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Thema: Victor Gonzales - Teil II


Victor Gonzales hat uns viel erzaehlt, wie das Leben hier frueher war. Offensichtlich klaffen hier Welten auseinander, wenn man das urbane, moderne Leben heute auf Lanzarote mit der Lebenswirklichkeit der Lanzaroteños in den 60er-Jahren vergleicht.

Einige Bilder die in diesem Thread verlinkt sind, dokumentieren dies.

Das Leben war frueher sehr hart, aber heute sei es noch schlechter, erklaerte er uns.

Das ist eine Meinung die ich nicht teile. IMHO sollte man positiv in die Zukunft schauen und sich Ziele setzen; dabei das heute nicht vergessen und geniessen ...

Victor hingegen meint, die Haendler und Spekulanten, die am wenigsten Arbeiten streichen die groesste Marge ein und so koennen sich die Bauern (die Produzenten) bald nichts mehr zu essen leisten, als das was sie selbst anbauen.

Die Familien muessen teile ihrer Felder verkaufen, damit sie weiterhin ueberleben koennen und dann ... Victor zwinkert mit dem rechten Auge.
"Dann habe ich ihnen eine Parcela verkauft. Fuer drei Millionen Peseten."

Victor macht eine bedeutungsvolle Pause.

"Spaeter erfuhr ich, dass der Mann, der mir die Parcela abgekauft hat, sie dann fuer 30 Millionen Peseten weiterverkaufte."

Das hat den guten Victor offenbar geschockt. Die drei Millionen Peseten hat er uebrigens in ein Apartement in La Santa gesteckt, das heute auch nichts mehr wert ist.

"Frueher war alles besser", dozierte Victor erneut und fuegte hinzu, "da waren in den Lebensmitteln noch Naehrstoffe. Heute ist das ganze Essen 'de plastico'."
"Frueher gab es noch die gute Ziegenmilch fuer die Kinder", warf ich ein, weil mir gerade dieses Bild durch den Kopf ging, das man in der Queseria Faro bei S. Bartolomé sehen kann:


Victor lachte lauthals auf, als ich das Bild erwaehnte. Er sagte, er kenne es und er kenne auch die Frau auf dem Bild, die aber mittlerweile fortgezogen sei.

Das Auswanderermuseum schoss mir durch den Kopf ...

"Nach El Mojon", fuegte Victor schliesslich hinzu.
"Das hat man frueher immer gemacht, wenn die Mutter des Kindes nicht genug Milch hatte. Das gab Abwehrkraefte. Nur manchmal ueberlebten die Kinder das nicht. Mein Cousin starb mit wenigen Monaten, weil die Ziege einen Infekt am Euter hatte, den man zu spaet erkannt hatte."

'Und Antibiotika hat man da vermutlich auch nicht so mal eben in der farmácia geholt ...', dachte ich.

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Persoenlich glaube ich ja, dass das Leben eher besser geworden ist in den letzten 40 Jahren. Nichtsdestotrotz muss man auch die Meinung derjenigen akzeptieren, denen der Wechsel in die moderne Welt zu schnell gegangen ist. Zumal viele einfache Menschen, die ihr Leben lang von ihrer Haende Arbeit leben konnten, durch die Wirtschaftskrise mehr und mehr in ihrer Existenz bedroht sind.

Saludos
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-m*sh-


{Als Gott die Welt erschuf, fragte er die Steine: „Steine, wollt ihr Canarios sein?“
Und die Steine antworteten betrübt: „Gott, du bist gütig, aber das können wir leider nicht - wir sind einfach nicht hart genug!“}


Danke für deine Posings mash!
Ich las alles sehr gern.
Meiner Meinung nach, hat deine Begegnung mit Victor einen schönen Platz bei der Userstories verdient.

Mónica



Eine sehr interessante Ansicht.
Danke für den Bericht

liebe grüße rubi

von der "Töpferei Arrieta"

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