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Thema: Dichter Johann Friedrich Löwen


Johann Friedrich Löwen wurde am 13. September 1727 in Clausthal geboren. Über seine Familie ist wenig bekannt, es wird angenommen, dass sein Vater im Bergbau tätig war.
Der Vater war wohl aber kein Bergmann gewesen sein, denn Johann Friedrich besuchte in Clausthal das Gymnasium. Von 1746 bis 1747 besuchte Löwen die studienvorbereitende Lehranstalt Collegium Carolinum in Braunschweig; anschließend von 1747 – 1749 studierte er an den Universitäten von Helmstedt und Göttingen. Einen Studienabschluss hatte er allerdings, aus nicht bekannten Gründen, nicht erworben. Während seines Studiums lernte er einige bedeutende Intellektuelle der Aufklärungs-Epoche kennen.
Nach seinem abgebrochenen Studium kehrte Löwen nach Clausthal zurück. Es wird angenommen, dass er sich dort vergebens um eine öffentliche Anstellung bemühte. Daher ging er 1751 nach Hamburg – dem Zentrum der Deutschen Aufklärung. Dort wurde er in den Kreis der Dichter-Brüder Hagedorn aufgenommen. Löwen begann in dieser Zeit sein Wirken als Dichter und Publizist. Im Jahr 1752 traf er in Hamburg auf die Schauspieltruppe des Theaterprinzipals Johann Friedrich Schönemann, die er bereits aus Göttingen kannte. Dabei lernte er Schönemanns Tochter kennen, die er später heiratete; aus dieser Ehe gingen mindestens zwei Kinder hervor. Ab 1757 gehörte er der Theatertruppe zeitweise in organisatorischer und leitender Funktion an, seine Frau wirkte darin als Schauspielerin. Gleichzeitig war er in Schwerin Privatsekretär des Prinzen Ludwig von Mecklenburg-Schwerin, den wohl Löwens Dichtkunst beindruckte.
Im Jahr 1766 ging Löwen nach Hamburg zurück. Dort war er von 1767 bis 1769 Protagonist und Direktor des ersten Versuchs in Deutschland, ein örtlich verankertes Nationaltheater ins Leben zu rufen – unter anderem nach dem Vorbild des von Ludvig Holberg in Kopenhagen gegründeten dänischen Nationaltheaters. Dieses Hamburgische Entreprise genannte Vorhaben wurde später als Hamburger Nationaltheater bekannt. In Verständigung mit dem Theaterprinzipal Konrad Ernst Ackermann, den Schauspielern Konrad Ekhof und Abel Seyler und einem Konsortium aus zwölf unerlässlichen Geldgebern aus dem wohlhabenden Bürgertum konnte Löwen als Dramaturgen Gotthold Ephraim Lessing gewinnen. Als Theater diente ein Gebäude am Gänsemarkt; dort wurde 1881 auch ein entsprechendes Denkmal errichtet, welches jedoch nur Lessing gewidmet wurde.
Löwen und Lessing hatten bezüglich der Theatertheorie übereinstimmende Auffassungen, das Theatervorhaben erwies sich trotzdem als wirtschaftlich nicht tragbar. 1768 verließ Lessing daher das Hamburger Theaterprojekt wieder und Löwen versuchte noch bis 1769 das Projekt fortzusetzen, musste dann aber endgültig aufgeben.

Die Hauptgründe für das Scheitern dieses ersten Nationaltheaters in Deutschland sind sehr vielschichtig gewesen. Besonders waren es aber wohl die Gewohnheiten des Publikums, das noch durch die eher anspruchslose Unterhaltung der Haupt- und Staatsaktion der Wanderbühnen geprägt war und dies konnten mit den aufklärerisch-erzieherischen Vorsätzen Löwens und Lessings letztlich nicht in Einklang gebracht werden. Dennoch ging mit Lessings Hamburgischer Dramaturgie ein nahezu einzigartiger literarischer Ertrag aus dieser Episode der Theatergeschichte hervor. Außerdem wurde Lessings Maßstäbe setzende Komödie Minna von Barnhelm 1767 im Hamburger Nationaltheater uraufgeführt.
Im Jahr 1769 siedelte Löwen mit seiner Familie nach Rostock über. Dort arbeitete er noch zwei Jahre als städtischer Justizsekretär. Am 23.12. 1771 starb Löwen nach längeren gesundheitlichen Problemen in Hamburg. Ein Nachlass Löwens ist entweder nicht erhalten oder zumindest verschollen.
Johann Friedlich Löwen, der heute fast vergessen ist, hat jedoch in bedeutendem Maße Theater- und Literaturgeschichte geschrieben.



Zuletzt bearbeitet: 18.02.14 21:17 von Administrator

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