Stummfilm-Forum von

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Thema: Stumme Buchecke


Mischa:
.... Vor Henny Porten schließlich schmolz Corinth nur so dahin. Von ihr in der Rolle Anna Boleyns entstand neben den Zeichnungen auch ein repräsentatives Porträt in Öl - und die Arbeit daran wurde von einer Filmkamera festgehalten, so daß der Künstler wenig später sich selbst im Kino zusehen konnte....


Die Schwärmerei des ostpreussischen Malers für Henny Porten und speziell die Arbeiten zu Anna Boleyn werden auch in der umfangreichen Henny Porten Biographie von Helga Belach (Haude & Spenersche, Berlin 1986) beschrieben. Dort aus der Sicht Henny Portens, aus deren Autobiographie hier zitiert wird. Demnach empfand sie den Maler eher als einen lustigen Kauz, der wohl etwas in sie verliebt war...

"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin



Super, nun gibt es endlich eine Biographie über den mysteriösen ALBIN GRAU:

Auf den Spuren des Nosferatu-Produzenten

http://www.stefan-strauss.de/index.php?option=com_content&view=article&id=54&Itemid=61



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http://gimlihospital.wordpress.com/

Zuletzt bearbeitet: 29.08.11 12:44 von Einar_The_Lonely


Bis zu seinem Tod 1971 lebte Albin Grau in Bayrischzell - und hat vielfältige Spuren in der Gemeinde hinterlassen. Diese hat der Kölner Stefan Strauß jetzt sichtbar gemacht. Nach seinem Aufruf im Miesbacher Merkur seien jede Menge Mails bei ihm eingegangen, sagt der 33-Jährige. Mittlerweile ist die Doktorarbeit abgegeben und mit Bestnote bewertet worden - auch Dank der Mithilfe vieler Bayrischzeller. „Jeder hat eine Story zu ihm parat, und in vielen Häusern hängen noch Originalbilder, die er bei den Kunstausstellungen verkauft hat“, sagt Strauß. Allein im Hotel Wendelstein sind es etwa 30.

In Bayrischzell gibt es viele Zeitzeugen, die Grau persönlich begegnet sind. „Den meisten hier ist er durchaus bekannt.“ Auch wenn nicht jeder tatsächlich mit ihm geredet hat. Werner Kastl vom Hotel Wendelstein kannte ihn nur vom Vorbeischlendern. Mal ein „Grüß Gott“ - mehr hat der Hotelier mit dem Filmproduzenten und Maler nicht gewechselt. Zu den vielen Graus in seinem Hotel ist er durch seinen Vater Alois Kastl gekommen. „Die haben sich ganz gut gekannt“, weiß Kastl - und dass sein Vater, einst Bürgermeister der Gemeinde, ein Liebhaber lokaler Kunst war. Im Zimmer des jetzigen Rathaus-Chefs hängt noch immer eins, eine Ansicht des Miesings. Nicht einmal hat Helmut Limbrunner darüber nachgedacht, es abzuhängen.

„Grau war ein Kunsthandwerker“, sagt Strauß. Er habe gemalt, um sich finanziell über Wasser zu halten. Einen eigenen Stil hat er nie entwickelt, immer nur kopiert, so der 33-Jährige. „Ihm fehlte die von innen heraus motivierte Suche nach Antworten. Deshalb hat er sich immer bei anderen orientiert.“ Und genau deshalb konnte Grau laut Strauß auch nicht mehr an den Erfolg von „Nosferatu“ anknüpfen. „Er war an der Spitze der deutschen Filmkunst und konnte daraus keinen Ruhm schlagen.“


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http://gimlihospital.wordpress.com/


Hallo zusammen,

pünktlich zum Julfest kommt eine Doppelbiografie über Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl heraus.





Quelle: Literatur.Magazin der Berliner Zeitung vom 06.12.2011

Gruß
Debucourt



Im Cinegraph Verlag ist ein neues Buch über Henny Porten erschienen. link



"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin


Zuletzt bearbeitet: 06.06.12 23:26 von AndiK


Im August erscheint eine Romanbiographie über Pola Negri.



Da ich vom Berlin Verlag ein Leseexemplar bekommen habe, werde ich mich schon jetzt am Wochenende darauf stürzen. Ich bin gespannt..


Zuletzt bearbeitet: 15.06.12 23:26 von pandora


Dann erscheint im September auch noch bei Schirmer/Mosel die Neuauflage der Hedy Lamarr Autobiographie "Ekstase und ich"



Und im Ankerherz Verlag erscheint eine weiter Biographie, diesmal von ihrem Sohn geschrieben: "Hedy Darling"





Hallo..
hat sich jemand schon "Der Caligari-Komplex" zugelegt und kann hierzu etwas sagen?
Klingt auf jeden Fall sehr vielversprechend
Preis/Leistung scheinen hier zu stimmen...
http://olafbrill.de/


Wenn das Buch hier schon vorgestellt wurde - 'tschuldigung - hatte ich unter Suchfunktion nicht finden können



Frank Noacks "Emil Jannings - der erste deutsche Weltstar" ist erschienen.
http://www.collection-rolf-heyne.de/verlagsprogramm/gesamtverzeichnis/titel536.html



Zuletzt bearbeitet: 08.08.12 16:41 von Hutter


Zwei außergewöhnliche Publikationen der letzten Zeit anlässlich aktueller Ausstellungen:

Zwischen Film und Kunst. Storyboards von Hitchcock bis Spielberg
Herausgegeben von Katharina Henkel, Kristina Jaspers, Peter Mänz
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Hachmannedition, Bremen 2011, 192 S. mit 150 meist farbigen, teils ganzseitigen Abbildungen.
Mit etwas Glück findet man die Ausstellungsausgabe zu 25 Euro, ISBN 978-3939429883
Die Buchhandelsausgabe kostet 38 Euro, ISBN 978-3866787247

Die Ausstellung, die in Emden, Berlin und München gezeigt wurde, präsentierte Szenenentwürfe zu 22 Filmen, darunter das Storyboard von Fritz Maurischat zu einer Schlüsselszene in Maurice Tourneurs DAS SCHIFF DER VERLORENEN MENSCHEN (1929). Auf kleinen, unaufdringlichen Monitoren an der Wand waren zum Vergleich die dazugehörigen Sequenzen zu sehen. Andere Künstler, die ihr Handwerk in der Stummfilmzeit erlernt hatten, waren mit Storyboards zu Tonfilmen vertreten: so Fritz Lang (2x), King Vidor, Alfred Hitchcock (2x), William Cameron Menzies. Der Textteil des Buches erweitert den Blick jenseits der ausgestellten Werke beispielsweise auf Fritz Maurischats geniale Fortentwicklung des Storyboard-Prinzips zum „Papierfilm“ bei Frank Wisbars IM BANN DES EULENSPIEGELS (1932).
Die größte Schwäche der Ausstellung war die augenscheinliche Unsicherheit darüber, ob denn Film alleine schon Kunst genug ist; so stellte man den Storyboards jeweils zeitgenössische Kunstwerke recht banaler Scheinverwandtschaft gegenüber. Zu einer Szene aus HAMMETT, in der eine Schreibmaschine wichtig ist, gab es Konrad Klaphecks altarhafte Büromaschinen, zu Salvador Dalís zentraler Traumsequenz für SPELLBOUND das Gemälde „Augenoperation“ von Hanns Ludwig Katz; na toll.
Das Buch reproduziert die Details, Töne und Schattierungen der Storyboards ausgesprochen originalgetreu; ich hab's vor Ort verglichen.

Die Ausstellung erwähnt bei der Dt Kinemathek:
http://osiris22.pi-consult.de/view.php3?show=5600007370727
Das Buch ebendort (weit runterscrollen):
http://osiris22.pi-consult.de/view.php3?show=5200001870724





Noch aufregender und leider deutlich kostspieliger:

Licht und Schatten. Die großen Stumm- und Tonfilme der Weimarer Republik. 335 Filmbilder von „Mutter Krause“ bis „Dr. Mabuse“.

Der Name der Ausstellung in der Versicherungskammer Bayern trifft es besser: AM FILMSET DER WEIMARER REPUBLIK 1918-1933 (siehe auch sep. Thema). Sie versammelt nämlich Standfotos (nicht Kadervergrößerungen, wie man bei dem Wort „Filmbilder“ annehmen könnte) zu 66 Filmen von Lubitschs CARMEN und Dreyers MICHAEL über Grunes DIE BRÜDER SCHELLENBERG und Robisons LOOPING THE LOOP bis zu Jervens DER SONDERLING und Ophüls' LIEBELEI.

Diese Fotos vom Set sind weitaus klarer, schärfer und detailreicher, als es Bilder aus Filmkopien sein könnten, und sie repräsentieren in mehr als einer Hinsicht einen anderen Blickwinkel: Sie sind nicht Teil des Filmes sondern Teil seiner Vermarktung. So schmeißt sich Werner Krauss für DIE FREUDLOSE GASSE derart stolzerfüllt und prächtig als Metzger in Positur, dass wir nicht ein Abbild dieser Figur sehen, sondern gewissermaßen das Sinnbild „Der Fleischhauer“.

Das Buch reproduziert die Fotos in schlicht umwerfender Druckqualität. Hinzu kommt ein kurzes Vorwort von Rainer Rother und Werner Sudendorf sowie ein ausführlicher, geradezu mustergültiger Essay von Hans Helmut Prinzler mit dem Titel „Die unruhige Republik. Deutsche Aufbrüche 1928-1933“. Er behandelt auf 37 Seiten Themen wie Politik, Zensur, Wirtschaft, Filmwirtschaft (incl. Besucherzahlen), Technik, Architektur, Kinoarchitektur, Filmarchitektur und lenkt den Blick auch auf die vorherrschenden Formen und Genres der Zeit.

In der Vorbereitung ergaben sich bei zwei wichtigen Werken Schwierigkeiten. Zu DIE BÜCHSE DER PANDORA besitzt die Kinemathek nur empfindliche Originale, die nicht herausgegeben werden konnten, und zu FRAU IM MOND war Paris nicht dazu zu bewegen, die dort eingelagerten Fotos reproduzieren zu lassen. Während nun die Exponate für die Ausstellung gerahmt wurden, bekam der Rahmenbauer Besuch eines befreundeten Fotografen, der erwähnte, er habe in seiner Sammlung auch noch tolle Standfotos. Die brachte er denn auch vorbei, als Hans Helmut Prinzler Anfang Oktober zur Hängung der unvollständigen Ausstellung in München war. Man öffnet den ersten Karton, obenauf liegen Bilder zu DIE BÜCHSE DER PANDORA. In einem anderen Karton war ein fantastischer unberührter Satz Fotokarten zu FRAU IM MOND. Diese Ergänzungen haben nun Ehrenplätze in der Ausstellung.

Licht und Schatten ist bei Schirmer/Mosel erschienen, es hat 308 Seiten, die ISBN lautet 978-3829605885, und in der Ausstellung kostet es 48 Euro (seufz). Wenn es im November 2012 in den Buchhandel kommt, gar 68 Euro (vom-Pferd-fall!).
Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Januar 2013 im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern in München zu sehen; Generelles dazu im separaten Thread.



Und hier seit langem mal wieder was über Buster Keaton auf Deutsch:




Zuletzt bearbeitet: 01.11.12 13:20 von pandora


Eine beeindruckende und sehr empfehlenswerte Publikation über Hans Steinhoff von Dr. Horst Claus:

http://www.deutsche-kinemathek.de/de/publikationen/neuerscheinungen/filme-fuer-hitler

Steinhoff hat als Regisseur zahlreiche und z.T. wirklich gute Stummfilme gedreht, auf die das Buch auch sehr detailliert eingeht!





Neuerscheinung im Okt 2012.



http://www.amazon.de/Hilde-K%C3%B6rber-Berlin-ihre-B%C3%BChne/dp/3894797401/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1353459581&sr=8-1



Was für Augen!
Dank Euch für die Hinweise!

Gruß
Debucourt

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