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Thema: Gedichte |
Karneval
Auch uns, in Ehren sei's gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,
Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann können gleich die frömmsten Frau'n
Sich negativ an uns erbau'n.
Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach' uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durchs umgekehrte Perspektiv.
Wilhelm Busch
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eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu.
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Unter unserem kleinen Dach,
steht ein Fernseh, jetzt in flach.
Aus dem Altgerät nahm ich das Chassis raus
und baute es als Käfig aus.
In dem Gerät das hier noch lief,
war eine Röhre richtig tief.
Jetzt können kleine Vögel darin singen
und ein wenig Freude bringen.
A.B.2012
Einen Namen hat der Mensch seit Geburt und Taufe, doch geschätz wird er nach dem Namen, den er sich gemacht hat.
(Lothar Schmidt)
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Fastnachtsdienstag
Weil ich nicht am Fastnachtdienstag
Hatte mitzuschwärmen,
Hab' ich auch am Aschermittwoch
Mich nicht mitzuhärmen.
Wie ich durft' am Fastnachtdienstag
Mich im Stillen härmen,
Darf ich auch am Aschermittwoch
In der Stille schwärmen.
Friedrich Rückert
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eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu.
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Aschermittwoch
Gestern noch ging ich gepudert und süchtig
In der vielbunten tönenden Welt.
Heute ist alles schon lange ersoffen.
Hier ist ein Ding.
Dort ist ein Ding.
Etwas sieht so aus.
Etwas sieht anders aus.
Wie leicht pustet einer die ganze
Blühende Erde aus.
Der Himmel ist kalt und blau.
Oder der Mond ist gelb und platt.
Ein Wald hat viele einzelne Bäume.
Ist nichts mehr zum Weinen.
Ist nichts mehr zum Schreien.
Wo bin ich –
Alfred Lichtenstein
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eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu.
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Ins gute Essen gehört auch Knoblauch rein,
nur der Geruch ist nicht so fein.
Doch der Genuss, so hin und wieder,
ist gesund für Herz und Glieder.
Viele denken das ist Schikane,
riechen sie die Knoblauchfahne.
Bei mir im Garten ganze Schollen,
sind bedeckt mit Knoblauchknollen.
Viel helfen kann auch kaum Odol,
ist doch egal, man fühlt sich wohl.
A.B.2012
Einen Namen hat der Mensch seit Geburt und Taufe, doch geschätz wird er nach dem Namen, den er sich gemacht hat.
(Lothar Schmidt)
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Hoffnung
Und dräut der Winter noch so sehr
mit trotzigen Gebärden,
und streut er Eis und Schnee umher,
es muß doch Frühling werden.
Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,
mir soll darob nicht bangen,
auf leisen Sohlen über Nacht
kommt doch der Lenz gegangen.
Drum still! Und wie es frieren mag,
o Herz, gib dich zufrieden,
es ist ein großer Maientag
der ganzen Welt beschieden.
Und wenn dir oft auch bangt und graut,
als sei die Höll' auf Erden,
nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß doch Frühling werden.
Emanuel Geibel
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eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu.
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Das Blut
Wie ein Kranker, den das Fieber
Heiß gemacht und aufgeregt,
Sich herüber und hinüber
Auf die andre Seite legt -
So die Welt. Vor Haß und Hader
Hat sie niemals noch geruht.
Immerfort durch jede Ader
Tobt das alte Sünderblut
Wilhelm Busch
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Strebst du nach des Himmels Freude
Und du weißt's nicht anzufassen,
Sieh nur, was die andern Leute
Mit Vergnügen liegen lassen.
Dicke Steine, altes Eisen
Und mit Sand gefüllte Säcke
Sind den meisten, welche reisen,
Ein entbehrliches Gepäcke.
Laß sie laufen, laß sie rennen;
Nimm, was bleibt, zu deinem Teile.
Nur was sie dir herzlich gönnen,
Dient zu deinem ew'gen Heile
Wilhelm Busch
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Frühling
Hoch oben von dem Eichenast
Eine bunte Meise läutet
Ein frohes Lied, ein helles Lied,
Ich weiß auch, was es bedeutet.
Es schmilzt der Schnee, es kommt das Gras,
Die Blumen werden blühen;
Es wird die ganze weite Welt
In Frühlingsfarben glühen
Die Meise läutet den Frühling ein,
Ich hab' es schon lange vernommen;
Er ist zu mir bei Eis und Schnee
Mit Singen und Klingen gekommen.
Hermann Löns
Der Ozean kennt keine völlige Ruhe - das gilt auch für den Ozean des Lebens.
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Schneeglöckchen
's war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue Lüfte gingen:
»Süße Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh's noch jemand hat gedacht.« –
's war kein Singen, 's war ein Küssen,
Rührt' die stillen Glöcklein sacht,
Dass sie alle tönen müssen
Von der künft'gen bunten Pracht.
Ach, sie konnten's nicht erwarten,
Aber weiß vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten,
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
Sangesmüde sich hinab,
Und der Frühling, den sie weckten,
Rauschet über ihrem Grab.
Joseph von Eichendorff (1788-1857)
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eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur so selten dazu.
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Zukunft
Lass dich durch das Zukünftige nicht anfechten!
Du wirst,
wenn es nötig ist, schon hinkommen,
getragen von derselben Geisteskraft,
die dich das Gegenwärtige beherrschen lässt.
Marc Aurel
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Der Frühling ist die schönste Zeit
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Annette von Droste-Hülshoff
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Zauberer Frühling
Zaub'rer Frühling kommt in Lüften,
In der goldnen Strahlen Tracht,
Malt in Farben, haucht in Düften,
Schmückt die Flur in luft'ger Pracht.
Sieh, wie lohen, sieh, wie flammen
Hier die Grunde, dort die Flur,
In ein einzig Grün zusammen
Blüht erwachend die Natur.
Maienglöckchens Brautgelaute
Steht in seinem reichen Sold,
Wonnereigen füllt die weite
Flur im Grün und Sonnengold.
Kleine Sänger, die Gespielen
An der Rose holdem Thron,
Schlagen an mit seel'gem Fühlen
Neue Lust im Liebeston.
Bunte Schmetterlinge schweben
Wie in einer Wunderwelt,
Blumen sich beflügelt heben
Von der Luft emporgeschnellt.
Im melod'schen Zuge wallen
Goldne Bienen durch die Luft,
Silberweiße Flöckchen fallen
Leicht in's Grün wie Nebelduft.
Aus der Sonne goldnen Strahlen
Webt der Zaub'rer Frühling Licht,
Falter, Lüfte, Blümchen malen
Frühlingsgöttlich Traumgesicht.
Helene Branco
Der Ozean kennt keine völlige Ruhe - das gilt auch für den Ozean des Lebens.
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Ärgerlich
Aus der Mühle schaut der Müller,
Der so gerne mahlen will.
Stiller wird der Wind und stiller,
Und die Mühle stehet still.
So geht's immer, wie ich finde,
Rief der Müller voller Zorn.
Hat man Korn, so fehlts am Winde,
Hat man Wind, so fehlt das Korn.
Wilhelm Busch
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Schneeglöckchen
's war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue Lüfte gingen:
»Süße Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh's noch jemand hat gedacht.« -
's war kein Singen, 's war ein Küssen,
Rührt' die stillen Glöcklein sacht,
Dass sie alle tönen müssen
Von der künft'gen bunten Pracht.
Ach, sie konnten's nicht erwarten,
Aber weiß vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten,
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
Sangesmüde sich hinab,
Und der Frühling, den sie weckten,
Rauschet über ihrem Grab.
Joseph von Eichendorff
Der Ozean kennt keine völlige Ruhe - das gilt auch für den Ozean des Lebens.
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