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Thema: Christian Friedrich Gille – der deutsche Corot


Christian Friedrich Gille wurde am 20. März 1805 in Ballenstedt geboren. Sein Vater war fürstlicher Gardist in Anhaltischen Diensten. Über seine Schulzeit ist nichts bekannt, es wird aber davon ausgegangen, dass er die Schule in seiner Heimatstadt besucht hat und auch dort sein Abitur machte.
Mit 20 Jahren wurde Gille zum Wahlsachsen und ging nach Dresden. Dort besuchte er die Kunstakademie und lies sich bei Johann Gottfried Abraham Frenzel in der Landschaftskupferstecherei ausbilden. Ab 1827 wandte er sich der Ölmalerei zu und wurde für 3 Jahre Schüler des geborenen Norwegers Johann Christian Clausen Dahl, dessen nordische Landschaften ihn stark beeindruckten.
Das Fehlen einer gesicherten Existenz zwang ihn nach Abschluss seiner Studien eine Zeitlang zur Auftragskunst. Er arbeitete als Lithograph und Kupferstecher, stattete mit anderen eine „Bilderchronik“ des Kunstvereins aus (1830/33) und zeichnete nach eigenen Entwürfen und nach Blättern von A. Schrödter Landschaftsgenre, Tierstücke und historische Stoffe auf den Stein. Ab 1829 begann er sich aber auch der Landschaftsmalerei zu zuwenden. Zunächst aber fertigte er noch zahlreiche Porträts von Dresdner und sächsischen Persönlichkeiten seiner Zeit.
Reizvoller und vor allem kunstvoller jedoch sind seine Landschaftsstudien, denen er sich nach 1850 endlich in größerer Freiheit zuwenden konnte, unterstützt durch Ankäufe des Sächsischen Kunstvereins.
Mit dem biedermeierlich bescheidenen Mittel des grundierten Papiers als Malfläche und der Ölfarbe fertigte er Landschaftsstudien die beeindruckten. Die Themen seiner Bilder und Bildentwürfe atmen anfänglich noch vielfach Zeitgeist: „Die Bestellung des Ackers", „Das Dampfen des Gebirgswaldes“, „Die Waisen am Grabe“. Aber auch die Romantik ist in diesen frühen Werken nicht zu übersehen - Caspar David Friedrichs Rolle und Einfluss im Dresdner Kunstleben ist dabei unverkennbar.
Gille blieben große Reisen versagt, er lebte in Dresden, ab 1872 in Moritzburg, zuletzt in Wahnsdorf. Die meiste Zeit seines Schaffens hat man ihn nur als Schüler Dahls gesehen. Er war mit seinen impressionistisch anmutenden Gemälden, die auf gründlichen Naturstudien beruhten, wohl seiner Zeit voraus. Gille malte alltägliche Situationen, also auch Unscheinbares und Wirkliches ohne es aber zu verschönen – er malte unsentimental und nüchtern, aber mit viel Eleganz und kraftvollem Pinselstrich. Trotzdem blieb der große Erfolg ihm lebenslang versagt, erst nach seinem Tod wurde sein Werk angemessen gewürdigt.
Christian Friedrich Gille starb am 9. Juli 1899 in Wahnsdorf bei Dresden. Heute gilt er als deutscher Corot. Seine Bilder hängen vorrangig in den Dresdner Gemäldegalerien, aber auch in zahlreichen anderen deutschen sowie internationalen Galerien.



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