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Thema: Unterhaltsleistungen


Heute erzählte mir ein Freund von einem Hörfunkbeitrag. Kinder, deren Mütter sterben, hätten vor Ablauf ihres achtzehnten Lebensjahres das Recht, die Person ihres Spermaspenders in Erfahrung zu bringen. Dieser sei dann zu Unterhaltsleistungen an Stelle der verstorbenen Mutter verpflichtet.

Ist das Humbug oder hat das einen rechtlichen Hintergrund? Weiß jemand was genaues?



Hallo Hans
Ganz genau kenne ich mich mit allen Paragraphen nicht aus, aber in der Regel kommt es auf die Umstände an, wann das Kind gezeugt wurde,d.h. ist die Frau mit einem Mann verheiratet ist der Sachverhalt klar, ist die Frau mit einer Frau zusammen uns hat einen gemeinsamen Haushalt mit der Mutter, sollte sie ja schon von vornherein mit dem Kinderwunsch einverstanden sein und auch beim evtl. Ableben der Mutter die Verantwortung übernehmen. Das Sicherste ist natürlich, die Verhältnisse vorher eindeutig schriftlich zu fixieren, damit keine böse Überraschung nachkommen kann. Reden kann man viel und solange alles glatt läuft gibt es auch kein Problem. Gesetzesmäßigkeiten können sich im Laufe der Jahre auch ändern und es treten dann immer die aktuellen Versionen in Kraft. Deshalb nochmals mein Tipp: Schriftlich vorher eindeutige Verhältnisse schaffen und wenn einer der beiden Parteien
(Empfänger oder Spender) nicht einverstanden ist, am besten die Finger davon lassen.
Viele Grüße
Freddy



Das Dumme in Deutschland liegt im Grundsatz, daß eine Vereinbarung rechtsunwirksam ist, sobald sie existierendem Recht zuwiderläuft. Auf gut Deutsch: Recht zu sprechen steht nur den Staatsgewalten zu - die richterliche Gewalt, die gesetzgebende Gewalt und die ausführende Gewalt.

Der graue Bereich ist groß und die Unsicherheit dadurch ebenso. Ich schlage vor: Abhaken unter allgemeines Lebensrisiko. Es ist eine Frage der Zeit, wann eine Befürchtung eintritt. Das kann ein Anspruch oder eine Forderung sein und irgendwann der Tod.



In der Zeitschrift MAXIM vom Oktober 2002 lese ich auf Seite 40 unter dem Stichwort "Samen":

"Mit dem im März in Kraft getretenen Kinderrechtsverbesserungsgesetz sind Spender auch keineswegs unterhaltspflichtig."

Wer kann diese Aussage erläutern?

Weiter heißt es:

"Es ist jedoch nicht ganz einfach, diesen heißen Job zu bekommen. Sie werden erst noch einem aufwendigen Eignungstest unterzogen. Dazu gehören ein ausführliches Gespräch und eine Probespende, bei der die Qualität ihres Samens (= Sperma, Hans) untersucht wird. Außerdem wird Ihnen Blut abgezapft, um sicherzustellen, dass Sie nicht alkohol- oder drogenabhängig sind oder an sexuell übertragbaren Krankheiten leiden. Sie sind fit und Ihr zweiter Name ist Supersperm?. Dann werden Sie mit Händeschütteln reich. Viel Spaß."

Biologisch betrachtet, entsteht aus einem befruchteten weiblichen Eizelle ein Same, der zu einem Menschen heranwächst. Zuerst aber müssen eine Spermazelle und eine Eizelle sich vereinigen und zu einer neuen Zelle werden.

Der umgangssprachliche Begriff "Samenspende" ist falsch und irreführend, auch wenn jeder weiß, dass damit eine Spermaspende gemeint ist.



Das Kinderrechtsverbesserungsgesetz hat zur Folge, dass ein Ehemann, dessen Ehefrau mit seiner Zustimmung ein Kind aufgrund einer Samenspende bekommen hat, die Ehelichkeit des Kindes nicht anfechten kann. Dies bedeutet, dass das Kind als eheliches Kind des Mannes gilt. Der Ehemann ist dem Kind in jedem Fall unterhaltsverpflichtet. Dies gilt auch im Fall einer späteren Scheidung.

Etwas anderes gilt, wenn der Ehemann von der Samenspende keine Kenntnis hatte oder wenn eine unverheiratete Frau ein Kind aufgrund einer Samenspende bekommt. Dann besteht für den Samenspender das Risiko der Inanspruchnahme auf Unterhaltsleistungen.



Demzufolge steht in der MAXIM Humbug.



Hallo Hans,
als Spendersuchende Frau habe ich mich auch über die rechtlichen Seiten onformiert und es ist so, daß die sichertse Möglcihkeit für beide Seiten eine vollständige Anonymität ist. Sollten beide Parteien einen Vertrag abschließen so ist dieser nicht gültig, ein Spender kann jederzeit zu Unterhalt verpflichtet werden und er kann jederzeit sein Besuchsrecht einfordern. Wenn jedoch keine Namen bekannt sind, kann niemand später noch etwas nachvollziehen.
Marlene

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