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Thema: Astrologie im germanischen Heidentum


Von einigen Leuten hört man hier und da den Einwurf, die Sternenkunde wäre doch babylonischen Ursprungs und habe mit dem germanischen Heidentum nichts zu tun.
Es gibt jedoch Hinweise, daß auch die heidnischen Germanen eine Astrologie kannten, das belegt z. B. die vita Elegii, die Predigt des Eligius aus dem 7. Jahrhundert. Aus dieder Predigt lassen sich viele damals im germanischen Heidentum ausgeübten Bräuche und Glaubensvorstellungen ableiten. So heißt es an einer Stelle:

>Auch hat niemand an ein Fatum oder an bestimmtes Glück oder an das Horoskop seiner Geburtsstunde zu glauben, so daß er vermeint, er werde so, wie ihn die Konstellation geschaffen habe.<

Diese Stelle beweist, daß die germanischen Heiden ein Geburtshoroskop kannten. Wie dies nun genau aussah, wissen wir heute nicht mehr. Aber man betrachtete wohl bei der Geburt eines Kindes den Sternenhimmel und las daraus dessen Schicksal. So wie es auch aus der klassischen Astrologie bekannt ist. Die Namen der Sterne sind uns noch teilweise überliefert. So heißt z. B. der Gürtel des Orion im germanischen Norden "Friggs Rocken", der Große Wagen "Wodanswagen", die Wega "Hahnenstern", die Plejaden "Glucke mit Küchlein", der Sirius "Lokis Brand" usw.

Aber selbst, wenn wir diese Überlieferungen nicht hätten - die heidnischen Germanen hatten nichts dagegen, bestimmte Namen und Systeme von anderen Völkern zu übernehmen. Das sehen wir z. B. gut an unserer siebentägigen Woche mit den Wochentagsnamen. Die Germanen übernahmen diese von den Römern und tauschten die römischen Götternamen gegen germanische aus: Der Mercuriustag wurde zum Wodanstag, der Jupitertag zum Donarstag usw. Unsere heidnischen Vorfahren hatten also keine Probleme damit, gewisse Dinge, die sie für nützlich hielten, zu importieren. Sie vermochten nämlich über den Tellerrand zu schauen und das, was sie als gut erachteten, anzunehmen. Die gleiche Mentalität finden wir auch im alten Island wieder: Als man dort die römischen Planetennamen kennenlernte, wurden die einfach in nordgermanische umgewandelt: Aus dem Planeten Mars wurde "Tyrs Stern", aus Mercur "Odhins Stern", aus Venus "Friggs Stern", aus Jupiter "Thors Stern".
Es scheint eine Eigenart der Germanen zu sein, nützliche Neuerungen von außerhalb gerne anzunehmen und sie in ihr eigenes Weltbild zu integrieren, sie ihrem Glauben anzupassen. Die heutigen Isländer haben übrigens in einem ihrer Museen eine Darstellung der 12 altnordischen Götterburgen, gleichgesetzt mit den antiken Tierkreiszeichen! Der Germane sucht nicht das Trennende, sondern das Verbindende zwischen den Völkern. Die nordische Reiselust führt ihn in manche Gegenden, von wo er sich neue Anregungen nach Hause mitbringt und sie behutsam in seine Weltanschauung einfügt, ohne diese selbst dabei zu verwerfen, sondern um sie zu bereichern. So wie sich in einem Vikingergrab Weihrauch aus dem Süden befand, weil die Vikinger durch ihre Handelsverbindungen dieses Räucherwerk kennen und schätzen gelernt hatten.
Wenn uns ein großer Teil an Überlieferungen zur germanischen Sternenkunde verloren gegangen sind, dann füllen wir diese Lücken mit dem Wissen anderer heidnischer Völker wieder auf, anstatt uns diesem kostbaren Wissen gegenüber zu verschließen. Genauso würden auch unsere Vorfahren gehandelt haben.

Auf Island hatte man im Mittelalter die Planeten mit germanischen Göttern gleichgesetzt: Merkur mit Odhinn, Jupiter mit Thorr, Venus mit Frigg und Mars mit Tyr. Nur für den Planeten Saturn fand man keine passende Gottheit. Weder die Germanen der Eisenzeit noch die im mittelalterlichen Island konnten also den Planeten Saturn einordnen.

Wir würden seine Kräfte wohl am ehesten als "riesisch" bezeichnen. Ich glaube, der Planet Jupiter ist die äußere Grenze der göttlichen Planeten. Was hinter ihm kommt, also Saturn, Uranus, Neptun, Pluto, das ist schon in Utgard, also in Riesenheim. Jupiter/Thorr beschützt die Erde am äußeren Ende vor den feindlichen Riesenkräften.



Theoretisch ist es natürlich möglich, daß es sich bei der Sternkunde, die in der Vita Eligii erwähnt wird, um eine Übernahme von den Römern handelte. Vielleicht. Aber: Es war dann doch eine Übernahme in heidnischer Zeit: Heiden hielten das für sinnvoll und wollten es übernehmen. Deswegen werden wir Heiden der heutigen Zeit die damalige Entscheidung nicht in Frage stellen - falls es denn überhaupt eine Übernahme gewesen ist.

Die siebentägige Woche kann es hier auch schon vor den Römern gegeben haben, man weiß es nicht. Was man weiß, ist, daß die Germanen in den 500 Jahren vom letzten vorchristlichen Jahrhundert bis spätestens zum 4. Jh. die Namen der römischen Wochentage durch entsprechende germanische Götternamen ersetzt hatten (Simek, Lexikon 465).

Nun wissen wir auch, daß die römischen Wochentagsnamen nicht einfach Götternamen sind, sondern sich auf die 7 Planeten beziehen. Deswegen fehlen z. B. so wichtige Gottheiten wie Juno oder Neptun, während z. B. die etwas wenigerwichtige Luna in den Tagesnamen dabei ist. Es ging also schon den Römern nicht darum, ihre höchsten und populärsten Götter und Göttinnen zu ehren, sondern tatsächlich die Namen der Planeten mit den Tagen zu verbinden. Eine astrologisch, nicht mythologisch begründete Zuordnung.

Der eindeutige Beweis, daß die Germanen auch an der astrologischen Bedeutung interessiert waren, ergibt sich aus der Übersetzung der Namen. hier einmal die römischen Namen in Übersicht:

    Dies Solii
    Dies Lunae
    Dies Martii
    Dies Mercurii
    Dies Iovi
    Dies Veneris
    Dies Saturni
Der Tag des Sonnengottes Sol (Mithras) wurde zum Tag der Sonne. Die Sonnengöttin hieß damals Sunna, doch es ist fraglich, ob an die Göttin gedacht wurde, oder doch eher nur an das Gestirn selbst. Der Tag der Göttin Luna wurde entsprechend zum Mond-Tag; hier wurde sicher nicht an eine Gottheit gedacht (sonst hätte man Frova nehmen können oder Mannus), sondern nur an das Gestirn. Schon das ist ein Indiz dafür, daß die astrologische Zuordnung wichtiger war, als etwa die populäre Göttin Frova (Gefion) mit einem Tagesnahmen zu ehren. Frovas mondmythische Züge sind nicht so primär bei dieser Göttin. Sie hat noch zahllose weitere Funktionen (Morgenröte, Nacht, vielleicht Frühlingserde), daß eine Zuordnung die astrologische Bedeutung des Mondes unzulässig erweitert hätte.
Der Mars wurde mit Tius (Zius) übersetzt, was beweist, daß Tius schon vor zwei Jahrtausenden als Kriegsgott galt und nicht der Hauptgott (Allvater) gewesen sein kann. Für Mercur wurde Wodan genommen. Hier sind sicherlich nicht allzuviele Entsprechungen, aber es war zu allen Zeiten üblich, Merkur und Wodan gleichzusetzen, schon Tacitus tat das und viele andere (z. B. Paulus Diaconus) übernahmen das. Auch z. B. in der angelsächsischen Predigt "De falsis Diis" ist es so, wobei Alfrik hier die Götter vom christlichen Standpunkt aus negativ zeichnet:

    >Ein Mann war geheißen Mercurius im Leben;
    Er war sehr tückisch und trügerisch in Taten,
    Und liebte es auch, zu stehlen und Lügentricke zu tun ...
    Er ist Oþon genannt mit anderem Namen im Dänischen.<
Der römische Iovis (Jupiter) wurde mit Donar übertragen, und Venus mit Fria. Fria wollte man wohl nehmen, um die Hauptgöttin in den Wochentagsnamen zu haben. Da Fria (der Name bedeutet "Geliebte, Gattin") in Ihrer Funktion doch sehr der Frova (Freyja) ähnlich ist, war das möglich. Auch Fria kann den Planeten Venus repräsentieren, wenn man die mütterlichen Aspekte der Göttin außer Acht läßt. Wenn also zwei Gottheiten zugeordnet werden können, dann nimmt man natürlich die wichtigere.
Nur für den Saturn haben die Germanen kein Gottheit gefunden. Und das genau ist bezeichnend, denn es war den Menschen nachweisbar bewußt, daß Saturn als Ackergott dem Gott Ing-Fro (Yngvi-Freyr) entspricht. Deswegen setzte man sie gleich z. B. in der isländischen Trójumanna saga 1:

    >In den Tagen Josuas, der nach dem Tode des Moses gemäß dem Willen Gottes Anführer des jüdischen Volkes in Jorsalaland war, wurde im Jordanischen Meer auf einer Insel namens Kreta ein Mann namens Saturn geboren, den wir jedoch Freyr nennen.<
Es heißt dann späer, daß Saturn nach Italien floh und dort die Leute im Ackerbau unterwies.
Es wäre also ein Leichtes gewesen, den Tag des Saturn in einen Tag des Fro bzw. Tag des Ingwaz zu übersetzen. Trotzdem geschah das nicht. Denn der astrologische Saturn unterscheidet sich sehr vom mythologischen Saturn. Der (mythologische) Gott Saturn ist ein Gott der Fruchtbarkeit, des Reichtums, des Ackerbaus, ganz genauso wie Fro. Der astrologische Planet Saturn hingegen steht für Kälte, Einsamkeik, Armut, Darben und Tod, er gilt als das "große Unglück" und paßt damt in keiner Weise zu Fro. Das haben unsere Vorfahren also gewußt, und nicht nur das, sie haben es auch beachtet und auf eine Übersetzung des Saturntages als Fro-Tag bzw. Ing-Tag bewußt verzichtet. Es sollte nämlich auch vom astrologischen Gesichtspunkt aus passen.

Damit ist bewiesen, daß die Germanen in der Zeit, als die Wochentagsnamen übersetzt wurden (was laut Simek zwischen -100 und +400 geschah) astrologische Gegebenheiten kannten und sie ihnen auch wichtig waren. Ja, es beweist das Vorhandensein der Astrologie bei den Germanen - ob nun in der "klassischen" (ursprünglich indogermanischen) Form, wie man sie sicher von den Römern lernen konnte, oder in einer eigenen Weise. Dafür sind Steinkreise, Steinsetzungen, und Ringwälle, die auf himmelskundliche Punkte ausgerichtet sind, ein Indiz, genauso wie etwa die Himmelsscheibe von Nebra. Auch die bronzezeitlichen schwedischen Felsbilder von Tanumshede wurden bereits astronomisch gedeutet (Reuter, Rätsel I, 120f; Schütte, Dän. Heidentum 84f). Astronomie und Astrologie aber gehörten untrennbar zusammen.

Daß in den Grímnismál der Älteren Edda in 12 Strophen 13 Himmelsburgen und Gottheiten aufgezählt werden, hatte man bereits vor zwei Jahrhunderten als einen eigenen, germanischen Tierkreis gedeutet.

Lichtgruß,
Géza





Für Mercur wurde Wodan genommen. Hier sind sicherlich nicht allzuviele Entsprechungen


Die mythologischen und astrologischen Gemeinsamkeit sind durchaus auffällig: Beide Götter sind Seelenführer, Windgötter, wortgewandt, Götter der Magie und tragen Stab und Hut.
Astrologisch sind beide für den Geist, den Atem, die Redekunst und den Verstand zuständig.

Auch eine interessante Gleichung: So wie Wodan für die Weissagung durch das Werfen von Runen zuständig ist, so erfand Hermes-Mercur das Weissagen durch das Werfen von Kieselsteinen.



Wenn wir uns die im Grimnismál erwähnten Himmelsburgen anschauen, so können wir sie den 12 Sternzeichen zuordnen, beginnend mit Thrudheim und dem Widder.

Eine interessante Übereinstimmung ergibt sich auch mit der griechischen Zuordnung der Götter zu den Sternzeichen. So herrscht in den Zwillingen Apollon und im Schützen Artemis. Beide Gottheiten sind auch Todesgottheiten, wobei Apollon die Männer mit seinen Pfeilen tötet und Artemis die Frauen. Wir haben an dieser Stelle die germanischen Himmelsburgen Valascialf und Folcvangr, in denen Odhinn und Freyja herrschen. Die Überlieferung lehrt, daß Odhinn und Freyja sich die Toten teilen, d. h. eine Hälfte zu Odhinn und die andere Hälfte zu Freyja nach Folcvangr kommt. Und hier gleichen sie dem Apollon und der Artemis. Es ist daher völlig richtig, die Himmelsburgen Valascialf und Folcvangr mit Zwillinge und Schütze gleichzusetzen, das zeigt der Vergleich mit der griechischen Überlieferung.


Zuletzt bearbeitet: 02.04.10 12:33 von Administrator


Artemis entspricht der römischen Diana, und mittelalterliche Chronisten unserer Region haben die Verehrung der "Diana" durch die Hexen bezeugt. Dabei lag die Vermutung nahe, daß die Hexen in Wahrheit Frova verehrt hatten. Somit wäre auch hier eine Übereinstimmung vorhanden, wenn auch später Züge der Frigg (Holle, Perchta) mit Diana verbunden wurden.

Daß auch die Griechen einen 12er Götterkreis kannten, kann man auch bei Sallustius, dessen Werk mir Herr Engel freundlicherweise kopierte, sehen. In dem Kap. 6 des Buches "Von den Göttern und der Welt" heißt es:

    >Einige von den Göttern innert der Welt bewirken das Daseyn der Welt, andere beseelen sie, andere bringen ihre verschiedene Bestand-Theile in Harmonie; und noch andere besorgen die Fortdauer dieser Harmonie. Da dies vier Geschäfte sind, und jedes seinen Anfang, sein Mittel und Ende hat; so müssen zwölf Welt-Verwalter seyn, drey die sie machen, Jupiter, Neptun, und Vulkan; drey die sie beseelen, Ceres, Juno und Diana; drey, die ihr die Harmonie geben, Apollo, Venus und Mercurius; und drey, die diese Harmonie bewahren, Vesta, Minerva und Mars (...) Da diese die obersten Beherrscher der Welt sind, so müssen wir uns die andern Götter als solche vorstellen, die in diesen enthalten seyen, z. E. Bacchus in Jupiter, Aesculapius in Apollo, die Grazien in der Venus.<
Den griechischen 12-Götter-Kreis fand ich schon vor Jahren in dem Werk "Secretoria Germania" von G. A. B. Schierenberg, der ihn mit dem germanischen verglich.

Über die germanischen Himmelsburgen und den Tierkreis schrieb Wilhelm Wägner (Nord.-germ. Götter- u. Heldensagen, Bln. 1934, S. 61):

    >Die mythologischen Beziehungen dieser Götterburgen werden weiter unten besprochen; hier bemerken wir nur, daß nach einer sehr wahrscheinlichen Vermutung diese Himmelsburgen die zwölf Sternbilder des Tierkreises bedeuten. Denn weder ist hier dem siegbringenden Tyr eine Wohnung eingeräumt, noch sind Wingolf, der Saal der Göttinnen, und Fensal, der Palast der obersten Göttin Frigg, aufgezählt. Die genannten Gottheiten, deren Wohnsitze angeführt werden, sind nach dieser Annahme Monatsgötter (...) Auch nach neueren Untersuchungen beziehen sich die zwölf Himmelsburgen auf die Sternbilder im Tierkreise, da die Germanen schon in ihren Ursitzen gleich den anderen arischen Stämmen dem Licht ihre Verehrung weihten. Sonne und Mond gewannen daher in ihrer Anschauung göttliche Gestalt, und die Sterne waren die Begleiter dieser Gottheiten. Es war aber natürlich, daß man die Bilder des Tierkreises besonders hervorhob, da ihr Erscheinen den Wechsel der Jahreszeiten bezeichnet.
    Man könnte annehmen, die zwölf Asen der Edda, die zwölf Hauptgötter der indischen Vedas, sowie der Griechen, Römer und Etrusker bezeichneten die zwölf Umläufe des Mondes, die wieder den Zeichen des Tierkreises entsprechen.<
Die Tatsache des Fehlens von Himmelsburgen Friggs und Tyrs nimmt Wägner als Beleg, daß es hier wirklich um den Tierkreis geht, nicht um eine bloße Aufzählung sämtlicher Himmelsburgen. Etwa 30 Jahre früher hatte Wilhelm Wägner noch folgendes geschrieben (Germ. Göttersagen, Lpz. 1907, S. 31):

    >Nach einer sehr wahrscheinlichen Vermutung bedeuten diese Himmelsfesten die zwölf Sternbilder des Tierkreises. Sie sind nicht als arischen Ursprungs nachweisbar und machen auch nicht den Eindruck, als seien sie aus germanischen Vorstellungen entwickelt worden. Denn weder ist hier dem siegbringenden Tyr eine Wohnung eingeräumt, noch sind Wingolf, der aal der Göttinnen, und Fensal, der Palast der obersten Göttin Frigg aufgezählt.<
Wägner folgerte von dem Fehlen der beiden Himmelsburgen Friggs und Tyrs, daß diese Vorstellung nur eine Übernahme des bekannten Tierkreises aus der Fremde sei. Diese Ansicht hat er also später revidiert. Und bereits 1826 bezieht C. A. Vulpius (Handwörterbuch d. Mythologie) die Himmelsburgen auf die Monate, was dann indirekt auch den Tierkreis beinhaltet, da ja früher jedem Monat genau ein Tierkreiszeichen zugeordnet war. Vulpius schreibt (S. 178):

    >Himmelswohnungen; die Wohnungen der Asen sind nach der religiösen Ansicht der Monate gewählt.<
Er bezieht sich dabei auch auf F. J. Mone (Gesch. d. Heidentums im nördl. Europa, 1822, I. 390-393).

Lichtgruß, Geza



Und bereits 1826 bezieht C. A. Vulpius (Handwörterbuch d. Mythologie) die Himmelsburgen auf die Monate, was dann indirekt auch den Tierkreis beinhaltet, da ja früher jedem Monat genau ein Tierkreiszeichen zugeordnet war.


Es gibt sicherlich Monatsgötter und es gibt Götter der Sternbilder. Beides ist zu unterscheiden. Bei den griechischen Göttern ging man davon aus, daß sie im Herzen des jeweiligen Sternbildes sitzen. Somit sind sie nicht als Monatsgötter, sondern als Sternengötter anzusehen. Der heutige "Tierkreis" hat mit den tatsächlichen Sternbildern nur noch die Namen gemein. Ich beziehe daher die Götterzuordnungen auf die himmlischen Sternbilder, so wie die alten Griechen es taten. Es ist nämlich entscheidend, welche Qualität die Sterne haben, die ein Sternbild bilden. Nicht umsonst finden im Herzen des Löwen den Regulus, den Königsstern, sowie im Herzen des Skorpion Antares, den Zerstörer. Aber natürlich nur im tatsächlichen Sternbild am Himmel. Die Himmelsburgen im Grimnismál erinnern an eine germanische Astralmythologie, von der leider nur noch Bruchstücke erhalten sind. Die heutige westliche "Astrologie", die von den Sternen am Himmel kaum noch etwas weiß, ist zur bloßen Jahreszeitendeutung verkümmert. Daß am Himmel die makrokosmischen Energien der Sterne wirken, leugnen diese "Astrologen". So ist viel Wissen verlorengegangen.



Ich würde es gar nicht so trennen: Sternbilder und Monate gehören zusammen. Dabei will ich jetzt gar nicht auf die Problematik der Verschiebung hinaus, wonach die heutigen Astrologen ein anderes Zeichen deuten, als tatsächlich am Himmel steht.
In heidnischer Zeit hatten wir echte Mondmonate, die jedes Jahr (im Bezug zur Sonne) verschoben sind. Eine Berechnung des Geburtshoroskopes konnte man also danach nicht vornehmen, da z. B. der 15. März (15. Tag im Vollmondmonat März) in jedem Jahr um 11,5 Tage verschoben ist. Auf den heutigen Kalender bezogen: Wenn man das Horoskop mit dem 15. März berechnet, wäre diese im nächsten Jahr der 4. März usw. Also mußte die Astrologie immer auf die Sonnenpunkte bezogen werden, d. h. von den Sonnenwenden oder Tag-Nacht-Gleichen abgezählt werden. Trotzdem passen die Sternzeichen zu den Jahreszeiten und die Götter und Götterburgen natürlich auch. Die Götterburgen scheinen sehr gut mit den astrologischen Häusern zusammenzupassen.

Lichtgruß, Géza



Trotzdem passen die Sternzeichen zu den Jahreszeiten und die Götter und Götterburgen natürlich auch.


Sie können schon deshalb nicht zusammenpassen, weil sie nichts miteinander zu tun haben. Der Sternenhimmel ist von den irdischen Jahreszeiten, die durch den Stand Erde - Sonne bestimmt werden, völlig unabhängig.

Die Götterburgen scheinen sehr gut mit den astrologischen Häusern zusammenzupassen.


Ja, die 12 astrologischen Häuser gehen vom Geburtspunkt (Aufgang Ascendent) aus. Der Ascendent wird durch das bei der Geburt im Osten aufgehende Sternbild bestimmt. Die alten deutschen Namen dieser Häuser wie z. B. Aufgang, Untergang, Himmelshöhe und Himmelstiefe weisen noch auf die Stellung der Sterne und Planeten im Geburtsbild hin. Auch hier nimmt man das tatsächlich am östlichen Horizont aufsteigende Sternbild als Ausgangspunkt, was leider die meisten westlichen Astrologen heute ganz falsch bestimmen, da sie sich nicht mehr am Sternenhimmel orientieren.

Die Jahreszeit beeinflußt sicherlich den Charakter eines Menschen mit, das Schicksal einer Person jedoch können wir nur am tatsächlichen Sternenhimmel erkennen.

In alter Zeit standen die vier wichtigsten Sterne am Himmel, Aldebaran, Regulus, Antares und Fomalhaut genau an den 4 Eckpunkten des Himmels im Osten, Norden, Westen und Süden. Bei uns kennen wir sie als die 4 Zwerge Nordri, Sudri, Austri und Westri. So stand Antares genau im Westen und kennzeichnete den Untergang, die Herbstgleiche. Durch die Verschiebungen im Laufe der Jahrtausende gibt es keine Übereinstimmung zwischen Jahreszeit und Sternenhimmel mehr. Dennoch wirken die Fixsterne auf gleiche Weise wie vor Tausenden Jahren. Deswegen müssen wir uns immer an den Sternen am Himmel orientieren, um das Schicksal ergründen zu können.

Es ist die Kraft der Sterne, ihre feinstoffliche Schwingung, die unser Sein bestimmt. Dort in den Sternen sitzen die Götter und bestimmen von dort unser Schicksal. Regulus sitzt im Herzen des Löwen, auch wenn ihn heutige "Astrologen" in der Jungfrau zu finden glauben, und er wird daher immer mit der Kraft des Löwen wirken und niemals Jungfraucharakter zeigen. Schauen wir aber an den Himmel, so werden wir sehen, daß Regulus tatsächlich immer noch im Herzen des Löwen steht. Der Sternenhimmel zeigt uns die Wirklichkeit.



Die Stellung Erde-Sonne beeinflußt nur die Temperatur. Die Temperatur ist es aber nicht allein, die die Monate und ihre Qualitäten beeinflußt. Der März ist anders, als der November, trotz ähnlicher Temperaturen.
Selbstverständlich wirken die anderen Sterne auch auf die Monate und bewirken deren unterschiedliche Qualitäten. Und auch die Tatsache, daß es sehr kalte oder auch sehr milde Winter gibt, während ja die Stellung der Erde zur Sonne in jedem Winter gleich ist (und somit alle Winter auch gleich ausfallenm müßten) zeigt, daß die Jahreszeiten auch von anderen Faktoren geprägt werden. Und das sind auch die Sterne.
So verdanken wir diesen extremen Winter einem Pluto-Saturn-Quadrat, dazu kam Uranus (15. 11. 2009 und 31. 1. 2010).

Lichtgruß, Geza



Die Stellung Erde-Sonne beeinflußt nur die Temperatur.

Nicht nur die Temperatur. Die kämpferische Frühlingssonne hat eine ganz andere Qualität als die Herbstsonne. Die gesamte Vegetation ändert sich Monat für Monat, und dies wirkt sich auch auf das Wesen des in einer bestimmten Jahreszeit geborenen Menschen aus. Der im März geborene wird kämpferischer sein als der im Herbst geborene. Ein Winterkind ist in der Regel ruhiger und introvertierter als ein Frühlings- oder Sommerkind. Die Sonne verändert ihre Energie im Laufe des Jahres und auch im Laufe eines Tages.

Auch die Planeten wirken sich auf das Wetter aus, wie z. B. Mars Stürme verursachen kann. Das ist aber wiederum von der Jahreszeit unabhängig.

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