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Thema: Wer hat die Heidnische Gemeinschaft gegründet?


In einem neuheidnischen Forum wurde kürzlich bestritten, daß ich der Gründer oder Stifter der "Heidnischen Gemeinschaft" gewesen wäre. Deswegen schreibe ich hier, wie es damals bei der Gründung zuging.

Von Anfang an hatte ich geplant, einen entsprechenden Verein zu gründen. Bereits in dem Berliner Stadtmagazin "Zitty" (Nr. 24/82 vom 12. 11. 1982, S. 164) hatte ich ein entsprechendes Inserat geschaltet. Hier der vollständige Text dieses Inserates, das jeder im Archiv von "Zitty" gerne nachlesen kann:

>GERMANISCHE MYTHOLOGIE. GRÜNDUNGS-mitglieder gesucht. Vereinsziel: Verbreitung mythologischen Wissens, gemeinsame Kultfeiern (z. B. Sonnenwende), Reisen nach Asgart, Volkstänze, Runenkunde, alte Bräuche. Keine Politik. Geza von Nemenyi, 823 20 99 (vor 20 Uhr).<

Schon damals ging es mir also um einen Verein. Es meldete sich allerdings zuerst die Berliner Gruppe der Armanen, bestehend aus Harry Radegeis (der aber gerade von Berlin wegzog), Matthias Wenger und Bernhard Schulz. Es gelang mir, diese Menschen davon zu überzeugen, daß wir einen entsprechenden Verein gründen sollten. Im Jahre 1983 luden wir dann auch zu der 1. Gründungsversammlung der "Heidnischen Glaubensgemeinschaft" in die Wohnung von Matthias Wenger (Mindener Straße) ein. Es war aber außer uns dreien nur noch ein Herr Tamm gekommen, der (was wir nicht wußten) für den Journalisten Jochen Maees arbeitete. Später (ca. 1988) veröffentlichte Jochen Maes in seiner "PREMA" (Presseagentur Maes) einen 10-seitigen Bericht über dieses Treffen, wo wir drei auch charakterisiert wurden. Ich wurde dort als der "Kopf der Gruppe", als "graue Eminenz" und "Gode" bezeichnet.

Weil aber zur Gründung eines eingetragenen Vereins 7 Gründungsmitglieder nötig sind, konnte eine vereinsrechtliche Gründung nicht erfolgen. Wir betrachteten die "Heidnische Gemeinschaft" nun also zunächst als nicht eingetragenen Verein.
Wir warben um weitere Interessenten und wollten einen neuen Gründungsversuch 1985 starten. Wir schafften es tatsächlich, nun endlich die geforderten 7 Unterzeichner der Satzung zu bekommen - das war di 2. Gründung. Da aber die Leitung des Armanen-Ordens nun plötzlich gegen Eintragungen als "e.V." war, und sie die beiden Armanen in unserm Kreis davon überzeugen konnte, zogen diese ihre bereits geleisteten Unterschriften zurück. Es fehlten also wieder zwei Unterzeichner. Inzwischen war Michael Pflanz dazugekommen, der noch Freunde mitbrachte, und nun stand einer erneuten Gründung eigentlich nichts mehr im Wege. Wir wollten aber nicht auf Matthias Wenger und Bernhard Schulz verzichten und ließen ersteinmal die Vereinsgründung bleiben. Es kam aber zu vielen Diskussionen, die Fronten verhärteten sich. Wir hatten gleichzeitig immer noch unsere Veranstaltungen unter dem Namen "Heidnische Gemeinschaft" gemacht und dazu ein Vierteljahresprogramm gemeinsam aufgestellt und verschickt. Doch eines Tages bekamen wir ein Veranstaltungsprogramm mit dem Namen "Heidnische Gemeinschaft", das aber nicht von mir oder Michael Pflanz stammte, sondern im, Alleingang von den beiden Armanen M. Wenger und B. Schulz ohne Rücksprache mit uns aufgestellt und versendet worden war. Der von mir erfundene Name "Heidnische Gemeinschaft" wurde hier also von den beiden Armanen an sich gezogen und wir sollten nun sozusagen draußen bleiben. Das ließen wir nicht zu und noch im selben Monat organisierten wir die 3. Gründungsversammlung und gründeten die "Heidnische Gemeinschaft e. V." ohne die beiden Armanen. Gründer und Initiator war also von Anfang an ich, der tatkräftige Hilfe von dem später hinzugekommenen Michael Pflanz bekommen hatte. Die anderen 5 Gründungsmitglieder waren Freunde, die wir gebeten hatten, die Satzung mit zu unterzeichnen, damit wir den Namen der Gemeinschaft für uns erhalten würden. Es waren nicht einmal alle bei dieser Gründungsveranstaltung selbst zugegen, sondern wir holten die Unterschriften noch nachträglich und datierten sie trotzdem auf den Tag dieser Gründung.

Somit wurde die "Heidnische Gemeinschaft" als "e. V." in ihrer 3. Gründung zwar formal von 7 Personen gegründet, tatsächlich aber war ich der Initiator und Gründer, dazu kam noch M. Pflanz als Unterstützer. Die anderen waren eher Statisten.

Die Rituale, die noch heute in der "Heidnischen Gemeinschaft e. V." praktiziert werden, stammen alle von mir. Ich habe sie aus den Quellen und meinem eigenen spirituellen Wissen und nach meinen eigenen Offenbarungen rekonstruiert. Ein Forscher (z. B. Skandinavist, Religionswissenschaftler) würde die Rituale so nie rekonstruieren, sondern ganz anders, da die Quellen ganz anders bewertet werden und eigene Offenbarungen fehlen. Somit ist es auch völlig richtig zu sagen, daß ich was den Kult und Glauben der Gemeinschaft betrifft, ihr "Stifter" gewesen bin. Noch heute verwenden sie auch die von mir herausgesuchten, übersetzten oder bearbeiteten Lieder. Denn natürlich kann man nicht einfach Volkslieder verwenden, man muß sie umdichten und so bearbeiten, daß sie in einen heidnischen Kult passen.

Und von Anfang an war die "Heidnische Gemeinschaft" (HG) auch für ein traditionelles germanisches Priestertum. Das sieht die Satzung vor. Es sollen Priester ausgebildet und nach traditionellen Riten von schon geweihten Priestern eingesetzt werden (wir mußten am Anfang auf Priester anderer heidnischer Richtungen zurückgreifen). Es war auch bereits der Godenrat vorgesehen und es gab eine Prüfungsordnung für Priester. Die HG war laut Satzung eine Gemeinschaft des traditionellen überlieferten Heidentums, und dieses kennt bekanntlich Priester. Deswegen schrieb ich in meinem Buch "Heidnische Naturreligion" (Johanna Bohmeier-Verlag, 1988, S. 13):
>Dieses Buch bildet auch die Grundlage des Wissens der germanischen Priester, der Goden (neben den Mythen der Edda), und ist daher Grundlage für die Godenprüfung der Heidnischen Gemeinschaft e. V. in Berlin.<
1989 wurden dann von Wilhelm Handke eigene Godenprüfungsrichtlinien für die HG aufgestellt, nach denen die ersten Godenprüfungen stattfanden.

Damals (1985) waren weder Uwe Ecker, noch Bernhard Kühn in der HG und können das daher wahrscheinlich nicht wissen. Der Godenrat, der rechtlich 1991 in der GGG-Verfassung verankert wurde, war von Anfang an auch Godenrat der HG. Leider maßen sich heute die lediglich gewählten Vorsitzenden der HG an, gleiche Rechte wie echte Goden zu haben und möchten sich vom Godenrat und mir als gewählten Vorsitzenden des Godenrates lösen. Man will im Verein eigenmächtig schalten und walten und hat Angst vor der ausgebildeten "Konkurrenz". Deswegen die neuen Untertöne. Sollte sich die HG tatsächlich von echten (also ausgebildeten und geweihten) Goden distanzieren, bedeutete das gleichzeitig, daß sie damit vom überlieferten Heidentum der Vorfahren abweicht und somit gegen ihre eigene Satzung verstößt.


Zuletzt bearbeitet: 15.09.10 12:04 von Administrator


Ich war ja früher auch mal Mitglied der HG, etwa ein halbes Jahr lang. Da warst Du schon nicht mehr dabei. Ich würde Dir raten, Dich nicht mehr um die HG zu kümmern, da dies bloß Verdruß bringt. Es gibt dort einige wenige Leute, die durchaus vernünftig sind, aber ansonsten war und bleibt die HG für mich persönlich ein rotes Tuch. Mir wurde damals in der HG körperliche Gewalt angedroht, als ich noch Mitglied war, deswegen trat ich dort aus. Darum bin ich ganz froh, wenn es keine Zusammenarbeit mit dieser Gruppe gibt. Sie hat sich schon damals vor 18 Jahren in eine Richtung entwickelt, die Du wahrscheinlich nicht gewollt hättest. Und solange dort noch die gleichen Führungsköpfe sitzen wie damals, ist es besser, Abstand von der HG zu halten.



Übrigens steht es auch auf diesen Seiten, daß Du die HG gegründet hattest:

http://www.relinfo.ch/hg/info.html

Dort steht:
>Diese gemeinnützige Religionsgemeinschaft wurde Ende der 80iger Jahre vom Diplom-Designer Geza von Neményi gegründet, der früher Treffen des Armanen-Ordens besuchte. Die Heidnische Gemeinschaft wendet sich - anders als der Armanenorden - bewusst gegen rechtsextreme Neigungen und fordert von ihren Mitgliedern, dass sie sich auch von Faschismus und Rassismus distanzieren.<

Siehe auch hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/Neopaganism_in_German-speaking_Europe

Dort ist zu lesen:
>Fahrenkrog's Germanische Glaubens-Gemeinschaft had been deleted from the official registers in 1964, most members being dead. In 1991 it was reactivated by Géza von Neményi (b. 1958), who had received the organization's archives from Dessel as the result of a hostile split of the Heidnische Gemeinschaft which von Neményi had founded in 1985.<

Franz Wegener schrieb in seinem Buch "Das atlantidische Weltbild", 2003:

>Ihm nahe steht die „Heidnische Gemeinschaft Geza von Nemenyis" in Berlin, die die „Germanische Schriftenreihe" herausgibt.<

Auch hier zu finden:
http://encycl.opentopia.com/G/GZ/GZA

>Géza von Neményi (born 1958) founded the German Neopagan society Heidnische Gemeinschaft (1985) and reactivated the Germanische Glaubens-Gemeinschaft (1991).<


Zuletzt bearbeitet: 12.09.10 19:18 von Administrator


Hallo Catrin!

CatrinW:
Es gibt dort einige wenige Leute, die durchaus vernünftig sind, aber ansonsten war und bleibt die HG für mich persönlich ein rotes Tuch. Mir wurde damals in der HG körperliche Gewalt angedroht, als ich noch Mitglied war, deswegen trat ich dort aus.


Das ist wirklich heftig! Ich kann nur hoffen, dass die betreffende(n) Person(en) diesen Vorfall heute aufrichtig bedauern, und dafür um Entschuldigung bitten. Auch wenn ein solcher Vorfall lange Zeit zurück liegt, sollten die Verursacher mMn. sich bemühen, den Vorfall aus der Welt zu schaffen. Es würde natürlich bedeuten, diese gewaltätige Bedrohung heute zuzugeben. Doch soviel innere Größe sollte man m.E. nach 18 Jahren haben. Solange solche karmischen Knoten nicht gelöst werden, bedrücken sie das Heidentum beträchtlich.

Geza wird in verschiedenen Quellen als Gründer genannt. Unter anderem auch in dem frühen Dokumentar-Film "Wotans Wiederkehr - Neuer Kult um alte Götter" von Martin Papirowski, Klaus Schellschmidt, indem eben unter anderem auch die HG vorgestellt wird. Der Film bestätigt Gezas Angaben ( http://www.youtube.com/watch?v=2sZxBbMStAU&feature=related siehe ungefähr bei 5.30 min ) Aus dem Film gewinnt man auch den Eindruck, das Geza damals die Rituale leitet, und auch erschafft. Sachlich betrachtet sagt also die Mehrzahl der Quellen aus, dass Geza der Gründer der HG ist.

Die HG sieht das trotzdem anders. Mir scheint, dass sie heute weniger danach fragen, wer die Initative der Gründung ergriffen hat, sondern mehr Gewicht darauf legen, dass sie eine Gemeinschaft sind, und die Gründung deshalb aus ihrer Sicht eine gemeinschaftliche war. Es widerspricht offenbar ihrem Gemeinschaftsverständnis einem Einzelnen die Gründung zuzuschreiben. Ich glaube, sie sehen es ungefähr auch so, dass in den letzten 18 Jahren neue Impulse und Entwicklungen in der HG stattgefunden haben, so dass sie sich nicht als Fortsetzer der Impulse verstehen, die von Geza ausgingen, sondern als Fortsetzer anderer Impulse. So verstehen sie sich wohl auch als eine Gemeinschaft, die für keltisches und slawisches Heidentum offen ist (obwohl ihre Webseite mehr über das germanische Heidentum der HG informiert.) Sie sehen sich als inhaltlich verschieden vom Heidentum der GGG, und diese unterschiedliche Entwicklung wurde eben nicht von Geza begründet.

Hallo Geza!
Ich schreibe hier mal in der dritten Personen über "Geza", weil es sich so sachlicher ausdrücken lässt. Auch ist ja im Forum hier das "Sie" (anstatt "Du") die Regel. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen.

Alles Gute
Robert


Zuletzt bearbeitet: 12.09.10 23:53 von Robert_S


Bernhard K. war ja auch bei der Gründung der HG nicht dabeigewesen, da er erst später dazukam. Von daher können eigentlich nur die damaligen Gründungsmitglieder tatsächlich über die Sache Auskunft geben, zu denen Bernhard ja nicht gehörte.

Ich glaube, die Vergangenheit wird einfach zum großen Teil verdrängt. Es ist ja im Grunde auch heute egal, solange man Ereignisse von damals nicht abzustreiten versucht.



Das mit dem "germanisch-slawisch-keltischem" Heidentum war schon immer so in der HG, das stammte von Michael Pflanz und mir. Wir wollten einmal nicht als germanophile Gruppe erscheinen, dann aber auch die in unserer Region ansässigen Stämme und ihre Mythen berücksichtigen.
Da hat sich übrigens in der GGG auch nichts geändert.

Die Linie der HG solange ich dabei war, und die Linie der GGG von 1991 bis heute sind völlig identisch. Es gibt inhaltlich keinen Unterschied.

Es hatte in der HG allerdings verschiedene Streitereien gegeben, insbesondere ging es um das Urheberrecht an meiner Heftreihe ("Germanische Reihe"). Ich hatte da am Anfang auch "Heidnische Gemeinschaft" draufgeschrieben (als diese noch kein "e.V." war) und später meinten einige, ich hätte an dieser Reihe kein Urheberrecht, ich hätte die Hefte zwar verfaßt, aber doch für die HG. Ich konnte das aber klären und der Vorstand (unter Rudolf Goldmann) akzeptierte, daß es meine eigene Schriftenreihe war. Trotzdem hatte man im großen Umfang Raubkopien gemacht und verbreitet, was zu einem Gerichtsverfahren führte, das ich gewonnen hatte.

Genauso machte man es mit den von mir herausgesuchten, bearbeiteten, übersetzten und kommentierten Liedern. Ich hatte eigene Liederhefte zu den Jahresfesten gemacht und auf der letzten Seite jeweils mein Copyright angemerkt. Dennoch nahm der jetzige HG-Vorsitzende meine Lieder und machte daraus ein eigenes Liederbuch, ohne die Quelle zu nennen. Alle langen Kommentare usw. waren wörtlich von mir. Briefe an ihn blieben unbeantwortet und ich mußte prozessieren. Der Richterin vor dem LG Berlin reichten die Copyrightvermerke auf den Rückseiten nicht und es sah für mich schlecht aus. Aber dann fand ich noch Urheberverweise unter einzelnen Lieden und nun glaubte mir die Richterin. Wegen der hohen Prozeßkosten (7000 DM) stimmte ich einem Vergleich trotzdem zu und die HG wurde verpflichtet, mehrere Lieder herauszunehmen. Leider nicht alle, die von mir stammten. Dieses Verfahren kostete die HG ca. 4000 DM, die Schuld daran trägt der jetzige Vorsitzende. Deswegen will er natürlich nichts von mir wissen und distanziert sich.

Ich hingegen fände es richtiger, sich für das begangene Unrecht zu entschuldigen, anstatt sich so zu verhalten (vor dem Gericht hatten HG-Mitglieder sogar unrichtige Angaben gemacht). Ich war enttäuscht, daß eine von mir gegründete heidnische Religionsgemeinschaft es nicht einmal geschafft hat, daß sich wenigstens die Vorstandsmitglieder an die heidnische Ethik halten.

Was nun eine Neuausrichtung der HG nach 1992 betrifft: Laut Satzung wird dort das überlieferte germ./wendisch/celtische Heidentum praktiziert. Abweichen kann die HG davon nicht, es sei denn, sie ändert den Satzungszweck, was nur durch schriftliche Zustimmung der Mitglieder möglich ist. Aber allein schon in der Abkehr vom traditionellen Priestertum sehe ich einen eindeutigen Wechsel zum Neuheidentum. Unser Godenrat war auch der Godenrat der HG, und eine Anerkennung der Goden durch die HG sehen weder die Satzung, noch die Überlieferungen vor. Der Fehler war, daß wir nicht gleich zu Beginn den Godenrat auch in der HG-Satzung eindeutig verankert haben. Aber damals (1985) gab es bei uns ja noch keine Goden, deswegen konnte das nicht geschehen.

Die HG geht derzeit in eine falsche Richtung, weg von der Überlieferung, hin zum Neuheidentum. Ich als Gründer bedauere das sehr, hoffe aber, daß sich spätere Mitglieder vielleicht einmal wieder auf ihre Wurzeln besinnen werden.

Wir als traditionelle germ. Heiden verhalten uns dabei wie immer: Wenn der Godenrat einberufen werden sollte, werden wir die richtigen Goden der HG und deren Vorstand natürlich mit einladen. Ob sie kommen, oder nicht, ist ihre Angelegenheit.

Lichtgruß,
Géza von Neményi




Zuletzt bearbeitet: 13.09.10 11:19 von Administrator


Aber allein schon in der Abkehr vom traditionellen Priestertum sehe ich einen eindeutigen Wechsel zum Neuheidentum.


Nicht nur darin. Kürzlich sagte doch ein Mitglied der HG, die HG wolle mit dem Thema "germanisch" nichts mehr zu tun haben. Demnach wären sie also nicht einmal mehr ein Verein für germanisches Heidentum. Allerdings kommen in ihren Schriften immer noch die germanischen Götter vor, daher wundert mich die Aussage des besagten HG-Mitgliedes. Vielleicht steckt dahinter auch nur die Angst, in eine rechte Ecke gestellt werden zu können.



Hallo Geza,

das sind natürlich empörende Vorgänge. Ich kann mich in Deine Situation gut hinein denken, ging es mir doch Anfang des Jahres mit dem Vorstand der Theos. Ges. Adyar ganz ähnlich (und das sind Menschen einer älteren Generation - weshalb es für mich weniger entschuldbar ist.) Ich konnte aber soviel Druck aufbauen, dass der Vorstand seine massive URV mir gegenüber einstellte. Für meine Geduld, für die von mir ausgehende Gesprächsbereitschaft, für meinen Verzicht auf Anzeige und gerichtliche Auseinandersetzung (die in diesem Fall einer mehrfachen Straftat um einen größeren Streitwert vermutlich zur Verurteilung von Vorstandsmitgliedern geführt hätte - mit allen privaten und vereinsrechtlichen Folgen) - für all das hat sich dort nie jemand bedankt oder auch nur für die Straftaten mir gegenüber entschuldigt. Vielmehr waren sie maßlos darüber empört, was mir einfällt, solche Straftaten nicht hinzunehmen. Da sieht man mal, dass von der TG Adyar in D nur noch dunkles ausgeht. So sind die Menschen überall. Die meisten Menschen wissen nicht was Recht ist, und was nicht, und auf den Versuch einer außergerichtlichen Einigung reagieren sie nicht. Sie lassen es drauf ankommen. Ich staune nur, dass die HG trotz des Prozesses um URV die Gemeinnützigkeit, die ihr in der Gründungsphase erreicht habt, behalten konnte. Die Gemeinnützigkeit geht bei solchen Sachen ganz schnell mit über Bord. Deshalb ist es für einen Verein immer gut, wenn es nicht erst zu einem Gerichtsurteil kommt. In meinem Fall hätte die TG Adyar in D diesen Status verloren, und bei Bekanntwerden aller Fakten bzw. Aussagen und Intrigen (worauf ich aber verzichte) wäre sie von den Gegnern nicht völlig zu Unrecht als "gefährliche Sekte" eingestuft worden. Im Gegensatz dazu habe ich aber bei der HG die Hoffnung, dass dies eine Art Kinderkrankheit in der Startphase war, und man sich inzwischen darüber hinaus entwickelt hat, reifer und weiser geworden ist. Immerhin war das alles vor 18 Jahren.

Entschuldigungen da, wo man Fehler gemacht hat, wären wohl sehr schön. Im Heidentum wäre es mMn. das Beste eine Politik der kleinen Schritte zur Verbesserung der Beziehungen zu unternehmen. Ohne Verbesserung der Beziehungen wird es auch nie soetwas wie einen DV geben.

Alles Gute
Robert


Zuletzt bearbeitet: 13.09.10 13:22 von Robert_S


Hallo Robert,

das ist sehr traurig, daß Du sowas erleben mußtest. Die Menschen scheinen überall die gleichen Macken zu haben, egal in welchem Verein oder in welcher Gemeinschaft. Enttäuscht werden kann man überall, leider.

Manchmal denke ich mir: Diese blöden Heiden können mir so langsam alle gestohlen bleiben. Doch wenn ich dann in andere Gruppen schauen oder zu anderen Religionen, dann sieht es da auch nicht besser aus. Und wie man sieht, schützt auch Alter vor Torheit nicht. Man hofft oft, daß die Menschen im Laufe der Zeit reifer und weiser werden. Um dann doch feststellen zu müssen, daß sich leider nichts geändert hat.

Gruß
Catrin



Hallo Catrin, da hast Du wohl recht. Die Menschen haben oft die gleichen Macken, solange sie nicht wirklich spirituell genügend erleuchtet sind. Manchmal entwickeln sich die Dinge auch über viele Jahre hin nur ganz langsam - so langsam, dass in diesem Leben nicht mehr zu erwarten ist, dass der erwünschte gute Zustand noch irgendwie annähernd erreicht wird.

Nicht auf die HG im besonderen, aber auf das Neuheidentum, ja auf alle Religionen bezogen könnte man wohl sagen, dass zu allen Zeiten und in allen Kulturen tiefer sehende Menschen zu der Überzeugung kamen, dass der Weg jedes Menschen vorherbestimmt ist. Die einen sind schon als Kind gerade, edle Naturen mit Sinn für das Heilige, für Gerechtigkeit und Gewissen, für Treue, für das Gute. Ihre edlere Natur setzt sich auch gegen Widerstände durch und überlebt sogar mehrfachen Selbstverrat, der aus Unwissenheit begangen wurde. Und dann gibt es andere, denen beste Startchancen gegeben werden können, die die besten Bedingungen und jede Förderung zum Guten erhalten, aus denen aber trotzdem nie diese edlen Menschen werden. Ich meine hier nicht Vorzüge der Intelligenz, des Könnens usw.
Im Christentum führte das zu der krassen Lehre von der Prädistination. Friedrich Nietzsche sprach von "höheren Menschen" und den "letzten Menschen". Mathilde Ludendorff sprach von den "einsamen Sängern des Liedes unsterblichen Lebens" und den "plappernden Toten" - alles Modelle, die ich weitgehend ablehne, die aber m.E. einen wahren Sachverhalt auszudeuten bestrebt sind. Aus meiner Sicht bekommt jeder Mensch mit einer neuen Wiedergeburt im Menschenreich auch eine neue Gelegenheit. Es besteht also für viele Neuheiden noch Hoffnung in einem nächsten Leben. Nur wenn die noch nicht edlen Seelen in jeder Inkarnation immer dieselbe Bahn einschlagen, dann wird der Prozess irgendwann mMn. nicht umkehrbar sein.

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