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Thema: Indische und germanische Götter


Ich denke, dass Savitri den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang repräsentiert, wie auch den Ursprung unseres Universums, d.h. die Entstehung der Sonne. Savitri ist vorangig aus der Gayatri bekannt, und dort wird am Morgen und am Abend Savitri angerufen.

Mit der Sonne im Hintergrund wird ikonographisch Surya dargestellt. Für Sarasvati ist das untypisch. Die Göttin wird als Schönheit mit milchweißer Haut in weißen Gewändern dargestellt, wobei sie oft auf ihrem heiligen Tier, einer weißen Gans sitzt oder steht. Oft sitzt sie auch auf einer Lotusblüte. In ihren vier Händen trägt sie eine Vina, die sie spielt (Göttin der Musik), ein Japamala d.i. eine Gebetsschnur (Gebet/Meditation) und ein Buch, die Veden (Göttin der Dichtkunst).

Sollte sie mit einem strahlenden Kreis im Hintergrund dargestellt werden, muss dieser strahlende Kreis nicht unbedingt eine Sonne sein. Sie wird dadurch auf keinen Fall zur Sonnengöttin Surya. Surya bleibt im Hinduismus eine eigenständige Gottheit.

Manu mit Heimdallr in Verbindung zu bringen, macht auch hinsichtlich der echten theosophischen Lehren sehr viel Sinn. Dann wäre allerdings der Himinbjörk identisch mit dem mythischen Berg Meru der sich vom Nordpol aus in den Kosmos erhebt (und in dem das eigentliche Shambala lokalisiert wird, welches eventuell mit dem Mythos von Agarthi identisch ist, was sich sehr nach Asgard anhört). Diesem könnte dann auch der mythische "Fluss" Sarasvati entspringen, und es wäre zugleich erklärlich warum die Göttin in den "Fluss" Dichtkunst, Wissenschaft und Musik fliessen lässt. Hier wachsen wohl auch die goldenen Äpfel der Jugend und Unsterblichkeit der Hesperiden bzw. Idun's, sozusagen am oben genannten Fluss. Seltsam ist, dass ja Manu nur bis zum natürlichen Ende dieser Menschheit (ca. weitere 4,3 Millionen Jahre) die Menschenwelt überwacht, Heimdallr aber sein Wächteramt bis zum Ende der Erde versieht. Daher muss ich annehmen, dass Heimdallr so etwas wie der Lehrer aller Manus ist. Anders kann ich mir das erstmal nicht mythisch denken.

Alles Gute
Robert



Bei Gerhard J. Bellinger (Knaurs Lexikon der Mythologie, Augsburg 2000, S. 435) heißt es unter dem Stichwort "Sarasvati":

>Manchmal ist sie mit Savitri (Gayatri) identisch<.

Und unter "Savitri" heißt es:

>Gayatri: 1) vedisches Versmaß von 3 mal 8 Silben sowie Bezeichnung der in diesem Metrum abgefaßten "Sonnen-Strophe" (Rigveda III, 62, 10). Dieses Metrum gilt als Prototyp aller Metra. 2) brahmanisch-hinduistische Peesonifikation dieses Versmaßes und Sonnengöttin. Sie ist die Tochter des Surya und erste Gattin von Brahma.<

Und Jan Knapperts "Lexikon der indischen Mythologie" (Weyarn 1997, S. 265f) schreibt über "Savitri":

>1) ... Der Name Savitri deutet darauf hin, daß sie eine Sonnengöttin ist und ihr Gatte die ,sterbende' Sonne. 2) Tochter der Sonne, Gattin des Brahma.<

Es hängt also daran, ob man Sarasvati mit Savitri gleichsetzen kann.

Lichtgruß,
Géza von Neményi



Die eigentliche Gayatri die zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang rezitiert wird ist:

oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ
tát savitúr váreniyaṃ
bhárgo devásya dhīmahi
dhíyo yó naḥ pracodáyāt

Hier bezieht sich "savitúr" auf Savitri. Das sich in der Gayatri die Anrufung Savitris nur auf den Sonnenuntergang bezöge, ist m.E. nicht vollständig, und widerspricht vieleicht auch dem zyklischen Weltbild der Hindus. Das Lexikon von Jan Knappert habe ich auch da (hätte ich auch gleich nachschlagen können.) Aber auch bei Knappert wird Sarasvati doch so charakterisiert, wie ich es weiter oben getan habe. Auch trennt Knappert (wie eigentlich alle Bücher zum Thema, die ich da habe) Sarasvati ganz klar von Savitri. Beide haben allerdings mit Brahma zu tun. Sarasvati ist die Gefährtin Brahmas, gilt aber manchmal auch als Tochter Brahmas. Ich habe eine mythologische Erklärung gelesen, derzufolge Sarasvati eine Tochter Brahmas ist, die die Gefährtin Vishnus wird. Später aber gibt Vishnu sie wieder an Brahma zurück, und sie wird dessen Gefährtin. Da nun Savitri ebenfalls als Tochter Brahmas (aber nur bei Knappert) gilt, könnte man eine (allerdings sehr unwahrscheinliche) Verbindung zwischen Sarasvati und Savitri vermuten bzw. einige Hindus könnten das so sehen. Aber an und für sich gilt Savitri als Tochter Suryas. Auch Knappert bringt zuerst diese Aussage, bevor er wahrscheinlich auf einen anderen Mythenstrang zu sprechen kommt.

Das Problem ist, dass die Indologie bis heute nicht den Überblick über die vielen verschiedenen hinduistischen Traditionen gibt, sondern versucht, aus verschiedenen Quellen zu verstehen, wie im Hinduismus dieser oder jener Gott vorgestellt wird. Das ist aber immer noch monotheistisch gedacht. Der Hinduismus ist im Prinzip nicht eine Religion, sondern ein komplexes Bündel von Religionen, deren gemeinsames Band das Sanatana Dharma ist.

So gibt es ganz verschiedene, sich widersprechende Überlieferungen über die Götter, die aber gleichermaßen wahr sein können, weil kar ist, dass in der Welt der Götter die Dinge nicht so sind, wie man sie sich innerhalb der Menschenwelt, bei aller Erleuchtung durch die Götter, vorstellt. Wir müssen uns darauf verlassen, was die Schriften, die Indologen und Hindus selber darüber mitteilen. Diese Mitteilungen sind nicht immer genau, und fast nie umfassend. Daher müsste man mit Gleichsetzungen zwischen den Göttern vorsichtig sein. Letztlich ist wohl maßgeblich, was in den vedischen Schriften einschließlich der Puranen mitgeteilt wird.

Es ist aber nicht zu erwarten, dass die Übersetzungen der Indologen die Feinheiten der Mehrdeutigkeit, die Vielschichtigkeit der Göttermythen und heiligen Texte annähernd richtig übersetzen können. Unsere Sprache gibt die Fülle spiritueller Bedeutungen der Sanskrit-Worte nicht wieder. So kann in der Übersetzung das Wort "Sonne" alles Mögliche bedeuten. Ein Beispiel wäre auch das Wort "satya", dass oft mit dem Wort "Wahrheit" übersetzt wird, aber keineswegs unserer abstrakten Begrifflichkeit von "Wahrheit" entspricht. Satya ist im Sanskrit ein göttliches Wesen, es ist das Göttliche selbst, die Wahrheit, die im Göttlichen wohnt, die man vieleicht erhält, wenn man sich den Göttern weiht und samadhi erlangt.


Zuletzt bearbeitet: 20.09.10 21:10 von Robert_S


Meiner Ansicht nach geht es sowieso um die Gedanken und Vorstellungen. Wenn ich zu Sarasvati bete und Sie als Sonnengöttin vorstelle, wird sich die Sonnengöttin auch ggfls. melden. Deswegen funktionieren z. B. auch Gebete an Maria, die ja eigentlich (wenn es sie denn überhaupt je gab) keine besondere Funktion hat. Aber die entsprechende Göttin wird Sich melden, unabhängig vom Namen. So kleinlich sind die Götter nicht, wenngleich der richtige Name sicher auch etwas mehr Wirkung hat.

Lichtgruß,
Géza von Neményi





Das sehe ich ganz ähnlich. Ich meine, dass es oft so ist, dass sich Menschen bestimmte, tief religiöse, meditative Vorstellungen von den Göttern, Gott, Maria etc bilden, die dann manchmal von den Göttern benutzt werden, um sich mitzuteilen. Ich denke aber auch, dass viele ursprüngliche Formen der Götter, durch diese selbst inspiriert wurden, bevor sie sich in diese Formen einkleideten. In den Götterbildern die von den Künstlern der Hare-Krishna-Bewegung gemalt wurden, lebt sicher viel göttliche Inspiration. Es sind ja Mönche, die jahrelang täglich mindestens 3-4 Stunden die Namen einiger Göttern hingebungsvoll rezitieren (chanten), und dies sicherlich auch während des Malens selbst fortsetzten. Ich denke schon, dass so viel Hingabe die Kraft der Götter herabruft. Inspiriert gemalte Bilder sind keine normalen Bilder mehr. In ihnen lebt Göttliches! Deshalb wird bestimmten Bilder (oder anderen Darstellungen) göttliche Verehrung entgegengebracht. Wer ein inspiriertes Bild ansieht, darf sich direkt mit Göttern in Verbindung wissen.

Maria hat in der Katholischen Kirche denStatus einer Göttin. Kein Katholik betet zur "armen Frau aus Nazareth". Sie beten alle zur Königin der Engel. Ich habe in einem Buch ein Foto über ein Marienumzug in Spanien, wo eine sehr schöne Marienpuppe einen Umzug auf einem Wagen begeht, der von mächtigen Ochsen gezogen wird. Wenn man sich alles Christentum an der Szene wegdenkt, hat man eine große, heidnische Göttin und ihren Kult vor sich.

Guten Gruß
Robert


Zuletzt bearbeitet: 22.09.10 01:27 von Robert_S


Ja, es läuft alles zusammen. Früher habe ich mehr das Trennende gesehen, auch die blutige Kirchengeschichte. Heute kann ich in eine Kirchen gehen und zu Wodan beten, oder vor einem Marienaltar zu Frick oder Frova, ohne das irgendwie problematisch zu finden.
Leider ist die katholische Kirche in Belzig nun gerade eine Bonifatiuskirche. Und bei diesem Heiligen gelingt es mir nicht, dahinter eine heidnische zu erkennen. Die Kenntnisse der Geschichte (Fällung der Donar-Eiche) überlagern alles.

Lichtgruß,
Geza von Nemenyi



So kleinlich sind die Götter nicht, wenngleich der richtige Name sicher auch etwas mehr Wirkung hat.


Nehmen wir mal an, du stündest auf der Straße, um dich herum gehen viele Menschen. Da sagt einer: "Otto, komm doch bitte mal her!" Du würdest gar nicht auf die Idee kommen, daß du gemeint sein könntest, denn es ist ja nicht dein Name. Ruft aber jemand deinen richtigen Namen, dann würdest du schauen, um du nicht gemeint sein könntest. Namen sind wichtige Schlüssel; ohne den richtigen Schlüssel läßt sich keine Tür aufschließen. Deshalb sind die richtigen Götternamen schon wichtig, um mit den Göttern zu reden. Oder zumindest die richtigen Umschreibungen.



"..so kleinlich sind die Götter nicht.."

..diese Aussage oder Vermutung sagt mehr über den aus, der das meint als über die Götter selbst.
Im Dritten Reich haben die jüdischen Familien vor der bloßen Vermutung, Hab und Gut ohne Grund zu verlieren, sich in die Hoffnung gestürzt - die Leute können einen heut noch leid tun - , daß das Volk der Dichter und Denker zwar auch mal mit dem linken Fuß aufsteht, das aber so was kleinliches kein Dauerproblem werden könnte.

Mein Beispiel, was Catrin mit "Otto und Straße" beschrieben hat, würde ich anders anpacken:

Kinder müssen lernen, miteinander aus zu kommen, so das nicht jeder Streit und Geschubbse für (besorgte) Eltern Grund zum Eingreifen wäre, selbst wenn so ein "wilder Krieger-Knirps" sein Kontrahent "ich ruf Papa" von dem echten Papa gehört wird, zur Rettung her nimmt. Wenn aber das Gesagte panisch geschrienen wird, weil die Klopperei Folgen hat, die keiner will, wird das Wort "Papa" zum "Donnerschlag für alle".

Was jetzt so doch gut zu verstehen ist, heißt nicht, das wir uns an die Gurgeln gehen müssen, um Ernst genommen zu werden, aber es umschreibt die Situation, wie gleiche Worte unterschiedliche Konsequenz für den Zuhörer haben wird.

Wenn die Ahnen also in Bezug auf die Götternamen dies so formuliert haben, ist doch Vorsicht das Gebot der Stunde, die ernst zu nehmen, selbst wenn der Sinn einem nicht ein leuchtet.

Grundübel der Gesellschaft ist das "Banalisieren-unangenehmer-Dinge" und man sollte dies endlich in den Griff bekommen und unterlassen.

..nächster Versuch:"Wie sagt man´s dem Kinde"

Wozu gibt es Hirarchien? Nein...nicht um verschiedene Gehaltsstufen zu begründen, geschweige denn gott-gewollt zu begründen...es geht darum, das der "Chef-eines-Unternehmens-oder-Unternehmung" deligieren muß von seiner Verantwortung und von seiner begrenzten Möglichkeit, in allen Dingen der Unternehmung oder des Unternehmens selbst gehört zu werden. 24 Stunden Tagesspanne wären dann zu wenig.

Nicht jeder Chef wird also zulassen, das seine ernannten "Vertreter-des-Amtes" übergangen werden, weil wir nun mal zeigen sollten, wie die Knirpse in meinem Beispiel, mitteinander klar zu kommen, ohne daß das eintritt, was wir seit gut 20 Jahren (18.Juli 0:00 Uhr des Jahres des Dritten Sternes..Edit: lieber das Rätsel aufgelöst, bevor die editierzeit im Forum abläuft: Das Jahr des Dritten Sternes bezieht sich auf die Fußball-WM anno 1990, wo die Lichtgestalt Franz B. uns mit dem dritten Stern auf dem Nationaltrickot reich beschenkt hat..kicher) leider haben.

Man muß das Verständnis haben, das es Menschen gibt, die "besseres zu wege bringen können" und das die "kein Grund zur Erpressung darin sehen dürfen", wenn sie da sind, wo sie sind. Und das funktioniert schon lange nicht mehr (Chlodwig??).

Edit war bezogen auf grusseligen Satzbau im Text.

"..es lebe unser heiliges Deutschland..."

Zuletzt bearbeitet: 17.11.14 12:35 von Erwin
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