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Thema: Suche 16mm Projektor


Hallo,
vielleicht findet sich ja hier ein Kenner:

Ich suche einen transportablen 16mm-Projektor für Großbildprojektion, sprich mit sehr heller Lampenleistung und variabler Bildgeschwindigkeit (24 fps / 18 fps).

Einen EIKI EX-2000N o.ä. mit Xenon-Lampe z.b.

Hat jemand zufällig einen rumstehen und weiß nicht, wohin damit? (Bei ebay die Dinger sind leider viel zu teuer ...)
Danke!

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"Du musst Caligari werden - -!"


Für 190 Euro kriegt man da schon mehrere Bauer-Geräte, zusätzlich auch mit Magnetton.

Allerdings ist es besser, den 16mm-Film in HD oder UHD abzutasten und ihn wenigstens mit einem 400 Euro teuren HD-Projektor (2600 Lumen) zu projizieren. Da hätte man dann zumindest Filmqualität auf Leinwand mit gleichmäßiger Ausleuchtung.

Aus gutem Grund gibt es mittlerweile in Kinos auch keine analogen Projektoren mehr.

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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)


Lieber Kasimir, da muss ich dir vermehrt vehement widersprechen.

Zum einen suche ich einen Lichtstarken 16mm-Projektor, kein gewöhnliches Bauer-Gerät (abgesehen vom Modell "Lichtriese", welches nur 24 fps spielt, haben die nur 250Watt-Halogen-Lampen drin, das reicht gerademal für 2 Meter breite).

Zum anderen kann man bei guter Projektion und guter Kopie eine hervorragende Leistung erzielen. Im besten Falle sieht es besser aus als HD. Eine analoge 35mm-Projektion empfinde ich persönlich immer noch schöner und anschaulicher als eine digitale Projektion und mit 400€ Homecinema gar nicht zu vergleichen. Aber das ist sicher Geschmackssache.

Ungleichmäßig ausgeleuchtet ist bei einer analogen Projektion eigentlich nichts (in unserem hyperdigitalen Cine-Star-Kino ist es hingegen extrem unausgeglichen ausgeleuchtet und schon von der Mitte des Zuschauerraumes sieht man Pixes ... scheußlich!

Ich kenne übrigens noch eine ganze Menge Kinos, die noch hin und wieder analog projizieren (Wir zum beispiel hier im Lichthaus Kino Weimar)

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"Du musst Caligari werden - -!"


Zu den letzten Punkten sage ich aus diversen Gründen nichts, u. a. auch deshalb, da, wenn das Kino eine 35mm-Kopie bekommt, das Material vorher von einer Redcam-5K- oder Sony-Cinealta-5K-Quelle kommt und dann eben auf 35mm ausbelichtet wurde, das Filmmaterial eine niedrigere Auflösung hat.

Das ist wie mit Leuten, die einen Zander nicht von einem Seebarsch unterscheiden können, da würde ich niemals weiter argumentieren, wenn denen ein Fisch nicht schmeckt. Sorry, hört sich arrogant an, ich meine es aber nicht so.

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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)

Zuletzt bearbeitet: 01.04.16 10:27 von Kasimir


Kasimir:
Zu den letzten Punkten sage ich aus diversen Gründen nichts, u. a. auch deshalb, da, wenn das Kino eine 35mm-Kopie bekommt, das Material vorher von einer Redcam-5K- oder Sony-Cinealta-5K-Quelle kommt und dann eben auf 35mm ausbelichtet wurde, das Filmmaterial eine niedrigere Auflösung hat.

Auflösung ist aber nicht alles. Analoges Filmmaterial besitzt spezifische Eigenschaften, die das digitale Kino nicht mitbringt, und oft als Qualitätsmerkmal wahrgenommen werden (Farbe, Körnung etc.). Abgesehen davon, dass das Auflösungsvermögen der 35mm-Kopie stark vom Material und der Kopierstufe abhängig ist, wird analoger Film (auch von mir) oft als lebendiger und natürlicher empfunden als eine digitale Projektion. Warum eine Analogprojektion nicht gleichmäßig ausgeleuchtet sein soll, ist mir nicht klar. Wenn dem so ist, dann ist der Projektor nicht korrekt justiert oder der Kolben am Ende.
Das analoge Kino wird nicht zurückkommen, da braucht man sich nichts vorzumachen. Aber zur Vorführung älterer Filme sollte es erhalten werden. Für mich ist klar: Zeigt ein kommunales Kino einen Klassiker in 35mm oder sogar 70mm, schaue ich ihn mir an. Läuft er digital, spare ich mir den Weg. Hat die Kopie allerdings einen starken Rotstich oder mehr Klebestellen als Kameraeinstellungen, sieht die Sache anders aus.



Ich habe von der Technik kaum Ahnung (weder analog noch digital), habe aber einmal einen originalen 35mm Celluloid Film (viragierte Fragmente des Stummfilms Algol) gesehen. Und ich muss sagen, dass dieses "Bilderlebnis" schon einmalig war. Die sehr warmen Farben und die empfundene Lebendigkeit der Wiedergabe war mit nichts zu vergleichen. Weder herkömmliche 35 mm Wiedergabe noch digitale HD oder 2 K Wiedergabe konnten dieses Bild vermitteln.
Ich vermute, es verhält sich hier ähnlich wie bei den Audio Liebhabern, der Klang einer analogen Schallplatte wird als wärmer und lebendiger empfunden, als eine perfekte, aber klinisch kalte oder gar tote digitale Wiedergabe.

"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin



AndiK:
Ich vermute, es verhält sich hier ähnlich wie bei den Audio Liebhabern, der Klang einer analogen Schallplatte wird als wärmer und lebendiger empfunden, als eine perfekte, aber klinisch kalte oder gar tote digitale Wiedergabe.


Da hast Du einen guten Punkt getroffen!

Übrigens ist es meines Erachtens so, dass analog gedrehte Filme - grenzen wir die Zeit von 1960 bis in die 1990er Jahre ein - die höchste "Auflösung" überhaupt hatten. Als man dann anfing digital zu filmen und das Material dann für den Verleih auf Zelluloid aufzubelichten, war das erstmal qualitativer Rückschritt.

Aber bleiben wir beim Thema 2: Eine gute 35mm-Kopie eines Stummfilms sollte man zeigen. In anderen Fällen natürlich ist eine digitale Aufbereitung natürlich nur sinnvoll - dann, wenn das Ausgangsmaterial nicht mehr kopierbar ist, z.B. im Falle Lubitsch, DAS WEIB DES PHARAO!

Und jetzt zu Thema 1: Hat jemand einen Prohjektor für mich?
So einen z.B. hier -> http://img06.taobaocdn.com/bao/uploaded/i4/i3/T14_l_FuRXXXXXXXXX_!!0-item_pic.jpg

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Wenn man einen analogen Film auf 4K überspielt, sieht man deutlich die Körnung des Films.

Ich habe den Disney-Film Mary Poppins einmal auf dem Projektor angesehen und die Farben wirkten auch warm.

Es wurde ein Test veranstaltet mit abwechselnd Blu-ray und 35mm, dabei empfanden die meisten Leute das Bild der Blu-ray als natürlicher und “echt Celluloid”.

Man muss differenzieren, ob ein Film abgetastet wird oder aber ob gleich digital gefilmt wird. Einen Fast and Furious Teil habe ich mal auf einer schlechten Leinwand in einem Kino gesehen. Leider war diese Projektion schlechter als die des Projektors im heimischen Wohnzimmer. Selbst da würde das Bild aber kalt wirken.

James Camerons Titanic auf Blu-ray muss ich sagen, ist ganz gut anzusehen – auch da mit Filmkorn.

Was die Schallplatte angeht, eine Tascam-Digitalisierung ist wie eine Schallplatte selbst. Die Wiedergabe auf einer guten Tonanlage ist recht warm, die Bässe sind weich.

Ansonsten muss ich dem Prof_Abronsius schon zustimmen: die analoge Ära ist unwiederbringlich vorbei.

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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)

Zuletzt bearbeitet: 05.04.16 19:41 von Kasimir


Kasimir:
Wenn man einen analogen Film auf 4K überspielt, sieht man deutlich die Körnung des Films.

Das hat auch niemand bestritten.

Kasimir:

Ich habe den Disney-Film Mary Poppins einmal auf dem Projektor angesehen und die Farben wirkten auch warm.

Es wurde ein Test veranstaltet mit abwechselnd Blu-ray und 35mm, dabei empfanden die meisten Leute das Bild der Blu-ray als natürlicher und “echt Celluloid”.

"Mary Poppins" wurde vermutlich vom Kameranegativ gescannt und besitzt daher naturgemäß mehr Detail als eine "Massenkopie", die meist mindestens 4. Generation ist. Solche Vergleiche sind zunächst einmal wenig aussagekräftig, sofern die Quelle bzw. Bearbeitungskette der Materialen unbekannt ist. Selbstverständlich gibt es grandiose digitale Restaurierungen. Aber Scans vom Negativ müssen digitigal farbkorrigiert werden, und hier entstehen oft Fehler bzw. Abweichungen vom Original. Daher kann ein gutes (analog lichtbestimmtes) Interpositiv durchaus überlegen sein.
Wie dem auch sei: Deine Aussage, dass der digitale Scan einer 16mm-Kopie der Projektion des Originals überlegen sei, teile ich nicht.

Kasimir:

Ansonsten muss ich dem Prof_Abronsius schon zustimmen: die analoge Ära ist unwiederbringlich vorbei.

Das war bestimmt nicht die Kernaussage meines Kommentars. Aber interessant, dass Du gerade im Stummfilmforum den analogen Film beerdigen willst. ;-)


Zuletzt bearbeitet: 06.04.16 18:30 von Prof_Abronsius


Prof_Abronsius:

Aber interessant, dass Du gerade im Stummfilmforum den analogen Film beerdigen willst. ;-)


Schön formuliert

Aber wenn dem so sei, müssten mir die lichtstarken Eikis-16mm-Projektoren ja hinterhergeworfen werden ... doch dem ist nicht so ...
Die analoge Ära ist vielleicht vorbei, wiederkommen wird so schon gar nicht, aber es gibt auch noch Leute, die heute noch klassische Musik komponieren und sicher findet sich irgendwo noch jemand, der Schriftzeichen in Stein meißelt.

Das Österreichische Filmmuseum beispielsweise hat es sich zur Aufgabe gemacht, Filme, die analog gedreht wurden auch nur analog zu zeigen. Löblich!

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Zuletzt bearbeitet: 06.04.16 22:31 von Titorelli


Titorelli:

Aber wenn dem so sei, müssten mir die lichtstarken Eikis-16mm-Projektoren ja hinterhergeworfen werden ... doch dem ist nicht so ...

Die Preise für Schmalfilmprojektoren sind tatsächlich erstaunlich stabil. Ich suche schon seit einiger Zeit nach einem bezahlbaren Super-8-Projektor von Beaulieu. Wirkliche gute Angebote gibt es aber nicht. Da kann man auch darauf hoffen, dass jemand 100-Euro-Scheine günstig verkauft.
Bei den Xenon-Geräten dürfte die Beschaffung der Leuchtmittel ein zusätzliches Problem darstellen. Für die Xenon-Variante der Elmos kann man teilweise 500 Euro für einen Kolben bezahlen - sind eben Spezialanfertigungen. Wie es bei Eiki aussieht, weiß ich nicht.

Titorelli:

Das Österreichische Filmmuseum beispielsweise hat es sich zur Aufgabe gemacht, Filme, die analog gedreht wurden auch nur analog zu zeigen. Löblich!

Das sehe ich auch so. Eine Filmkopie repräsentiert die ursprüngliche Gestalt eines Films und sollte in filmhistorisch ausgerichteten Spielstätten erste Wahl sein.



Prof_Abronsius:

Das war bestimmt nicht die Kernaussage meines Kommentars. Aber interessant, dass Du gerade im Stummfilmforum den analogen Film beerdigen willst.


Nun ja, diese Bemerkung stammt von Dir, auch wenn sie nicht der Kern Deiner Aussage gewesen ist. Ich habe dem eigentlich nur zugestimmt.

Die neue Mary Poppins Fassung wurde vom Negativ gescannt und ist von den Farben her kälter als die Super-8, LD, VHS bzw. DVD-Kopie. Sie entspricht den Farbwerten, die bei der Premiere des Disney-Films beschrieben wurden.

Bei den Dreharbeiten wurde mit gelbem Licht gearbeitet, um die Realszenen mit den Zeichentrickelementen zu mischen. Dabei wurden auch Filter eingesetzt.

Eine analoge Kopie hat systembedingt immer den Vorteil, durch die imperfekten Systemparameter - die Pigmente sind immer an einer anderen Stelle auf dem Material - besser zu sein, als dies theoretisch zu vermuten wäre. Dies ändert nichts daran, dass irgendwann bei 16K Auflösung die fixen Pixel so eng sein werden, dass diese Theorie dem analogen Material nicht weiterhelfen wird, wenn wir unterstellen, dass die Temperatur des Lichtes stimmt.

Ein kopiertes 35mm-Material erreicht knapp HD-Qualität, bei 4K bewegen wir uns auf dem Niveau des originalen 35mm-s/w-Materials (z.B. Buster Keaton – Der General). Bei den restaurierten Laurel & Hardy-Filmen ist dieses Material allerdings deutlich unter HD.


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"Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille." (Kurt Tucholsky)

Zuletzt bearbeitet: 15.04.16 15:40 von Kasimir
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