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Thema: Kamtschatka-Forscher Johann Karl Ehrenfried Kegel


Johann Karl Ehrenfried Kegel wurde 3. Oktober 1784 in Rammelburg (heute Ortsteil von Mansfeld geboren, über seine Eltern ist nichts bekannt. Da er seine schulische Ausbildung in der Hohen Domschule Halberstadt erhielt, kann davon ausgegangen werden, dass er aus wohlhabendem Hause stammte. Kegel studierte dann an der Handelshochschule in Kopenhagen.
Angeregt durch den Onkel seiner Frau, den Arzt und russischen Staatsrat Melchior Adam von Merz (Sankt Petersburg), ging Kegel im Winter 1826/27 nach Russland. Zuvor hatte er sich schon einen Ruf als Agronom erworben. Im Jahr 1841 erhielt er vom russischen Ministerium für Domänenwirtschaft den Auftrag, das Innere Kamtschatkas zu erforschen und Möglichkeiten für Landwirtschaft und Bergbau zu prüfen. Nachdem er Sibirien durchquert hatte, schiffte er sich in Ochotsk ein und landete schiffbrüchig in Kamtschatka. Von Petropawlowsk aus, der Hauptstadt der Region Kamtschatka, unternahm er mehrere längere Reisen ins Landesinnere der Halbinsel. Da er das Ziel verfolgte, die Bodenverhältnisse zu erkunden und Probesaaten vorzunehmen, unternahm er seine Reisen jeweils im Frühjahr. Zu dieser Jahreszeit tauten die zuvor gefrorenen die Wege auf und waren kaum passierbar und was das Reisen äußerst strapaziös machte.
In seinen Reisebeschreibungen und -berichten beschreibt er nicht nur Flora, Fauna, Bodenbeschaffenheit und Geologie der Halbinsel, sondern schildert auch das Leben der Völker Kamtschatkas. Er erkannte wohl als erster den potenziellen Reichtum des Landes bei guter Bewirtschaftung und entdeckte umfangreiche Bodenschätze. Die schlechten Lebensumstände der einheimischen Urbevölkerung, ihre Ausbeutung und Unterdrückung, wurde von Kegel wiederholt angeprangert. Damit machte er sich aber bei der zaristischen Verwaltung des Landes äußerst unbeliebt und wurde behindert und schikaniert wo es nur ging.
Im Jahr 1847 kehrte Kegel - seinen Auftrag hatte er vollendet - gesundheitlich schwer angeschlagen, mehrfach dem Tod entronnen, nach Sankt Petersburg zurück. Seine Berichte, die als die genauesten aus dieser Zeit gelten, konnte er zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlichen; dies hätten für ihn schwere Repressalien oder Schlimmeres bedeuten können.
Kegel hatte mit seiner Ehefrau einen Sohn; August Ernecke Georg Kegel Senior wurde 1821 geboren (+1884) und war ein bekannter Fotograf und Lithograf.
Johann Karl Ehrenfried Kegel starb am 15. Juni 1863 in Odessa.



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