Stummfilm-Forum von

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Thema: Stummfilm in der aktuellen Presse


Spiegel Online schreibt über Carl Laemmle:

http://www.spiegel.de/einestages/carl-laemmle-der-erfinder-hollywoods-a-992190.html




Nichts großes neues, dafür klein und persönlich
http://www.unique-online.de/charlie-chaplin-richard-siedhoff/6592/

-------------------------------
"Du musst Caligari werden - -!"


hallo richard!
gut geschrieben,
weisst du, was das wandbild hinter chaplin darstellt?

gruß, L.




VARIETÉ
D 1925
von Ewald A. Dupont
u.a. mit Emil Jannings

Auf der diesjährigen Berlinale (5. - 15. Februar)



Der Film

Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Variet%C3%A9_%28Film%29

Murnau-Stiftung:

http://www.murnau-stiftung.de/projekt-variete



Zuletzt bearbeitet: 06.01.15 13:03 von Conrad


Gestern, am 3. Februar 2015, stand in der Berliner Zeitung im Feuilleton folgendes zum 100jährigen Geburtstag von Griffiths "Geburt einer Nation":



Gruß
Debucourt


Zuletzt bearbeitet: 04.02.15 14:37 von Debucourt


Hm, habe schon viel über den Film gelesen, in aber noch nicht selbst gesehen.

Mich würde eure Meinungen interessieren.

Ist der Film den an sich sehenswert?

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Mittler
zwischen
Hirn und Händen
muss das Herz sein
_____________________________________________


Ich muss gestehen, dass ich mir den Film auch noch nicht angesehen habe, dies aber demnächst nachholen werde.

Vermute ich richtig, dass die arte-Edition die empfehlenswerteste Fassung ist?

Der Film wird allenthalben als Machwerk und als Meisterwerk bezeichnet, ich denke, mit der notwendigen kritischen Distanz kann man ihn sich ansehen,
als Stummfilmfreund/in "muss" man ihn sich wohl auch ansehen.

Diverse Artikel zu dem Film:

stern online

http://www.stern.de/politik/geschichte/100-jahre-ku-klux-klan-wie-hollywood-den-rassistenbund-wiederbelebte-2171715.html


die presse.com

http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4655937/Der-erste-Blockbuster_Stummes-Loblied-auf-den-KuKluxKlan

nwz.online

http://www.nwzonline.de/kultur/100-jahre-kinofilm-geburt-einer-nation_a_23,0,1800384352.html

Der Spiegel - 1955 -

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31969250.html



Zuletzt bearbeitet: 08.02.15 18:06 von Conrad


- Birth Of A Nation -

Hier noch ein aktueller Artikel im Spiegel (online)

http://www.spiegel.de/einestages/birth-of-a-nation-verherrlichung-des-ku-klux-klan-a-1016922.html




Birth Of A Nation ist ein zweischneidiges Schwert - einerseits innovativ in seiner Erzählstruktur, andererseits tatsächlich und wahrhaftig ziemlich übel in seiner demagogischen Qualität. Vor allem im 2. Teil des Films müssen die Schwarzen als verführte Bösewichte herhalten, die die aufrechten Weißen bedrohen; wie herrlich der Film in seiner Technik funktioniert, so bitter wirkt er in seiner Vereinnahmung. Er ist der Prototyp des Propagandafilms - auch wenn Griffith es nie so ausgelegt haben wollte. Aber er hat sich einfach geirrt: man darf Menschen nicht ihrer Würde berauben, selbst wenn sie als Bösewichte herhalten müssen. Man raubt ihnen dadurch auch jede Glaubwürdigkeit, und das ist es, was Birth Of A Nation als Kunstwerk letztendlich scheitern läßt.

Man muß das aber selber erlebt haben, sonst begreift man nicht, welchen Zweispalt der Film in einem verursachen kann.

Challenger



Conrad:
Vermute ich richtig, dass die arte-Edition die empfehlenswerteste Fassung ist?


Ich persönlich empfehle die Bluray:

USA:
http://www.amazon.com/Birth-Nation-Special-Blu-ray/dp/B005J7K9CI/ref=sr_1_4?s=movies-tv&ie=UTF8&qid=1425691252&sr=1-4&keywords=birth+nation

GB:
http://www.amazon.co.uk/Birth-Nation-Masters-Cinema-Blu-ray/dp/B00CGZ6C5Y/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1425691322&sr=8-1&keywords=birth+nation

Knallerbild!

Conrad:
Der Film wird allenthalben als Machwerk und als Meisterwerk bezeichnet, ich denke, mit der notwendigen kritischen Distanz kann man ihn sich ansehen,
als Stummfilmfreund/in "muss" man ihn sich wohl auch ansehen.


Ja, man sollte ihn gesehen haben - aber die kritische Distanz wird sehr strak angegriffen, da warne ich deutlich vor.

Challenger



Danke für die (Warn-) Hinweise.

Der Film, so scheint es mir, ist eine Herausforderung, der man sich stellen "muss".

Doch was sagt der Film über den Regisseur aus ?

Hat er sich irgendwann einmal von dem Film distanziert, oder Erklärungen abgegeben?

Falls noch andere Stummfilmfreunde sich den Film zum ersten mal ansehen, sollten wir vielleicht einen eigenen Thread eröffnen, soweit ich gesehen habe, gibt es diesbezüglich noch keinen.






Ich wäre dabei!



Conrad:

Doch was sagt der Film über den Regisseur aus ?

Hat er sich irgendwann einmal von dem Film distanziert, oder Erklärungen abgegeben?



Naja, er hat jedenfalls direkt anschließend "Intolerance" gedreht, wohl nicht zuletzt, um der schon bei der Erstaufführung stark einsetzenden Kritik an "Birth of a nation" entgegenzutreten, so in etwa wie: "Schaut her, ich vertrete doch die Ideale der Menschlichkeit und des Verständnisses füreinander!" Andererseits hat er dann Anfang der 30er Jahre ein Interview gegeben, in dem er - wenn ich mich recht erinnere - sinngemäß sagt, der Ku-Klux-Klan sei eine historische Notwendigkeit gewesen.

Griffith war halt zeitlebens ein überzeugter Südstaatler.



Der erste Teil von BIRTH OF A NATION ist absolut sehenswert und verlangt vom heutigen Zuschauer nicht mehr als zum Beispiel GONE WITH THE WIND. Der zweite Teil geht streckenweise an die Grenze der Erträglichkeit in seinem plumpen Rassismus.
Aber: der Film wäre wohl kaum so ein ungeheurer kommerzieller Erfolg in den gesamten USA, nicht nur den Südstaaten, gewesen, wenn der in ihm offen zur Schau getragene Rassismus nicht von der großen Masse der Amerikaner zu dieser Zeit geteilt worden wäre.

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"Ein patentes Mädel."
"Nicht wahr? Wenn sie nur nicht immer 'Mops' zu mir sagen würde!"


Guten Abend,
genau das geht auch mir durch den Kopf. Die Filme sind immer auch ein Spiegel ihrer Zeit und damals hat "Birth Of a Nation" die politische Kultur der Vereinigten Staaten und eines großen Teils von Europa repräsentiert. Aus heutiger Sicht schreit ein jeder auf aber damals waren Afrika und Indien noch Kolonien und da waren die Beamten auch nicht zimperlich.
Vielleicht kann man einen Vergleich dahingehend wagen, dass auch heute Filme den Zeitgeist sehr stark bedienen. Nehmen wir den neusten von Clint Eastwood, American Sniper, der das Leben und Wirken eines Scharfschützen (andere schreiben Massenmörder), erzählt. Wofür im zivilen Leben in manchen Bundestaaten die Todesstrafe steht, wird jemand hier als Kriegsheld heroisiert. Das ist ebenso diskutabel. Ebenso können russische Stummfilme, die den Kommunismus preisen, verteufelt werden.

Gruß Debucourt

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