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Thema: Rückzug der Götter


Wenn ein Mensch mit seinen Gedanken und Gebeten den Götter nahe ist, ihnen opfert und dankt, dann werden sie ihm nahe sein und sich in seinem Leben positiv bemerkbar machen. Je mehr wir uns den Göttern öffen, desto näher kommen sie uns. Sie fühlen sich von unserer Liebe und Achtung angezogen. Die Götter bringen Licht, Schönheit, Gesundheit und Liebe in unser Leben.

Wenn wir uns aber von den Göttern abwenden, sie vergessen oder sie ohne Achtung behandeln, sie verleugnen oder gar verhöhnen, dann ziehen sie sich von uns zurück. Wir werden dann uns selbst überlassen und sind den zerstörerischen Kräften der Materie, den Riesen und Schwarzelben, mehr oder weniger ausgesetzt. Nach der Missionierung durch die Kirche, als die Menschen die alten Götter immer mehr vergaßen, gab es einen Temperatursturz in Europa. Es kam immer wieder zu Seuchen, wie z. B. die Schwarze Pest, zu Mißernten und Hungersnöten, die dann letztendlich den Nährboden für die grausamen Hexenverfolgungen boten. Mit diesen Hexenverfolgungen und auch mit der Reformation wurden weitere heidnische Glaubensinhalte ausgemerzt. Die Götter zogen sich immer mehr zurück. So kam es dann zu einer der schlimmsten Zeiten, dem Dreißigjährigen Krieg. Im 19. Jh. begann dann langsam wieder die Erinnerung an die alten Götter zurückzukehren. Es wurden zahlreiche germanische Mythologien verfaßt. Heute gibt es wieder eine größere Menge Menschen, die an die Götter glauben und ihnen opfern, so daß uns die Götter wieder näher gekommen sind.

Aber auch von bestimmten Orten können sich die Götter zurückziehen; dann schwindet dort die Fruchtbarkeit und es kommt zur Verödung. An heiligen Orten sind die Götter ganz besonders präsent, doch können sie sich auch von dort zurückziehen, wenn man diese Ort verunreinigt, schändet oder sonst irgendwie entweiht.

Das Sichzurückziehen ist die Strafe der Götter für unsere Verfehlungen. Das ist ganz anders als es sich die monotheistischen Religionen vorstellen. Da ist kein Gott, der rachsüchtig nach Vernichtung ruft oder uns mit Blitz und Donner straft oder uns Krankheiten schickt. Nein, die Götter gehen einfach. Die Materie ist riesisch und zerstörerisch, wenn sie nicht von den göttlichen Kräften durchdrungen wird. All das Schöne auf der Erde, der fruchtbare Erdboden, der süße Regen und die blühenden Pflanzen, die strotzende Gesundheit von Mensch und Vieh - all dies verdanken wir den Göttern. Die Götter freuen sich, wenn wir Gutes tun, liebevoll sind und gute Gedanken hegen, wenn wir uns mit schönen Dingen umgeben, denn dann fühlen sie sich wohl und sind gerne um uns herum, selbst dann, wenn wir sie nicht direkt ansprechen oder zu ihnen beten. Doch wenn wir beides tun, also ein guter Mensch sind und uns den Göttern zuwenden, dann verdoppelt sich uns Heil nochmal. Umgekehrt wird ein Mensch, der zwar den Göttern opfert, aber ansonsten kein guter Mensch ist, von den Göttern nicht besonders gut angesehen. Denn die Schwingung des Herzens ist das Wichtigste.

Was ist das Böse? Es ist einfach die Abwesenheit des Guten, so wie die Dunkelheit die Abwesenheit des Lichtes ist. Die Götter sind das Gute; wahrscheinlich sind sogar die Wörter "Gott" und "gut" ursprünglich identisch. Mit den Göttern hält das Gute Einzug bei uns; mit ihrem Rückzug schwindet es.



Der griechische Philosoph Sallustius, der bis 387 u. Zt. lebte, schrieb 362 das Buch "Von den Göttern und der Welt". Im 12. Kapitel schreibt er auch über die Herkunft des Bösen (Übels):

    >Aber, da die Götter gut sind und da sie aller Dinge Urheber sind, wie kann denn doch böses in der Welt seyn?
    Hierauf mag allervorderst gerade dieß zur Antwort dienen: Da die Götter gute Wesen sind und alle Dinge von ihnen herrühren, so ist keine Natur des Uebels (so ist das Uebel kein vor sich bestehendes Wesen, kein ens positivum) sonder das Uebel wird oder entsteht durch Abwesenheit des Guten (ist ein ens privativum) So ist die Finsternis auch nicht etwas vor sich bestehendes; sonder wird erst durch Abwesenheit des Lichts. Sollte eine Natur des Uebels seyn, so mußte sie nothwendig entweder in den Göttern, oder in den Geistern, oder in den Seelen, oder in den Cörpern seyn. Nun ist sie nicht in den Göttern: denn alle Götter sind gut. Wollte man sagen, der Geist sey ein böses Wesen, so wäre das ein Widerspruch, und so viel gesagt, als der Geist sey geistlos, ohne Denkenskraft, ohne Erkenntnis-vermögen. Wollet ihr sagen, die Seele sey böse, so machet ihr sie zu einem schlechtern Dinge, als der Cörper ist. Denn kein einziger Cörper hat an und vor sich etwas böses. Wollet ihr sagen, das Böse rühre aus Seele und Leib zusammen her, so ist es unvernünftig, daß diese beyden, die jedes vor sich besonders nicht böse sind, durch ihre Verbindung böses hervorbringen sollten.
    Sagt man, die Dämonen sind böse Wesen? Sie können es nicht seyn, wenn sie ihre Kräfte von den Göttern haben. Hätten sie aber dieselben anderswoher, so würden die Götter nicht alle Dinge schaffen. Schaffen sie nicht alle Dinge, so können sie es entweder nicht, obgleich sie's wollten; oder sie wollen nicht, wie wohl sie's könnten. Weder das eine noch das andere ist einem Gott geziemend. Aus dem bisher gesagten erhellet also, daß kein Ding in der welt von Natur böse sey.
    Von den freyen Handlungen der Menschen will uns bedünken, auch die seyen nicht ganz und nicht allemal böse. Und das darum; wenn die Menschen um des Bösten selbst willen fehlten, so wäre allerdings die Natur böse. Wenn hingegen der Ehebrecher den Ehebruch für böse, die Wollust aber für gut achtet; wenn der Mörder den Mord für böse, aber das Geld für gut hält; wenn der so seinem Feinde übel thut, das Uebelthun für böse, aber die Rache an dem Feinde für gut hält; und wenn die Seele in jeder Sünde auf diese Weise sündigt, so geschieht das böse allemal um etwas gutes willen: wie Finsterniß, welche von Natur nicht ist, nur dann wird, wenn das Licht verschwindt. Die Seele fehlt hiermit, weil sie nach dem Guten strebt: in Ansehung des Guten aber betruegt sie sich, weil sie nicht ein Wesen von dem höchsten Range ist. Vor solchem Betrug sie zu warnen, oder den betrogenen aus dem Irrthum zu helfen, sind von den Göttern bekannter maassen viele Anstalten gemachet. Die Künste und Wissenschaften und Tugenden und Gebeter und Opfer und Reinigungen, und Gesetze und Policeyen, und Gerichte und Strafen sind alle darum entstanden, damit die Seelen dadurch von dem sündigen abgehalten werden: und wenn die Seele vom Leibe scheidet, so geben sich Reinigungs-Götter und Dämonen damit ab, sie von Sünden zu reinigen.<
Soweit dieser heidnische Text.

Lichtgruß,
Géza



Sehr geehrte Mitdiskutanten,

den "Mythos" vom Goldenen Zeitalter kenne ich seit meinem Lateinunterricht. Die Frage ist nur, ob es sich dabei wirklich nur um eine Legende handelt oder statt dessen um eine lediglich leichte Verklärung einer realen Zeit. Schließlich galten auch die Existenzen von Troja und der Amazonen als Mythen, aber dann grub Heinrich Schliemann Troja aus. Und dann wies die moderne Genanalyse das Erbgut der blonden Amazonen in den Gräbern nach. Das Aussehen der Hethiter wird auch auf Zeichnungen in ägyptischen Pyramiden dargestellt. Ihre entschlüsselte Sprache ist indogermanisch und dem uns bekannten Germanischen sehr ähnlich (z. B. heißt ezzani essen).

In den antiken Berichten über das Goldene Zeitalter wird mitgeteilt, es habe dort weder Sklaverei noch Kriege gegeben.
Wenn das richtig ist, bestand kein Mangel an Lebensmitteln und keine Knappheit bei der Landnahme. Versucht man das jetzt mit realen historischen Fakten zu vergleichen, bleibt eigentlich nur eine Wärmeperiode nach der letzten Eiszeit. Es war ja so, daß auf dem Höhepunkt dieser Eiszeit vor ca. 24000 Jahren die Menschheit fast ausgestorben war und sich unter den Bedingungen von Jäger- und Sammlerkulturen nur langsam erholte. Direkt nach der letzten Eiszeit gab es dann schlimme Überschwemmungen. Nord- und Mitteleuropa waren aber nicht attraktiv, weil es noch keinen Wald gab und selbst die Fauna noch dürftig war. Auch der Mittelmeerraum hatte noch keine dichte Bevölkerung. In der heutigen nordafrikanischen Wüste aber gab es Buchenwälder und viel Regen. Davon zeugt die Figur des Shwinx, also jener löwengestaltigen Statue neben der Cheops-Pyramide. Lange Zeit dachte man, der Shwinx stamme aus der Pharaonen-Zeit, bis man die ganzen Regen-Auswaschungen im Sandstein zur Kenntnis genommen hat. Diese Statue ist nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 10.000 Jahre alt. Aber es kommt noch besser: Astonomen wollen herausgefunden haben, daß der Shwinx vor ungefähr 12000 Jahren genau nach dem Sternbild des Löwen ausgerichtet worden wäre oder eben halt war. Danach gab es im letzten Fluvial gegen Ende unserer Eiszeit in Nordafrika eine Hochkultur. Und wann wird Atlantis gefunden?
Aber zurück zum Goldenen Zeitalter, welches die Griechen und Römer voraussetzten. Entsprechende klimatische und demographische Bedingungen kann es in Europa nur während des Atlantikums gegeben haben. Damals war es in Nord- und Mitteleuropa etwa 2 Grad wärmer als jetzt, während es im Mittelmeeraum sogar etwas kühler gewesen zu sein scheint, weil er noch fast durchgehend bewaldet war. Es gibt dazu eine Legende über Spanien. Danach soll das Land vor der römischen Besatzung so bewaldet gewesen sein, daß man es ohne den Boden zu berühren von Baum zu Baum habe durchqueren können.
Nahrung im Überfluß, eisfreie Winter in Mitteleuropa, zahlreiche Seen und Fischteiche als Überreste des ehemaligen Inlandeises, das kann es nur im Atlantikum gegeben haben. Wenn Sie meinen, ich würde hier Märchen erzählen, gehen Sie mal durch die Wutach-Schlucht. Dort hat sich die Gutach, vorher der Seebach aus dem Titisee beim Feldberg im Schwarzwald, so tief in den Kalksandstein der Schwäbischen Alb "eingegraben", daß eine tiefe Schlucht entstanden ist. Und auf dem Boden dieser Schlucht finden sich noch kleine Pfanzen, die sonst nur südlich der Alpen vorkommen. Das also war auch in Mitteleuropa eine Vegetation in der Zeit des Atlantikums. In Skandianvien, wozu Sie mehr Bezug haben, hat man durch Pollenanalyse herausgefunden, daß die Baumgrenze vor ca. 5000 Jahren ungefähr 200 Meter höher lag. Und dann gibt es Felszeichnungen auf den Lofoten aus der Jungsteinzeit, die eine üppige Fauna und Flora widerspiegeln.
Alle diese Umstände deuten darauf hin, daß es das Goldene Zeitalter wirklich gegeben hat und daß es mythologisch nur geringfügig verklärt wurde, wie eben auch bei Troja und dem Stamm der Amazonen, die ihren hethitischen Stammesbrüdern zur Hilfe geeilt waren.

Mit freundlichen Grüßen

Karlheinz Engel


Zuletzt bearbeitet: 14.04.10 17:28 von Karlheinz_E


Sehr geehrter Herr Engel,

zunächst etwas themenfremdes: Hat Schliemann wirklich Troja gefunden? Unbestritten hat er eine reiche Stadt ausgegraben, aber hieß diese Stadt wirklich Troja, oder hat er den Mythos mit seinem Fund verbundebn, um so mehr Aufmerksamkeit zu bekommen? Meines Wissens nach hieß die ausgegrabene Stadt Ilion und nirgends taucht da der Name Troja auf. Ich halte Troja sowieso für einen Mythos, und wenn "troia" auf dem Krug von Tagliatelle in altgriechischer Schrift geschrieben steht, dann muß man das dabeistehende Labyrinth berücksichtigen, auf das sich der Name Troja bezieht.

Der Sphinx ist soviel ich weiß ein Wesen mit Stier-Unterkörper, Löwen Oberkörper, menschlichem Kopf und Adlerflügeln. Das sind nun aber auch die Symbole von vier sich kreuzweise gegenüberliegenden Sternbildern (Stier, Löwe, Skorpion-Adler und Wassermann-Mensch); deswegen hat auch das Christentum diese Symbole übernommen für die 4 Evangelisten und auch das isländische Staatswappen hat sie.
Dazu paßt also gut, was Sie schrieben, daß der Sphinx auf den Löwen (Sternbild) ausgerichtet war.

Was das Zeitalter betrifft, so denke ich auch, daß es ein goldenes Zeitalter auf der Erde gegeben hat. Es gab ja immer mal Klimaschwankungen (durch welche spirituellen Ereignisse auch immer ausgelöst), und eine Zeit von Wärme, Fruchtbarkeit und Reichtum wird man sofort als "goldene Zeit" bezeichnen. So nannten einige Archäologen die germ. Broncezeit die "goldene Zeit des Nordens" weil so viele Goldfunde gemacht worden sind. Aber das goldene Zeitalter im mythischen Sinne würde ich doch davon unterscheiden wollen. In der Edda wird es ja als eine Zeit bei den Göttern erwähnt, die zu Ende war, als die drei Thursentöchter kamen (vermutlich Hel, Midgardschlange und Fenriswolf). Hier bezieht es sich also klar auf die Götterwelt. Die griechischen Vorstellungen dazu kenne ich zu wenig bzw. nur aus der Sekundärliteratur.

Lichtgruß, Geza


Zuletzt bearbeitet: 14.05.10 18:37 von Administrator


Verehrte Mitdiskutanten,

bei der Sphinx-Figur handelt es sich ursprünglich um einen Löwen, dem nachträglich ein Menschenkopf aufgesetzt wurde. Sie ist tatsächlich eine Darstellung des Sternbildes Löwe, welches vor 12000 Jahren dort am Himmel stand. Darüber gab es vor einigen Jahren einen interessanten Bericht im Fernsehen. Und etwa zu diesem Zeitpunkt scheint auch die Inselgruppe Atlantis untergegangen zu sein. Die Ägypter könnten daher Nachfahren der Atlanter sein.

Auch das germanische Heidentum kennt ein Goldenes Zeitalter; ähnlich sieht es im Hinduismus aus. Bei den Römern galt Saturn als Herr des Goldenen Zeitalters, und Saturn wird in den nordischen Sagas an einigen Stellen mit unserem Gott Yngvi-Freyr gleichgesetzt. Es gibt Andeutungen, daß es sich bei dem Goldenen Zeitalter um den Frodi-Frieden handelte und Freyr dem mythischen Frodi entspricht. Saturn und Freyr gelten beide als Götter des Ackerbaus, des Reichtums und der Fruchtbarkeit. Die Saturnalien entsprechen unserer Julzeit, in der man dem Freyr zu Ehren Riten vollzog, man denke z. B. an den Juleber.

Alle Kulturen sind sich darin einig, daß wir momentan im finstersten Zeitalter leben. Einst in alten Zeiten stand der Mensch den Göttern sehr nahe. Die Zeiten änderten sich jedoch, als der Mensch immer mehr den Riesen verfiel und sich von den Göttern entfernte. Heute haben wir so ziemlich den Tiefpunkt unserer menschlichen Entwicklung erreicht, da wir uns den Riesen ausgeliefert haben. Doch die Welt und der Mensch sind nur dann heil, wenn die Kräfte der Götter stark sind. Von den Göttern erhalten wir unsere spirituellen Kräfte, sie geben uns die Fähigkeit, hellzuhören, hellzusehen und hellzufühlen, unsere Seele auszusenden, uns mit ihnen und den Geistwesen in der Natur zu verbinden. Das sind alles kostbare Gaben der Götter an uns, doch lassen wir diese Gaben immer mehr verkümmern und ersetzen sie durch Dinge, die uns durch den Willen der Riesen zueigen wurden: Erdöl, Strom, Atomkraft, Bomben, Raketen, Flugzeuge, Autos, Motorräder, Fernseher, Computer, Telefone, Kunststoffe usw. Diese scheinbaren Hilfsmittel sind in Wirklichkeit thursische Wesenheiten, die uns dadurch verführen, indem sie uns scheinbar den Alltag erleichtern. Doch in Wirklichkeit stumpfen sie unsere Sinne ab und sorgen dafür, daß wir uns immer mehr von den Göttern entfernen. Wir gehen kaum noch in die Natur und verlieren unsere feineren Sinne, die spirituellen Fähigkeiten und natürlichen Instinkte, die uns die Götter gaben und die unser Überleben sicherten. Wir werden immer mehr zu Sklaven der Riesen. Die Riesen werden stärker und die Götter ziehen sich immer mehr von uns zurück.
Dabei ist es wichtig, daß die Kräfte im Gleichgewicht bleiben. Auch die Riesen haben ihren wichtigen Platz in der Welt. Leben und Tod, Freude und Schmerz - es muß beides geben, um die Welt in Harmonie zu halten. Doch in der heutigen Zeit kippt dieses Gleichgewicht erschreckend: Die göttliche Natur schwindet, Pflanzen und Tiere sterben aus, Luft, Erde und Wasser werden immer mehr verpestet oder verödet. Das lebensfeindliche Riesische hat die Macht an sich gerissen, mithilfe des Menschen. Das muß eines Tages zum Untergang führen, dann wird unsere Welt zerstört werden - und wir mit ihr. Die Zeit der Götterdämmerung ist so nah wie nie zuvor. Wir leben im Eisernen Zeitalter, dem schlimmsten von allen, in der Schwertzeit, wie unsere Ahnen sie nannten.

Nach meiner Ansicht geschehen den Menschen schädigende Naturkatastrophen dann, wenn sich die Götter zurückziehen und damit der Mensch schutzlos der Gewalt der Riesen ausgeliefert ist. Denn in der Natur walten Götter und Riesen im ausgewogenen Gleichgewicht. Ich würde daher nicht vom Zorn der Götter sprechen, sondern von ihrem Rückzug. Das was dann als Zorn erscheint, ist die riesische Zerstörungswut, der wir ausgeliefert sind.

In der Edda wird gesagt, daß Thorr Midgard vor den Angriffen der Riesen schützt. Sobald er sich zurückzieht, verringert sich dieser Schutz und das Riesische in den Naturgewalten kommt mehr zum Ausdruck. Das sind Katastrophen, die viele Menschenleben fordern. Betrachten wir den Meeressturm mit seinen Überschwemmungen: Der Meeresriese hat sich ausgetobt, weil die Menschen nicht ausreichenden göttlichen Schutz hatten. Darum opferten die Menschen in heidnischer Zeit dem Meeresgotte, damit er sie vor Gefahren durch den Meeresriesen schütze. Im germanischen Heindentum haben wir den Meeresgott Niördr und den Meeresriesen Hler oder Ägir, beide wirken im Meere, der eine aufbauend, der andere zerstörend. Der Gott zerstört nicht, dies tut nur der Riese. Und so ist es bei unseren Götter allgemein: Sie zerstören nicht, schädigen uns nicht, sondern wirken immer mit Güte und Schutz auf unser Leben ein, wenn wir uns ihnen zuwenden und sie dadurch stärken.


Zuletzt bearbeitet: 12.08.14 19:42 von Administrator


Daß Thórr die Menschen vor den Riesen schützt, findet auch in der materiellen Welt einen Ausdruck: Bekanntlich ist der Planet Jupiter dem Gott Thórr geweiht. Und Jupiter fängt viele Meteoriten ab, die sonst auf die Erde fallen und hier viel Unheil bringen würden.
Ähnlich ist es in der spirituellen Welt.

Dennoch glaube ich schon, daß die Götter auch erzürnt sein können. Wir haben ja eine Tendenz, etwas schönzureden, die Götter nur gütig zu sehen. Das ist auch unsere Wunschvorstellung.

Der Zorn der Götter wird in vielen Quellen erwähnt und muß als gesicherte Glaubensvorstellung gelten. Deswegen bleibe ich dabei. Wenn wir annehmen würden, daß die Götter grundsätzlich nie erzürnt sein könnten, dann könnte das auch als eine Art Freifahrtschein für Untaten jeder Art mißverstanden werden. Wir müssen bei einer Religion auch ihren erzieherischen Wert für das Volk berücksichtigen. Wir wollen eine Gesellschaft ohne Untaten und Verbrechen, und das erreichen wir auch dadurch, daß Menschen Angst vor dem Zorn der Götter über ihre Taten haben. Es geht dabei nicht um Einschüchterung (denn schließlich ist ja auch nichts bewiesen), sondern darum, den Menschen klarzumachen, daß Untaten auch in der spirituellen Welt Folgen haben, die für den Täter negativ sind. Wer nicht glaubt, dem wird es egal sein, wer aber glaubt, der wird sich seine Untat genau überlegen.

Lichtgruß,
Geza von Nemenyi


Zuletzt bearbeitet: 12.08.14 19:41 von Administrator


Das Gegenteil des Rückzugs der Götter wäre der Einzug der Götter in unser Leben. Das Gefühl habe ich, wenn ich Wagners "Einzug der Götter" höre. Ich beschreibe es laienhaft als sehr erhebendes Gefühl!

@CatrinW
Ihre Ausführungen sind konkret und sehr verständlich. Ich nehme Ihre Ausführungen zum Anlass, sie noch verstärkter umzusetzen und sie auch im Kreise meiner Familie noch eingehender zu vertiefen, zu den Göttern zu beten, sodass sie Freude in unserem Haus empfinden und sich von uns eingeladen fühlen. Es ist schön, wie Sie es beschreiben, dass die Götter uns für die Gebete an sie Heil und Segen schenken. Es ist ein ständiges Geben und Nehmen, logisch und nachvollziehbar!
Asenheil!


Zuletzt bearbeitet: 12.08.14 19:40 von Administrator


Liebe Mitdiskutanten,

bei den vedischen Indern herrschte der Glaube, daß der Donnergott Indra durch die Opfer und Gebete Seiner Anhänger gestärkt werde. Ohne diese Gebete und Opfer hätte Er nicht dir Kraft für viele Seiner Heldentaten.
Andeutungsweise finden wir das auch in der Edda, wo Thórr in Seine Ásenkraft fährt, um die Midgardschlange zu bekämpfen (Hymisqvida).
Die Götter werden also auch durch unsere Gebete und Opfer gestärkt und können diese Kraft nutzen, um uns zu helfen.

Lichtgruß,
Geza von Nemenyi



...auch hier eine Wortmeldung von mir, weil ich mich darüber mit einer anderen Person unterhalten hatte.

Rückzug der Götter heißt eigentlich "von allen Guten Geistern verlassen sein", etwas, was im Sprachgebrauch bekannt ist und eine Tat oder Person beschreibt, die "irrwitzige-abnormale ihm nicht zugerechnete Dinge tut oder sagt". Genau das passiert meiner Meinung nach, wenn es zum Ragnarök (mein Thema schlechthin) kommt. Dann kämpfen die Götter um ihre "eigene Existenz", was nicht Tod und Ende bedeutet, aber ich sehe es bildlich als das kämpfen um Werte, für die die Gottheiten stehen, die aber nur Geltung erlangen, wenn Menschen diese in Midgard auch leben und vorleben. Ein Gott Forseti, der Recht verlangt, der für Recht und Rechtsempfinden steht, wird, wenn er kein Gehör mehr bei Menschen findet, sich selbst verteidigen müssen, das Er als Recht-Forderer existent bleibt. "Verliert" Er, verliert das Recht seine Existenz-Berechtigung...na ja und dann Allehopp mit Bomben und Granaten gegen jedermann.(kleiner Rückfall in meine schwarzhumorige Spaßerei).

So stelle ich mir das Bild der kämpfenden Gottheiten und ihr "Tod" als "übersetzt aus dem Bild in die realer Welt" vor. Habt ihr was zum Grübeln.....

Edit: Falls jemand jetzt Bibliotheken oder Google wälzt, wo ich das abgeschrieben haben könnte...."no,no,no" (Edit: Biff Byford..oder doch Lemmy Killmister zitiert?)...den Mist erleb ich selber und hab es (fast bis zum Ende) erfahren, ihr "Anfänger".

Edit: Bei den Bibelreligionen habe ich noch ein Hühnchen...zum Rupfen..hä,hä..liebe Jüdisch-Gläubige, wegsehen, aber:

Wenn Sodum und Gomorra noch aus dem Katheschismus-Murks von Kindertagen aktiv von dem Judengott zerstört wurde...hmmm???..ich zweifele: Götter ziehen sich zurück, die Menschen treten sich sowieso jeden Tag selbst in den Hintern, ...und wenn keiner bremst, warum die Finger aktiv schmutzig machen...???..ho,ho,ho.

(Auch ein echter Erwin-Gedanke, oder?)

"..es lebe unser heiliges Deutschland..."

Zuletzt bearbeitet: 02.09.14 16:41 von Erwin


Rückzug der Götter heißt eigentlich "von allen Guten Geistern verlassen sein", etwas, was im Sprachgebrauch bekannt ist und eine Tat oder Person beschreibt, die "irrwitzige-abnormale ihm nicht zugerechnete Dinge tut oder sagt".


So ist es; den üblen Menschen verlassen die guten Geister ("unhold sind dir die Disen!" heißt es in der Edda) und Götter. Nur die niederen Wesen halten sich bei ihm auf und ziehen ihn noch tiefer in den Abgrund.

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