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Thema: Animal Care Samos geschlossen!


Ich bin auf einer anderen Insel (siehe mein Nickname) im Tierschutz engagiert und weiß sehr wohl, wie die gängige Praxis der griechischen Behörden ist. Es gibt Gesetze, die die Behörden verpflichten, sich um die Straßentiere zu kümmern, und sei es nur finanziell, nur leider hält sich da keiner dran. Die einzigen, die sich wirklich um die Tiere kümmern, sind halt immer die engagierten "Ausländer" und bei uns ist es mittlerweile so, dass wir eigentlich nur unterstützend tätig sind, unser Tierheim wird von engagierten, tierlieben Griechen betrieben. Wir kümmern uns um die benötigten finanziellen Mittel für Futter, Medikamente und Kastrationen, letztere sind besonders vordringlich!

Ganz wichtig ist es, der Jugend von klein auf den Respekt vor dem Leben, sprich Tieren, nahezubringen. Das hat jetzt nix mit Vegetarier werden zu tun, sondern geht einfach damit los, dass man "Wachhunde" nicht in der prallen Sonne an die Kette legt, dass Straßentiere nicht getreten und vergiftet werden und und und. Man muss immer bedenken, wer ein Tier quält, für den ist der Schritt, einen Menschen ähnlich zu behandeln, nicht weit ...

Mit meiner Äußerung, so schnell nicht mehr nach Samos zu kommen, bezog ich mich also auf die scheinbare Ablehnung der Behörden gegenüber der Tierschutzorganisation (so habe ich das herausgelesen, man möge mich korrigieren?). Hilfe ablehnen, aber selber nichts unternehmen.



@Aegina...Danke für Deinen Beitrag...



Stellungnahme ACS

Erklärung von Animal Care Samos (Originaltext in englisch unter der deutschen Übersetzung)
Animal Care Samos hat seine Arbeit eingestellt.
Nach 13 Jahren mussten wir das Tierheim Animal Care Samos schließen. Die Zahl 13 ist eine umstrittene Zahl. Für Manche bedeutet sie Unglück, für Andere ist sie eine Glückszahl. Für uns steht diese Zahl für 13 Jahre unserer Lebensenergie und unserer Arbeit. 13 Jahre, in denen wir mit misshandelten und ausgesetzten Tieren konfrontiert waren, aber auch mit Vorurteilen und übler Nachrede ignoranter Menschen. Vor allem waren es aber 13 Jahre voller Liebe, bedingungsloser Liebe, die uns all die Tiere geschenkt haben, denen wir zu einer besseren Zukunft verhelfen durften.
Wir sind sehr froh, sagen zu können, dass wir alle in unserer Obhut befindlichen Tiere unterbringen konnten. Dafür haben wir in den letzten Monaten sehr hart gearbeitet. Im Interesse der Tiere mussten wir das in aller Stille tun. Wir verstehen, dass einige Leute über diese Heimlichkeit schockiert sind, aber wir hoffen sehr, dass Ihr versteht, dass dies unerlässlich war, um alle Tiere in Sicherheit bringen zu können.
Alles hat zwei Seiten. Eine positive und eine negative. Die positive Seite ist, dass wir in der Lage waren das Wichtigste zu tun, nämlich uns um Tiere zu kümmern, die uns brauchten. Das bedeutet, dass wir mehr als 4.000 Straßenhunden zu einem liebevollem Zuhause verholfen haben. Wir haben mehr als 17.000 Katzen und Hunde kastrieren lassen. Das hätten wir nie ohne die Hilfe all der Tierärzte und Freiwilligen aus aller Welt tun können, denen wir sehr, sehr dankbar sind.
Im Laufe der Jahre konnten wir einen Wandel in der Einstellung der Menschen gegenüber den Tieren feststellen. Wir haben sehr viel Kraft und Zeit in Aktionen gesteckt, die die Menschen dazu bringen sollten, Tiere gut zu behandeln. Wir sind in Schulen und an andere Orte der Insel gegangen, um darüber aufzuklären. Es war nicht immer leicht, die Zeit dafür zu finden, denn wir mussten das neben unserer eigentlichen Arbeit tun, nämlich der Versorgung aller Tiere in unserem Tierheim. Aber wir wußten, dass die Aufklärung eine wichtige Aufgabe war, denn nur durch eine Änderung in der Haltung der Menschen, konnten wir den Tieren wirklich helfen.
Im Laufe der Jahre stabilisierte sich die Lage der Streuner und die Anzahl der auf der Straße lebenden Tiere verringerte sich.
Die Liste der Aktivitäten unserer Arbeit ist lang und die Arbeit hört nie auf.Wir sprechen hier nicht von einem Hobby oder einem 9.00 bis 17.00 Uhr Job. Wir haben es hier mit einer Arbeit zu tun, die uns 7 Tage die Woche 24 Stunden am Tag in Anspruch genommen hat. Und wir haben uns immer zu 100% eingesetzt, um alles zu tun, was für den Erhalt des Tierheimes erforderlich war.
Leider mussten wir nicht nur mit ansehen, welche Grausamkeiten Menschen Tieren zufügen können. Wir mussten uns auch damit auseinandersetzen, dass die örtlichen Behörden unsere Arbeit mit ihren Vorschriften und ihrer Bürokratie noch schwieriger machten. Eigentlich unterstützen wir sie, aber anstatt uns ihrerseits unter die Arme zu greifen, erschwerten sie unsere Arbeit noch mit unzähligen Vorschriften. So wurde es auch immer schwieriger Tiere zu vermitteln. Wir wollten niemals einfach nur Tiere aufsammeln, denn damit hilft man ihnen nicht wirklich. Wir wollten immer, dass sie ein besseres Leben haben können. Das aber ist nur möglich, wenn sie an Menschen vermittelt werden.
Die Behörden auf Samos haben uns nicht unterstützt, so wie es die griechische Gesetzgebung zum Schutz streunender Tiere vorsieht. Sie schoben Geld- und Arbeitskräftemangel vor. Wir hatten endlose neue Probleme mit den Behörden, der Verwaltung, dem Flughafen und an den Grenzkontrollen. Es war einfach keine Bereitschaft bei der Gemeinde und Verwaltung auf Samos zu erwecken, Möglichkeiten zu finden, um verletzten und heruntergekommenen Tieren zu helfen, wie zum Beispiel die Einrichtung eines Tierärztlichen Notdienstes auf der Insel.
Viele haben sich gewundert, wie wir all dies finanzieren konnten. Das war nicht möglich, weil uns die Regierung geholfen hat, sondern nur durch die Spenden unserer Unterstützer. Unsere Arbeit hat nicht nur den Tieren geholfen, auch immer Griechenland und der griechischen Gesellschaft genutzt. Kein Tourist möchte leidende Tiere auf den Straßen sehen. Und wir haben uns dieses Problems angenommen. Gleichzeitig weigern sich die Einheimischen, ihre Tiere kastrieren zu lassen, bringen aber ständig zum Teil kranke Welpen zu uns. Die Leute kaufen sich Hunde für die Jagd, die dann oft auf der Straße landen, wenn ihre Eigentümer mit ihrer Jagdleistung nicht zufrieden sind. Sie wollen einen bestimmten Rassehund aus Athen, wissen aber nicht, wie viel Arbeit das macht und dann werfen sie den armen Hund nach kurzer Zeit auf die Straße.
Wir haben uns immer um diese Tiere gekümmert, obwohl uns das Wissen um die Hintergründe traurig machte und frustrierte. Irgendwann erreicht man den Punkt, dass es genug ist und man diese Situation nicht mehr aushält. Wir hoffen von ganzem Herzen, dass dies auch für die Menschen und die Behörden auf Samos ein Punkt der Umkehr oder zumindest Besinnung sein wird. Wir hoffen, dass wir ihnen die Augen öffnen konnten und sie erkennen, dass sie jetzt endlich selbst etwas ändern müssen. Wir sind alle Teile eines Ganzen, wir teilen uns diesen Planeten und wir atmen dieselbe Luft. Wir hoffen, dass die Menschen dies erkennen und dass Mensch, Tier und Natur in Harmonie miteinander leben können.
In Liebe, Das Team Animal Care Samos




Und hier noch ein paar Worte von uns, der Tierhilfe Samos e.V.
Das Tierheim Animal Care Samos (ACS) gibt es nicht mehr. Ein gut organisiertes, nachhaltig arbeitendes Tierschutzprojekt musste aufgeben. Was das für die unzähligen, hilfsbedürftigen, verletzten, gequälten, weggeworfenen Tiere bedeutet, kann sich Jeder selbst vorstellen.
Vorab, alle Tiere die sich in der Obhut von ACS befanden haben einen Platz in Holland und Deutschland bei Partnerorganisationen oder Freunden gefunden.
Was Animal Care Samos erreicht hat, konntet Ihr/Sie bereits lesen. JEDOCH, das Leid der Tiere ist immer noch unfassbar groß!
Die Hintergründe der Schließung:
Diese sind in dem Schreiben von Animal Care Samos nachzulesen. Dennoch möchten wir auch ein paar Worte äußern.
Besucher des Tierheimes waren überwältigt von der Entwicklung der letzten Jahre. Das Tierheim war für griechische Verhältnisse einmalig. Viele Kastrationskampagnen fanden jedes Jahr statt, Aufklärungsarbeit hat ACS betrieben u.v.m. Die Organisation war Top, was sicherlich auch damit zusammenhing, dass es wenige wirklich aktive Tierfreunde waren. Streit blieb aus, sie waren ein Superteam!
Das Resultat jahrelanger Arbeit am physischen und psychischen Limit und unüberwindbare bürokratische Hürden in Griechenland und Deutschland führten zu diesem, für die zukünftig hilfsbedürftigen Tiere, verheerendem Ende. Die wenigen freiwilligen Helfer können nach 13 Jahren einfach nicht mehr. Die physische und psychische Belastung hat sie über die Jahre völlig ausgelaugt.
Die tägliche Konfrontation mit diesem Tierleid! Niemand hält das lange und noch länger aus!
ACS war immer der Ansprechpartner für Tiere in Not. Das Telefon stand nur wenige Stunden nachts still. Einen tierärztlichen Bereitschaftsdienst oder gar eine Tierklinik in der verletzte Tiere Hilfe finden gibt es nachwievor auf der Insel nicht.
Über viele Jahre wurden sie für unsere Arbeit durch die Tiere belohnt. Es war immer anstrengend und doch zogen sie die Kraft aus den Erfolgen, wenn Hunde und Katzen sich aus zum Teil scheinbar hoffnungslosen gesundheitlichen Zuständen erholten und ein gutes Zuhause fanden.
Viele Jahre hatte es den Anschein, als würde sich die Situation auf der schönen Insel Samos verbessern. Doch dem ist nicht so.
Zu der aktuellen Situation in Griechenland äußern wir uns an dieser Stelle nicht. Informationen aus den Medien setzen wir voraus.
Zu der täglichen anstrengenden Arbeit und der andauernden psychischen Belastung durch die Abgabe und das Auffinden von verletzten, verwahrlosten und abgemagerten Tieren kam es mehr und mehr zu Auseinandersetzung und nicht lösbaren Problemen mit griechischen und deutschen Behörden. Die Folge, unzählige schlaflose Nächte.
Das griechische Tierschutzgesetz wird in keiner Weise von den zuständigen Behörden umgesetzt! Die Gemeinden übernehmen keine Verantwortung, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet sind! Die Tiere werden nachwievor in dunklen Schuppen, an der Kette, ohne regelmäßige Versorgung mit Wasser und Futter vernachlässigt. Katzenbabys und Hundewelpen landen in der Mülltonne, werden erschlagen oder weggeworfen. Oft findet man diese in Plastiktüten am Straßenrand. Tiere werden nachwievor vergiftet, erschossen, gequält.
ACS hatte keine Handhabe und Unterstützung von Seiten der griechischen Behörden und der Polizei, dies zu ändern. Es gab nur wenige Ausnahmen, in dem dies der Fall war. In den ganzen Jahren kann man diese Fälle an einer Hand abzählen.
Es führte sogar zu mehreren Anzeigen wegen Diebstahls gegen die Mitarbeiter von ACS, wenn sie eingriffen, bspw. Hunde von der Straße holten (nach Anruf griechischer Bürger) oder Tiere, die völlig verwahrlost, abgemagert und unversorgt waren, von der Kette oder aus Schuppen befreiten.
Griechische Bürger entsorgten ihre Hunde im Tierheim und forderten sie Monate später zurück. Waren diese nicht mehr da, gab es immer wieder Anzeigen.
Von den Beschimpfungen und den Verleumdungen gegenüber ACS ganz zu schweigen.
Es gab zunehmende Probleme für die Partnerorganisationen in Holland und Deutschland, wegen der fehlenden TRACES Papiere, Tiere zu übernehmen.
Griechische Behörden versuchten u.a. mit einer eigenen Gesetzgebung die Ausreise „ihrer“ Tiere zu verhindern. Da man ja gut für „seine“ Tiere sorgt. Die EU-Richtlinie hierfür wurde von Seiten Griechenlands ignoriert, die Aushändigung der TRACES Papiere, die für die Verbringung der Tiere in ein anderes EU-Land erforderlich sind, untersagt und verweigert. Übernehmende Vereine in Holland und Deutschland bekamen dadurch zunehmend Probleme mit ihren Veterinärämtern, die auf die Einhaltung der EU-Richtlinie bestehen.
Es gibt eben Länder, die sich diesen EU-Richtlinien entziehen, eigene Gesetze, die die Ausfuhr von Tieren in andere EU-Länder erschweren und verbieten wollen.
http://www.actforanimals.de/informatives/tierschutzgesetze-und-eu-reiseregularien/griechenland/
Da jedoch Griechenland gesetzlich verankert hat, dass keine Tiere an Tierschutzvereine übereignet werden dürfen, gab/gibt es für Tierschutzorganisationen keine für die Einreise nach Deutschland notwendige TRACES-Dokumente. Möglicherweise soll es diesbezüglich bald eine Änderung geben. So soll im griechischen Parlament eine Abstimmung erfolgen, die den Weg für die Abgabe von Tieren an ausländische Tierschutzorganisationen freimacht.
Dabei gilt abzuwarten und zu hoffen, dass diese Regelung im positiven Fall dann auch zeitnah vom Festland aus die griechischen Inseln erreicht. Jeder der sich in Griechenland etwas auskennt, weiß wovon wir reden.
https://de.wikipedia.org/wiki/TRACES
Das Verbringen von Tieren ohne TRACES wurde europaweit kriminalisiert! Als illegal und unseriös verurteilt.
Alles auf den Punkt über die Situation der Tierfreunde in Griechenland finden Sie hier:

http://www.aerztefuertiere.de/index.php?option=com_content&view=article&id=89:griechenland&catid=113&lang=de&Itemid=549&showall=&limitstart=


Auch hörten wir immer wieder den „Einwurf“ kastrierte Tiere wieder auszusetzen.
Keine gute Idee, wenn „streunende“ Hunde in Gebieten leben, wo sie nicht geduldet werden.
Wenn bereits unkastrierte Tiere vergiftet, überfahren oder erschlagen werden, kann darin kein Sinn erkannt werden, kastrierte Tiere wieder auszusetzen. Das wäre auch eine Verschwendung von Ressourcen und Spenden, ganz zu schweigen, dass man den Tod des Tieres billigend in Kauf nimmt. Und wie schon erwähnt, handelte es sich inzwischen auf Samos, in überwiegenden Fällen um Abgabehunde, Hunde in der Hundeklappe oder kürzlich auf die Straße ausgesetzte Hunde.
Animal Care Samos wurde regelmäßig über freilaufende Hunde von der Gemeinde informiert und das Einfangen und Verwahren dieser gefordert! Man wollte offenbar das schöne Stadtbild bewahren und den Einwohnern und Touri

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