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Thema: Heidentum = Naturreligion


Meine Transformation zum Heiden hat aus der Retrospektive heraus betrachtet viele Jahre gedauert. Dieser Entwicklung verdanke ich heute mein erfülltes Leben als Heide. Im Urlaub (in den Alpen Bayerns wie auch im Alltag!) habe ich auf jeder Wanderung im Wald und in der Natur eine Tüte mitgeführt, in die wir (meine Familie und ich) den Müll aufsammelten, der uns unterwegs begegnete. Ich empfinde unsere Natur als göttlichen Raum des Lebens und der Entfaltung. Ich bin dankbar, Heide zu sein. Es erfüllt mich, meine Frau und meine Kinder. Ich bin dankbar, diese Weisheit germanischen Heidentums leben und erleben zu dürfen. Mensch, welch Glück hat mir diese Entwicklung geschenkt! Dafür danke ich den Göttern!
Asenheil!



..ich habe mal geschrieben: Wir waren und sind immer Heiden geblieben...halt ordentliche oder schlechte, sogar sehr schlechte. Aber unsere kulturellen Gene haben wir nie heraus opperiert, geht gar nicht!



Die Naturreligion ist das Spiegelbild menschlich-evolutionärer Entwicklung. Sie verändert sich mit der Zeit, geht mit der Zeit. Die Träger dieser Wahrheit(en)entwickeln sich gemäß der Veränderungen, interpretieren sie zum Einen angemessen und sinnvoll, zum Anderen begehen sie auch massive Fehler. In diesem Spannungsfeld bewegen wir Heiden uns: Es ist unsere Aufgabe, mit möglichst viel Vernunft, Weitsichtigkeit und Vernunft unsere Naturreligion weiterzugeben. Für unsere Religion sind Bildung und Bewusstseinserfahrung unerlässlich. Da wir im Gegensatz zu den Stifterreligionen nicht an unumstößlichen Dogmen festzuhalten haben, sind wir eindeutig im Vorteil, aber auch in der Verantwortung. Dafür brauchen wir Selbstbewusstsein und die Bereitschaft uns zu bilden sowie uns mit den Umständen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kritisch und selbstkritisch auseinandersetzen zu wollen!
Asehnheil!



Thrako_Illyrer:
Die Naturreligion ist das Spiegelbild menschlich-evolutionärer Entwicklung. Sie verändert sich mit der Zeit, geht mit der Zeit. Die Träger dieser Wahrheit(en)entwickeln sich gemäß der Veränderungen, interpretieren sie zum Einen angemessen und sinnvoll, zum Anderen begehen sie auch massive Fehler.


Das sehe ich etwas anders. Die Naturreligion basiert auf den Naturgesetzen, die von den Göttern gschaffen sind; diese Naturgesetze sind immer gültig. In welchen Bildern sich uns diese Gesetze offenbaren, ist u. a. abhängig von der Metalität des jeweiligen Volkes und der jeweiligen Naturlandschaft. Daher bleibt die Naturreligion beständig, ändert sich kaum. Sie macht die menschlichen kurzlebigen Modetorheiten nicht mit, orientiert sich nicht an der politischen Korrektheit. Dadurch bleibt sie fest und unerschütterlich, zu allen Zeiten gültig. Die ewigen Gesetze der Götter können durch die kleinen Menschlein nicht geändert werden. Alles folgt den Gesetzen der Götter, und wenn der Mensch es zu bunt treibt auf der Mutter Erde, so wird sie sich mal kurz schütteln und ihn wie einen lästigen Parasiten abwerfen. Daher sollte der Mensch immer wissen, wo seine Grenzen sind und die Schöpfung mit Ehrfurcht behandeln.



..da gebe ich Catrin mehr als recht: was viele als "modern" bezeichnen, das nenn ich "hab-dich-nicht-so"-Logik.

Eine Naturreligion ist perfekt für die Schöpfung an sich und dran rum basteln heißt, sich davon zu entfernen. Die Christen sind extreme "Bastler", die sich ihre Wahrheit ständig neu zurecht biegen...vor Gericht darf man das auch nicht...ho,ho.



Sehr geehrte Katrin,

das haben Sie wunderbar auf den Punkt gebracht. Sie haben mit Ihren Ausführungen recht. Doch bildet sich der Mensch auch nicht sein eigenes, auch manchmal mit Fehlern behaftete Interpretation seiner Beobachtungen des unerschütterlichen Gesetzes der Götter? Kommt es vermutlich nicht daher zu einigen fehlerhaften, menschlichen Ableitungen des göttlichen Zyklus? Wie können wir aufgrund unserer doch oft eingeschränkten Wahrnehmung dem Gesetz, den Gesetzen der Götter erfolgreich nachgehen?

Zitat Erwin: "Eine Naturreligion ist perfekt für die Schöpfung an sich und dran rum basteln heißt, sich davon zu entfernen. Die Christen sind extreme "Bastler", die sich ihre Wahrheit ständig neu zurecht biegen...vor Gericht darf man das auch nicht...ho,ho."

@Erwin
Das ist ein sehr gutes Beispiel von Dir. Ich stimme dem vorbehaltlos zu.

@Catrin
Danke für Deinen Einwand! Nur so ist Lernen und Vorwärtskommen möglich. Das hilft mir weiter, um unsere Religion noch verstehen zu können, um stärker in ihr zu wachsen!

Jetzt bin ich erneut in der persönlichen Anrede zwischen "Sie" und "du" hin- und hergeschwankt. Sorry! :-)

Asenheil!



Zuletzt bearbeitet: 17.08.14 18:22 von Administrator


Verehrte Heiden,

folgenden Beitrag finde ich sehr interessant. Er steuert auch thematisch zu dem bereits Besprochenen einige wertvolle Informationen zu. Viel Freude.

https://www.youtube.com/watch?v=u1nI1qA9zJQ

Asenheil!



Doch bildet sich der Mensch auch nicht sein eigenes, auch manchmal mit Fehlern behaftete Interpretation seiner Beobachtungen des unerschütterlichen Gesetzes der Götter?


Das soll wohl in Neuheidenkreisen des öfteren vorkommen, hehe.


Zuletzt bearbeitet: 17.08.14 18:59 von Administrator


Es stimmt, die Gesellschaft ändert sich laufend, die "Werte" ändern sich (oder werden aufgegeben). Aber warum?

Die Antwort ist einfach und ernüchternd: Weil Menschen die "Werte" vorgeben. Diese Menschen haben aber keine spirituelle Erfahrung und glauben an nichts "Unsichtbares".

Zum Beispiel: Früher kam erst der Stamm (das Volk), dann die Sippe, dann erst der Einzelne. Man ordnete sein Tun und Handeln also diesen Dingen unter. Es galt, alles zu tun um die Ehre der Sippe zu mehren und Unehre von ihr fernzuhalten. Zur Not war man auch bereit, dafür zu sterben. Heute herrscht Individualismus, d. h. erst kommt der Einzelne, Sippe und Stamm zählen kaum noch (man sehe sich nur die vielen Scheidungen an, die vielen Klagen von Familienmitgliedern gegeneinander um Unterhalt oder Erbschaft). Für das eigene Volk würde keiner mehr bereitwillig in den Krieg ziehen.

Ursache für diesen Wandel der Denkungsweise ist keine "Entwicklung", sondern der Glaube ist verlorengegangen. Früher glaubte man fest an ein Leben nach dem Tode (mit Belohnung oder Bestrafung) und deswegen gab man sich Mühe, den religiösen Zielvorgaben zu entsprechen. Heute glauben die meisten Menschen an nichts Spirituelles mehr, sondern nur an das, was sie sehen, anfassen (und verkaufen) können. Deswegen haben sie Angst vor dem Tod (dann ist schließlich - so wähnen sie - alles für immer zu Ende) und deswegen tun sie alles, um möglichst lange zu leben. Da paßt ein Kriegszug für das eigene Volk und seine Ehre nicht hinein.

Der Wandel bestand also zuerst darin, daß die Religion gewechselt wurde (Heidentum wurde aufgegeben, das Christentum angenommen) und zweitens, daß diese neue Religion nun immer unglaubwürdiger wurde und letztendlich durch den Atheismus oder Materialismus ersetzt wurde und wird.

Wir aber wollen zu der alten Religion zurück mit ihren Werten, und wenn das erreicht ist, dann werden wir auch so denken und handeln, wie früher: Die Sippe wird uns wichtig, der Stamm, die Ehre, Tugenden wie Mut, keine Angst vor dem Tode, Vertrauen in die Götter und in unser zugemessenes Schicksal.

Altheidentum verändert sich also nicht und die Veränderungen der Gesellschaft rühren von der Fremdreligion und/oder der Religionslosigkeit her, und werden daher von uns nicht übernommen.

Mit Lichtgruß,
Geza von Nemenyi





Zitat: "Wir aber wollen zu der alten Religion zurück mit ihren Werten, und wenn das erreicht ist, dann werden wir auch so denken und handeln, wie früher: Die Sippe wird uns wichtig, der Stamm, die Ehre, Tugenden wie Mut, keine Angst vor dem Tode, Vertrauen in die Götter und in unser zugemessenes Schicksal."

Sehr geehrter Geza,

ich danke Dir für Deine hieb- und stichfesten Argumente und Beispiele. Deine Ausführungen passen haargenau auf die Entwicklungen der Stämme meiner Eltern. Meine Eltern stammen aus dem nordalbanischen Hochland. Noch vor drei Generationen war jenes Stammessystem intakt. Obwohl sogar die Osmanen 500 Jahre die Täler besetzten, stets die Berge angriffen, um jene "widerspenstigen gottlosen Heiden" dazu zu zwingen, sich zu unterwerfen, Muslime zu werden oder die Kopfsteuer ("cizya") zu zahlen, also unter den härtesten Bedingungen zu leben, blieb das stark unter Druck geratene Stammessystem erhalten und bestehen (so wie Du es geschildert hast: Stamm, Sippe, der Einzelne).
Doch das 20. Jahrhundert brachte für dieses System "im Eiltempo" das Ende: War mein Großvater noch Stammesführer ("Vojvode") und sein Wort im Interesse des Stammes, seine Ansichten religiös noch nicht vergiftet (er wusste gar nicht, was in der Bibel stand, denn er war Analphabet), war er noch von den mündlichen Überlieferungen seiner Ahnen überzeugt, küsste und umarmte er noch jeden Morgen, den vor seinem Wehrturm stehenden (auch heute noch!) Maulbeerbaum, ehrte er unsere "heilige" Hausschlange und glaubte er an Flussfeen (Zana), hat sich dieses Verhalten nur innerhalb von drei Generationen grundlegend und radikal verändert: Heute lebt ein großer Teil meiner Familie in den USA und Westeuropa. Der große und wesentliche Teil würde über Großvaters spirituellen Überzeugungen müde lächeln und sind Anhänger der materialistischen "Ich-Ich-und nochmal Ich-Religion). Ein anderer Teil (der kleinere) versucht, diesem Verfall unserer überlieferten Werte der Ahnen durch den, meiner Meinung nach, falschen Weg zu kompensieren: Sie traten in evangelisch-freikirchliche Pfingstgemeinden ein, um Spiritualität zu erleben, was aber für sie bedeutete, dass sie in diesen Kreisen, die Überzeugungen meines Großvaters als Sünde aufgeben mussten. Das Resultat ist, dass die Verwandtschaft auch in jenen Kreisen nicht glücklich ist, aber nicht weiß, wohin!
Meine Weg war ähnlich. Erst seitdem ich die alten Pfade indogermanischen Glaubens auf meiner Suche heraus aus meiner spirituellen (und später auch körperlichen) Unzufriedenheit entdeckte und seitdem unaufhörlich beschreite, erholt sich meine Seele, finde ich Ruhe, sauge ich aus meinen Wurzeln Kraft, Stärke und Selbstvertrauen!
@Geza
Danke für Deine Ausführungen!

Asenheil!


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