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In Memoriam Hartmuth Wiedenroth († 03.06.2011)

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Thema: Schwarzbären - Lily & Hope & mehr


Mit dem Einverständnis von Dr. Lynn Rogers möchte ich hier wohl eine der bemerkenswertesten Webcams einstellen, eine Webcam die das Leben zweier Schwarzbären, Mutter Lily und Tochter Hope in der Zeit ihres ‚Winterschlafes‘ in der Höhle dokumentiert. Lily ist wieder schwanger, Hope am 22.01. grade mal ein Jahr alt. Noch nie vorher gab es solche Einblicke! Die Vorgeschichte kennt Ihr:
Ursula war ja so freundlich schon mal die Geschichte durch die ich überhaupt auf diese Schwarzbären aufmerksam wurde im Bärenthema einzustellen. Nun habe ich vor einiger Zeit entdeckt, daß es dazu eine Fortsetzung gibt, die man eben durch diese tolle Webcam live mitverfolgen kann. Außerdem gibt es ein tägliches ausführliches Update und die ganze Sache ist einfach nur interessant und spannend,

Die Live Webcams haben sich geändert, es gibt nur noch die von der Umgebung der 4 "Botschafter-Bären"

Holly


Ted


Teich


Aussicht




Viele Grüße von
Brit
http://www.worldofanimals.de



Zuletzt bearbeitet: 19.01.15 13:38 von Administrator


Liebe auf den ersten Biss: die unglaubliche Geschichte von einem BBC Kameramann der die tödlichsten Bären der Welt filmt – und die damit endet daß er sie seinen Kindern vorstellt

Übersetzung von Brit

Von Gordon Buchanan
Letzte Aktualisierung um 11:54h am 2. Januar 2010

Was sagst Du zu einem 22-stone (1 stone = 6,35 kg) schweren wilden Bär wenn Du ihm von Angesicht zu Angesicht tief im Wald, alleine und unbewaffnet gegenüberstehst? Meine 20 Jahre als Tierfilmer haben mich sicherlich diesbezüglich nicht mit einem brauchbaren Vorschlag ausgestattet .Der Mythos um amerikanische Schwarzbären sagt, daß, was immer dir auch einfällt, es das letzte sein könnte, das du jemals von dir gibst. Schwarzbären greifen mehr Menschen an als irgendeine andere Art, sogar mehr als die Grizzlybären. Sie sind für mindestens 40 bekannte menschliche Todesfälle während des letzten Jahrzehnts bekannt.

So, wenn man im Wald mit einem großen muskulösen scharfzahnigen haarigen Raubtier konfrontiert wird, wähle man seine Worte mit Bedacht. Als mir das passierte, war alles, was ich tatsächlich sehr zögerlich sagte: „Hallo, Bär“.

Wie es mit möglichen letzten Worten ist, oder seinen sie auch nur als Gruß, waren sie weniger als wohlüberlegt Aber dann wieder, müssen Sie - verzeihen Sie mir - bedenken, dass ich absolut entsetzt war.


Pelziger Freund: Gordon, seine Frau Wendy und ihre Kinder treffen ein Schwarzbärmännchen

Ich filmte ein Jahr lang Schwarzbären aus nächste Nähe für eine dreiteilige BBC-Dokumentation. Als zuhause in Glasgow der Anruf wegen dieses Jobs kam war ich begeistert. Doch als ich aufgelegt hatte, dachte ich für einen Moment darüber nach, wie ich das am besten meiner Frau beibringen sollte.

‚Wendy‘, sagte ich. ‚Was würdest du dazu sagen, wenn ich für einige Monate in Nord Minnesota arbeiten würde? Es ist eine wunderschöne Landschaft mit Seen und Wäldern; eine der letzten großen unberührten Wildnisse in den Vereinigten Staaten aber es ist eigentlich gut erreichbar verglichen mit den meisten Plätzen wo ich arbeite, sodass du und Lola und Harris mich dort für einige Wochen besuchen könntet. Den Kindern würde es absolut gefallen. Es würde eine tolle Erfahrung für sie sein.“

“Ja, das klingt fantastisch” meinte sie ganz aufgeregt. „Was wirst Du filmen?“
‘Ähm, Schwarzbären?’

‘Nie im Leben! Da gehst du nicht hin,’ sagte sie, doch die Sprache die sie gebrauchte war deutlicher als das. Als Tierfilmer lernt man, wenn man zurückhaltend sein sollte, sich versteckt zu halten und geduldig zu sein. Wendys Einverständnis zu diesem Projekt zu bekommen spannte mich bis zum Äußersten an.

Viele Menschen werden sich an den Fall Timothy Treadwell erinnern, einen Dokumentarfilmer, der mit den Bären in Alaska lebte. Er und seine Freundin wurden 2003 von einem getötet und sein Leben und Tod sind das Thema einer populären Dokumentation, genannt Grizzly Mann. Treadwell wurde von einem Grizzly getötet, im Gegensatz zu einem Schwarzbären, doch sagt die Unterscheidung außerhalb der Bären-Forschungskreise nicht viel aus.

Die meisten Menschen, meine Frau eingeschlossen, sehen Schwarzbären als aggressiv, unberechenbar und absolut tödlich. Dr. Lynn Rogers glaubt, daß die meisten Menschen Schwarzbären völlig falsch einschätzen.


Verspielt: Gordon erregt die Aufmerksamkeit von zwei neugierigen Jungen


Großer Schuss: Ein Schwarzbär spielt mit einer von Gordons Kameras.

Lynn ist seit 44 Jahren Bären Biologe. Er lebt und arbeitet in Nord Minnesota, unmittelbar westlich von den Großen Seen und nahe der Grenze zu Kanada, er studiert die Bären der Gegend in den dichten Wäldern. Er hat es geschafft näher an sie heranzukommen als irgendein anderer lebender Forscher: nah genug um sie zu berühren, sie aus seiner Hand zu füttern und um an zehn von ihnen spezielle Sender um den Hals zu befestigen.

Der Gedanke war daß ich, mit seiner Hilfe, einer Bärenfamilie folgen sollte von dem Moment ihres Erwachens im Frühjahr bis sie im Herbst in Winterschlaf gehen.

Wildtiere sind mir nicht fremd. Ich bin auf der Insel Mull aufgewachsen, wo ich an den Wochenenden in einem Restaurant arbeitete. Der Ehemann der Besitzerin war Tierfilmer Nick Gordon. Ich war am Spülbecken mit dem Abwaschen der Pfannen beschäftigt, während er aus den entferntesten Orten mit der ganzen Welt telefonierte.
Ich fand, daß es nach einem phantastischen Job klang und so gelang es mir ihn zu treffen und wir haben uns wirklich gut verstanden. Er brauchte einen Assistenten für einen TV Film den er in Sierra Leone über Primaten machte und hat mir den Job angeboten. Ich habe nicht zweimal darüber nachgedacht!

So habe ich mich vor 21 Jahren im Alter von 17, als einer der vorher niemals England verlassen hatte, mich in West Afrika wiedergefunden, Verhandlungen über Filmrechte mit Stammesführern führend und stundenlang von unserer Basis auf einer Insel mitten im Fluß und der Hauptstadt, Freetown, hin und her fahrend.

Kulturschock beschreibt es nicht wirklich.


Neugieriges Junge: Hope war fasziniert von Gordon und seinem Filmequipment

Fortsetzung folgt




Ich arbeitete mich langsam die Stufen vom Assistenten zum Kameramann hinauf und dann, begann ich mich allmählich durchzusetzen. Während meiner Karriere habe ich Löwen in Afrika gefilmt und Tiger am Himalaya. Ich habe die riesigen Harpyien im unerforschten Guyana aufgenommen und sogar eine neue Art in Papua Neu Guinea entdeckt: die Bosavi Riesenratte. Aber Bären waren neu für mich.

Lynn traf mich als ich letztes Frühjahr in der Stadt Ely in Minnesota ankam und fuhr mich 50 Meilen zu der wunderschönen Holzhütte am See, die meine Basis sein würde. Die Bären lebten unmittelbar an der Türschwelle: es gab hier pro eineinhalb Quadratmeile jeweils einen in diesem Gebiet, errechnete Lynn.

Tatsächlich ist man in einem Großteil Nordamerikas offensichtlich immer nur ein paar Meilen von einem entfernt, und die Population der Schwarzbären nähert sich der Millionengrenze.

Lynn zeigte mir Bärenhaare die an der rauhen Rinde eines Baumes nahe meiner Unterkunft hingen. Die Tiere reiben sich gegen die Bäume um ihren Geruch als Markierung für andere Bären zu hinterlassen. Derselbe Baum hatte auch Zahnabdrücke – so ziemlich auf der Höhe der Oberseite meines Kopfes. Ich hatte nicht angenommen, daß sie so groß sein würden. Ich weiß, daß die Kopf- und Körperlänge eines erwachsenen Männchens mehr als 6 feet sein können, aber hatte das nicht umgesetzt wie groß ein Bär, der auf seinen Hinterfüßen steht, sein könnte.

Es wurde mir klar, daß mitten im Wald die Größe eines Gehirns nicht viel zählt. Wichtiger ist die Größe der Zähne.


Enge Beziehung: Dr. Lynn Rogers (links)arbeitet seit 25 Jahren mit Bären.

Ich arbeitete mit einer Filmcrew an diesem Projekt, aber am Tag nach meiner Ankunft beschloß ich alleine in den Wald zu gehen um einen von Lynns Bären zu verfolgen. Auf diese Art würde ich weniger Lärm machen und einen besseren Eindruck bekommen wie ich mit den Tieren, die mein Thema sein sollten, arbeiten könnte
Ich reiste für alle Fälle mit kleinem Gepäck.

Geleitet von dem regelmäßigen Fiepen des Peilgerätes, kroch ich tiefer und tiefer in den Wald, immer näher an einen noch ungesehenen Bär. Es fühlte sich wie eine schlechte Idee an.
Die Signale wurden immer lauter und eindringlicher als ich näher kam und meinen eigenen Herzschlag hörte.

Dann, endlich entdecke ich mein ’Objekt‘ als es nicht mehr als 30 feet weg war. Und es entdeckte mich, alleine und unbewaffnet. Lynn hatte mir beigebracht meine Anwesenheit durch Sprechen mit dem Tier kund zu tun. Daher meine eher lahme Begrüßung: ‚Hallo Bär‘.

Er antwortete damit sich in meine Richtung zu bewegen. Bevor ich mich auf den Weg gemacht hatte, hat Lynn mir versichert, daß alles gut ginge. Immerhin hängt er seit 25 Jahren mit den Bären herum und ist niemals verletzt worden. Aber Lynn war jetzt nicht hier. Der Bär tapste weiter auf mich zu. ‘OK’ sagte ich in einem, wie ich hoffte versöhnlichem Ton, während ich mich zurückzog. ‚Behalte Du deinen Abstand und ich halte meinen‘.

‚Er drehte sich um, um nach Jamie zu sehen nur um festzustellen, daß er genau in das Gesicht des Bären, im Wasser, genau hinter ihm schaute. Der biß ihn in den Oberschenkel und als er versuchte ihn wegzustoßen, biß er ihn in Arm und Schulter. Als er versuchte wegzuschwimmen packte er ihm am Hals.‘

Der Bär hielt inne, kam dann weiter auf mich zu. Ich versuchte mich schneller zurückzuziehen. ‘Nein danke’ sagte ich. ‘Nicht so nah, danke.‘

Der Bär näherte sich immer noch. Er lief noch, aber Bären können sehr schnell werden und 30 mph erreichen. Der schnellste Mann der Welt erreichte nur 29 mph und ich bin nicht Usain Bolt.

Dann, fast verächtlich, gab der Bär ein Schnauben von sich, drehte sich um und lief weg. Während der Begegnung filmte ich mich selbst mit einer an der Schulter befestigten Kamera und die Erleichterung auf meinem Gesicht war deutlich zu sehen.

Zu diesem Zeitpunkt schien die Idee, noch näher an diese Tiere heranzukommen und Stunden ohne Ende mit ihnen zu verbringen, für mich unmöglich. Sie jagten einfach zu viel Angst ein. Doch Lynn überzeugte mich anderweitig. Er gab zu, daß eine Anzahl von seinen Assistenten die Arbeit aufgehört hatte wegen dem Angstfaktor. Ein Mann hat sich sogar in der Sekunde als er den Wald betrat übergeben vor Angst.

Doch fast alles, was wir meinen über die Bären zu wissen sind Hollywood Mythen. Spielfilme und viele TV Programme benützen eine Handvoll gefangener Bären, die trainiert sind zu schnauben, Grimassen zu ziehen und auf ihren Hinterbeinen zu stehen als wollten sie angreifen. Das ist ein unnatürliches Verhalten das den gefangenen Bären in vielen Jahren beigebracht wurde. Bei wilden Bären findet man das nicht. Die unnatürlichen Posen werden oft durch Löwengebrüll erreicht um die Bären noch mehr zu verängstigen.

Angriffe von Schwarzbären, wenn auch selten, kommen eher in entlegenen Regionen von Kanada und Alaska vor. Wissenschaftler wissen nicht genau warum, obwohl eine der Theorien ist, daß solche Bären mehr Futter-gestreßt und womöglich genetisch prädisponiert für räuberische Angriffe sind.

Ein weiteres Märchen ist, daß Bären einen ‘süßen Zahn’ haben und gerne Honig fressen. Tatsächlich besteht ein Großteil ihrer Ernährung aus Insekten, weichen Trieben, Blättern, Beeren und Nüssen, ergänzt durch gelegentlichen Fisch oder ein junges Reh.

Die Forschungsmethoden die Lynn entwickelt hatte beinhalten wilde Bären dazu zu bringen die Stimme und den Geruch von einzelnen Menschen zu erkennen, belohnt mit ein wenig Futter um Vertrauen zu gewinnen. Das erlaubt ihm den Bären ungehindert durch den Wald zu folgen um ihr Leben zu dokumentieren.

Fortsetzung folgt



Andere Biologen sind der Meinung, daß das zu gefährlich sei und sie verlassen sich stattdessen auf entferntere Peilsender die nur angebracht werden können, nachdem man den Bär gefangen und narkotisiert hat – eine stressige Prozedur die wohl die Angst auf beiden Seiten verstärkt.

‚Vor langer Zeit wurde mir klar, wie wenig man durch Vermessen eines betäubten Bären lernen kann oder über einen Bären mit Funkhalsband flüchtig einige Punkte auf einer Karte einzuzeichnen,‘ erklärte mir Lynn. ‚Wenn Du das Tier, das Du studierst, nicht sehen kannst gibt es nur wenig, was Du dadurch lernen kannst.‘

Er schlug vor, daß ich in begleiten sollte um das Funkhalsband am Bär, dem ich schon begegnet war, zu erneuern. Dieser Bär, Lily, hatte ein Junges namens Hope, und Lynn meinte, daß sie gute Objekte für meinen Film wären.

Wir brachen auf um sie zu suchen, ‚Ich bin’s, Bär,‘ rief Lynn während wir uns im Wald geführt durch den Peilsender auf Lily zubewegten. ‚Ich bin es, hab keine Angst.“

Als wir zu Lily kamen schlenderte sie auf Lynn zu, der ihr entgegen ging und sich neben sie setzte. Ich hielt einen respektvollen Abstand.


Gib uns einen Kuss: Durch die Arbeit mit Lynn Rogers überwand Gordon seine Angst vor Bären.

‚Erinnerst du dich an mich, Bär?‘ sagte Lynn und reichte eine Handvoll Trauben. ‚Machst du, nicht wahr?‘

Ich beobachtete mit Staunen wie Lynn sich zurücklehnte und dieser sanfte Riese die Trauben aus seiner Hand fraß. Während die um den Biologen herumschnüffelte kam ihr Junges Hope angetrottet um nachzuschauen.

Ich wurde aufgefordert Lily zu füttern um sie abzulenken während Lynn ihr das neue Halsband anlegte. Als ich aufgeregt einige Trauben hinhielt legte sie mir ihre dicke Pfote auf meinen Arm, lehnte sich herüber um sie zu nehmen und dann um mehr verlangt. Ich reichte ihr mehr Früchte. Es schien alles absolut unwirklich.

‚Ich bin halb fertig mit den Trauben, Lynn – ähm, nur damit du Bescheid weißt.‘ sagte ich während er rund um Lilys Hals beschäftigt war.

Er befestigte das Halsband und nahm dann ein Stethoskop um ihren Herzschlag zu hören. Er war auf 74.

Ein schöner ruhiger Herzschlag‘, sagte er. Und das war er. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich nicht meinen eigenen hören wollen. Das Ganze war völlig stressfrei für den Bären, nicht so für mich. Dann filmten wir Lily und Hope zusammen. Es war eine beeindruckende Erfahrung.
Die Mannschaft und ich verbrachten die nächsten paar Wochen um mit Lily und Hope vertrauter zu werden, sie aufzustöbern und einige außergewöhnliche Aufnahmen zu machen.

Lily war mit drei Jahren zum ersten Mal Mutter. Hope war nur ein paar Monate alt; völlig abhängig von der Mutter und mußte alle fünf Minuten gesäugt werden. Sie hatte noch blaue Augen – später werden sie braun. Junge einer erstgebärenden Mutter haben im ersten Lebensjahr nur eine 50%ige Chance zum Überleben.

‚Je mehr Zeit ich mit den Bären verbrachte umso mehr verstand ich, daß Lynn recht hatte im Umgang mit ihnen. Sie sind keine gefährlichen Tiere wie wir einmal dachten. Tatsächlich gab es Momente, wo Lily mir ins Gesicht schnupperte als ob sie mir einen Kuss geben wollte.‘

Während die Wochen vergingen mußte Lily weiterziehen um Futter zu finden – sie hatte noch keine gute Mahlzeit seit ihrem Winterschlaf gehabt und lebte von ihren Fettreserven. Ihr zu folgen versetzte mich tiefer in ihre Welt.

Meine Mission war es für die Bären so etwas wie unsichtbar zu werden. Ich wollte, daß Lily und Hope begreifen, daß ich keine Bedrohung oder Konkurrent war und daß sie mich nicht mehr wahrnehmen.

Je mehr Zeit ich mit den Bären verbrachte umso mehr fühlte ich, daß Lynn recht mit ihnen hatte. Sie sind keine gefährlichen Tiere wie wir dachten. Tatsächlich gab es einen Moment als Lily mir im Gesicht herumschnüffelte und es schien als wollte sie mir einen Kuss geben. Dumm, natürlich, aber es veranschaulicht die Beziehung, die ich anfing zu fühlen.

Eines Tages, ein paar Wochen nachdem wir uns zuerst getroffen hatten, fand ich Lily im Wald, aber sie kam nicht wie üblich direkt auf mich zu. Sie machte einen nervösen Eindruck. Ich konzentrierte mich stattdessen auf Hope, die näher und näher zu mir kam. Ich streckte meine Hand nach ihr aus und zum ersten Mal berührte mich ihre Nase. Ich beobachtete sie dann, hingerissen, wie sie auf den Baum kletterte.

Während ich sie beobachtet mit der Kamera aufnahm, wie magisch die Atmosphäre war, langte Lily herüber und biß mich in den Schenkel.

Die Atmosphäre war plötzlich völlig verändert. Einen großen Bären neben mir zu haben fühlte sich jetzt eher bedrohlich als wunderbar an.

Hope klettere immer weiter den Baum hinauf, voll Angst. Lily schmatzte mit ihren Lippen. Bären machen das, wenn sie Angst haben, so stand ich langsam auf und zog mich zurück. Zu der Zeit war Hope an der Spitze des sehr hohen Baumes.

Es war kein fester Biß – Lily hat nicht die Haut verletzt – aber es war eine Warnung. Später fiel mir auf, daß sie mir Hinweise gegeben hatte mich zurückzuziehen und ich hatte die nicht wahrgenommen.

‘Beißen ist Teil der Kommunikation,‘ erklärte Lynn mir später. ‚Es muß nicht bedeuten, daß der Bär angreift. Sie haben eine enorme Kontrolle über die Kraft ihres Kiefers, so daß sie deinen Arm fassen können um dir zu sagen „Nein“, oder es könnte härter kommen.‘


Aus ihren Händen fressen: Gordon macht seine Kinder, Lola und Harris mit einem ausgewachsenen Bärenmännchen bekannt.

Foltsetzung folgt



Dennoch hatte der Biß mich etwas erschüttert. Ich hatte mich, zu einem gewissen Grad, in einem falschen Gefühl der Sicherheit gewiegt. Es erinnerte mich, daß ich es mit einem Tier zu tun hatte, das mich, wörtlich genommen, zum Mittagessen fressen könnte. Ich mußte daran denken, daß Bären Menschen attackieren und verletzen, wie mir ein Mann namens Jeremy Cleveland und sein Sohn Jamie erzählten als ich sie interviewte.
Auf einem Kanuausflug vor 23 Jahren machten sie sich Speck zum Frühstück und wahrscheinlich war es dieser Geruch der einen Schwarzbären angezogen hat.
Der Bär ging Jeremy an, der rannte. ‚Es schien mir das geeignetste‘ sagte er mir, ironisch. Er tauchte in den See und schwamm vom Ufer weg. Er drehte sich um nach Jamie zu suchen und schaute direkt in das Gesicht des Bären, im Wasser, genau hinter ihm.
Der biß ihn in den Schenken und als er versuchte ihn los zu werden biss er ihn in Arm und Schulter. Als er versuchte davon zu schwimmen packte er ihn am Hals. Jamie gelang es irgendwie das Paar ans Ufer zu ziehen und den Kiefer des Bären auseinander zu ziehen während der seinen Vater wie eine Stoffpuppe schüttelte. Als das keinen Eindruck machte zerschlug er ein Kanupaddel auf seinem Hals. Darauf ließ der Bär seinen Vater fallen und machte sich davon. Jeremy hat keinen Zweifel daran, daß der Bär ihn getötet hätte, wenn sein Sohn ihn nicht gerettet hätte.
Später erfuhren sie, daß derselbe Bär am vorigen Tag jemanden anderen attackiert hatte. Er wurde von Rangern verfolgt und erschossen.
Lynn ging dieser Sache nach und fand heraus, daß der Bär sehr an Untergewicht litt. Er hat wahrscheinlich attackiert weil er Hunger hatte. Jedoch war dies ein Ausnahmefall. Ich fuhr fort mir zu sagen, daß ich eher vom Blitz erschlagen würde als von einem Bären getötet.

Trotz Lays Biss fühlte ich mich immer mehr als Teil einer kleinen Bärenfamilie und war sehr begierig nichts von Hopes Wachstum zu versäumen. Jedoch vermißte ich auch meine eigene Familie und so flog ich im Mai für einige Wochen nachhause. Die Filmcrew blieb vor Ort und dokumentierte ein beachtliches Drama während meiner Abwesenheit.

Lily kam in die paarungsbereite Zeit und begann Bäume mit ihren Gerüchen zu markieren um Bärenmännchen anzulocken, obwohl es nicht typisch ist, daß eine Mutter mit so einem kleinen Jungen sich vor dem Jahr danach paart.

Eines Tages filmte die Crew wie sie von einem Baum kletterte und sich davonmachte und ihr Junges nahe der Spitze des Baumes zurückließ. Es schien, daß Lilys Kopf von einem Männchen verdreht war. Dann wusch ein Gewitter Hopes Gerüche weg, was bedeutete, daß die Mutter, falls sie es überhaupt versuchte, ihr Kind nicht mehr finden würde.

Das Kleine war verängstigt, hungrig und immer noch auf die Muttermilch angewiesen. Sie war zu jung um alleine zu überleben und die Chancen einen Wiedervereinigung von ihnen schienen gering. Sie war zu klein um ihr eigenes Senderhalsband zu bekommen, und nachdem sie fünf Tage lang verschwunden war, nahm man an sie sei tot.

Dann bekam Lynn die Nachricht von einem einsamen Bärenjungen und, als er hinausfuhr um nachzuforschen, entdeckte er, daß es Hope war. Das brachte ihn in ein Dilemma. Was sollte er als wissenschaftlicher Forscher tun? Sollte er eingreifen und Hope mit seiner Mutter zusammenbringen? Oder der Natur ihren Lauf lassen und Hope verhungern lassen?

Er entschloß sich einzugreifen und brachte Lily zu ihrem zu Tode verängstigten Jungen. Lynn machte sich Sorgen, daß Lily, nach so vielen Tagen Trennung, ihr Junges nicht mehr annehmen würde, aber da mußte er sich keine Sorgen machen. Wir haben außergewöhnliches Filmmaterial ihrer rührenden – zumindest für die beteiligten Menschen - Wiedervereinigung.


Pfoten für die Kamera: nach einem zögerlichen Start, Gordon und Lily endlich verbunden.

Jedoch, als ich zurückgekommen war, hatte Lily Hope ein zweites Mal zurückgelassen. Das fünf Monate alte Junge war wieder alleine im großen Wald. Was als Filmprojekt begonnen hatte, ist für mich jetzt viel mehr geworden. Normalerweise halte ich Abstand zu meinen ‚Objekten‘ doch bin ich Hope einige Zeit ein zweites Mal gefolgt es lag mir wirklich am Herzen wie es mit ihr weiter ging.

Fortsetzung folgt



Ich beschloss sie mit Hilfe von Überwachungskameras zu finden. Ich ließ einige in der Nähe eines Baumes wo ich kleine Kratzspuren in Hope-Größe gefunden hatte
Inzwischen hatte Lynn Lily gefunden, die ganz offensichtlich nach etwas anderem als nach ihrer Tochter suchte. Wahrscheinlich war sie auf den Spuren eines Bärenmännchens. Es machte den Eindruck, daß sich zu paaren stärker war als ihr Mutterinstinkt.
Täglich überprüfte ich die Kamerafallen und endlich hatte eines der Videos Hope in seinem Blickfeld eingefangen, ungefähr 20 feet entfernt. Die Aufnahme dauerte nicht länger als eine Sekunde, aber es war alles was wir brauchten. Wir fingen an Nüsse, Trauben und Milch in dem Gebiet zu hinterlegen, nur um ihr zu helfen sich ernähren zu können.

Schließlich gewannen wir ihr Vertrauen und sie war jetzt groß genug für uns ihr einen Peilsender anzulegen. Zum ersten Mal dachte ich nach langer Zeit, daß jetzt alles gut ginge für Hope.

Jetzt war Sommer und meine Gedanken gingen wieder von meiner adoptierten Bärenfamilie zu meiner richtigen. Ich wollte meine Frau und Kinder wiedersehen – und sie wollten sehen, was mich so lange von ihnen fernhielt.

Das war das erste Mal, dass sie mich bei meiner Arbeit treffen konnten. Es ist ein Maß, wie sehr ich meine eigenen Gefühle über Bären geändert hatte, daß ich keinerlei Bedenken hatte meine Familie und sie zusammen zu bringen.

Nicht lange nachdem meine Frau Wendy mit Lola, sieben, und Harris, fünf, angekommen waren, erfuhren wir, daß Lily in der Nähe von Lynns Forschungskabine war. Es war an der Zeit sie mitzunehmen ihren ersten Bär in der freien Natur zu erleben.

Wir fanden Lily auf dem Waldboden lümmelnd. Sie hätte, selbst wenn sie sich Mühe gegeben hätte, nicht entspannter aussehen können, doch blieb die Familie bei diesem ersten Zusammentreffen zurück, während ich hinüberging um sie aus der Nähe zu filmen.

Harris war etwas aufgeregt - mehr darüber wie der Bär mich behandeln würde, als über den Bären selber. Aber als er merkte, daß ich ok war, beruhigte er sich. Als die Zeit für sie gekommen war, wieder nachhause wäre er glücklich auf den Rücken eines Bären geklettert sein, wenn er die geringste Chance bekommen hätte.

Es war auch eine gute Erfahrung für Wendy. Ich nehme an sie fürchtete, daß ich mich total leichtsinnig und übereifrig in meine Arbeit stürzte, so daß es eine Beruhigung für sie war zu sehen, daß ich genau wußte was ich mache.

Diese Episode ist nicht in meinem Film, doch gingen wir eines Tages hinüber zu Lynns Forschungsstation um einen der älteren, größeren männlichen Bären zu treffen. Obwohl die Männchen viel größer sind als die Weibchen und gefährlicher aussehen, sind sie eigentlich viel sanfter. Wahrscheinlich sind sie wegen ihrer Größe selbstsicherer und weniger nervös.

Den einen, den man auf dem bemerkenswerten Foto auf der Titelseite sehen kann, kam tatsächlich zu uns und setzte sich neben uns.

Die Kinder waren beeindruckt und ich weiß daß sie ihren Schulfreunden alles davon erzählt haben, zurückblickend auf ihre Erfahrungen, daß es für die Buchanan Familie in keiner Weise ungewöhnlich war sich auf einer hölzernen Veranda auszuspannen und mit einem großen alten Schwarzbären zu plaudern.

Die Geschichte von Lily und Hope war noch nicht ganz zu Ende, aber der Film wird aufdecken, was aus ihnen geworden ist und auch, so hoffe ich, zeigen, daß diese faszinierenden Geschöpfe nicht die Monster unserer Vorstellungen sind.

Tatsächlich hatte ich es so weit gebracht, daß ich während der letzten Filmwoche auf meinem Rücken unter einem großen erwachsenen Bären gelegen habe und seine Herzschläge mit dem Stethoskop abgehört habe. In diesem Moment wurde mir klar, daß ich einen weiten Weg zurückgelegt hatte.

Die Bärenfamilie und Ich beginnt auf BBC morgen, 03.01.2011 um 21h




Danke liebe Ursula!!!

Kurz darauf entdeckte ich die Webcam und dort auf den Seiten steht sehr viel Wissenswertes über diese faszinierenden Tiere, auch gibt es tägliche Updates. Hier erstmal was dort über Lily & Hope in Kurzfassung steht:

*

Lily, ein 4-Jahre altes Amerikanisches Schwarzbärweibchen, ist Teil einer Langzeitstudie über die Ökologie und das Verhalten der Schwarzbären, ausgeführt von Dr. Lynn Rogers vom ‚Wildtier Forschung Institut nahe Ely, Minnesota. Lily hat Internet Geschichte gemacht, als eine Kamera in ihrer Höhle angebracht wurde und 25,000 Zuschauer die Geburt ihres einzigen weiblichen Jungen, Hope, am 22. Januar 2010, mit verfolgen konnten. Die Herzen schmolzen, als Hope unmittelbar nach der Geburt, ihr kleines Pfötchen ausstreckte um Lilys Nase zu berühren. Lily und Hope wurden weltweit zu Botschaftern der Bären.

Leider reichte ein Junges nicht aus um Lily letztes Frühjahr nicht paarungsbereit werden zu lassen. Lily verließ Hope im Mai während der Paarungszeit. Fünf Tage später wurde Hope gefunden – 2 Meilen entfernt von dem Platz an dem sie verlassen wurde – und wurde wieder mit Lily zusammengebracht. Jedoch waren Lilys Milchdrüsen schon verstopft und Hope wurde sehr schwach als sie versuchte mit Lily Schritt zu halten. Die Forscher griffen ein und fingen an Hope mit einem speziellen Muttermilchersatz zu füttern. Als Lily Hope ein zweites Mal verließ wurde kein Versuch unternommen sie wieder zusammen zu bringen.

Die Forscher bereiteten eine Futterstation um Hope in der Wildnis solange am Leben zu erhalten bis es in der Natur etwas für sie zu fressen gab und sie sich selbst ernähren konnte. Es wurde auch ein kleiner Radiosender um Hopes Hals befestigt, so dass man ihre Bewegungen beobachten konnte. Hope gedieh. Schließlich kreuzten sich die Wege von Hope und Lily und sieschlossen sich ohne äußere Hilfe wieder zusammen. Sie zogen im Spätsommer und Herbst zusammen herum, suchten Futter und gingen Ende Oktober zusammen in eine Höhle zum Winterschlaf.

*

Amerikanische Schwarzbären gebären normaler Weise alle 2 Jahre, doch Lily wurde während der letzten Paarungszeit im Frühjahr mit Männchen beobachtet und es ist wahrscheinlich, dass sie schwanger ist. Wenn sie Mitte bis Ende Januar gebärt werden wir die seltene Gelegenheit haben Würfe verschiedenen Alters zu beobachten – neue Junge und ein Jährling aus dem letztjährigen Wurf. Wie wird Hope auf neue Junge reagieren?

Um mehr über Bären und diese Bärenforschung zu erfahren sollte man das Nord Amerikanische Bären Zentrum besuchen und das Wildtier Forschung Institut unter Institut für Wildtier Forschung.

Viele Grüße von
Brit
http://www.worldofanimals.de




Bilder aus dem FF von BETH, die letzten Sommer übrigens selbst dort zu Besuch war!

31.12.2010 von BETH

Lily und Hope:


10.01.2011 von BETH
- Dr. und Helfer haben zur besseren Einsicht die Kamera verstellt.
Lily hat Nistmaterial vor den Webcambereich gelegt

Beide draußen, Lily und Hope


Hope in der Höhle...




Viele Grüße von
Brit
http://www.worldofanimals.de




Typischer Jahresablauf für Schwarzbären

Januar: Vollmond wird im Januar oft „Bärenmond“ genannt. Die Jungen der Schwarzbären werden normalerweise im Januar geboren. Die Bärenmutter leckt sie sauber, hält sie warm und begibt sich in Positionen die ihnen das Saugen erleichtert.

Februar: Alle Bären sind noch im Winterschlaf. Die Neugeborenen wachsen, während sich ihre Mütter um sie kümmern.

März: Der Winterschlaf geht weiter. Die Höhe des Testosteronspiegels (männliches Sexhormon) der Männchen beginnt zu steigen.

April: Der Schnee schmilzt und die Bären verlassen ihre Höhlen. Erwachsene Männchen verlassen ihre Höhlen zuerst, während Bärenmütter mit ihren Jungen die Höhlen zuletzt verlassen. Futter ist sehr knapp. Erwachsene Männchen beginnen zu wandern. Die meisten anderen Bären bleiben lethargisch (träge), fressen hauptsächlich Espen- und Weidenkätzchen. Während dieser Jahreszeit verlieren alle Bären an Gewicht.

Mai: Die Grünpflanzen fangen zu wachsen an und an den Bäumen sprießen Blätter. Die Lethargie der Bären endet. Sie fangen an das sprießende Gras zu fressen, hervorkommende Kräuter und junge Espenblätter. Die Jungen versuchen was ihre Mütter fressen, aber schlucken wenig davon. Sie sind immer noch auf die Muttermilch angewiesen. Bärenmütter, die ihre Jungen Stillen verlieren weiter an Gewicht. Die anderen Bären beginnen langsam zuzunehmen.

Juni: Grünpflanzen reifen und werden widerstandsfähiger, so dass die meisten ungenießbar für Bären werden. Jetzt gibt es Ameisenpuppen im Überfluss und Bären fügen die ihrem Speiseplan hinzu. Die Paarungszeit beginnt und die Bärenmännchen wandern weit um Weibchen ohne Junge zu finden. Die Jungen fangen an feste Nahrung zu sich zu nehmen, besonders Ameisenpuppen aus Baumstämmen, die ihre Mutter für sie öffnet. Mütter hören auf Gewicht zu verlieren. Andere Bären nehmen langsam zu.

Juli: Kirschen, Blaubeeren, Felsenbirnen, wilde Stechwindenbeeren und Himbeeren reifen und werden zur Hauptnahrung. Alle Bären nehmen schnell an Gewicht zu, wenn diese Beerenernte gut ist.

August: Schneeballfrüchte, Hartriegelbeeren, wilde Pflaumen, Weißdornbeeren, Vogelbeeren und Haselnüsse (lieben sie) reifen. Alle Bären nehmen weiterhin an Gewicht zu.

September: Eicheln reifen. Beeren und Haselnüssen werden rar. Wo es viele Eicheln gibt fressen die Bären sie und nehmen dadurch zu. Andere Bären fangen an abzunehmen. Die Jungen werden nicht mehr gesäugt. Bären werden träge und einige gehen in Höhlen um ihren Winterschlaf zu beginnen.

Oktober: Die meisten Bären gehen in ihre Höhen und beginnen einen leichten Winterschlaf. Junge, die im letzten Winter geboren wurden werden die Höhle mit ihrer Mutter teilen.

November: Der Winterschlaf wir tiefer. Der Herzschlag eines Bären im Winterschlaf wird auf 8 Schläge pro Minute verlangsamt. Die Atmung wird langsam, ein Atemzug alle 45 Sekunden. Eier, die im späten Frühjahr oder frühen Sommer im Uterus befruchtet wurden, beginnen sich zu entwickeln.

Dezember: Der Winterschlaf wird fortgeführt. Junge werden ihren ersten Geburtstag (im Januar) verschlafen ohne ihn zu feiern.

Viele Grüße von
Brit
http://www.worldofanimals.de




Hier sind einige sehr interessante VIDEOS von Lily & Hope in der Höhle zu sehen!

Viele Grüße von
Brit
http://www.worldofanimals.de


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