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Thema: Akzeptanz des Heidentums


Man darf sich nie unter Druck setzen lassen. Ein Priesteranwärter sollte Bildung besitzen, daher ist Abitur Grundvoraussetzung. Ein gefestigter Charakter ist wichtig, daher beachte man, ob Süchte (Rauchen, Alkohol oder dergleichen) vorhanden sind, ein solcher Mensch käme als Gode nicht in Frage. Es sollte ein Mindestalter geben, wobei ich 28 vorschlagen würde, da dann der Mensch auch geistig erwachsen ist. Der Lebenswandel ist natürlich zu beachten, der Charakter und das Wissen. Und nicht zuletzt die spirituelle Kraft der Person.

Die sogenannten Selbstinitierten kann man getrost vergessen und sollte man auf keine Fall ernstnehmen.

Wenn wir nicht auf die Qualität achten, schadet dies dem germanischen Heidentum. Wir können es uns nicht leisten, ungeeignete Leute als Goden einzusetzen. Dann lieber keine Goden oder nur ein, zwei Leute, als eine Horde Unfähiger.





Ich bin ja Deiner Meinung, nur ist es eben schwer, geeignete Leute zu finden oder zu erkennen. Wer z. B. Raucher ist, aber weiß, daß Raucher nicht genommen werden, der verschweigt es uns und nimmt sich ein wenig zusammen. Wir merken es nicht, wenn wir es aber merken, können wir es nicht beweisen und werden als Leute, die willkürlich Anwärter ablehnen, hingestellt. Selbst unsere Praxis, auch einmal in das Horoskop eines Anwärters zu sehen, um seine Eignung festzustellen, wurde uns ja bereits als "ungermanisch" vorgeworfen. Weil die Neuheidn teils bis heute nicht verstanden haben, daß es auch bei unsern Vorfahren eine Form der Astrologie gab.

Lichtgruß,
Géza von Neményi



Wie schon geschrieben: Gib nicht so viel auf Worte Anderer.
Und bei einem Raucher merkt man es recht schnell, daß er raucht. Das riecht man.



GezavN:
Ja, es läuft alles zusammen. Früher habe ich mehr das Trennende gesehen, auch die blutige Kirchengeschichte. Heute kann ich in eine Kirchen gehen und zu Wodan beten, oder vor einem Marienaltar zu Frick oder Frova, ohne das irgendwie problematisch zu finden.
Leider ist die katholische Kirche in Belzig nun gerade eine Bonifatiuskirche. Und bei diesem Heiligen gelingt es mir nicht, dahinter eine heidnische zu erkennen. Die Kenntnisse der Geschichte (Fällung der Donar-Eiche) überlagern alles.

Lichtgruß,
Geza von Nemenyi


Früher waren die Verbindungen zwischen Elementen germanischer Religion und Christentum stärker - meiner Meinung nach bis zu Luther. Dieser hat dann das Schriftprinzip eingeführt, so dass nur noch der Text der Bibel zählte, hat die Scholastik bekämpft, weil darin die Vernunft (insbesondere Aristoteles) eine wichtige Rolle spielte, hat die Mystik als angebliche Schwärmerei bekämpft, den Humanismus eine Absage erteilt usw. Luther bekämpfte die Kath. Kirche auch als heidnische Kirche. Die Katholische Kirche hat diese Dinge bei sich mit einfliessen lassen, und bekämpft seit dem selber "das Heidnische" in ihren Traditionen. Hier hatte ausgerechnet das Deutsche Volk wieder mal den falschen Weg eingeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt wäre ,neben der Zerschlagung der "kathol." Terrorkirche, eine umfassende Renaissance (die sogar von der kath. Kirche damals gefördert wurde) inkusive Verbesserung der Lage der Bauern der richtige Weg gewesen. Im Rahmen der Renaissance der griechisch-römischen Kultur hätte man dann eine Wiedergeburt der germanisch-heidnischen Kultur durchführen, und schließlich die germanische Religion wiedereinführen können. Das wäre nach meinem Geschmack gewesen - aber es kam leider der Fundamentalist Luther. Erst über die deutschen Befreiungskriege gegen Napoleon gab es wieder ein Erwachen des Germanischen, das aber von dieser Zeit an mit völkischen Ideen verbunden wurde. Im Kaiserreich Bismarcks gab es wieder ein langsame Wiedergeburt für alles Germanische (insofern es dem Reich nützlich war) und schließlich auch für die germanische Religion, ein Erwachen, dem im Weltkriegsgeschehen von 1914 - 1945 ein Ende gesetzt wurde. Seitdem sind die Bedingungen für eine Wiedergeburt der germ. Religion erheblich schwieriger geworden (wie ja auch heute jegliche Religion und auch wirkliche Kultur in Deutschland erhebliche Probleme hat). Die Kirchen meinen heute ihre Übereinstimmung mit dem Judentum betonen zu müssen, die es im Christentum genau betrachtet gar nicht gibt, und auch in früheren Jahrhunderten nie betont wurde. Von daher ist das heutige Christentum weniger heidnisch, als je zuvor. Aber vieleicht sind protestantische Kirchen deshalb auch so leer, weil nichts mehr davon enthalten ist. Von daher halte ich es für wünschenswert, wenn es eine Brücke von Christen zu den Heiden gibt, die allerdings nicht zu den heidentumsfeindlichen Kirchen und erst recht nicht zum aggressiven, hasserfüllten, wirren Neuheidentum führen darf. Für Menschen mit christlichem Hintergrund ist vermutlich leichter, mal eine Veranstaltung der Hare-Krishna-Bewegung zu besuchen, als eine Veranstaltung des europäischen Heidentums. Denn in deutschen heidnischen Foren wird das Christentum erheblich (und in Neuheidenforen oft ohne Verstand) angegriffen. Es gibt ja im Neuheidentum auch zusätzlich noch diverse Bezüge zum Satanismus von Crowley und Co. Dadurch hat sich die germanische Religion stark isoliert, und dieses antichristliche Image wird es auch so schnell nicht mehr los. Bestätigt ein solches Image doch viele der Urteile, die die christliche Theologie über das alte Heidentum gefällt hat! Daher meine ich, dass eine zumindest gedankliche Grundlage für ein heidnisches Christentum eine gute Möglichkeit wäre, mehr Verständnis für die Religionen zu wecken. Das schwebt mir so als Idee vor. Es kann der germ. Religion ja nicht nur darum gehen, mehr Anhänger zu finden, sondern auch darum, von Menschen anderer Religionen als eigenständige und ernstzunehmende Religion akzeptiert zu werden. Daher ist es besser die grausame Politik der Kirchen fundiert zu kritisieren, anstatt zum Beispiel den christlichen Glauben ohne Verständnis anzugreifen. Die Kritik müsste so sein, dass auch in der Mehrheit christlich geprägter Leser ein Verständnis für das Unrecht, dass der germ. Religion durch die Kirchen angetan wurde, entstehen kann.

Alles Gute
Robert


Zuletzt bearbeitet: 23.09.10 22:45 von Robert_S


Es ist ja sowieso eine Frage der Identifikation. Wir alle haben heidnische Vorfahren und christliche. Wir sind wiedergeborene Menschen und waren in früheren Leben wer weiß was alles. Es wäre nun also völlig falsch, einen tiefen Graben zwischen Christentum und Heidentum zu graben, da es ja nicht um diese Religionen geht, sondern darum, mit welchem Teil seiner Vorfahren man sich identifiziert. Ein frommer Christ ist stolz auf Bonifatius und Co. und sieht sich als Nachkomme der ersten Christen hierzulande, ein frommer Heide (die gibts aber kaum) würde sich als Nachkomme der Vikinger oder anderer germ. heidnischer Stämme sehen. Beide machen sich etwas vor, denn beide haben in Wahrheit heidnische wie christliche Vorfahren (daß hier ein Heide inkarniert, der 1000 Jahre lang nicht inkarniert war, ist völlig unwahrscheinlich, ein Wunschtraum). Also geht es für die heutigen Heiden darum, sich auch zu ihren christlichen Vorfahren zu bekennen (es wird gerne so dargestellt, als seien die Missionare Angehörige fremder Völker gewesen - das gabs zwar auch, die Mehrheit aber stammte aus unserm Volk selbst), für die Christen geht es darum, sich auch zu ihren heidnischen germanischen Wurzeln zu bekennen (Die Vorfahren waren Germanen, keine Römer). Das bedeutet aber nicht, daß man deswegen die Religion wechselt oder beide vermischt. Man sollte ein entspanntes Verhältnis bekommen und die jeweils anderen tolerieren (was nicht bedeuten darf, daß man nicht auch berechtigte Kritik üben kann).

Lichtgruß,
Geza von Nemenyi



..schade, das Robert nicht mehr hier schreibt. Ich denke, er hat das Christentum nie verstanden. Die christliche Religion ist eine Nischenreligion für Leute, "denen der Kittel brennt" oder die,die Leute leid tun - generell -, "denen der Kittel brennt".

Jede Gesellschaftsform hat für solche Situationen Lösungen und Rückzugsszenarien, aber das Leben kann und muß manchmal hart sein...und das ist für "christen-Botschaft-anfällige schwache Seelen" der Aufhänger, daraus die Religion und Aussage schlecht hin zu machen.

Das Christentum ist schlicht Stuß und ein Zeichen, das eine Gesellschaft mit dem Leben und seinem Sinn in Midgard gar nicht klar kommt. Der Islam wird wohl gleich sein, nur dort wurden brutalo-Privilegien für Machotypen installiert...noch schlimmer, finde ich.


"..es lebe unser heiliges Deutschland..."


Und viele Leute gehören dem Christenglauben an, weil sie nichts vom Heidentume wissen. Am Anfang steht also die Informationen, die man den Menschen über unseren Glauben zugänglich machen muß. Man akzeptiert oft nur etwas, das man kennt, also braucht es mehr Bekanntheit des Altheidentums in der Öffentlichkeit.


Zuletzt bearbeitet: 03.09.14 21:49 von Administrator


..das stimmt!! Vorleben ist die beste ...nein...ist das beste Argument zu verstehen, warum man manche Dinge tut und andere Dinge läßt.

(Themenfremdes von der Verwaltung gelöscht)

"..es lebe unser heiliges Deutschland..."

Zuletzt bearbeitet: 04.09.14 11:02 von Administrator


Auf welchen sinnvollen Wegen könnten wir denn auf das Heidentum aufmerksam machen?
Ich mache das, indem ich meinen heidnischen Glauben lebe, Menschen mich darauf ansprechen und wir ins Gespräch kommen.
Ich trage meinen Hammer offen, im Privaten als auch im Schuldienst.
Jene, die ernsthaft am Heidentum interessiert sind, mache ich mittlerweile auf dieses schöne Forum aufmerksam und sage ihnen, dass sie hier fündig werden bezgl. seriösen Informationen, Literatur, usw.
Ich bin daran interessiert auf unser altgermanisches Altheidentum aufmerksam zu machen. Doch tue ich das nicht "missionierend".



Hallo Thrako_Illyrer,
das ist meiner Meinung nach nicht allgemein gültig zu beantworten.

Da ich aus vielen Dingen und Geschehnisse meine Nase nicht lassen kann, argumentiere ich bei meiner Vorschlägen immer mit heidnischer Logik. Also im Alltag die Werte und die Erklärung dafür unserer Ahnenreligion in Entscheidungen oder Entscheidungsfindung erklärend ein fließen lassen. Ich habe halt einige dicke Brocken zu bewegen und da hilft dann die Erklärung zum weshalb und warum. An sonst kann man beim Plaudern über Ethik unsere Religion unsere Ethik einbringen, aber das dürfte selten der Fall sein, das so etwas passiert. Zumindest bei mir.

"..es lebe unser heiliges Deutschland..."
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