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In Memoriam Hartmuth Wiedenroth († 03.06.2011)

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Thema: Wanderfalken - Brüssel




Viele Grüße von
Brit
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der Dritte kommt wieder etwas später,- macht wohl öfter mal Ausflüge ...



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Brit
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Des Rätsels Lösung kommt hier:

Blog 07.05.2012 – Die erste Exkursion

Montag früh 06:23 Uhr, die erste Mahlzeit des Tages für die Jungen. Im ersten Augenblick schien nichts anders zu sein, als die Tatsache, dass Mama Falke sie zum ersten Mal nicht auf der Plattform fütterte. Sie fing an ihre Beute zwischen der Kamera und dem Nest auseinander zu reißen, und sie wusste sehr genau, was sie machte. Und wir mussten nicht lange auf das Ergebnis warten: der männliche Falke H/L hupfte von der Plattform zu seiner Mutter und die besten Stücke vom Futter zu erhaschen.

Warum ausgerechnet das männliche Küken und nicht seine Schwestern? Ganz einfach weil die Weibchen langsamer wachsen als die Männchen. Was logisch ist, wenn man bedenkt, dass ein Wanderfalken Weibchen zwischen 1000 und 1100 g wiegt, während die Männchen in der Regel nicht mehr als 650 g wiegen. So bewegen sie sich schneller, entwickeln schneller ihr Gefieder und werden früher flügge als die Weibchen.

Nach der Fütterung Kehrte H/L nicht zu der Plattform zu seinen Schwestern zurück. Während des Tages und der Nach vom Montag auf Dienstag hat er den Balkon entdeckt und sich unter der Plattform versteckt. Das hat eine ganz schön Panik um die Kathedrale herum ausgelöst: wohin ist H/L verschwunden? Und das war erst der Anfang, obwohl er zu seinen Schwestern zurückkehrte und jetzt wieder in der Kamera gesehen werden kann. Doch das wird vermutlich nicht lange anhalten.

Das Nest zu verlassen ist ein klassisches Verhalte für einen jungen Falken und er wird von Mama Falke dazu ermutigt. Wahrscheinlich will sie ihren Jungen dazu anspornen. Das “Bodybuilding” ist für den ersten Flug wichtig, bei dem der Falke sich (im Fall der Kathedrale) aus einer Höhe von 55 m in die Lüfte begibt. Also in so einem entscheidenden Augenblick muss er in guter Form sein!


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Brit
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Da muss aber einer angeben...:



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Eine allein zuhause:







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Zuletzt bearbeitet: 10.05.12 18:49 von Brit


Plötzlich waren's 2:



und der 3. ist auch da:



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Zuletzt bearbeitet: 10.05.12 18:57 von Brit


Blog 09.05.2012 – Untersuchung in Ronquières

Seit 2007 brütet ein Wanderfalkenpaar auf dem Turm des Schiffshebewerks von Ronquières zwischen Brüssel und Charleroi. Das ein in der Welt einzigartiges Kunstwerk: es ermöglicht Schiffe bis zu 1350 Tonnen auf über 68 Meter anzuheben. Beherrscht wird es von einem Kontrollturm der 150 m hoch ist und aus einer Entfernung von 30 km gesehen werden kann. Ein Traum für Falken!

Zwischen 2007 und 2011wurden 16 junge Falken flügge aus dem Nistkasten der ganz oben auf dem Gebäude installiert worden war. Und das brütende Weibchen ist mindestens seit 2009 das gleiche. Sie trägt einen Ring, doch es ist uns noch nicht gelungen den Code zu entziffern. Durch eine Reihe von Bildern konnten wir feststellen, dass sie ursprünglich aus Deutschland kommt, genauso wie das Weibchen auf der Kathedrale, und dass der Code auf ihrem Ring mit 92 endet. Nicht einfach!

Während der Ortsbesichtigung gestern hat es geregnet. So war es schwer, neue Bilder zu machen in der Hoffnung den Code zu entziffern … als wir auf der Plattform (mit vielen Antennen) ankamen, kreiste das Wanderfalkenpärchen hoch droben am Himmel. So müssen in der Nistbox junge Falken sein, die von Boden aus nicht gesehen werden können. Es war nicht leicht sie zu erreichen, wir mussten in die Box fühlen um sie zu finden. Wir fanden einen ersten Falken, einen zweiten, dann ein unbefruchtetes Ei und schließlich einen dritten Falken. Und dann … was war das … einen toten Wanderfalken! Genau neben den Kleinen, die in guter Verfassung sind, ein Weibchen und zwei Männchen, etwa 15 bis 16 Tage alt.

Der tote Falke ist ein erwachsenes Weibchen, sie hat angefangen zu verwesen, geschützt vor dem Regen am Boden des Nistkastens. Sie muss sei ungefähr 10 Tagen tot sein, vielleicht 20, doch noch nicht einen Monat. Es ist unmöglich zu bestimmen, wann sie genau gestorben ist. Sie trug einen Ting mit der Endung 92! So muss es das deutsche Weibchen sein, das seit 2009 in Ronquières gebrütet hat. Doch was ist passiert? Kann uns eine Autopsie die Antwort geben? Es konnte kein gewaltsamer Tod sein, wie die Kollision mit einer Stromleitung noch Tod durch Wilderei, weil sie im Nistkasten gefunden wurde. Ist sie vergiftet worden? Die Untersuchungen sind im Gange, doch das wäre selten bei Wanderfalken, da sie keine Aasfresser sind. Könnte es eine indirekte Kontamination sein, wie es im Fall DDT war? Die Ergebnisse werden wichtig sein, denn im Fall einer chemischen Vergiftung müssen wir Alarm schlagen.

Wann ist sie gestorben? Es muss nach der Eiablage gewesen sein, sonst wäre sie seit mindestens 54 Tagen tot (8 Tage um 4 Eier zu legen + 32 Tage bebrüten – 2 Tage da die Brut nicht vor der Ablage des 3. Eis beginnt + 16 Tage, das Alter der Falken). So 50 Tage, mehr ist nicht möglich. Doch sind die drei Jungen ihre Jungen? Wir nahmen DNA Proben um das herauszufinden. Starb sie bevor oder nachdem die Eier geschlüpft waren? Wahrscheinlich danach, wie sonst hätte die Brut erfolgreich sein können? Hat das Männchen alleine gebrütet? Doch er ist nicht (mehr ) allein! Ein Paar fliegt über uns. Was bedeutet, dass da ein neues Weibchen ist. Hat sie dem Männchen bei der Brut geholfen oder ist sie gekommen um die Jungen zu adoptieren (und retten)?

Was immer es ist, es ist ein bemerkenswertes Verhalten! Der Wanderfalke der so territorial ist, kann – innerhalb von wenigen Tagen oder sogar Stunden – einen neuen Partner akzeptieren um seine Jungen zu retten. Das Überleben der Art! Es ist aufregend und bemerkenswert.


Viele Grüße von
Brit
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Blog 10.05.2012 – Das Wunder von St. Anthony

In diesem Jahr ist ein sechstes Falkenpärchen in Brüssel, und nicht irgendein Paar! Seit fünf Frühjahren werden jetzt schon Falken regelmäßig auf dem Glockenturm von der Kirche St. Anthony in Etterbeek gesehen. Wir haben ein Weibchen gesehen, ein Pärchen, einen Falken der aus Gefangenschaft entflogen ist …. Einige Falken, die uns schon bekannt waren, sind dort vorbeigezogen. Am 15. März 2008 wurde ein Falke gesehen, der im Jahr davor in der Kathedrale geschlüpft war; es gelang uns, ihn wegen seines farbigen Ringes zu erkennen. Im September 2009 war das Männchen (T2) von der St. Hubertus Kirche in Watermael-Booitsfort, an der Reihe. Doch immer noch kein Nest. Warum? Keine Ahnung. Dennoch scheint das Gebäude gut geeignet zu sein; sonst würden wir dort keine Falken sehen. 2007 stand der Platz sogar an zweiter Stelle, nach der Kathedrale, der regelmäßigen Besucher.

Im Frühjahr 2011 wurden mehr und mehr Betrachtungen durchgeführt. Das Männchen T2 wurde häufig auf dem Kirchturm gesichtet. Am 21. März wurde er mit einem unberingten Weibchen gesehen. Doch letzten Endes führ das zu nichts; trotz der guten Vorzeichen brüten die Falken nicht auf St. Anthony. Und das alles während T2 ein Junges in Watermael-Boitsfort großzieht. So versuchte er erfolglos Polygamie.

Ab 12. Januar wurde regelmäßig ein Falkenpärchen auf dem Turm von Etterbeek gesehen. Am 12. März verlässt ein unberingtes Weibchen die Dachgaube, hinter der eine Nestplattform liegt. Am 13. März befindet sich das Weibchen hinter dem Rahmen der Dachgaube; nur ihr Kopf ist zu sehen. Etwas, was man in 6 Jahren nicht gesehen hat. Der Ruf eines männlichen Falken ist zu hören. Der Vogel landet auf dem Kreuz welches das Kirchenschiff dominiert. Er ist beringt: es ist T2! Das Weibchen verlässt ihr Nest und bekommt die Beute vom Männchen: einen Buchfink. Am 15. und 16. März ist das Weibchen immer noch in dem Nest. T2hält Wache oben auf dem Glockenturm. Ohne Zweifel brüten zum ersten Mal Wanderfalken in der Kirche von Saint-Anthony!

Die Jungen von T2 und seiner neuen Partnerin wurden heute beringt. Es sind drei: 2 Männchen und ein Weibchen, und sie sind knapp 20 Tage alt. Mutter Falke übernimmt die Initiative: sie ist am Eingang der Gaube als die Jungen zurück ins Nest gelegt wurden. Es ist eine überraschende Beobachtung: durch einen 2mm Riss schaut sie links und rechts um sicher zu gehen, dass es ihren Jungen gut geht. Nur einige Minuten später schließt sie sich ihren Jungen an und zwitschert wie sie.

So dauerte es 5 Frühjahre bevor die Falken in St. Anthony brüteten. Jeder Platz, jedes Pärchen hat seine eigene Geschichte was den allgemeinen Rahmen der Ökologie der Art formt. Und was soll man über die Scheidung denken zwischen T2 und dem Weibchen mit dem er in den letzte 4 Jahren 9 Junge großgezogen hat? Ein sehr seltenes Verhalten für einen Wanderfalken. Oder ist es häufiger als wir denken? Hat es einen Vorteil? Wurde es entdeckt, weil die Wanderfalken in Brüssel von sehr nah beobachtet werden?


Viele Grüße von
Brit
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