dritte Reich seht. William K. Everson schreibt über "Das Testament des Dr. Mabuse", das sei auf alle Fälle überbewertet worden. Ich habe auch generell den Eindruck, dass man bei Deutungen bezüglich der beiden Filme als Anspielungen auf das Dritte Reich deutlich zurückhaltender geworden ist.
Wie seht ihr das?



Ein Brand im Scan-Zentrum des INTERNET ARCHIVE.

"Die gute Nachricht ist, dass es keine Verletzten gibt und keine Daten verlorengegangen sind", schreibt Brewster Kahle, der Gründer des Internet Archive.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/wayback-machine-feuer-beim-internet-archive-zerstoert-technik-a-932494.html






Marta Eggerth ist gestern gestorben. Sie war 101 Jahre alt.

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"Die Mücken sind eine wahre Plage"


RIP, Martha ! Ihr Debut gab Sie 1930 in einem ungarischen Stummfilm! Mit Ihr geht wohl einer der allerletzten Stars des Weimarer Kinos....

"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin



Heute gibt's wieder einen runden Geburtstag!

Hansi Knoteck wird hundert! Alles Gute!

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"Die Mücken sind eine wahre Plage"

Zuletzt bearbeitet: 02.03.14 12:08 von Hutter


Ich habe grad gesehen, dass im Januar auf 3sat Westfront 1918 ausgestrahlt wurde. Hat das jemand von euch zufällig aufgenommen? Ich suche schon lange nach einer Alternative zu meiner DVD

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"Die Mücken sind eine wahre Plage"


Hutter:
Ich habe grad gesehen, dass im Januar auf 3sat Westfront 1918 ausgestrahlt wurde. Hat das jemand von euch zufällig aufgenommen? Ich suche schon lange nach einer Alternative zu meiner DVD


Ich. Was ist falsch an Deiner DVD?



Hutter:
Mich würde mal eure Meinung interessieren, inwiefern ihr Fritz Langs "Das Testament des Dr. Mabuse" und "M" als Anspielungen auf das Dritte Reich seht. William K. Everson schreibt über "Das Testament des Dr. Mabuse", das sei auf alle Fälle überbewertet worden. Ich habe auch generell den Eindruck, dass man bei Deutungen bezüglich der beiden Filme als Anspielungen auf das Dritte Reich deutlich zurückhaltender geworden ist.
Wie seht ihr das?


Habe den Eindruck, dass diese Auffassung hauptsächlich auf Kracauer zurückgeht (dessen 'Von Caligari zu Hitler' ich leider noch immer nicht gelesen habe), evtl. noch angereichert mit Elementen aus der sog. "Expressionismusdebatte".
Inzwischen schlägt das Pendel eher wieder in die Gegenrichtung und man kann häufiger den Versuch einer generellen Entpolitisierung oder zumindest "Entnazifizierung" auch zwielichtigerer Filme feststellen, wobei Krakauers Beobachtungen gern pauschal als Humbug abgetan werden. Die höhnische Kritik in der Zeit von 1981 ist ein frühes Beispiel: http://www.zeit.de/1981/19/kino-und-traum.
Besser machte es vor 2 Jahren Hans Schmid in der Telepolis, der versucht, die Nibelungen zu retten, sich dabei aber mehr um ausgewogenheit bemüht (ich persönlich halte den Zweiteiler trotzdem für einen gräßlichen Blut- und Boden-Schinken): http://www.heise.de/tp/artikel/38/38230/1.html

Edit: Ich sehe gerade, dass das Thema schon vor fast 2 Jahren lang und breit disktutiert wurde, dann will ich nichts gesagt haben


Zuletzt bearbeitet: 15.08.14 16:06 von Jacques_Dollon


Mit Filmen aus dem Dritten Reich und ihrem Propagandagehalt habe ich mich schon in der Schulzeit auseinandergesetzt. Zuerst war es ein ziemliches Hin und Her zwischen den Positionen von Klassiker des deutschen Tonfilms und Karlheinz Wendtlands Geliebter Kintopp. Dann bin ich aber schnell bei Karlheinz Wendtland hängengeblieben. Allerdings war es bei mir auch nicht anders als bei den meisten, mit denen ich mich unterhalten habe. Emotional hab ich zu einer Meinung tendiert, und dann hab ich das mit (angeblichen) Beispielen 'belegt'.
Spannend war es, dass ich damals noch ein paar Zeitzeugen direkt sprechen konnte. Vor allem Ruth Hellberg finde ich im Nachhinein ganz interessant. Bei ihr hatte ich das Gefühl, dass ihre Kommentare über Schauspielerkollegen recht spontan kamen. Sie waren damit zwar auch genauso subjektiv, aber sie kommen mir im Nachhinein nicht so politisch aufgeladen vor.

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"Die Mücken sind eine wahre Plage"

Zuletzt bearbeitet: 15.08.14 17:01 von Hutter


Was haben Deine Gespräche denn ergeben?

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Please abandon this mad project, Pauline!


Ich habe die Briefe nicht hier, deshalb kann ich sie inhaltlich nicht genau wiedergeben. Bei Karl Schönböck ging es vor allem um Titanic. Auch er war der Ansicht, dass er propagandistische Elemente hat. Er hat geschrieben, dass er selber Glück hatte, in keinem Hetzfilm spielen zu müssen, aber dass er auch nichts dagegen hätte unternehmen können, wenn er in einem eingesetzt worden wäre.
Mit Forderungen wie "Da hätte er aber..." bin ich sehr zurückhaltend geworden. Ich merke, wie oft ich jetzt schon den Mund halte, wenn ich eigentlich deutlich werden müsste. Wer Anklagen an Menschen richtet, die in Diktaturen gelebt haben und sich nicht dagegen aufgelehnt haben, der muss meiner Meinung nach zunächst erst einmal selber zeigen, wie konsequent er ist. Ansonsten muss er sich anders ausdrücken.
Mit Ruth Hellberg hatte ich erst ein recht langes Telefongespräch. Ferdinand Marian war ihr immer noch unsympathisch. Er war ihr wohl zu derb im Auftreten ("Immer seine Frauengeschichten...") Dann habe ich ihr einen Brief geschrieben, in dem ich ihr in einer der Fragen Namen genannt habe. Sie hat einige unterstrichen und mir so gezeigt, wen sie für Nazis gehalten hat und wen nicht. Im nachhinein finde ich es auch interessant, dass sie die Schauspieler unterstrichen hat, die sie nicht für Nazis gehalten hat. Die meisten würden es glaube ich andersrum machen.
Heinz Welzels Brief müsste ich mir noch einmal genauer anschauen und Rolf Möbius wollte nicht mehr über seine Zeit als Schauspieler im Dritten Reich sprechen. Er hat mir mehrfach gesagt, dass er nicht der Schauspieler Rolf Möbius sei sondern jemand anders. Dafür hat er mich einmal sogar angerufen. Bei Leni Riefenstahl habe ich nur den Lebenspartner ans Telefon bekommen.



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"Die Mücken sind eine wahre Plage"

Zuletzt bearbeitet: 03.09.14 08:54 von Hutter


Wenn ich mir jetzt Dokumentationen anschaue, habe ich übrigens den Eindruck, dass Heinz Rühmann in letzter Zeit deutlich kritischer als früher gesehen zu werden scheint. Vor einigen Tagen kam eine Dokumentation auf ZDFinfo, wo auch angedeutet wurde, dass schon sein Rollentyp - kleiner Mann ganz groß - ein Ausdruck der NS-Ideologie war.

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"Die Mücken sind eine wahre Plage"


Hutter:
Heute gibt's wieder einen runden Geburtstag!

Hansi Knoteck wird hundert! Alles Gute!


Tja, leider habe ich den Glückwunsch etwas voreilig ins Forum gestellt. Hansi Knoteck ist eine Woche vor ihrem Geburtstag gestorben.

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"Die Mücken sind eine wahre Plage"


An die Münchner unter euch,

in der Müllerstrasse im Glockenbachviertel gibt's einen
kleinen Laden mit Filmpostern, Filmprogrammen, Pressefotos, Kino Aushangfotos usw.

(Falls der noch nicht schon eh längst bekannt ist )

Dort habe ich schon etliche Stunden verbracht und wirklich gute Funde gemacht.

Der hat auch einen onlineshop:
http://stores.ebay.de/movie-poster-galaxy

und hier die Infos zum Laden:
http://www.mux.de/FilmOldies

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Mittler
zwischen
Hirn und Händen
muss das Herz sein
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Zuerst hielt ich es für einen Satirebeitrag, aber offensichtlich ist es tatsächlich so:

Der Film "Das Leben des Brian" darf an Karfreitag in Deutschland nicht öffentlich vorgeführt werden.

http://www.stern.de/kultur/film/spassverbot-am-karfreitag-initiative-in-bochum-kaempft-mit-das-leben-des-brian-gegen-feiertagsgesetze-2184757.html

In der Wikipedia ist ein ausführlicher Artikel zum Film.

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Leben_des_Brian


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