Zurück zur Übersicht
Autor
Thema: Opferungen


Guten Abend liebe Forumsgemeinde!

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema "germanisches Neuheidentum" und fühle mich sehr
dazu hingezogen. Allerdings die Berichte über Rituale, die
beim Tempel in Uppsala gemacht worden sein sollen, beschäftigen mich sehr. Ich habe es bisher immer ausgeklammert und übergangen, da es für mich unbegreiflich ist, dass Menschenopfer oder Tieropfer den Göttern gemacht worden sein sollen.
Das will ich einfach nicht wahrhaben, dass so etwas mit dem wunderbaren Glauben der Germanen in Verbindung gebracht wird. Kann es sein, dass es sich dabei, um eine Erfindung oder Übertreibung christlicher Missionare handelt, um die Religion der Germanen schlecht zu machen oder wurden bloß Schwerstkriminelle hingerichtet?
Wir wissen, dass dort, wo Blut rituell unter Einbeziehung von Schmerzen verwendet wird, sehr dunkle Wesenheiten angezogen werden.
Gerne möchte ich Klarheit haben, was nun über "Menschenopfer" stimmt und was der Grund sein könnte bzw. was man ins Reich der Fabeln abtun kann.

Liebe Grüße

Klaus



Sehr geehrter Herr Klaus,

ich halte die Schilderungen aus Upsala für realistisch. Aber es klingt für uns schlimmer, als es in Wahrheit war. Denn dieses Fest fand nur alle 9 Jahre nur an einem Ort statt, und es wurden nur 9 (nicht 99) Menschen geopfert. Wir denken bei "Menschenopfern" immer zuerst an Unschuldige, z. B. Christen, Sklaven usw. Wir wissen aber, daß nur zum Tode verurteilte Verbrecher kultisch begleitet hingerichtet wurden, keine Unschuldigen.
Unsere Vorfahren hatten eine Holzkultur, es gab keine steinernen Gefängnisse und Anfangs auch kein Eisen. Aus Gefängnissen aus Holz könnte man schnell ausbrechen, da das Holz leicht zerstört werden kann, zumal auch Feuer brennen müßten, wenn der Gefangene nicht erfrieren soll.
Also hätte man keine Möglichkeit, einen Mörder, Vergewaltiger oder Kinderschänder einzusperren. Einen normalen Totschläger hat man geächtet, d. h. drei Jahre aus dem Lande verwiesen. Aber das kann man mit krankhaften Mördern und Vergewaltigern nicht machen, die würden weiter morden. Da bleibt dann eben nur die Todesstrafe, um die Menschen zu schützen.
Und was die Tieropfer betrifft, so darf man nicht vergessen, daß das neunjährige Fest das Thing aller Schweden war; alle Schweden reisten also an. Diese Tiere wurden dort ohne sie zu quälen geschlachtet (der Kopf wurde abgeschlagen) zubereitet und verspeist (nur die Häute aufgehängt). Das Blut wurde für den Kult zur Bereitung der Kraft genutzt. Dämonen werden davon angezogen, und damit das nicht geschieht, sind strenge Reinheitsregeln von den Priestern und allen am Kult Beteiligten einzuhalten. Dann kommt diese Kraft nicht den niederen Dämonen, sondern den Geistwesen im Dienste der Götter zugute.
Eigentlich kennen wir alles auch aus der Gegenwart: Aufhängen von verurteilten Mördern war noch vor einigen Jahren in England üblich, Schlachten bei größeren Festen (Kirmes usw.) ist teils noch heute üblich und das Versprengen des Blutes ist immer noch im Jagdbrauchtum üblich.

Lichtgruß
Geza von Nahodyl Nemenyi



Vielen Dank für Ihre Antwort. Jetzt ist mehr wohler. Ich denke auch, dass es so gewesen ist.



WebMart Homepage Tools: Eigenes Forum kostenlos starten

Webdesign - Shop-System - Newsletter-System - Homepage-Verzeichnis