Stummfilm-Forum von

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Thema: Off Topic


Nosferatu:
Die 1984 ZDF Rekonstruktion wurde ausschließlich nach Drehbuch mit sekundären Quellen, welche in ganz Europa verstreut waren rekonstruiert. 131 min. Diese Version wurde 1995 um vier Minuetn erweitert und müßte die VHS Fassung sein.


Nein, das ist sie nicht: die CIC-VHS von 1994 wie auch die Universal-VHS von 1999 beinhalten die ZDF-Rekonstruktion von 1984 - ohne irgendwelche Veränderungen. Ich habe es nachprüfen können.

Neuerstellter Vorspann: 2:12 min.
rekonstruiertes Filmmaterial: 130:46 min.
ZDF-Abspann: 2:28 min.

zusammen: 135:26 min. (bei 25 B/s)

Darüber hinaus scheint es mindestens zwei weitere Fassungen zu geben: die DVD/BD-Fassung (128:06 min. [25 B/s] bzw. 133:25 min. [24 B/s]) und die arte-Ausstrahlung von 2004 (128:28 min.). Sie sind beide bei ofdb gelistet worden:

DVD:
http://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=1225&vid=122852

arte:
http://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=1225&vid=122857

Dennoch verwirren mich die Laufzeitangaben beim Schnittbericht für die DVD etwas: 210 Sekunden weniger, aber 118 Sekunden mehr als die arte-Fassung ergibt bei mir ein Minus von 92 Sekunden, aber insgesamt geht die DVD fast gleichlang wie die arte-Ausstrahlung. Seltsam...

Ich habe die DVD zur Hand genommen:

Vorspann: 2:04 min.
Film: 125:44 min.
Abspann: 0:20 min.

zusammen: 128:08 min.

PS:
Die Copyright Length ist mit 12.423 ft (3786,53 m) angegeben. Das wären 138:24 min.

Gruß, Challenger



Die restaurierte Blu Ray von warner hat eine Länge von 133,25 min (NTSC). Entspricht vermutlich den 128 min PAL. Trotzdem die einzige Fassung vom Originalnegativ.

Wenn man die veränderten Vorspänne, Abspänne, etc.. streicht dauern vermutlich alle erhältlichen Fassungen zwischen 128-130 min oder +/- 2/3 minuten.

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"Einen schönen Hals hat Eure Frau..."

Zuletzt bearbeitet: 29.01.13 08:12 von Nosferatu


Nosferatu:
Die restaurierte Blu Ray von warner hat eine Länge von 133,25 min (NTSC). Entspricht vermutlich den 128 min PAL. Trotzdem die einzige Fassung vom Originalnegativ.

Das Thema der Eingriffe, durch die ALL QUIET ON THE WESTERN FRONT sofort auf die heute überlieferte Länge gestutzt wurde, wird auf der Blu-ray (nur) am Rande gestreift.

Die ZDF-Fassung war nicht zuletzt deshalb ein Flickenteppich, weil sie nicht zusammengehörende Materialien kombinierte. Sie fügte Passagen aus der stummen Version in die Tonfilmfassung ein und verpasste ihnen neuen dt. Ton. Seinerzeit verkündete das ZDF über seine Version gar noch stolz, sie enthalte "wieder" Szenen, die "nur ohne Ton überlebt" hätten. In Wahrheit hatten die nie was in der tönenden verloren. ("Umsteigen in Löhne")

Solche Bastardversionen sind der Alb aller Restauratoren, sind sie doch höllisch schwer auseinanderzufieseln und verwirren die ohnedies hinlänglich komplizierte Materiallage bei Filmen aus der Übergangszeit. Die Entstehung derartiger Bastarde fußt auf der irrigen Annahme: je mehr Material, desto kompletter. Gerade bei ALL QUIET ON THE WESTERN FRONT unterscheiden sich tönende und stumme Fassung aber deutlich.

Leider ist das Gerücht aber nicht totzukriegen, Universal hätte Dinge weggelassen, die das ZDF "rekonstruiert" hätte, es wabert auch weiter durch die Kundenrezensionen bei Amazon.de.



Hofmeister:
Seinerzeit verkündete das ZDF über seine Version gar noch stolz, sie enthalte "wieder" Szenen, die "nur ohne Ton überlebt" hätten. In Wahrheit hatten die nie was in der tönenden verloren. ("Umsteigen in Löhne")


Das habe ich nich angeführt da ich mir nicht ganz sicher war.Danke dafür!
Ist die stummfilmmfassung wirklich so unterschiedlich? Zumindest aus der Erinnerung wirkten für mich die meisten Einstellungen identisch. (Fast wie Tonfilmversion ohne Ton aber imit Zwischentitel) Muss mal vergleichen.

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"Einen schönen Hals hat Eure Frau..."


Wie gehts euch eigentlich beim Vergleich von Buch und Film? Literaturverfilmungen fallen ja häufig gegenüber einem Roman ab, was auch kein Wunder ist, nachdem in der Regel wirklich große Literatur verfilmt wird. Und die jeweiligen Autoren haben natürlich auch kein Drehbuch verfasst.
Ich finde allerdings, dass im Fall von Im Westen nichts Neues der Film ein sehr eigenständiges Kunstwerk ist, das zumindest sehr nah an das Buch herankommt. Bei solchen Vergleichen ist natürlich immer sehr viel persönlicher Geschmack dabei, aber nachdem ich das Buch recht gut kenne, habe ich automatisch bei einigen Abschnitten den Eindruck, den sie bei mir hinterlassen haben, am Roman gemessen.
Die Szene, wo die Kameraden Franz Kemmerich besuchen, dem ein Bein amputiert wurde, berührt mich bei Remarque deutlich mehr als im Film, allerdings ist es bei dem Abschnitt, wo Paul in einem Bombentrichter einen Franzosen tödlich verwundet und neben ihm ausharren muss, umgekehrt, wenn auch nicht in dem gleichen Ausmaß.
Im Roman wird ja immer wieder beschrieben, wie Pauls Freunde einer nach dem anderen fallen. Das wird im Film mit Kemmerichs Stiefeln angedeutet, was ich zwar isoliert betrachtet sehr geschickt finde, aber auch nicht mehr. Wenn man das allerdings mit der Schlusseinstellung kombiniert, in welcher immer wieder einer der jungen Soldaten zurückschaut, ist das für mich hervorragend filmisch umgesetzt.
Am bekanntesten ist wahrscheinlich die letzte Szene, in der Paul fällt. Die sind allerdings im Roman und im Film zwangsläufig so unterschiedlich, dass für mich ein Vergleich nicht mehr möglich ist. Hier stellen Roman und Film ganz unterschiedliche Fragen.
Aber wie gesagt ist so etwas ja immer extrem subjektiv. Wahrscheinlich werden auch viele der Meinung sein, dass man sie gar nicht anstellen sollte. Aber ich bin schon häufiger auf so etwas angesprochen worden und einige Male gerade auf Im Westen nichts Neues. Deshalb würde mich mal eure Meinung interessieren.



Eine Frage will ich gleich noch hinterherschieben: Kennt jemand von euch Ernst Johannsens Vier von der Infanterie, nach dem G.W. Pabst Westfront 1918 gedreht hat? Nachdem das Buch vergriffen und nur für sündteures Geld zu haben ist, geh ich zwar nicht davon aus, dass es jemand gelesen hat, aber vielleicht wisst Ihr ja trotzdem ein bisschen was drüber, z.B. wie es nach seiner Veröffentlichung aufgenommen wurde.


Zuletzt bearbeitet: 11.02.13 09:21 von Hutter


Hutter:
Wie gehts euch eigentlich beim Vergleich von Buch und Film? Literaturverfilmungen fallen ja häufig gegenüber einem Roman ab, was auch kein Wunder ist, nachdem in der Regel wirklich große Literatur verfilmt wird. Und die jeweiligen Autoren haben natürlich auch kein Drehbuch verfasst.


Ich empfinde auch beide als eigenständig.
Die Schlußszene mit dem Schmetterling ist grandios.
Für mich ist dieser alte Film um einiges eindringlicher und macht mich mehr betroffen als vergleichbare andere Kriegsfilme.
Der Roman ist auch nach so langer Zeit sehr bedrückend, da es kaum so detailgenaue Beschreibungen von der Front und ihren Grauslichkeiten in so konzentrierter Form gibt.


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"Einen schönen Hals hat Eure Frau..."

Zuletzt bearbeitet: 11.02.13 12:53 von Nosferatu


Kennt jemand von euch den Film Themba? Was haltet ihr denn von ihm? Ich habe einige Kritiken gelesen, die nicht die allerbesten sind. Ich kenne ihn allerdings selbst noch nicht.


Zuletzt bearbeitet: 16.02.13 10:46 von Hutter


Hofmeister:
Die ZDF-Fassung war nicht zuletzt deshalb ein Flickenteppich, weil sie nicht zusammengehörende Materialien kombinierte. Sie fügte Passagen aus der stummen Version in die Tonfilmfassung ein und verpasste ihnen neuen dt. Ton. [...]

[...] Gerade bei ALL QUIET ON THE WESTERN FRONT unterscheiden sich tönende und stumme Fassung aber deutlich.


Das kann gut sein: schließlich kennt man ja nur die deutsch synchronisierte Fassung der ZDF-Restauration. Da kann man ja gar nichts nachprüfen.

Insofern wird die Bluray mit stummer und tönender Fassung ihre Daseinsberechtigung haben.

Die Stummfilmfassung fand ich übrigens nicht übermäßig anders als die Tonfassung; einige Details sind anders, aber der Erzählbogen ist praktisch gleich. Aber in welcher Fassung auch immer: dieser Film funktioniert immer!

Gruß, Challenger





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DER BALL: A Lost Film Profile

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»Für mich bestand die Schwierigkeit, mit einer uralten Sage eine uralte Musik zu verbinden«
- Gottfried Huppertz


Besser spät als garnicht:
Herzlichen Glückwunsch an Lotte Koch zum 100.!
llink
Zusammen mit Martha Eggerth (100) und Margot Hielscher (92) eine der letzten noch unter uns weilenden UFA Stars.



"Heute ist die gute, alte Zeit von morgen." Karl Valentin


Zuletzt bearbeitet: 19.03.13 14:00 von AndiK


Die erste Frau meines Vaters. Wahnsinn, dass sie noch lebt!



Ich habe grad was entdeckt:

Einen herzlichen Glückwunsch an Ilse Petri zum 95. Geburtstag!



Ich habe eine Frage an Einar_The_Lonely zu stellen. Was ist die Quelle fur die Auskunft uber Kurt Nehrke und der Veit Harlan Prozess? Nehrke war mein Grossonkel, der jungere Bruder meiner Grossmutter. Er starb in Berlin in den funfziger Jahren so habe ich ihn nie gekannt. Es stimmt, ubrigens, dass seine Frau Judin war, und dass sie versteckte war und hat den Krieg uberlebt. Sie hiess Betti Lautersack und war Schauspielerin. Wenn Sie mehr uber Nehrke wissen, ware ich Dankbar wenn Sie antworten.



AndiK:
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Ihren 100. durfte sie noch erleben, Ruhe in Frieden:
UFAStar Lotte Koch stirbt mit 100 Jahren

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