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Thema: Der Student von Prag


Ich warte voller Spannung auf Paul Wegeners "Student von Prag", der heute auf arte ausgestrahlt wird!
Weiß jemand, ob in absehbarer Zeit auch mal eine DVD-Veröffentlichung geplant ist?



Hutter:
Ich warte voller Spannung auf Paul Wegeners "Student von Prag", der heute auf arte ausgestrahlt wird!
Weiß jemand, ob in absehbarer Zeit auch mal eine DVD-Veröffentlichung geplant ist?


Trailer für die DVD 76 der Edition Filmmuseum bereits auf der Homepage!
http://www.edition-filmmuseum.com/

Ein bißchen überraschend, war nämlich niemals bei Nächste Veröffentlichungen oder In Vorbereitung gelistet. Da die EF manchmal Jahre an einer Veröffentlichung arbeitet, war es den Verantwortichen sicher schon sehr lange bekannt.

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"Einen schönen Hals hat Eure Frau..."


Das ist ja Klasse!
Ich weiß nicht ob es noch möglich ist das rauszufinden, aber mich würde interessieren, wann die letzte Ausstrahlung im Fernsehen war.
Ich meine, dass sie im ZDF war, und es könnte 1983 gewesen sein.



Habe was dunkel im Kopf, dass er eventuell auch mal auf BR lief?! Muss heute Abend mal schauen, was bei der alten TV Aufnahme für ein Sendezeichen steht.



Ich habe den Film gestern aufgenommen, aber nicht dabei gesehen. Was ich aber kurz gesehen hatte, ist mehr als vielversprechend. Wird meine Premiere sein, hatte nie die Chance gehabt, ihn anschauen zu können.

Ja, eine Veröffentlichung wäre sehr schön...

Gruß, Challenger



FreddyJMeyers:
Habe was dunkel im Kopf, dass er eventuell auch mal auf BR lief?! Muss heute Abend mal schauen, was bei der alten TV Aufnahme für ein Sendezeichen steht.

Das wäre super.

Was haltet ihr denn von der Verfilmung mit Adolf Wohlbrück? Joe Hembus und Ilona Brennicke sind ja nicht gerade sehr angetan davon.

Bis jetzt kenne ich nur die Fassung von Henrik Galeen. Die hat mir sehr gut gefallen - aber mal sehen was ich sage wenn ich Paul Wegener gesehen habe.


Zuletzt bearbeitet: 17.04.13 14:44 von Hutter


Ich verstehe nicht, warum die Wohlbrück-Fassung bei vielen - vor allem älteren - Kommentatoren so einen schlechten Ruf hat. Vermutlich liegt's daran, weil man mit der Ewers-Vorlage recht frei umgegangen ist und auch die 'übersinnlichen' Aspekte weitgehend psychologisiert hat. Außerdem war diese Version ein kommerzieller Mißerfolg. Aber was Kameraarbeit, Spannung, Musik und nicht zuletzt den Hauptdarsteller betrifft, ist die Wohlbrück-Fassung absolut gleichwertig, wenn nicht mehr. Zumindest mir ist sie die mit Abstand liebste, wegen Wohlbrücks differenziertem und variablem Spiel. Definitiv den etwas 'eindimensionaleren' Rollenanlegungen Wegeners und Veidts überlegen.


Zuletzt bearbeitet: 17.04.13 15:47 von Tommaso


Ich kenne die Verfilmung von 1935 nicht. Aber möglicherweise ist die Psychologisierung genau ihr Problem.
Das Thema ist ganz stark von der Romantik geprägt. Meiner Meinung nach hat Henrik Galeen diesen Geist hervorragend ins Bild gesetzt. Diese Atmosphäre finde ich bei seiner Verfilmung faszinierend. (Ich habe von der Fassung, die gestern gelaufen ist, erst einige Teile gesehen, aber auch da habe ich diese Stimmung schon ganz stark gespürt.)
Wenn Robison so stark psychologisiert hat, dann hatte er bei seiner Umsetzung einen völlig anderen Ansatz. Außerdem musste er sich auch noch mit dem Ruf der anderen beiden Fassungen auseinandersetzen. Das hat es ihm natürlich noch schwerer gemacht.
Wie gesagt, das waren jetzt ein paar Gedankenspielereien, nachdem ich den Tonfilm nicht kenne.
Soviel ich weiß, tut sich aber Victor Flemings "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" aus ähnlichen Gründen schwer mit Rouben Mamoulians Verfilmung.


Zuletzt bearbeitet: 17.04.13 19:00 von Hutter


Du hast schon recht, aber man muß den Film eben 'selbständig' sehen, und nicht mit den in der Tat völlig anders gelagerten früheren Versionen vergleichen. Im Gegensatz zu den beiden "Jekyll & Hyde"-Versionen, bei denen Fleming auch meiner Meinung nach Mamoulian nicht das Wasser reichen kann, ist die 1935-Version visuell und von der Atmosphäre her den früheren Fassungen mindestens ebenbürtig. Natürlich ist das Ewers-Skript ursprünglich sehr stark von der deutschen romantischen Tradition geprägt, aber eben auch, gerade was die Handlung angeht, von Poes "William Wilson", und das war ja auch ein Text, der recht stark psychologisierte.



Ich finde, dass die einzelnen Umsetzungen eigenständige künstlerische Werke sind, egal welcher Stoff dahintersteckt.
Früher habe ich immer möglichst viele Kritiken zu Verfilmungen gesammelt, um die Qualität "einzuschätzen". Aber dann macht man sich meiner Meinung nach viel zu sehr von fremden Meinungen abhängig. Und wenn man sieht, wie unterschiedlich Filme über die Zeit hinweg bewertet werden, zeigt das ja auch, wie subjektiv diese Ansichten sind.
In letzter Zeit mache ich es vor allem so, dass ich Kritiken lese, aber ich mache mir einen eigenen Eindruck. Ich lasse mich allerdings gerne durch andere Ansichten und Auslegungen auf Aspekte hinweisen, die für mich interessant sein können und die ich zuerst übersehen habe.
Aber du kennst ja bestimmt auch Filme, bei denen sich alle vor Begeisterung überschlagen, aber mit denen du selbst nicht warm wirst. So gehts mir mit "Der letzte Mann". Obwohl Murnau mein Lieblingsregisseur ist, krieg ich zu dem Film einfach keinen persönlichen Bezug hin.



FreddyJMeyers:
Habe was dunkel im Kopf, dass er eventuell auch mal auf BR lief?! Muss heute Abend mal schauen, was bei der alten TV Aufnahme für ein Sendezeichen steht.


Der Film "Der Student von Prag" lief tatsächlich mal auf BR... allerdings war es die 26er Verfilmung




Im Vergleich zur frisch restaurierten Fassung (arte) mit der vor gut 30 Jahren im ZDF gezeigten Version fällt auf, daß die alte Fassung jede Menge mehr Zwischentitel enthält.

Nur mal kurz zum Vergleich die Szene, wenn Scapinelli Balduins Studentenbude betritt und der Vertrag geschlossen wird... In der restaurierten Version findet sich überhaupt kein ZT. Lediglich wird der Vertrag zweimal eingeblendet. In der alten Fassung gibt es folgende Zwischentitel:

http://imageshack.us/a/img811/7633/vlcsnap2013042418h40m04.jpg
http://imageshack.us/a/img163/3591/vlcsnap2013042418h40m53.jpg
http://imageshack.us/a/img690/3513/vlcsnap2013042418h44m56.jpg
http://imageshack.us/a/img208/668/vlcsnap2013042418h45m33.jpg
http://imageshack.us/a/img805/6862/vlcsnap2013042418h51m03.jpg
http://imageshack.us/a/img153/5631/vlcsnap2013042418h52m56.jpg
http://imageshack.us/a/img5/6271/vlcsnap2013042418h57m18.jpg
http://imageshack.us/a/img812/466/vlcsnap2013042418h57m48.jpg
http://imageshack.us/a/img713/6134/vlcsnap2013042418h59m18.jpg
http://imageshack.us/a/img22/9798/vlcsnap2013042419h03m08.jpg

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"Nicht so hastig, junger Freund! Niemand enteilt seinem Schicksal."


Ich nehme an, man hat sich hier strikt an das Originaldrehbuch von Ewers gehalten. Das hat nämlich auch nur sehr wenige Zwischentitel. Kann man gut vergleichen anhand des 'Filmprotokolls' der alten Version und des gleichfalls abgedruckten Ewers-Drehbuchs in Helmut H. Diederichs Buch über den Film: http://www.amazon.de/Der-Student-Prag-Einf%C3%BChrung-Protokoll/dp/3924098026/

Wie auch immer die zusätzlichen Titel in die alte Fassung gekommen sind: original waren sie nicht.

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