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Thema: Ist die Beschneidung Körperverletzung?


»Ich habe schon vieles gelesen, was die Bibel oder den Glauben aus der Bibel diskreditiert oder diskriminiert, aber solch einen Schwachsinn habe ich hier nun wirklich nich nicht gelesen.«

dervomeer,

ich kann wirklich nichts dafür, dass du nicht in der Lage bist, entsprechende Bibelstellen zu interpretieren. Im Buch der Richter 11; 30, 34-39, heißt es:

30) Und Jephthah gelobte dem Herrn ein Gelübde und sprach: Gibst du die Kinder Ammon in meine Hand: was zu meiner Haustür heraus mir entgegengeht, wenn ich mit Frieden wiederkomme von den Kindern Ammon, das soll des Herrn sein, und ich will's zum Brandopfer opfern.

Was, glaubst du wohl, könnte Jephthah bei seiner Heimkehr aus dem Kampf mit den Ammonitern als Erstes aus der Tür seines Hauses ihm entgegenkommen gesehen haben? Vielleicht ein Kamel oder gar ein Känguru? Natürlich ist hier von einem Menschen die Rede – und zwar von seiner Tochter: von einem als Brandopfer bestimmten Menschen! Lesen wir aber weiter:

34) Da nun Jephthah kam gen Mizpa zu seinem Hause, siehe, da geht seine Tochter heraus ihm entgegen mit Pauken und Reigen; und sie war sein einziges Kind, und er hatte sonst keinen Sohn noch Tochter.

35) Und da er sie sah, zerriß er seine Kleider und sprach: Ach, meine Tochter, wie beugst du mich und betrübst mich! Denn ich habe meinen Mund aufgetan gegen den Herrn und kann's nicht widerrufen.

36) Sie aber sprach: Mein Vater, hast du deinen Mund aufgetan gegen den Herrn, so tue mir, wie es aus deinem Mund gegangen ist, nachdem der Herr dich gerächt hat an deinen Feinden, den Kindern Ammon.

37) Und sie sprach zu ihrem Vater: Du wollest mir das tun, daß du mir lassest zwei Monate, daß ich von hinnen hinabgehe auf die Berge und meine Jungfrauschaft beweine mit meinen Gespielen.

38) Er sprach: Gehe hin! und ließ sie zwei Monate gehen. Da ging sie hin mit ihren Gespielen und beweinte ihre Jungfrauschaft auf den Bergen.

39) Und nach zwei Monaten kam sie wieder zu ihrem Vater. Und er tat ihr, wie er gelobt hatte; und sie war nie eines Mannes schuldig geworden. Und es ward eine Gewohnheit in Israel [...]


Und nun schauen wir einmal in das 4. Buche Mose (Numeri) 25; 3,4:

3) Und Israel hängte sich an den Baal-Peor. Da ergrimmte des Herrn Zorn über Israel,

4) und er sprach zu Mose: nimm alle Obersten des Volks und hänge sie dem Herrn auf an der Sonne, auf daß der grimmige Zorn des Herrn von Israel gewandt werde.


Hier haben wir es mit Menschenopfern als Racheopfer zu tun, nicht mit einer einfachen Hinrichtung. Im 1. Buch der Könige 16; 34, heißt es:

34) Zur selben Zeit baute Hiel von Beth-El Jericho. Es kostete ihn seinen ersten Sohn Abiram, da er den Grund legte, und den jüngsten Sohn Segub, da er die Türen setzte, nach dem Wort des Herrn, das er geredet hatte durch Josua, den Sohn Nuns.

Hier handelt es sich ohne Frage um ein Bauopfer. Das heißt: Hiel hatte seine beiden Söhne geopfert und in das Fundament gelegt. Übrigens: Bauopfer waren schon in der Neusteinzeit üblich. Im 2. Buch Mose (Exodus) 22; 28 lesen wir:

28) Deiner Frucht Fülle und Saft sollst du nicht zurückhalten. Deinen ersten Sohn sollst du mir geben.«

Hier ist ein menschliches Dankopfer gemeint: ein Brandopfer, nämlich der Erstgeborene. Abraham aber erhält vom Herrn die Anweisung, auf einem von ihm zu nennenden Berg ein Feuer zu entfachen und dann seinen Sohn Isaak hinaufzuführen. Warum wohl? Vielleicht, um Isaaks Füße am Feuer zu wärmen? Wir lesen einmal, was im 1. Buch Mose (Genesis) 22; 2, 6, 9, 10 und 11, 12, 13 steht:

2) Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.

6) Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beiden miteinander.

9) Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz

10) und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete.

11) Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.

12) Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.

13) Da hob Abraham sein Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hangen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt.


Auch hier ist eindeutig von einem menschlichen Brandopfer die Rede; jedoch Gott lässt einen Widder als Brandopfer erscheinen. Hier tritt also an die Stelle des Menschenopfers ein Tieropfer. Es geschieht also das, was ich in meinem vorherigen Beitrag »Sublimierung der Gottesvorstellung« nenne. Natürlich handelt es sich hier wie in anderen Fällen in der Bibel um eine erfundene Geschichte: um eine didaktische Parabel, wenn man so will. Auf diese Weise haben die Religionsgelehrten dem jüdischen Volk sinnfällig gemacht, dass keine Menschen mehr geopfert werden dürfen, nur noch Tiere. Ein naiver Mensch, ein Biblizist also wird solch eine Geschichte natürlich wörtlich nehmen; und da ich weiß, dass dir der Hang des wörtlichen Bibelverständnisses eignet, zitiere ich einmal den jüdischen Religionswissenschaftler und Alttestamentler Pincas Lapide, wenn auch etwas verkürzt:

»Man kann die Bibel wörtlich nehmen, oder man kann sie ernst nehmen. Beides passt nur schwerlich zusammen.«

Im »Biblisch-Historischen Handwörterbuch« von Bo Reicke und Leonhardt Rost heißt es:

»Das AT kennt das M(enschenopfer) nicht nur in illegitimen Fremdkulten, sondern belegt, daß es auch in die Jahwereligion Eingang gefunden hat.«

Im »Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft« von Hans Freiherr von Campenhausen, Erich Dinkler, Gerhard Gloege und Knut E. Løgstrup heißt es unter anderem:

»Neben anderen, bes. semitischen Völkern, die die Sitte des M.s üben [...], kennt auch Israel das M. (einschließlich Kinderopfer).«

Dass das Menschenopfer in altjüdischer Zeit üblich gewesen ist, ist religionsgeschichtlich eindeutig belegt. Man kann es schon im Alten Testament lesen – wenn man es kann!

Grimm




Zuletzt bearbeitet: 17.07.12 04:27 von Grimm


Hast Du morgens um 04:07 Uhr nix besseres zu tun?



Der frühe Vogel fängt den Wurm.


Einen Namen hat der Mensch seit Geburt und Taufe, doch geschätz wird er nach dem Namen, den er sich gemacht hat.
(Lothar Schmidt)



»Was ist Recht? Recht ist immer das, was man dafür hält; hier, wie bei den Budukuden.
Wir sind ein Gesetzesstaat aber kein Rechtsstaat.«


dervomeer,

du bringst es immer wieder fertig, Beiträge auf dem Niveau erschreckend defizitären Wissens und der Stilblütenhaftigkeit zu veröffentlichen, wobei eine signifikante Rechthaberei nicht zu übersehen ist. Übrigens: Ein Rechthaber ist keineswegs jemand, der recht hat, sondern jemand, der starr und erkenntnisresistent auf seinem als einzig richtig aufgefassten Standpunkt beharrt und nur beschränkt argumentationsfähig ist.

Ein Rechtsstaat ist keineswegs ein Staat, in dem jeder nach Gutdünken recht haben kann, sondern ein Staat, in dem auf der Grundlage einer Verfassung die von einer demokratisch und frei gewählten Volksvertretung verabschiedeten Gesetze durch unabhängige Richter interpretiert und umgesetzt werden. Das Charakteristikum eines Rechtsstaates ist die Gewaltenteilung: Legislative (gesetzgebende Gewalt), Judikative (rechtsprechende Gewalt: Gerichte) und Exekutive (vollziehende Gewalt: Staatsanwaltschaft, Polizei und so weiter). Natürlich kann es in einem Rechtsstaat keine hundertprozentige Gerechtigkeit geben. Es bestehen immer Defizite, die aber auch beseitigt werden können. Es besteht immer ein Spannungszustand zwischen der Rechtsauffassung der Bürger und der »Rechtsrealität« . Ein weiteres Charakteristikum des Rechtsstaates ist, dass die Volksvertretung Gesetze ändern und löschen kann. So gibt es zum Beispiel seit langem den § 175 des Strafgesetzbuches nicht mehr, unter dem homosexuelle Beziehungen zwischen Männern strafbar waren.

Und dann die Platitude:»Wir sind ein Gesetzesstaat aber kein Rechtsstaat«. Welch ein Wischiwaschi! Nordkorea, Saudi-Arabien und andere Regime sind auch Gesetzesstaaten. Willst du allen Ernstes die Bundesrepublik mit solchen Staaten gleichsetzen? Auch gelten hier nicht die Regeln der Botokuden (nicht: »Budukuden«), eines auf unterer Kulturstufe stehenden brasilianischen Indianerstammes, von dem es heißt, selbst die Frauen seien untereinander gewalttätig.

Grimm


Zuletzt bearbeitet: 17.07.12 18:22 von Grimm


Hast Du morgens um 04:07 Uhr nix besseres zu tun?

Doch, hab ich: schlafen. Um halb eins bin ich ins Bett gegangen. Hier spielte mal wieder die Uhr verrückt.

Auf die Jephthah-Geschichte möchte ich nicht antworten, Du würdest es eh nicht akzeptieren.

Hier haben wir es mit Menschenopfern als Racheopfer zu tun, nicht mit einer einfachen Hinrichtung

Ok, wenn man das will kann man es so sehen, nur ist es eine Forderung Gottes, nicht des Volkes, und daran würde ich nicht rumdeuteln. Nicht umsonst heißt es: Gott lässt sich nicht spotten.

Hier handelt es sich ohne Frage um ein Bauopfer. Das heißt: Hiel hatte seine beiden Söhne geopfert und in das Fundament gelegt

Du hast nicht richtig gelesen. Da steht nicht, dass sie als Fundament dienten sondern `es kostete ihn´, was also heißt, dass sie verunglückten. Weiterhin steht da nicht beide beim Fundament sondern der zweite bei den Türen. Und hast Du in dem Zusammenhang auch Josua 6.26 gelesen?

Hier ist ein menschliches Dankopfer gemeint: ein Brandopfer, nämlich der Erstgeborene

Ließ mal in dem Zusammenhang Lukas 2.22. Darum geht es, nicht um Brandopferung des erstgeborenen männlichen Kindes. Wo würdest Du sagen, kommen all die Erstgeborenen der Bibel einschließlich des Neuen Testamentes inkl. Jesus her, wenn sie alle verbrannt worden sind?

Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen

Warum meinst Du hat Gott das Opfer verhindert? Weil er so viel übrig hat für brennende Kinder, brennende Menschen? Es wird wenig Sinn machen hier zu schreiben, was schon dasteht. Ließ einfach nochmal Gottes Worte als er den unbedingten Gehorsam Abrahams sah.

Natürlich handelt es sich hier wie in anderen Fällen in der Bibel um eine erfundene Geschichte: um eine didaktische Parabel, wenn man so will.

Ja, und an dieser Stelle verabschiede ich mich aus dieser Opferdiskussion. Entweder wir halten uns an einen konkreten Text und reden darüber oder wir philosophieren über didaktische Parabeln. Nur bringt das keinem etwas und ich möchte nicht ernsthaft über Märchen und ihre Erzähler streiten. Denen höre ich allenfalls ganz gespannt zu..

Ich könnte ja jetzt fragen, ab wann die Geschichte der Juden reale Geschichte ist: Ab Isaak, ab Joseph, am Mose? Für mich ist sie Realität denn ich bin "Ein naiver Mensch, ein Biblizist". Sprich, ich versuche sie zu leben, nicht zu sezieren. Es nützt mir nichts, wenn ich die Bibel als zeitgeschichtliches Zeugnis nehme, für mich zählt die Aussage und die ist: Gott liebt seine Schöpfung und er liebt mich. Und sei mir nicht böse aber sein angeblicher Hang zu Menschenopfer ist blanker Unsinn. Nicht umsonst sagt er irgendwo, ich finde es leider mal wieder nicht, ich bin nicht so belesen, dass er sein Volk nicht so toll findet weil sie so toll sind sondern die andern so schlecht weil sie ihre Kinder fressen, will heißen opfern.
Und noch eins, die Kanaaniter kannten den Menschenopferkult, nicht aber die Israeliten.

Übrigens, im Gegensatz zum jüdischen Religionswissenschaftler und Alttestamentler Pincas Lapide kann ich beides. Es ist nichts weiter als Anschauungssache.



„Nichts was du im Leben tust ist unbedeutend. Darum ist es wichtig, dass es getan wird, weil es kein Anderer so tun kann wie Du es tust." dvm.



Weißt Du, was uns unterscheidet?: Ich will Recht haben und Du hast Recht - pauschal. Ich mag solche Menschen.

Es ist absolut egal, wie der Stand eines Volkes ist, wenn es sich an die vorgegebenen Regeln hält von Seiten der Obrigkeit und weitestgehend dafür sorgt, dass auch das Volk dem gleich tut und wenn an der Aufstellung dieser Regeln alle beteiligt sind, dann ist es ein Rechtsstaat.

In unserem Fall wird das Gesetz von einer eingesetzen Mehrheit nach eigenem Gutdünken gemacht, wärend das Volk daran keinen direkten Einfluss hat, allenfalls bei der nächsten Wahl. Aber dann steht das Gesetz bereits. Und ich bin mir sicher, jeder hier könnte Gesetze, Verordnungen und ähnliches nennen, die nicht vom Volk getragen werden. Und auch wenn wir uns hier offiziell als Rechtsstaat bezeichnen, wir sind keiner. Jeder Rechtsanwalt kann Dir auf die Hand bestätigen, dass es nicht die Sache ist, Recht zu haben, sondern Recht zu bekommen. Was soviel bedeutet, wie, unsere Rechtsprechung ist absolut nicht stimmig mit dem, was sich gemeinhin als Recht bezeichnet. Wir haben hier bereits des Öfteren darüber diskutiert. Mag sein, dass Dir das entfallen ist. Und weil das so ist, deswegen nehme ich es mir raus, unseren Staat als Gesetzesstaat zu bezeichnen, nicht als Rechtsstaat. Ich weiß, dass das nicht dem offiziellen Modus entspricht, aber hier sitze ich, ich kann nicht anderes, denn anderes wäre in meinen Augen Schönfärberei oder Utopie.



„Nichts was du im Leben tust ist unbedeutend. Darum ist es wichtig, dass es getan wird, weil es kein Anderer so tun kann wie Du es tust." dvm.



Da muß ich aber energisch widersprechen. Selbstverständlich ist Deutschland ein Rechtsstaat. Hier ist die Staatsgewalt an das Recht gebunden. Die Grundlagen für unseren Rechtstaat sind im Grundgesetz nachzulesen. Jedes Gesetz, das hier erlassen wird gewährleistet mindestens die Freiheit, Willkür und die Menschenwürde. Es gibt viele Menschen die ihren Drang nach Freiheit mit dem Leben bezahlen. Sie würden gerne so wie wir leben und ihre Meinung frei äußern, ohne Angst zu haben verfolgt zu werden.


Einen Namen hat der Mensch seit Geburt und Taufe, doch geschätz wird er nach dem Namen, den er sich gemacht hat.
(Lothar Schmidt)



Steuermann,

deine Erwiderung bestätigt geradezu mein Rechtsstaatsverständnis; jedoch befürchte ich, dass dervomeer es kraft seiner Uneinsichtigkeit einfach nicht zu verstehen vermag. Manche Leute müssen erst einmal mit dem Kopf gegen eine Wand laufen, um zu erfahren, dass es im günstigsten Fall nur wehtut, während andere die Folgen abstrakt nachvollziehen können. Konkret: Wer wirklich nicht begreift, dass wir in einem Rechtsstaat leben, sicherlich in keinem idealen, der möge sich einmal mit Leuten unterhalten, die einen großen Teil ihres Lebens in einem Unrechtsstaat verbracht haben, oder besser: er sollte einmal für mehrere Jahre in solch einen Staat migrieren. Für den Anfang empfehle ich einmal Russland: immerhin schon eine »Demokratur«.

Grimm



Zuletzt bearbeitet: 18.07.12 00:50 von Grimm


wenn diese Beschneidungen keine Körperverletzungen sind, dann weiß ich nicht, was denn sonst unter Körperverletzung zu verstehen ist.

„Mein Sohn freut sich auf seine Beschneidung „
Weil ein deutsches Gericht das Ritual verbietet, reist diese Mutter mit ihrem Jungen in die Türkei

so ein Quatsch! dieser 6-jährige Junge freut sich auf die versprochenen Geschenke.
ich würde der Mutter das Sorgerecht entziehen, das Kind wieder nach Deutschland holen und die Mutter in der Türkei aussetzen.

Beschneidung sollte Jungs an Masturbation hindern
na klar, und der Klapperstorch legt Ostereier…

eine Seite mit vielen Info’s zum Thema
http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/maennliche-beschneidung.html

Was passiert bei der Genitalverstümmelung?
Den Kindern wird ein Fest versprochen, bei dem sie "zur Frau" werden sollen. Diese Kinder sind allerdings erst 4-8 Jahre alt! Eine oder mehrere Frauen halten die Kleine fest umklammert und eine andere drückt die Beine auseinander. Dann wird ohne Betäubung, mit einer strumpfen Rasierklinge, oder oft nur mit einer Glasscherbe oder einem Dosendeckel, das Ritual vollzogen. Bei manchen ist es ein bißchen leichter und es wird nur eine Klitoridektomie vorgenommen, bei anderen aber kommt es ganz hart, eine Exzision oder noch viel schlimmer, eine Introcision, aber am schlimmsten haben es die Mädchen, bei denen eine pharaonische Beschneidung mit Infibulation vorgenommen wird - und das sind 15 %! Der Schmerz ist so stark, dass die Mädchen irgendwann in Ohnmacht fallen.
Klitoridektomie: die Klitoris wird zum Teil oder ganz weggeschnitten
Exzision: die Klitoris und die inneren Labien (Schamlippen) werden entfernt
Introcision: zusätzlich werden Haut und Gewebe aus der Vagina ausgeschabt
Infibulation: zusätzlich zu den inneren Labien (Schamlippen) werden auch noch die äußeren Labien teilamputiert und der Rest so zusammengenäht, dass nur eine ca. reiskorngroße Öffnung zum urinieren und zum Blutabfluss bleibt.


sowas kann Frau Merkel doch nicht wirklich gutheißen?!

Religion hin oder her. kein Gott (egal, wie er auch grad genannt wird) kann gewollt haben, dass Kinder dermaßen gequält werden und evtl. sogar daran sterben.


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eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu.


Obgleich die Beschneidung objektiv Körperverletzung ist, wird sie immer wieder in Abrede gestellt. Nicht nur von orthodoxen Juden und orthodoxen Moslems, sondern auch von so manchen Politikern, oder sie wird erschreckend relativiert. So haben die Grünenpolitiker Renate Künast und Volker Beck die Beschneidung in ihrer Auswirkung mit »Ohrstechen« verglichen. Die ist wieder eine der typischen Gutmenschattitüden: Wenn etwas genehm ist, ins Konzept passt, wird ein auf Aufklärung gemacht; tangiert es aber mit der Gutmenschideologie, dann wird etwas Archaisches wie die Beschneidung - dazu auch noch in medizinischer Ignoranz - als elementare Substanz der Religionsfreiheit begründet, als Grundrecht aufgefasst.

Es muss schon in der Auswirkung unterschieden werden zwischen der männlichen Beschneidung und der weiblichen. Beschnittene Frauen haben ihr Leben lang immer wieder qualvolle Schmerzen, sodass die Sexualität zu einem Martyrium wird. Aber auch als Knaben Beschnittene können noch im Erwachsenenalter traumatisiert sein. Die Psychoanalytikerin Angelika Kallwass wies in einer Sendung von Maybritt Illner darauf hin. Ein achttägiges Kind verfügt überhaupt noch nicht über ein verstandliches Wahrnehmungsvermögen, ist überhaupt nicht in der Lage der Ursachenerkenntnis, vermag eine Empfindung überhaupt nicht zu lokalisieren: der Schmerz muss also wie etwas Urgewaltiges über es kommen.

Auch ich habe die Überschrift »Mein Sohn freut sich auf die Beschneidung« gelesen: eine unkritische oder gar dumme Auffassung der Mutter. Ein Achtjähriger weiß natürlich gar nicht, wie solch eine Beschneidung, ein chirurgischer Eingriff also, vonstattengeht, dass es zu einer starken Blutung kommt, dass die Wunde genäht werden muss, dass postoperative Schmerzen auftreten (können). Worauf freut sich der Junge eigentlich? Natürlich auf die Geschenke, was geradezu verständlich ist.

Über den eigentlichen Zweck der islamischen Beschneidung haben sich die Soziologin Necla Kelek und die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates (beide Musliminnen) schon geäußert: Mit Religion hat diese Beschneidung kaum etwas zu tun. Es handelt sich hierbei um einen Initiationsritus: der Beschnittene wird dadurch in die Umma (hier die islamische Männergesellschaft) aufgenommen. Durch diese »Peniszentrierung« (Angelika Kallwass, Seran Ates) wird die patriarchalische und entindividualisierende Struktur der islamischen Gesellschaft weiterhin zementiert (Necla Kelek, Seyran Ates). Es ist ja kein Zufall, dass gerade in der islamischen Gesellschaft die Frau per se als ein zweitrangiges, sich dem Manne zu unterwerfendes Wesen gesehen wird. So gesehen, gibt es meiner Auffassung nach keinen aufgeklärten Islam, sondern nur einen voraufklärerischen. Es gibt aber aufgeklärte Muslime, und zwar nicht wenige. Sie sind gewiss nicht durch den Islam aufgeklärt, sonder trotz des Islams; denn sie nehmen eine kritische Gegenposition ein.

Grimm


Zuletzt bearbeitet: 18.07.12 22:31 von Grimm


Also zunächst einmal, Religion unterliegt keiner Aufklärung. Aufklärung ist eine Sache von Intellekt, von mir aus auch von Ethik und Moral. Religion steht außerhalb von gesellschaftlichen Gepflogenheiten.

Zum zweiten, geht es in der ganzen politischen Diskussion überhaupt um die Beschneidung von Frauen, rspt. Mädchen? Ich denke mal, qualitativ ist das bei weitem nicht zu vergleichen. Aber nichts desto weniger zum Trotz danke ich Kuckuck, dass sie das hier mit reingebracht hat, denn bei Karl dem Dicken, das Eine ist nichts anderes wie das Andere. Und wenn ich absolut gegen die Frauenbeschneidung bin, dann muss ich zwangsläufig ebenso gegen die Männerbeschneidung sein, womit ich jetzt in einer Krise bin. Denn auch wenn ich kein Jude oder Moslem bin, es ist beiden vorgegeben sich beschneiden zu lassen und ich muss ihnen das Recht auf Einhaltung ihrer religiösen Riten zugestehen, denn das ist nicht zuletzt eine Identitätsfrage, ebenso wie wenn ich einem Volk verbiete, seine Landessprache zu verwenden. Krise, wie gesagt.

Und drittens, ja, ich weiß auch in was für einem Staat ich lebe, das muss mir niemand erzählen. Ich lebe hier auch schon etwas länger als die Meißten hier und habe eine Ausbildung als Polizist genossen. Es ändert aber nichts daran, dass das Volk faktisch keinen direkten Zugriff zur Gesetzesbildung hat und die Legislative sich zumindestens durch die bewusste und gewollte Verhinderung der Volksentscheid dahingehend auch recht gut abgesichert hat. Ich bin mir sicher, ansonsten würde manche Entscheidung anders aussehen. Oder ist von Euch einer gefragt worden, ob wir einen Euro wollen oder ob wir halb Europa finanzieren wollen? Auch wenn wir es hier noch immer besser haben als die Russen, deswegen sollten wir uns doch bitteschön nicht alzuviel darauf einbilden. Die meinsten Indianerstämme im Brasilianischen Urwald haben es nicht anders, wenn der große Rat tagt. Also, der Rechtsstaat ist nicht unbedingt eine Erfindung der mitteleuropäischen Leitkultur. Wenn, dann ist es bestenfalls das eigentlich zu erwartende.
Alldas ändert aber nichts daran, dass wir hier mit der Rechtsausübung aufgrund der richterlichen Freiheiten häufig näher am Gesetz als am Recht sind. Denn das Gesetz lässt eben in der Interpretation zuweilen zu viel Freiraum. Und so kommt es dann, dass der Souvenirjäger, der Schumi seinen Helm geklaut hat, zu einem Jahr verdonnert wurde, wärend ein Kinderschänder einen Fußsender bekommt und das nächste Kind platt macht; geschehen vor einigen Tagen. Das ist unser Recht, nicht aber mein Rechtsverständnis.



„Nichts was du im Leben tust ist unbedeutend. Darum ist es wichtig, dass es getan wird, weil es kein Anderer so tun kann wie Du es tust." dvm.



ja und nun?

http://www.rbb-online.de/nachrichten/vermischtes/2012_08/Gericht_prueft_Strafbarkeit_von_Ohrlochstechen_bei_Kleinkindern.html

Wo will man da eine Grenze ziehen? Obwohl ich ja in dem Artikel drei Dinge nicht verstehe:

Das Mädchen hatte sich die Ohrlöcher zum Geburtstag gewünscht.


ach - eine Dreijährige? Ja klar, und wenn sie sich einen Elefanten wünscht...

ob die Einwilligung der Eltern zum Ohrlochstechen dem Wohl des derart jungen Kindes gedient habe.


hallo? Was heißt denn hier Einwilligung? Wenn die Eltern mit einem dreijährigen Kind zum Ohrlochstechen gehen, sind sie für mich die AUFTRAGGEBER und nicht die Einwilliger.

Zudem sei zu fragen, warum die Chefin des Tattoo-Studios den Fall nicht ablehnte.


warum hätte sie das tun sollen?



Die Beschneidung, ob bei Jungen oder Mädchen, ist und bleibt für mich Körperverletzung. Das hat mit Religion nichts zu tun.


Einen Namen hat der Mensch seit Geburt und Taufe, doch geschätz wird er nach dem Namen, den er sich gemacht hat.
(Lothar Schmidt)



richtig, Steuermann, so seh ich das auch. eine Beschneidung darf nur bei zwingend medizinischer Indikation - wie z.B. Phimose - von einem Arzt unter entsprechender Narkose durchgeführt werden.

ich glaube nicht, dass so kleine Kinder schon Ohrringe tragen müssen. mal abgesehen davon, dass sich dieses Loch entzünden kann (was übel ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiß), kann das zu Verletzungen beim Spielen kommen, wenn das Kind mit dem Ohrring hängen bleibt. wird dabei der Ohrring rausgerissen, entsteht das sogen. "Schlitzohr" und ob DAS nun toll ist...

Zudem sei zu fragen, warum die Chefin des Tattoo-Studios den Fall nicht ablehnte.

"der Kunde ist König" und was anderes als "Käufer und Verkäufer" ist das nicht, deshalb wird sich da wohl kaum einer ein Geschäft entgehen lassen. und wie immer richtet sich das Angebot nach der Nachfrage, die leider da ist.

für Ohrlochstechen bei Kindern sollte eine Altersgrenze (oder sollte man sagen "Jugendgrenze" sagen...) eingeführt werden.

ich habe noch den Spruch von früher im Hinterkopf "die sind klein, die merken das gar nicht. wenn die größer sind, ist das schlimmer."



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eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu.


Die Beschneidung, ob bei Jungen oder Mädchen, ist und bleibt für mich Körperverletzung. Das hat mit Religion nichts zu tun.

Hier irrt der Steuermann. DIESE Beschneidung hat nur mit Religion zu tun, sonst gäbe es sie garnicht. Wir sind es, die da das Gesetz, das Empfinden oder wasauchimmer mit rein bringen. Und eben da sehe ich das Problem. Ein unbeschnittener Jude ist kein Jude und ein unbeschnittener Moslem ist kein Moslem. Das ist nunmal da so elementar wie bei Christens die Taufe. Die wird auch niemand antasten wollen, nur weil das Kind sich erkälten könnte oder einen Schock bekommt und deswegen losschreit.

Aus westliche Denkungsart stimme ich auch gegen Beschneidung. Allein, mir fehlt der Glaube, dass das konsequent durchzusetzen wäre, ohne dass sich zwangsweise irgendwelche Schleichwege auftun.

Und ja, wo ist die Grenze zusetzen? Körperverletzung ist Körperverletzung, auch wenn Oma Meier das auch schon praktiziert hat.



„Nichts was du im Leben tust ist unbedeutend. Darum ist es wichtig, dass es getan wird, weil es kein Anderer so tun kann wie Du es tust." dvm.

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