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Thema: Gedichte


Im Mondenglanze ruht das Meer

Im Mondenglanze ruht das Meer,
Die Wogen murmeln leise;
Mir wird das Herz so bang und schwer,
Ich denk der alten Weise,

Der alten Weise, die uns singt
Von den verlornen Städten,
Wo aus dem Meeresgrunde klingt
Glockengeläut und Beten -

Das Läuten und das Beten, wißt,
Wird nicht den Städten frommen,
Denn was einmal begraben ist,
Das kann nicht wiederkommen.

Der Ozean kennt keine völlige Ruhe - das gilt auch für den Ozean des Lebens.


selber dichten kann ich leider nicht ...

aber mir fällt grade eins ein, das mein Opa mir mal beigebracht hat:

`Ein Angler sass am Elbestrand
und hielt `ne Angel in der Hand.

Er wollte fangen einen Barsch,
das Wasser ging ihm bis zum Knie.´





Die Katze in der Nacht

Wenn des Nachts im Mondenschein
auf weichen Pfoten, ganz allein,
die Katze ihren Gang antritt
so hört man dabei keinen Schritt.
Auf samtenen Sohlen
fast verstohlen,
doch würdevoll und elegant
erscheint sie regelrecht galant!
Die stille Herscherin der Nacht-
Zu Tatendrang erwacht!

Bis sie auf`s Bett springt und darauf aufmerksam macht, daß jetzt mal Zeit für Futter ist...



Wäre lieb, wenn Ihr den Autor mit vermerkt.



„Nichts was du im Leben tust ist unbedeutend. Darum ist es wichtig, dass es getan wird, weil es kein Anderer so tun kann wie Du es tust." dvm.



Der Kabeljau

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt ein Kabeljau.

Da kömmt ein Hai von ungefähr,
ich glaub' von links, ich weiß nicht mehr,

verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
das ist zwar traurig, aber wahr.

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt kein Kabeljau.

(Heinz Erhardt)

Gruß Orbison

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Ein wirklich erwachsener Mensch hat Kindlichkeit nicht abgelegt, sondern sie auf einer höheren Ebene wiedererlangt (David Steindl-Rast)



Es scheint so, daß auf dem Planeten, den wir so gern mit Füßen treten und ihn dadurch total verderben
- dass also hier nur Gute sterben!

Denn: las man je im Inserat, daß ein Verblichner Böses tat,
daß er voll Neid war und verdorben, und daß er nun mit Recht gestorben?

Es kann hier keinen Zweifel geben: die Schlechten bleiben alle leben!

Heinz Erhardt



Ich muß das wirklich mal betonen:
Ganz früher waren die Zitronen
(ich weiß nur nicht genau mehr, wann dies gewesen ist), so süß wie Kandis.

Bis sie einst sprachen: "Wir Zitronen,
wir wollen groß sein wie Melonen!
Auch finden wir das Gelb abscheulich,
wir wollen rot sein oder bläulich!"

Gott hörte oben die Beschwerden
und sagte: "Daraus kann nichts werden!
Ihr müßt so bleiben! Ich bedauer!"
Da wurden die Zitronen sauer . . .

Heinz Erhardt




Meeres Stille

Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuern Weite
Reget keine Welle sich.

Johann Wolfgang von Goethe

Der Ozean kennt keine völlige Ruhe - das gilt auch für den Ozean des Lebens.


nur mal so, wenn ich die dicken pötte auf der elbe sehe:

die elbe zieht still vorbei am strand
mal zum meer, mal hin nach osten
zwischen deichen, ein silbrig band
doch man sollte davon nich kosten

man vertieft lieber sie als die gedanken
bringt mammut schiffe hin zum hafen
solch gleichmut bringt die deiche dann ins wanken
den gleichmut wird die natur dann sicher strafen

glute




Bedächtig

Ich ging zur Bahn. Der Abendzug
Kam erst um halber zehn.
Wer zeitig geht, der handelt klug,
Er kann gemütlich gehn.

Der Frühling war so warm und mild,
Ich ging wie neubelebt,
Zumal ein wertes Frauenbild
Mir vor der Seele schwebt.

Daß ich sie heut noch sehen soll,
Daß sie gewiß noch wach,
Davon ist mir das Herz so voll,
Ich steh' und denke nach.

Ein Häslein, das vorüberstiebt,
Ermahnt' ich: »Laß dir Zeit!
Ein guter Mensch, der glücklich liebt,
Tut keinem was zuleid.«

Von ferne aus dem Wiesenteich
Erklang der Frösche Chor,
Und überm Walde stieg zugleich
Der goldne Mond empor.

»Da bist du ja, ich grüße dich,
Du traulicher Kumpan.
Bedächtig wandelst du wie ich
Dahin auf deiner Bahn.«

Dies lenkte meinen Denkersinn
Auf den Geschäftsverlauf;
Ich überschlug mir den Gewinn.
Das hielt mich etwas auf.

Doch horch, da ist die Nachtigall,
Sie flötet wunderschön.
Ich flöte selbst mit sanftem Schall
Und bleib ein wenig stehn.

Und flötend kam ich zur Station,
Wie das bei mir Gebrauch.
O weh, was ist das für ein Ton?
Der Zug, der flötet auch.

Dort saust er hin. Ich stand versteint.
Dann sah ich nach der Uhr
Wie jeder, der zu spät erscheint.
So will es die Natur.

(Wilhelm Busch)

Gruß Orbison

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Ein wirklich erwachsener Mensch hat Kindlichkeit nicht abgelegt, sondern sie auf einer höheren Ebene wiedererlangt (David Steindl-Rast)



Das Honigkuchenherz.
Vor der Bude vom Zuckerbaecker stand
Opa mit seinem Enkelkind an der Hand.
Und Fritzchen waehlte nach langem suchen
ein grosses Herz aus Honigkuchen.
Zuckerguss war darueber geglaettet
mit Plaetzchen und Perlen eingebettet.
Und fuer dieses grosse Kinderglueck
zahlte Opa ein Einmarkstueck.

Nun gingen Opa und Fritzchen die Runde,
es dauerte schon fast eine Stunde.
Vor jeder Bude blieb Fritzchen steh'n,
ueberall gab es was Neues zu seh'n.
Da sagte Fritzchen-es musste sein-:
"Opa, ich muss mal,aber bloss klein".
Tatkraeftig sagt Opa,der Gute:
"Komm, wir geh'n hinter die Bude.
Ich bleib dicht hinter Dir steh'n,
dann kannst Du und keiner kann's seh'n".

Fest in der Hand den Honigkuchen
tat Fritzchen nun die Knoepfe suchen.
Der kalte Wind pfiff ihm um die Ohren,
die Finger war'n schon blau gefroren.
Und deshalb traf er auch ein paar mal
den Honigkuchen mit seinem Strahl.

Der kleine Fritz merkte es auch gleich,
und der Honigkuchen wurde schon weich.
Nun weinte er ohne Unterlass:
"Opa,Opa,mein schoenes Herz ist nass!"
Da ging Opa,der eizig Gute
mit Fritz zurueck zur Zuckerbude
und stillte Fritzchen's grossen Schmerz
mit einem neuen Honigkuchenherz.

Nun hatte Fritz zwei Herzen,
doch es war ihm klar,
dass eines nicht in Ordnung war.
Nun wollte er Opa entscheiden lassen.
"Opa,was mach ich mit dem Nassen?'
Und Opa wusste auch hier einen Rat,
gleich wieder mit einer guten Tat.
"Weisst Du,mein Junge,das machen wir so,
das Herz schenkst Du Oma-die stippt sowieso!"




Ich ruhe still im hohen grünen Gras
Und sende lange meinen Blick nach oben,
Von Grillen rings umschwirrt ohn Unterlaß,
Von Himmelsbläue wundersam umwoben.

Und schöne weiße Wolken ziehn dahin
Durchs tiefe Blau wie schöne stille Träume; -
Mir ist, als ob ich längst gestorben bin
Und ziehe selig mit durch ewge Räume.

Hermann Allmers



Ein Schiff fuhr durch die hohen See,
es blies der Wind von Luv und Lee.
Der Kapitän ganz unverwandt
hoch droben in dem Mastkorb stand.

Er sieht die grimmen Wogen dräun
und schenkt sich einen Bugspriet ein.
Sein Blich schweift hin, sein Blick schweift her
so fahr'n sie über's weite Meer.

Da, plötzlich wird sein Auge starr,
im Teleskop sieht es Gefahr.
Oh, steure schneller Steuermann
von Backbord naht sich ein Orkan.

Die Wogen türmen sich zuhauf,
schon nimmt das Unglück seinen Lauf.
Ein Schrei pflanzt durch das Schiff sich fort
ein Mann fiel über Steuerbord.

Ein Rettungsring fliegt hinterher,
so klein das Rund so groß das Meer.
Der Sturm ist endlich abgeflaut,
derweil der Koch den Tee gebraut.

Man sieht, das Seemannslos ist schwer,
und dennoch schifft er über's Meer.


Gruß von der Nordseeküste.
Der captain



Die Stadt

Am grauen Strand, am grauen Meer
und seitab liegt die Stadt;
der Nebel drückt die Dächer schwer,
und durch die Stille braust das Meer
eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
kein Vogel ohne Unterlass;
die Wandergans mit hartem Schrei
nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
du graue Stadt am Meer;
der Jugend Zauber für und für
ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
du graue Stadt am Meer.

Theodor Storm

Der Ozean kennt keine völlige Ruhe - das gilt auch für den Ozean des Lebens.


Der Werwolf

Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!

Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:

,Der Werwolf' - sprach der gute Mann,
,der Weswolfs, Genitiv sodann,
,dem Wemwolf, Dativ, wie man's nennt,
,den Wenwolf, - damit hat's ein End'.'

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augebälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!

Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb's in großer Schar,
doch ,Wer' gäb's nur im Singular.

Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.

Christian Morgenstern

Gruß Orbison

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Ein wirklich erwachsener Mensch hat Kindlichkeit nicht abgelegt, sondern sie auf einer höheren Ebene wiedererlangt (David Steindl-Rast)

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