Im neuen Forum von www.harz-urlaub.de möchten wir Ihnen Insidertipps für den Harz und sein Umland geben, damit dieser Urlaub ein unvergessliches Erlebnis wird.
Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Schloss Allstedt


Die Stadt Allstedt ist heute eine Einheitsgemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz, nahe der thüringischen Grenze. Früher war Allstedt ein altthüringisches Dorf, das schon im 5./6. Jahrhundert existierte. Der Ort Allstedt wurde erstmals für das Jahr 777 im Breviarium Sancti Lulli erwähnt. Im Hersfelder Zehntverzeichnis (881-899) wird das Dorf Allstedi als zehntpflichtiger Ort im Friesenfeld genannt. Unter dem Namen "Alstediburg" wird auch die Pfalz Allstedt im Hersfelder Zehntverzeichnis vom Ende des 9. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt, die wahrscheinlich unter den Karolingern erbaut wurde. König Heinrich I. unterschrieb im Jahr 935 in Allstedt eine Urkunde, in der er den Damen des Stiftes Herford das Wahlrecht bewilligte; unter seiner Herrschaft wurde Allstedt Königshof – später Kaiserpfalz. Unter den ottonischen Herrschern war die Pfalz neben Quedlinburg und Magdeburg einer der wichtigsten Aufenthaltsorte.
Um das Jahr 979 hatten Kaiser Otto II. und seine Frau Theophanu das Benediktinerkloster Memleben an der Unstrut, etwa 20 Kilometer südlich von Allstedt, gestiftet. Am 20. Mai 979 ließ Otto in Altstedi eine Urkunde ausstellen, in dem er dem Kloster die zuvor dem Kloster Hersfeld gehörenden und durch ihn im Tausch erworbenen Kapellen in den Orten Allstedt, Osterhausen und Riestedt überschrieb. Außerdem erhielt Memleben den Zehnt der „Alstediburch“.
Im Jahr 1188 fand in der Pfalz Allstedt der letzte Reichstag statt und im Jahr 1200 besuchte letztmalig ein König, Philipp von Schwaben, die Pfalz Allstedt. Bereits seit 1150 wurden Pfalz und Reichsgut Allstedt, wozu auch ein Königsforst gehörte, von Vögten verwaltet, die einen eigenes Ministerialengeschlecht „von Allstedt“ bildeten, welches aber im 14. Jahrhundert erlosch.
Mit dem Ausbleiben der Herrscherbesuche nach 1200 ging ein weiterer Bedeutungsverlust einher. Der ehemalige Reichsbesitz Allstedt wechselte in der Folge häufig die Besitzer.
Seit der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts entstand auf den Resten der alten Pfalz die wehrhafte Kernburg unter den Edelherren von Querfurt.
Im Jahr 1363 wird erstmals eine Pfalzgrafschaft Sachsen-Allstedt genannt. Nach den Untersuchungen von Erich Heinze hat Kaiser Karl IV. diese zwischen 1348 und 1356 im Zusammenhang mit der Vergabe des Titels eines Pfalzgrafen an Herzog Rudolf I. von Sachsen (-Wittenberg) neu eingerichtet.
Zur Pfalzgrafschaft Sachsen-Allstedt gehörten neben Allstedt die Dörfer Mönchpfiffel, Niederröblingen, Einzingen, Klosternaundorf, Winkel, Wolferstedt und Mittelhausen sowie das Kloster Sittichenbach mit Groß- und Klein-Osterhausen und Rothenschirmbach.
Die älteste erhaltene Bausubstanz stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Aus der Zeit um 1400 stammt der älteste sichtbare Teil der Burg, der rechts vom Eingang liegende Wohnturm. Die Herren von Querfurt, denen die Burg von 1369 bis 1496 gehörte, ließen die alte Burg Allstedt abtragen, mehrere bauliche Veränderungen durchführen, den Nordflügel, den Westflügel mit Palas, Küche und großer Hofstube, die Schildmauer im Süden und die Schildmauer im Osten mit Toranlage errichten. Damit entstand in etwa die heutige Burgausdehnung.
In den Jahren 1523/24 wirkte der Reformator Thomas Müntzer (1489 – 1525) als Prediger
in Allstedt. Er hielt die Messe noch vor Luther in deutscher Sprache und forderte die
sächsischen Regenten am 13. Juli 1524 im Schloss Allstedt in seiner „Fürstenpredigt“
auf, gerecht und christlich zu handeln.
Bereits vorher hatte Luther die sächsischen Regenten zum Eingreifen gegen den
“Aufrührerischen Geist“ und „Satan von Allstedt“ ermahnt.
Die heutigen Gebäude, darunter der Ostflügel, wurden im Wesentlichen unter der ernestinischen Herrschaft des Kurfürsten Friedrich d. Weisen ab 1496 (bis 1526) errichtet. Nach dem Bauernkrieg wurde im Jahr 1526 das Amt Allstedt von den Wettinern an Graf Albrecht von Mansfeld verpfändet. Graf Albrecht ließ im Jahr 1533 umfangreiche Baumaßnahmen und Instandsetzungen am Schloss und an den Vorwerken durchführen. 1542 überließ er das Amt aufgrund hoher Schulden den Grafen zu Stolberg als Pfand. Erst 1575 verloren die Grafen zu Stolberg wieder ihre Ansprüche auf das Amt Allstedt an die ernestinischen Wettiner.
Unter den Herzögen von Sachsen erfolgte 1691 eine weitere bauliche Veränderung des Obergeschosses, und die übrigen Teile der Kernburg wurden zu einem Wohnschloss umgebaut. 1721 wurde die Schlosskapelle in ihrer heutigen Form errichtet.
Ernst August I. von Sachsen-Weimar-Eisenach ließ 1746/1747 das vordere Schloss im Barockstil erbauen. Er konnte seine Pläne aber nicht mehr vollständig umsetzen († 1748). Der Umbau des vorderen Schlosses wurde nur in schlichter Form umgesetzt, und die Kernburg blieb in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Das Schloss diente fortan den sächsisch-ernestinischen Herzogslinien als Witwensitz und Jagdschloss; bis 1918 war Allstedt noch Jagdschloss der Weimarer Großherzöge.
In den letzten Jahrzehnten wurde das Schloss Allstedt umfangreich saniert und auch baugeschichtlich wie bauarchäologisch untersucht. Heute ist die imposante Schlossanlage, die etwa 800 m nordöstlich der Altstadt auf einem nach Westen aus der Hochfläche vorspringenden Geländesporn am Ostrand der Goldenen Aue steht, nicht nur ein geschichtsträchtiger Ort, sie ist auch touristischer und kultureller Magnet. Eine besondere Attraktion stellt die nächtliche Schlossbeleuchtung dar, die vom Schlossbeleuchtungs- und Förderverein Allstedt e.V. initiiert, realisiert und betreut wird.




WebMart Homepage Tools: Eigenes Forum kostenlos starten

Webdesign - Shop-System - Newsletter-System - Homepage-Verzeichnis