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Thema: Heidnischer Dachverband (2009)


Im altheidnischen Forum hatten wir über so einen Dachverband diskutiert und dabei hatte ich die folgenden Statuten als Entwurf vorgelegt (24. 11. 2009, 3:26 Uhr)

Ich habe mal unser derzeitiges Konzept formuliert. Es ist nur ein Konzept, mehr nicht, alles ist änderbar.

Heidnischer Dachverband Deutschlands

1. Aufnahme
In den Dachverband kann jede germanische (ásatrú) oder celtische heidnische Vereinigung aufgenommen werden, sofern sie die folgenden Bedingungen eindeutig erfüllt:
1. Sie erkennt die germ. bzw. celt. Götter als eigenständige spirituelle Wesenheiten an,
2. Sie hat den Status eines eingetragenen Vereins oder einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.
3. Sie wird in einem aktuellen Verfassungsschutzbericht nicht als politisch-extremistische Vereinigung geführt.
Eine Vereinigung, die dem DV beitreten will, erklärt durch Beschluß ihres Vorstandes den Beitritt. Eine Abstimmung des DV findet darüber nicht statt.
In dem Falle, daß Punkt 3 zutrifft, muß die Vereinigung ihre Position erläutern und der DV stimmt über die Aufnahme ab.

2. Thinge des DV
Der DV tritt einmal im Jahre, am 1. Sonntag im Juli, zusammen. Der Ort wird vom DV beschlossen, es sollte aber ein Thingplatz sein, der zentral liegt und für alle Vertreter leicht zu erreichen ist (z. . der Thingplatz von Oberdorla). Die Thinge des DV sind für alle Heiden offen, doch haben diese kein Rede- oder Stimmrecht. Rederecht kann ihnen aber im Einzelfall vom DV gewährt werden.

3. Vertreter
Jede Vereinigung entsendet 2 Mitglieder in die Lögretta, das Gremium des DV. Der DV hat keinen Einfluß darauf, welche Mitglieder das sind, dies ist den Vereinen selbst überlassen. Die Vertreter müssen ein Akkreditierungsschreiben des Vorstands ihrer Vereinigung vorlegen, auf welchem neben den Namen auch die Dauer der Einsetzung als Vertreter (z. B. "unbefristet", "4 Jahre" oder ähnlich, mindestens: 1 Jahr) steht. Außerdem muß dort stehen, daß sie die Befugnisse haben, im Namen und Auftrag ihres Vorstandes Beschlüsse fassen zu dürfen. Mögliche Ämter im DV können nur so lange ausgeübt werden, wie ein Vertreter von seinem Verein auch delegiert ist.

4. Stimmrecht
Somit hat jede Vereinigung, unabhängig von ihrer Mitgliederzahl, 2 Vertreter in der Lögretta und also insgesamt 2 Stimmen. Sollte eine Vereinigung nur einen Vertreter in die Lögretta schicken, führt er dennoch 2 Stimmen. Ist kein Vertreter der Vereinigung anwesend, wird ohne sie abgestimmt. Das Stimmrecht ruht, solange eine Vereinigung ihre DV-Beiträge noch nicht bezahlt hat.
Jeder Vereinigung steht das Vetorecht zu, sie kann also jeden Beschluß der Lögretta durch Veto verhindern. Das Veto müssen beide Vertreter der Vereinigung gemeinsam einlegen. Ist nur einer da, kann er das Veto allein einlegen. Wurde ein Veto eingelegt, dann darf diese Abstimmung so nicht noch einmal auf diesem Thing erfolgen, höchstens änliche Abstimmungen wären noch möglich.
Sollte eine Vereinigung ein Dauerveto einlegen, mit dem Ziel, den DV zu blockieren, d. h. sie verhindert jede Abstimmung mit ihrem Veto, dann ist eine effektive DV-Arbeit nicht möglich. In diesem Falle stimmt die Lögretta (ohne die Vertreter der betreffenden Vereinigung) über den Ausschluß der Vereinigung ab. Dieser braucht aber eine 2/3 Mehrheit, um wirksam zu werden.
Gäste (Heiden) haben kein Stimmrecht in der Lögretta. Der DV kann aber als Orientierungshilfe ein Meinungsbild der Gäste (Abstimmung unter denThing-Teilnehmern) machen, ohne daß diese Abstimmung die Lögretta irgendwie verpflichtet.

5. Zuständigkeit
Der DV ist alleine für die Vertretung des Heidentums in der Öffentlichkeit zuständig. Der DV hat keinerlei religiöse Befugnisse, er darf also auf religiöse Handlungen, Glaubensvorstellungen, auf den Inhalt der Religion usw. der einzelnen Vereine keinen Einfluß nehmen, vielmehr muß er die religiösen Vorgaben der einzelnen Vereine umsetzen, ohne sie zu kritisieren. Er ist zuständig für die Gesamtvertretung der Vereine in der Öffentlichkeit, für entsprechende Verhandlungen mit der Politik oder gesellschaftlichen Institutionen. Dazu verfaßt er Briefe, Petitionen oder führt Rechtsverfahren und Medienarbeit.
Der DV darf eigene Mitgliedsvereinigungen, deren Mitglieder oder deren Glaubensvorstellungen nicht öffentlich irgendwie kritisieren oder sich von ihnen distanzieren. Er muß hinter allen seinen Vereinen stehen. Umgekehrt dürfen die Vereine den DV nicht öffentlich kritisieren oder diskreditieren. Sollte berechtigte Kritk am DV bestehen, dann haben die Vertreter der Vereinigung diese in der Lögretta zu äußern, nirgends woanders. Dort kann dann darüber diskutiert werden und ggfls. darauf eingegangen oder die Kritik als unzutreffend abgewiesen werden. Die Vereine haben auch untereinander Burgfrieden zu halten, d. h. eine mögliche Abgrenzung untereinander muß ohne Vorwürfe, Beschuldigungen, Beleidigungen oder Polemik sachlich erfolgen.

6. Gelder
Der DV erhält von jeder Vereinigung einen Beitrag von 50 Euro im Jahr. Dieses Geld muß der DV ordentlich verwalten und darf es nur für die Ziele des DV verwenden. Über die Verwendung der Gelder entscheidet die Lögretta. Kein Mitglied des DV darf von diesem Geld etwas für sich nehmen. Derjenige in der Lögretta, der mit der Kassenführung beauftragt ist, hat jährlich Bericht über den Kassenbestand und die Verwendung der Gelder zu erstatten.
Sollte der DV einmal mehr Geld brauchen, kann er eine zusätzliche Umlage beschließen. Hier haben aber ie Vorstände der Vereine die letzte Entscheidung, d. h. ohne deren Zustimmung geht es nicht. Der DV kann nicht den Vereinen ohne deren Zustimmung Gelder abfordern.

7. Ämter
Der DV kann einzelne seiner Mitglieder Ämter übertragen, als da sind:
Kassenwart, Schriftführer, Tagungsleiter, Pressesprecher des DV.
(auch weiblich zu verstehen). Die Ämter bestehen bis zu einer Abwahl bzw. enden, wenn ein Vertreter nicht mehr von seiner Vereinigung delegiert ist oder der Amtsinhaber vom Amt zurücktritt.

8. Austritt, Ausschluß
Jede Vereinigung kann jederzeit ihren Austritt aus dem DV erklären (durch Beschluß ihres Vorstandes). Noch offnene Beitragsforderungen des DV bleiben aber davon unberührt.
Sollte sich herausstellen, daß eine Vereinigung des DV nicht (mehr) allen drei Kriterien entspricht, die die Aufnahmebedingung waren, dann kann die Lögretta nach Anhörung der Vereinigung über ihren weiteren Verbleib im DV abstimmen (ohne die Vertreter der Vereinigung). Für einen Ausschluß ist eine 2/3 Mehrheit erforderlich. Desgleichen kann ein Ausschluß erfolgen, wenn eine Vereinigung den DV öffentlich diskreditiert. Es wird dann ggfls. nach einem Schiedsverfahren über einen Ausschluß abgestimmt (2/3 Mehrheit erforderlich).

(Fortsetzung folgt)



(Fortsetzung)

9. Schiedsgericht
Sollte es zu einem Streit zwischen Vereinen im DV kommen, der geeignet ist, den DV zu blockieren, kann auf Antrag einer Streitpartei ein Schiedsgericht eingesetzt werden. Beide Seiten einigen sich auf 3 Vertreter, die dann die Angelegenheit, nachdem beide Seiten ihre Position vorgetragen haben, schlichten. Ist eine Seite mit dem Schiedsspruch nicht inverstanden, kann sie die Beratung im DV verlangen, der dann endgültig und abschließend darüber entscheidet. Danach bliebe einer Vereinigung nur noch der Austritt aus dem DV. Der DV ist angehalten, seine Entscheidung so zu fällen, daß es dazu nicht kommen muß.

10. Übergangsbestimmungen
Die 1. Tagung des DV wird die konstituierende Sitzung sein, sie kann auf einen beliebigen Zeitpunkt festgelegt werden. Die 1. Tagungsleitung wird mithilfe der Runen ausgelost. Die 1. Tagung wird dieses Konzept diskutieren, vielleicht verändern und die Endfassung dann in Abstimmung annehmen.

(soweit der Entwurf).

Mit Lichtgruß,
Geza v. Neményi



...gibt es aktuelle Kontakte mit anderen Gruppen, die das Thema DV positiv angehen wollen?



Nein, gibt es nicht. Den vorstehenden Thread habe ich aus dem alten Forum übernommen, damit die schon erarbeiteten möglichen Strukturen eines zukünftigen Dachverbandes zugänglich bleiben.

Lichtgruß,
Geza von Nemenyi



Hallo Geza,
ich bin ausser in diesem Forum in keinem anderen Heidnischen Forum, nicht mal Bistum Trier! - mehr unterwegs. Ich habe etwas den Eindruck, das wenn ich bestimmte Worte bei Google zur Suche einstelle, die Treffer für die ersten Ränge mir suggerieren, die "größte Aufregung" der Heidenszene, was das Kommentieren von anderen Leuten angeht, scheint vorbei. Da scheint ein "Generationenwechsel" in den Forenbetreiberszene sich durchzusetzen, das Thema Ahnenreligion wieder nüchterner und sachlicher zu sehen. Täuscht mich der Eindruck? Wenn nicht, mit diesen Leuten läßt sich doch eher was auf die Beine stellen.

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