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Thema: Weihe und Weihekraft


Bei einer Einweihung oder auch einer Weihe wird Kraft übertragen. Der Weihende gibt einen Teil seiner Kraft an die einzuweihende Person oder den zu weihenden Gegenstand weiter. Der oder das Geweihte erhält dadurch eine besondere Art der Kraft, die er oder es vorher nicht besaß. So weiht z. B. ein Priester die Opfergaben, die rituellen Gegenstände, bestimmte Personen usw. Aber nicht nur geistliche Personen, sondern auch Könige besitzen große Weihekraft, ebenso Leute, welche durch die Gnade der Götter oder Geister eine solche Kraft besitzen (z. B. Schamanen, Zauberer und Heiler). Nicht jeder Mensch verfügt also über eine Weihekraft. Aber wer sie besitzt, der erscheint oft als Mensch mit starker, charismatischer Ausstrahlung, mit großer seelischer Strahlkraft. Ein solcher Mensch kann einen Teil seiner Kraft auf andere übertragen, indem er sie weiht und eben durch die besondere Rituale der Weihe die Kraft weitergibt.

Darum ist auch eine sogenannte "Selbsteinweihung", wie sie von manchen Leuten heutzutage betrieben wird, nicht wirksam und völlig unsinnig! Denn man kann sich nicht selbst Kraft übertragen. Man kann immer nur Kraft von jemand anderem übertragen, d. h. von außen zugeführt bekommen. Und diese andere Person muß selber über genügend Kraft verfügen, um sie weitergeben zu können. Daher sind dieses "Selbsteinweihungen" auch recht neue Erfindungen von Leuten, die gerne etwas darstellen wollen, aber niemanden finden, der sie weiht, weil jeder vernünftige Mensch eine Weihe solcher Selbstdarsteller ablehnt.

Interessant die Tatsache, daß selbst in evangelischen Gegenden die Menschen lieber zu einem katholischen Geistlichen gehen als zu einem evangelischen Pfarrer, um sich Heilsegen zu holen oder etwas weihen zu lassen. Denn der katholische wurde geweiht, während der evangelische nur ein Prediger ist, der keine Weihe und somit auch keine Kraft erhalten hat.

Die Kraft eines geweihten Priesters, egal welcher Religion, steigert sich noch durch seine jahrelangen religiösen Rituale und seine religiöse Lebensweise. Später kann er dann selber Einweihungen vornehmen und seine Kraft weitergeben.

Auf alten Gemälden finden wir oft Darstellungen von Königen oder Geistlichen mit einer Strahlen-Aura um das Haupt, welche ihre besondere Kraft anzeigen soll.



Ich würde es vielleicht in dem Sinne sehen, daß grundsätzlich jeder Mensch mehr oder weniger Kraft (im sprirituellen Sinne gemeint, Odkraft, Orenda) hat. Diese Kraft kann nicht nur schwach oder stark sein, sie kann auch rein oder unrein sein, oder einen Zwischenzustand haben.

Wie diese Kraft jeweils beschaffen ist, hängt von dem Menschen ab, und zwar von seinem Lebenswandel, seinem Denken und Handeln. Wer krank ist, süchtig oder im niederen (materiellen) und schlechtem (auch bösen) Denken verhaftet ist, dessen Kraft ist unrein. So eine Kraft führt zu Krankheiten und negativen Schicksalsschlägen, zu Unglück und Leid.
Die Kraft kann auch einfach nur viel zu schwach sein, so daß eine Übertragung gar nicht möglich ist. Insbesondere ältere Menschen habn sehr wenig Kraft, hingegen haben Kinder meist zuviel Kraft. Deswegen war es sehr sinnvoll, daß bei unseren Vorfahren alte Menschen und Kinder zusammenlebten, währen heute alte Menschen mit anderen alten Menschen in Altersheime verbracht werden, wo sie keine Kraft mehr bekommen und deswegen früher sterben.

Ein Priester muß nach den Regeln der Götter leben, das sind auch Regeln der Reinheit. Dadurch wird seine Kraft reiner, als beim normalen Menschen. Er muß in regelmäßigen Abständen die Verbindung zu den Göttern herstellen, was in den Kultstätten, die man auch "Kraft-Orte" nennt, geschieht. Dadurch nimmt der Priester zusätzliche Kraft der Götter auf und stärkt so seine eigene Kraft.
Dabei kommt nur die Kraft hinzu, die der Qualität der eigenen entspricht. Ein Mensch mit einer eigenen, ganz unreinen Kraft, wird also keine Götterkraft im Heiligtum aufnehmen können. Die unreine Kraft findet er nur an entsprechenden unreinen Orten (düstere Lokalitäten). Deswegen finden solche Menschen Gefallen an derartigen Orten und fühlen sich gestärkt. Ein Mensch mit reiner Kraft aber kann die reine Götterkraft im Heiligtum aufnehmen.

Deswegen hat im Idealfall ein Priester eine reine Kraft und auch in ausreichender Menge. Bei einer Weihe gibt er von dieser Kraft an den Einzuweihenden ab. Interessant ist, daß sich noch erhalten hat, daß der Geweihte dem Weihenden als Dank Wein (Rotwein) und Brot gibt zur Stärkung nach der Kraftabgabe. Eine Weihe kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Aber auch der Vater weiht seinen Sohn, gibt ihm seinen väterlichen Segen und kann das auch mit der Kraftabgabe verbinden. Hier ist es natürlich nur durchschnittliche Kraft, nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht. Aber der Sohn will ja auch in die Welt gehen und seinen Weg finden, nicht Priester werden. Der Priester muß auf die Reinheit der Kraft achten, damit er in die Lage kommt, überhaupt Götter anrufen zu können. Die andern Teilnehmer eines Festes sollten allerdings auch in der Woche vor dem Fest bestimmte Regeln einhalten, um ihre Kraft für das Fest reiner zu machen. Z. B. ist das Fasten vor den Festen auch im Heidentum bekannt gewesen.

Allvater sagt (Háv. 61):

    >Rein und gesättigt reit zum Thing<
Rein bedeutet hier: Gewaschen, sauber, übertragen auch geistig rein, vorbereitet. Gesättigt bedeutet, daß man für die lange Reise zum Thing vorsorgen muß.

Lichtgruß,
Geza



Wir müssen zwischen den verschiedenen Formen der Kraft unterscheiden. Es gibt die Lebenskraft, die jedem lebenden Wesen zueigen ist, was wir auch als Lá kennen. Die Weihekraft jedoch ist die Kraft, die von unserem Geist ausgeht und die auch noch wirken kann, wenn der Mensch gestorben und sein Geist frei ist. So wie es Menschen mit stärkerer und schwächerer Lebenskraft gibt, so auch Menschen mit starker und schwächerer Seelenkraft bzw. Geisteskraft. Es ist die geistige Kraft, welche zu weihen vermag. Die Kraft haben z. B. auch die Geister, die ja keine Lebenskraft mehr besitzen. Auch ein Geistwesen kann jemand weihen, und natürlich ebenso eine Gottheit. Die Weihe ist nicht nur eine Kraftzufuhr, sondern vor allem eine Heiligung.


Zuletzt bearbeitet: 29.03.10 16:54 von Administrator


Diese Kraft ist ja im Od vorhanden, und das haben auch Geister, auch Kultstätten, in geringem Maße sogar alle Dinge.

Wie gesagt, es gibt die Stärke der Kraft und es gibt die Art der Kraft, ihre Sorte, ihre Zusammensetzung, ihre Reinheit, also ihre Qualität.

Wenn Tacitus belegt, daß die Germanen darauf achteten, daß sie ihre Toten mit bestimmten Holzarten verbrennen, dann geht es um diese Kraft, die ja auch je nach Holzart unterschiedlich ist. Jedes Material hat nämlich auch seine eigene Kraftqualität, und da sind zusammengemischte Materialien oft schlechter, wenn die Qualitäten der Ausgangsmaterialien nicht zueinander passen.

Eine Tischplatte aus massivem Eichenholz hat also eine bestimmte Kraft (nämlich der Eiche, Donars) in einer bestimmten Stärke, die in diesem Falle eher schwach ist, da die Eiche ja bereits gefällt, gelagert und verarbeitet wurde. Eine Tischplatte aus Kunststoff (Plastik) hat eine andere Kraft-Sorte. Kunststoff wird aus Erdöl gemacht, Erdöl ist ein Stoff der Verwesung, es entsteht aus verwesten Wäldern. Es ist also eher eine unreine Kraft, und deswegen ist Plastik auch nicht gesund (mittlerweile weiß man, daß weichgemachtes Plastik sogar zu Unfruchtbarkeit führen kann).

Folglich sollte man darauf achten, nur Möbel aus Massivholz zu verwenden und überall, wo es geht, auf Kunststoffe und Mischmaterialien zu verzichten.

Lichtgruß, Géza



Die Holzarten besitzen zum Teil auch Abwehrkräfte, wie z. B. Wacholderholz. Der Tote wird durch das Verbrennen mit diesem Holze vor dem Angriff schädlicher Geistwesen geschützt. Davon abgesehen gibt es auch unterschiedliche Hitzegrade bei den einzelnen Holzsorten; so brennt das Holz der Nadelbäume sehr heiß und dient einer schnelleren Verbrennung. Auch duften die Hölzer beim Verbrennen unterschiedlich, was ebenso eine Rolle spielt. Und natürlich spielt die mythische Bedeutung der Baumart eine nicht unwesentliche Rolle. So gilt die Esche als "Kleinkinderbaum", aus dem die kleinen Kinder stammen. Dorthin, wo die Seelen herkommen, sollen sie auch wieder hingehen.

Dies sind alles Kräfte, die es zu beachten gilt. Aber mit der Weihekraft hat dies nur wenig zu tun. Wir sollten dies mehr auseinanderhalten.

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