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Thema: Leichenfledderei und Grabschändung bei Meisdorf


Wer von Meisdorf im Harz in das Selketal wandert, kommt an zwei alten Begräbnisstätten der ehemaligen Bewohner des Meisdorfer Schlosses sowie der Burg Falkenstein und der Asseburg vorbei. Es war im Jahre 1966, als die Ruhe der dort Beigesetzten jäh gestört wurde. Zwei Jugendliche aus Ballenstedt begannen nach intensiver Vorbereitung, ihren lang gehegten Wunsch, in die Grüfte einzudringen, in die Tat umzusetzen. Ausgerüstet mit speziellen schallgedämpften Werkzeugen, wurde zunächst die aus Felsblöcken in Form eines Denkmals aufgebaute Begräbnisstätte heimgesucht.(Foto rechts) Da die zugemauerte Eingangstür im Blickfeld der Straße lag, versuchten die Beiden, die Decke der Gruft zu durchbrechen. Es gelang ihnen trotz nächtelanger Schwerstarbeit nicht. So blieb ihnen eine große Enttäuschung erspart, denn diese Gruft wurde vermutlich schon 1945 ausgeplündert. Die Eingangstür stand Anfang der siebziger Jahre für längere Zeit offen. Jetzt ist von der Begräbnisstätte nichts mehr zu sehen. Sie wurde abgetragen und eingeebnet.
Um in die zweite Begräbnisstätte einsteigen zu können, war eine gewaltsame Öffnung nicht notwendig. Der hangaufwärts genau über der Gruft angeordnete Turm wies bereits eine seitliche Öffnung auf. (Foto unten). Der Höhenunterschied von ca. 8 Metern konnte mittels einer selbstgefertigten Strickleiter überwunden werden. Nach reichlichem Alkoholgenuss ließen sich die Eindringlinge durch die Öffnung hinunter. In dieser Gruft waren die Särge unberührt, da vermutlich noch im 2. Weltkrieg Beisetzungen erfolgten. Die Särge wurden einer nach dem anderen nach dem gleichen Modus geöffnet: Eisenbandagen entfernen, Holzsarg zerschlagen, Fenster im Zinksarg zertrümmern und erste Kontrolle des "Inhalts". Dann lag der "Inhalt" vor ihnen. Die sterblichen Überreste eines anscheinend kirchlichen Würdenträgers in einem langen, roten Mantel. Die Knöpfe schimmerten golden und wurden abgetrennt. Ein Kindersarg , mit Blumen aufgefüllt- hier scheuten die Eindringlinge. An einen Leichnam, der in einer Flüssigkeit lag, wagte sich auch keiner heran. Und dann "normal mumifizierte" Tote. Alle mit über der Brust gefalteten Händen. Männer und Frauen. Einige von ihnen hatten Ringe an den Fingern. Wenn sich ein Ring nicht mehr abziehen ließ, wurde brutal der Finger abgebrochen. Die Gesamtbilanz des Einstiegs: Mehrere goldene Ringe, eine verrostete Uhr mit schön emailliertem Deckel und einige Metallknöpfe. In der Mitte der Gruft befand sich eine eiserne Falltür mit einem Öffnungsmechanismus, der jedoch nicht mehr betätigt werden konnte. So blieb den Eindringlingen verborgen, was sich unter dieser Falltür verbarg. Der Rückweg musste wieder über die Strickleiter angetreten werden.
Der beim Verkauf der "erbeuteten" Gegenstände erzielte Erlös war gering. Im Jahre 1967 wurden die Täter vor Gericht gestellt und verurteilt. Dass der Anlass ihrer Festnahme kein kriminelles, sondern ein politisches Delikt war, ist eine andere Geschichte.
Wer heute die Gruft besichtigt, findet die Särge nicht mehr vor. Sie wurden entfernt, die Öffnung der Falltür zugemauert. Eine Hinweistafel verlegt den Einbruch in die 50er Jahre zurück, weil er 1966 nicht mehr sein durfte."

Der Artikel wurde verfasst und bereitgestellt von Dr.B.Willing



Leider fehlen die Fotos, auf die sich im Text bezogen wird. Können sie die noch nachreichen? Sie würden das Verständnis für die beschriebenen Lokalitäten wesentlich verbessern.
Gruß
Ewolf


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