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In Memoriam Hartmuth Wiedenroth († 03.06.2011)

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Thema: Lindheim/Wetteraukreis, PLZ 63674
















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Zuletzt bearbeitet: 01.05.14 20:26 von Sunny




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2016

Kreis- Anzeiger 20.02.2016

Frühjahrsputz im Storchennest

SÄUBERUNG Naturschützer und Feuerwehr bereiten Horst in Lindheim für Brutbeginn vor
LINDHEIM - Wilhelm und Wilma stehen am Rand ihres Nests hoch über den Dächern von Lindheim und beobachten argwöhnisch, was sich da unten anbahnt. Noch haben sie ihre langen Schnäbel im Federkleid versteckt, doch als die Leiter der Büdinger Feuerwehr ausgefahren wird, nehmen sie Hab-acht-Stellung ein, und schließlich entscheiden sie sich, dass es wohl doch besser wäre, den Horst im eleganten Gleitflug für’s erste zu verlassen.
Die beiden Störche haben auch in diesem Winter in Lindheim überwintert. Und wenn Ende März die Brutzeit beginnt – so haben es sich die örtlichen Natur- und Vogelschützer vorgenommen – sollen sie optimale Gegebenheiten vorfinden.
Deswegen kommen schon seit einigen Jahren die Büdinger Feuerwehrleute mit ihrer Drehleiter vorbei, um das Nest grundlegend zu säubern. An diesem Morgen steigen der Feuerwehrmann André Reich und André Weitzel von den Lindheimer Vogelschützern in den Korb. Langsam fährt dieser, von unten gesteuert vom ausgebildeten Drehleitermaschinisten Dennis Allmann, in die Höhe. „Man muss schon schwindelfrei sein für diese Aufgabe“, sinniert Wilhelm Fritzges, Vorsitzender des Natur- und Vogelschutzvereins in Lindheim, der sich mit einigen Mitgliedern im Hofgut Westernacher versammelt hat, um die Aktion zu beobachten.
„Wir nehmen diese Gelegenheit gerne für Übungszwecke wahr“, erklärt Feuerwehrmann Christian Österreich, der mit seinen beiden Kameraden heute den Dienst übernommen hat. Der Korb hat inzwischen seine Position erreicht. André Weitzel, der mit einem Hammer ausgerüstet ist, muss sich noch ein gutes Stück über den Rand strecken, damit er an das Nest herankommt. Doch er hat in den vergangenen Jahren schon Erfahrung mit den Gegebenheiten gesammelt, und so fliegen bald im wahrsten Sinn des Wortes „die Fetzen“.
„Beim Überwintern bleiben die Altstörche ganzjährig auf den Horsten. Dadurch verdichtet sich der Untergrund. Er wird wasserundurchlässig“, erklärt Fritzges. Wenn sich der Regen im Frühjahr im ungesäuberten Horst sammelt, „ersaufen die Eier oder die Jungen. So war es in der ,Kuhweide‘ und in Düdelsheim und auch auf einigen anderen Horsten in der Wetterau“, sagt der Vogelschützer.
Oben hackt inzwischen Weitzel mit seinem Hammer auf den Unrat ein, der sich in den vergangenen Monaten dort festgebacken hat und für die Storchenjungen später zur tödlichen Falle werden könnte. Nach einer Viertelstunde ist alles soweit entfernt, dass der Wasserabfluss gewährleistet ist. Die Aussichten auf das neue Storchenjahr stehen nicht nur in Lindheim günstig. Fritzges hat die Statistik 2015 im Gepäck. „Im vergangenen Jahr lag der Brutbeginn in der ,Kuhweide‘, dem ,Bruch‘ und hier auf dem Schornstein am 28. Und 29. März“, erklärt er. Im gesamten Wetteraukreis habe es 54 Brutpaare gegeben. „Davon waren 44 Paare erfolgreich, mit insgesamt 129 Jungen, was pro Brutpaar einen Schnitt von 2,93 Jungstörchen ergibt“, sagt er. Hessenweit gab es insgesamt 420 Brutpaare mit 1001 Jungen.
Seit 1997 haben 48 Jungstörche das Nest auf dem Schornstein verlassen. Wilhelm wird im nächsten Mai übrigens 26 Jahre alt, ein biblisches Alter. Störche haben nach Expertenmeinung eine Lebenserwartung von zwölf bis 15 Jahren. Als Achtjähriger ist der in Neu-Anspach geschlüpfte Wilhelm, der den Ring Nummer 843 der Vogelschutzwarte Helgoland trägt, in Lindheim aufgetaucht und war bis 2005 mit Störchin Wilhelmine liiert. „2006 bändelte er mit Wilma an, die in jenem Jahr einfach früher da war als Wilhelmine“, erzählt Fritzges. „Wilma ist nicht beringt, wir wissen nicht, wie alt sie ist und woher sie kam.“


Viele Grüße von
Brit
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