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Thema: Film über Fritz Lang


Heino Ferch als Lang.

Ausgehend von realen Personen und Ereignissen ist „Fritz Lang“ ein packender Kinospielfilm in Schwarz-Weiß über einen der größten Regisseure der Filmgeschichte, Schöpfer von Meisterwerken wie „Die Nibelungen“ und „Metropolis“. Ein wildes Panorama der frühen Dreißigerjahre von bestürzender Aktualität. Ängste, Geheimnisse und Abgründe, die keinen kaltlassen.


Seite zum Film. Dort auch der Teaser.



Am 08.04.2016 um 19 Uhr gibt es im Filmmuseum Potsdam eine Preview des Films.
http://www.filmmuseum-potsdam.de/08-04-Preview-Fitz-Lang.html



Patrick McGilligan veröffentlichte seine Lang-Biographie "The Nature of the Beast" bereits 1997. Das Buch ist mit seinen 560 Seiten die umfangreichste Lebensbeschreibung des Regisseurs. Man kann davon ausgehen, dass auch die Drehbuchautoren des neuen "Fritz Lang"-Films darauf zurückgegriffen haben. Leider gibt es aber noch immer keine deutsche Übersetzung von McGilligans Darstellung. Es ist mir unverständlich, weshalb kein deutscher Verlag hieran Interesse zeigt.

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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)

Zuletzt bearbeitet: 24.03.16 12:51 von Kasimir


Der Film startet am 16.April in den deutschen Kinos:

Fritz Lang Film

"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin



Also, ich habe mir den Film gestern angesehen. Ich muss sagen, dass ich Ihn wirklich gut fand. Ok, der Anteil an Fiktion ist schon hoch, und hält sich nicht immer an die überlieferte Biografie Fritz Langs, aber das ist schon ok bei einem Spielfilm.
Sehr schön fand ich die etlichen Sequenzen mit original Aufnahmen aus den 30er Jahren. Auch originale Ausschnitte aus M, sowie den Nibelungen, Metropolis und Frau im Mond sind zu sehen.
Ferch und auch Thieme als Kommissar Gennart geben eine gute Leistung ab. Die Inszenierung in schwarz-weiss und 4:3 unterstützen die Authentizität dabei sehr.

Hier noch ein interessantes Interview mit dem Regisseur, der sich selbst als Lang - Fan und Liebhaber alten Filmmaterials outet: Interview Gordian Maugg

"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin


Zuletzt bearbeitet: 18.04.16 08:51 von AndiK


Ich kann dem nur zustimmen. Für mich war sehr überraschend, dass man Lang des Mordes an seiner Frau verdächtigte.
Grüße aus dem Frühling,
Debucourt



Debucourt:
Für mich war sehr überraschend, dass man Lang des Mordes an seiner Frau verdächtigte.


Dass Lang seine erste Frau ermordet haben soll, hat erstmals Patrick McGilligan recherchiert. Da von seinem Buch bis heute keine deutsche Übersetzung vorliegt, ist dieser Verdacht hierzulande weitgehend unbekannt.


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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)


Kasimir:

Dass Lang seine erste Frau ermordet haben soll, hat erstmals Patrick McGilligan recherchiert. Da von seinem Buch bis heute keine deutsche Übersetzung vorliegt, ist dieser Verdacht hierzulande weitgehend unbekannt.


Das wird aber auch in dem Schmöker von Aurich, Jacobson und Schnauber von 2001 besprochen. Dort sind auch original Dokumente (Totenschein der ersten Frau) abgebildet. Der Text in in deutsch als auch in englisch.

"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin


Zuletzt bearbeitet: 21.04.16 19:33 von AndiK


AndiK:
Das wird aber auch in dem Schmöker von Aurich, Jacobson und Schnauber von 2001 besprochen.


In der Fritz Lang gewidmeten Dokumentation "Circle of Destiny" wird ebenfalls auf die Mordtheorie eingegangen, Patrick McGilligan nimmt hierzu vor der Kamera Stellung. Aurich, Jacobson und Schnauber waren die ersten, die in deutscher Sprache darüber berichtet haben - jedenfalls in Buchform.

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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)

Zuletzt bearbeitet: 21.04.16 17:43 von Kasimir


Ich war urprünglich sehr gespannt auf Mauggs Film, dann brachte mich der Trailer gänzlich davon ab. Jetzt aber werde ich ihn mir doch noch zu Gemüte führen, denn nächste Woche zeigen wir selber im Filmmuseum München das Dabbelfietscher mit M von Fritz Lang und Fritz Lang von Gordian Maugg!
Aus dem Newsletter:
In der nächsten „Open Scene“ am Donnerstag, 5. Mai 2016 um 19.00 Uhr zeigen wir im Doppelprogramm den Spielfilm FRITZ LANG (2015) von Gordian Maugg über den Regisseur und dessen Recherche zu seinem Film M über einen Serienmörder – und anschließend den Originalfilm M aus dem Jahr 1931 in der restaurierten Fassung.

Fritz Lang
D 2015 | Regie: Gordian Maugg | Buch: Alexander Häusser, Gordian Maugg | Kamera: Lutz Reitemeier | Musik: Tobias Wagner | Darsteller: Heino Ferch, Thomas Thieme, Samuel Finzi, Johanna Gastdorf, Max von Pufendorf | 104 min –
Auf der Suche nach einem passenden Stoff für seinen ersten Tonfilm reist der Star-Regisseur Fritz Lang 1930 von Berlin nach Düsseldorf, um bei den polizeilichen Ermittlungen des bekannten Kriminalrats Gennat über den brutalen Serienmörder Peter Kürten dabei zu sein. Doch in der fremden Umgebung wird er im Strudel der Ereignisse von seiner Vergangenheit eingeholt und steht vor unerwarteten Abgründen. „Wer aber nun an jene billig dramatisierten Doku-Dramen denkt, die das Fernsehen anspruchsvolleren Zuschauern als Dauerpein anbietet, wird sich angenehm enttäuscht sehen. FRITZ LANG zeigt, was man mit dem hybriden Genre erreichen kann, wenn man es als ästhetischen Kunstraum begreift.“ (Anke Westphal)
Regisseur Gordian Maugg (geb. 1966) spezialisierte sich mit Filmen wie DER OLYMPISCHE SOMMER (1993) oder HANS WARNS – MEIN 20. JAHRHUNDERT (2000) auf deutsche Zeit- und Kulturgeschichte, stilistisch experimentiert er mit der Kombination von Re-enactment, rein fiktionalen Szenen und Archivmaterial.

M
D 1931 | Regie: Fritz Lang | Buch: Thea von Harbou, Fritz Lang | Kamera: Fritz Arno Wagner | Darsteller: Peter Lorre, Gustaf Gründgens, Theo Lingen, Inge Landgut, Otto Wernicke | 111 min –
Ein psychopathischer Kindermörder beunruhigt die Bevölkerung, narrt die Polizei und versetzt auch die Unterwelt in Aufregung. Während ein Kommissar dem Täter durch Indizien auf die Spur kommen will, sendet die Bettler- und Ganovenorganisation ihre Spitzel aus. In die Enge getrieben, flieht der Mörder in ein Sparkassengebäude, wo er sich dem Mob ausgeliefert sieht.
Langs erster Tonfilm gehört zu den Meisterwerken des späten Weimarer Kinos. Verweise auf das gesellschaftliche Klima am Vorabend des Nationalsozialismus sind augenfällig. Langs sarkastische Schilderungen von Menschenjagd und Massenhysterie sowie Peter Lorres eindringliche Interpretation des Mörders als Täter und Opfer zugleich wurden von den Nationalsozialisten nicht ohne Grund für subversiv gehalten. Gezeigt wird die restaurierte digitale Fassung des Films.

„Mein Film „M“ ist ein Dokumentarfilm über die damalige Zeit in Deutschland. Ich habe mit zwei oder drei Serienmördern gesprochen, ich habe entsetzliche Dinge gesehen und meiner Meinung nach habe ich den Mörder trefflich beschrieben mit: 'Immer muss ich durch Straßen gehen, und immer spür ich, es ist einer hinter mir her. Das bin ich selber!'“ (Fritz Lang, 1967)

Karten gibt's unter 089-233-96450




Hofmeister:
Ich war urprünglich sehr gespannt auf Mauggs Film, dann brachte mich der Trailer gänzlich davon ab. Jetzt aber werde ich ihn mir doch noch zu Gemüte führen, denn nächste Woche zeigen wir selber im Filmmuseum München das Dabbelfietscher mit M von Fritz Lang und Fritz Lang[ /B] von Gordian Maugg!


Oh klasse, da bin ich ja richtig froh, dass ich den noch nicht in einen anderen Kino angesehen habe

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Mittler
zwischen
Hirn und Händen
muss das Herz sein
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