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Thema: Stummfilme live...


7. Karlsruher Stummfilmtage

Kommenden Donnerstag, den 22.01.2009 starten die Karlsruher Stummfilmtage (bis Sonntag, 25.01.). Dieses Jahr unter dem Motto: Asta Nielsen, G.W. Pabst, Lulu-Filme.

Nähere Infos zu den Filmen und die Termine findet ihr unter:
www.karlsruher-stummfilmtage.de




Filmmuseum München, Donnerstag 29.1. 19.00:
MISS MEND (Fjodor Ozep, Boris Barnet 1926)
gut vier Stunden wahnwitziger Ereignisse, am Klavier begleitet von Joachim Bärenz, dem furchtlosen Stummfilmbändiger!



Aus der Presseinformation
MISS MEND: Dreiteiliger Action-Stummfilm mit Live-Musikbegleitung

In der "Open Scene" am Donnerstag, dem 29.1.09, um 19.00 Uhr präsentiert das Münchner Filmzentrum (MFZ) im Rahmen der Reihe "Sowjetische Stummfilme" eine besondere Rarität im Filmmuseum: Den dreiteiligen Agentenfilm MISS MEND (DIE ABENTEUER DER DREI REPORTER) von Boris Barnet und Fjodor Ozep (Sowjetunion 1926), live am Flügel begleitet von Joachim Bärenz aus Essen.

Teil 1: EIN BRIEF VON EINEM TOTEN , 84 min -
Teil 2: DER TEUFLISCHE DOPPELGÄNGER, 86 min -
Teil 3: TÖDLICHE STRAHLEN, 70 min. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Einführung: Christoph Michel.

Ein amerikanischer Großindustrieller wird Opfer eines Attentates, für das man die Bolschewiken verantwortlich macht. In Wahrheit ist er jedoch nicht tot, sondern in den Händen einer reaktionären Untergrundorganisation, die Anschläge mit Pesterregern in der Sowjetunion plant. Die Sekretärin Miss Mend und drei nichtsahnende Reporter werden in den Strudel der Ereignisse gezogen. Wegen seiner Länge von ingesamt rund vier Stunden wird MISS MEND äußerst selten aufgeführt und stellt besondere Anforderungen an die Musik. MISS MEND ist Actionreißer und Hollywoodpersiflage zugleich, führt Groschenroman und politische Parabel zusammen. Der Film verbindet die großen Spannungsbögen des abendfüllenden Spielfilms mit den kurzen Kapiteln der Serials, ihren haarsträubenden Wendungen, ihrer atemlosen Action und ihrer irrsinnigen Zuspitzung auswegloser Situationen. Dabei pflegt er stets den für Barnets Werk so charakteristischen spielerischen Umgang mit Bildgestaltung und Schnitt, Tricktechnik und narrativen Formen.

Fjodor Ozep
(*1895) war vor MISS MEND Drehbuchautor (u.a. AELITA), inszenierte 1929 in Deutschland DER LEBENDE LEICHNAM. Boris Barnet (*1902), Schauspieler, Boxer und Filmregisseur, wurde als Cowboy Jeddy in Lew Kuleschows DIE SELTSAMEN ABENTEUER DES MR WEST IM LANDE DER BOLSCHEWIKI (1924) international bekannt. Unter seinen Regiearbeiten sind besonders seine still-subversiven Komödien wie DAS MÄDCHEN MIT DER HUTSCHACHTEL (1927) und DAS HAUS IN DER TRUBNAJA-STRASSE (1929) berühmt.

Der Eintritt kostet € 6,-/ € 5,- für Mitglieder des MFZ. (incl. 2 € Aufschlag für Musikbegleitung).
Karten können vorbestellt werden unter Tel. 089/ 233 24150.

Unbedingt hingehen, wenn man die Möglichkeit hat! Wann kann man schon MISS MEND sehen?



Das Londoner Barbican zeigt die folgende Reihe von Stummfilmen mit Live-Musikbegleitung in den nächsten Monaten:

The Last Laugh (Der Letzte Mann) F.W. Murnau 1924

Diary of a Lost Girl G.W.Pabst 1929

The Cheaters P. McDonagh 1930

Erotikon G. Machatý 1929

L'Inferno G. de Liguoro 1911

Sex in Chains W. Dieterle 1928

Benya Krik V. Vilner 1926

Den Murnau und den Pabst will ich mir ansehen. Irgendwelche Filme dabei, die man nicht verpassen sollte? L'Inferno und Sex in Chains hören sich vielversprechend an.



TheCritic:
Irgendwelche Filme dabei, die man nicht verpassen sollte?


Auch wenn das wenig hilfreich ist: alle! Die seltenen, weil sie selten sind und die Klasiker wegen der vermutlich ausgezeichneten Musikfassung, und weil sie nicht umsonst Klassiker sind. Auch ein Film, den ich auf DVD auswendig kenne, ist für mich auf der großen Leinwand mit Begleitung immer ein Erlebnis.

______________________________________________
"Ein patentes Mädel."
"Nicht wahr? Wenn sie nur nicht immer 'Mops' zu mir sagen würde!"


myself:
Filmmuseum München, Donnerstag 29.1. 19.00 MISS MEND (Fjodor Ozep, Boris Barnet 1926) – gut vier Stunden wahnwitziger Ereignisse, am Klavier begleitet von Joachim Bärenz, dem furchtlosen Stummfilmbändiger!

War jemand von Euch dort? Meinungsbild? Ich bin ja Partei.



Am 15. Februar 18 Uhr im Lichthaus-Kino Weimar: Buster Keatons "The Cameraman" mit live Klavier!

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"Du musst Caligari werden - -!"


Arndt:
TheCritic:
Irgendwelche Filme dabei, die man nicht verpassen sollte?


Auch wenn das wenig hilfreich ist: alle! Die seltenen, weil sie selten sind und die Klasiker wegen der vermutlich ausgezeichneten Musikfassung, und weil sie nicht umsonst Klassiker sind. Auch ein Film, den ich auf DVD auswendig kenne, ist für mich auf der großen Leinwand mit Begleitung immer ein Erlebnis.


Vollkommen richtig. Wenig hilfreich. Das ist genau die Antwort, die ich mir selbst geben würde.
Aber so unbedeutende Beschränkungen wie Zeit und Geld ... nichtig, ich weiß.



TheCritic:
Arndt:
TheCritic:
Irgendwelche Filme dabei, die man nicht verpassen sollte?


Auch wenn das wenig hilfreich ist: alle! Die seltenen, weil sie selten sind und die Klasiker wegen der vermutlich ausgezeichneten Musikfassung, und weil sie nicht umsonst Klassiker sind. Auch ein Film, den ich auf DVD auswendig kenne, ist für mich auf der großen Leinwand mit Begleitung immer ein Erlebnis.


Vollkommen richtig. Wenig hilfreich. Das ist genau die Antwort, die ich mir selbst geben würde.
Aber so unbedeutende Beschränkungen wie Zeit und Geld ... nichtig, ich weiß.


Es war aber auch eine nahezu nicht lösbare Aufgabe!

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"Ein patentes Mädel."
"Nicht wahr? Wenn sie nur nicht immer 'Mops' zu mir sagen würde!"


TheCritic:
Das Londoner Barbican zeigt (...) in den nächsten Monaten:
  • The Last Laugh (Der Letzte Mann) F.W. Murnau 1924
  • Diary of a Lost Girl G.W.Pabst 1929
  • The Cheaters P. McDonagh 1930
  • Erotikon G. Machatý 1929
  • L'Inferno G. de Liguoro 1911
  • Sex in Chains W. Dieterle 1928
  • Benya Krik V. Vilner 1926

  • So schön es wäre, das alles zu sehen – angesichts von GBP 7.50-9.50 pro Aufführung (8-10 Euro) ist das schwer möglich. Da Du Murnau und Pabst bereits fest vor hast, geht es nicht mehr um "Pflichttitel", deshalb nehme ich mir die Freiheit ganz und gar persönlich motivierter Empfehlungen.
    • L'Inferno am 19. April wegen des Mehrwertes: Erstens liegt mir Stephen Hornes Stil der Begleitung sehr, zweitens gibt es als Zuwag Fragmente eines weiteren Inferno-Filmes aus demselben Jahr.
    • Geschlecht in Fesseln am 3. Mai, hier: 'Sex in Chains', weil ich von Wilhelm Dieterle nie genug kriegen kann und ich erwarte, dass gerade dieser sehr bewegende Film besonders von Neil Brands Witz und Routine profitiert. Ein Kuriosum am Rande; ganz oben auf der Seite zu Geschlecht in Fesseln steht: "Cul film revealing the artistic freedom and relaxed cultural mores of Germany's Weimar period." Einen Knastfilm als "Cul film" zu bezeichnen – das nenne ich mal einen kapitalen Freud'schen Tippfehler!
    • Benya Krik am 17. Mai, weil er den Gangsterfilm aus einer ganz anderen Ecke angeht als die zeitgleichen Ansätze in den USA. Dazu ein Auszug aus einem alten Programmheft:
    Der Film spielt in den Jahren 1914 – in einem korrupten und kapitalistischen Zarenreich – bis 1918 in der nachrevolutionären Zeit und zeigt Episoden aus dem Leben des Gaunerkönigs Benja Krik. Die Geschichten handeln von Bestechungen, einer Hochzeit mit wilden Tänzen, Brandstiftung, Erpressung und Überfällen bis zu Benja Kriks Reibereien mit den Bolschewiken. Der 1926 von der Kinofabrik in Odessa, VUFKU, realisierte Film wurde direkt nach seiner Premiere 1927 verboten. Er sei gefährlich, da er antisemitische Stimmungen verstärken könnte. Als schädlich eingeschätzt wurde außerdem die »Romantisierung des Rowdytums.« Ursprünglich war Sergej Eisenstein als Regisseur vorgesehen. (Matthias Mondon, Natalie Squire)

    Diese drei Titel seien Dir also aus meiner Sicht am heftigsten ans Herz gelegt. Spricht Dich davon was an?


    Zuletzt bearbeitet: 05.02.09 12:12 von Hofmeister


    Und was ist mit

    # The Cheaters P. McDonagh 1930

    und

    # Erotikon G. Machatý 1929?

    Wann gibt's die 'mal wieder irgendwo live zu sehen? Na? Na?

    Ich würd' ja lieber ein paar pints weniger trinken und mir die Filme gönnen. Die Preise find' ich gemessen am Londoner Niveau durchaus moderat.

    ______________________________________________
    "Ein patentes Mädel."
    "Nicht wahr? Wenn sie nur nicht immer 'Mops' zu mir sagen würde!"


    Arndt:
    Wann gibt's die (The Cheaters und Erotikon) 'mal wieder irgendwo live zu sehen? Na? Na?
    Ich würd' ja lieber ein paar pints weniger trinken und mir die Filme gönnen. Die Preise find' ich gemessen am Londoner Niveau durchaus moderat.

    Dass TheCritic hingehen möchte, liegt auf der Hand. Dass er alles besuchen will, was Zeit und Geld erlauben, hat er gesagt. Dass er auswählen muss, ist leider Tatsache. Dass er hier fragt, bedeutet nicht, dass er sich lieber ein Bier kauft, sondern, dass er an weiteren Meinungen interessiert ist. Dass The Cheaters und Erotikon für ihn nicht minder interessant sind, geht daraus hervor, dass er sie ebenfalls auflistet. Dass meine Empfehlungen subjektiv sind, habe ich ausdrücklich angemerkt.

    Die niedrige Aufführungsfrequenz stummer Filme (ein objektives Kriterium) ist prinzipiell ein Grund dafür, dass solche Reihen überhaupt veranstaltet werden und so attraktiv sind. Ja, die Filme sind fraglos alle sehenswert, und in einer idealen Welt würden sie alle dauernd in den Kinos laufen (neben The Mountain Eagle und der Urfassung von Greed). Nur hilft ihm das nix.

    Wenn Du auswählen müsstest, Arndt, wie sähe Deine Wahl dann aus?



    Hofmeister:
    Arndt:
    Wann gibt's die (The Cheaters und Erotikon) 'mal wieder irgendwo live zu sehen? Na? Na?
    Ich würd' ja lieber ein paar pints weniger trinken und mir die Filme gönnen. Die Preise find' ich gemessen am Londoner Niveau durchaus moderat.

    Dass TheCritic hingehen möchte, liegt auf der Hand. Dass er alles besuchen will, was Zeit und Geld erlauben, hat er gesagt. Dass er auswählen muss, ist leider Tatsache. Dass er hier fragt, bedeutet nicht, dass er sich lieber ein Bier kauft, sondern, dass er an weiteren Meinungen interessiert ist. Dass The Cheaters und Erotikon für ihn nicht minder interessant sind, geht daraus hervor, dass er sie ebenfalls auflistet. Dass meine Empfehlungen subjektiv sind, habe ich ausdrücklich angemerkt.

    Die niedrige Aufführungsfrequenz stummer Filme (ein objektives Kriterium) ist prinzipiell ein Grund dafür, dass solche Reihen überhaupt veranstaltet werden und so attraktiv sind. Ja, die Filme sind fraglos alle sehenswert, und in einer idealen Welt würden sie alle dauernd in den Kinos laufen (neben The Mountain Eagle und der Urfassung von Greed). Nur hilft ihm das nix.

    Wenn Du auswählen müsstest, Arndt, wie sähe Deine Wahl dann aus?


    Wie gesagt, die Aufgabe ist im Grunde nicht lösbar. Denn meine Wahl hinge davon ab, wann ich Zeit habe, wie weit ich vom Barbican Centre entfernt wohne und welche Filme ich bereits wie oft gesehen habe. Hätte ich genug Zeit, würde ich mir alle Filme ansehen. Was hätte aber irgend jemand von der Offenlegung einer Wahl auf der Grundlage dieser Kriterien?
    Und um TheCritic raten zu können, weiß ich zu wenig über ihn (oder sie). Was für Vorlieben hat er (oder sie)? Was hat er (oder sie) bereits gesehen? Nun könnte man natürlich davon ausgehen, dass er (oder sie) noch nicht allzu viele Stummfilme gesehen hat, wenn er (oder sie) so fragt. Gerade dann finde ich aber meinen Tipp, möglichst alle Filme anzuschauen, immer noch richtig. Der war ernst gemeint!

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    "Ein patentes Mädel."
    "Nicht wahr? Wenn sie nur nicht immer 'Mops' zu mir sagen würde!"


    Hofmeister, danke für die Begründungen. L'inferno und Sex in Chains wären auch meine beiden nächsten gewesen, wobei ich gar nicht mal sagen könnte warum. Vielleicht, weil ich einfach gestrickt bin und auf sensationsheischende Titel reinfalle. Oder weil ich die Titel schon mal gehört habe. Wer weiß.
    Die Preise sind schon in Ordnung, aber man hat auch ein anderweitiges Sozial- und Kulturleben. Insofern muß man Prioritäten setzen, für deren qualitative Aufwertung ich Dir dankbar bin.

    Arndt, er. Er hat schon einige Stummfilme gesehen. Fast ausschließlich im Kino, weil nur mit Livemusike das so richtig fetzt. Die letzten waren Der lebende Leichnam und The Passion of Joan of Arc, die liebsten deutschen sind Nosferatu - eine Symphonie des Grauens und Das Cabinet des Dr. Caligari, international wäre das wohl Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin und Maya Derens Meshes of the afternoon, am sympathischsten gescheitert finde ich Aelita, die schönsten Schurkereien sind in Les Vampires zu bewundern (sagte ich schon, daß ich gerne auf sensationsheischende Filme reinfalle?) und als wichtigsten Stummfilm würde ich Vertovs Mann mit der Kamera ansehen.
    Und trotz des wenig hilfreichen Rates volles Verständnis für Deine Position.



    TheCritic:
    [...] am sympathischsten gescheitert finde ich Aelita[...]


    Warum? Ist doch ein toller Film.


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    Vom Rio Grande bis Kap Hoorn - Der Stummfilm in Lateinamerika


    Das Programm des Münchner Filmmuseums für die kommende Spielzeit (20.2.-2.8.09) ist online; beim Durchzählen komme ich auf nicht weniger als 24 Stummfilmtermine (27 inclusive der Grenzfälle). Besonders reich an Überraschungen im Stummfilmbereich ist die Reihe "Geschichte des japanischen Animationsfilms".

    Kann man dort ein Feldbett aufstellen? Hier die Verknüpfungen zu den aktuellen PDFs:Diese und die Programme einzelner Reihen (wie z.B. "Das Kriegsende 1918/19 und die Folgen") sind auch von der Programmseite des Filmmuseums zugänglich. Wenn einzelne Termine näherrücken, wird's hier gewiss gemeldet. Fröhliche Lektüre!

    le ciné-chien

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