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Thema: ADS & selbstständig werden~schwierig~


Hallo,

meine Kinder sind beide schon seit Jahren diagnostiziert.
Wir haben seit einem halben Jahr für unseren Sohn(16) einen Betreuer vom Jugendamt und eine Familientherapeutin.

Neben der Hausaufgabenbetreuung und den täglichen kleinen Problemen möchten sie mir mit auf den Weg geben, ich soll meine Kinder mittags einfach in Ruhe lassen, denn sie müssen ja selbsständig werden (hausaufgaben)und ich soll sie nicht ständig aufforden, die Aufgaben zu machen.

Wenn ich ich mich daran halte, sind sie abends noch nicht mit den Hausaufgaben fertig, denn dann wird gebastelt, gemalt, telefoniert oder einer von beiden sitzt mit dem Hund im Hundekorb......laut Anweisungen soll ich sie lassen.

Ich denke das kann man mit "normalen" Kindern machen, denn diese lernen und haben ein besseres Zeitgefühl.

Sicher würde ich mich riesig darüber freuen, wenn dies so klappen würde, doch meine jahrelange Erfahrund mit den Beiden sagt mir, das es so nicht klappen wird.

Der Betreuer und die Therapeutin geben nicht so viel auf ADS und meinen das (Hausaufgaben, Wecker stellen, alleine aufstehen, alleine ins Bett......)können auch diese Kinder schon bald können, wenn man sie läßt.

Wenn meine Tochter(11) abends kommt und sagt, sie habe was an Aufgaben vergessen, dann soll ich sie diese noch machen lassen, auch wenns elf uhr wird. Sie müsse das lernen......aber das habe ich alles schon probiert....seit der Grundschule und es kommt immer wieder mal vor.

Können ADS Kinder die selbstständigkeit bei mir zuhause lernen, wie andere Kinder auch?

Wenn ich meinen Sohn nicht wecke, verschläft er und geht dann garnicht mehr zur Schule, weil ihm das sehr peinlich ist, zu spät zu kommen. Auch wenn ich ihn dann fahren würde geht er nicht mehr rein. (hatten wir schon alles)

Der Betreuer und die Therapeutin nehmen das ads nicht so ernst und dadurch hatten wir gestern einen Vorfall, den ich nicht wieder haben möchte.

Der Betreuer stellt beim Sohn eine Wahrnehmungsstörung fest, boht und löchert ihn, bis unser Sohn sich wütend ins Zimmer zurück zieht und erst abends wieder raus kam......das ist doch nicht Sinn der Sache. Mein Sohn und ich haben mittags nichts davon, wenn wir uns nicht mehr über sehr wichte und anstehende Probleme unterhalten können.

Die Therapeutin sagt dazu, es wäre richtig gewesen ihn auf seine nicht-emotionale Reaktion hinzuweisen.

Ich hae das Gefühl sie gehen mit im um, als wenn alles normal wäre, das ist es aber nicht.

Was soll ich nur tun, bin ja froh jemanden zu haben, den ich in manchen Situationen fragen kann, aber wenn ich dadurch noch mehr Stress habe bringt mir das nicht viel.

Sie wollen, das ich von dem ADS-Denken weg komme. Was soll ich machen.

Wenn ich mit Fingespitzengefühl an unseren Sohn ran gehe klappt das, er zeigt wenig Gefühle, und das stört den Betreuer und die Therapeutin.

Was soll ich machen, vielleicht hat jemand einen Tipp.
Danke Euch
Liebe Grüße
Sandra





Hallo Sandra,

schicke die Beiden "Helfer" ersteinmal zum ADHS-Lehrgang.
Wenn diese nicht bereit dafür sind, sind sie auch nicht bereit für Deine Kinder.
ADHS-Kinder können Selbstständigkeit lernen, sie brauchen aber viel mehr Zeit, Geduld, Verständnis und Anleitung.

Von wo kommst Du?

Liebe Grüße
Fred



Hallo Fred,

erstmal danke für Deine schnelle Antwort.
Beruhigend, das nicht nur ich dies so sehe, denn ich soll von dem ADS-Denken weg kommen, wie soll das klappen, wenn ich tagtäglich Stunden damit konfrontiert werde.
Ich sehe doch, wie schwer meinen Kindern vieles fällt....sie wollen, aber können nicht.

Es klappt einfach nicht....und ich habe schon so viel geredet....manchmal bin ich so Rat- und Hilflos.

Der Betreuer und die Therapeutin sagten schon, sie kennen Kinder, die kein ADHS haben und ähnlich reagieren, welchen sie somit geholfen haben......auf deutsch....das liegt nicht am ADHS.....das haben andere Kinder auch.
Und damit habe ich jetzt ein Problem, da ich (und zwei Psychologen haben dies schon lange bestätigt) weiß, daß sie es haben und meine Nerven so gut, wie blank sind.

Vor allen Dingen hat der Betreuer unsern Sohn richtig mit Fragen bombadiert und ihn gestichelt.....und das ist etwas, was man mit ADHS Kindern nicht machen sollte.
Es war mir klar, das unser Sohn gleich explodiert.

Der Betreuer erwartete was anderes.

Bin aus der Nähe von Darmstadt, habe aber hier keinen, den ich auf Probleme ansprechen kann.
Außer unseren Kinder und Jugendpsychologen(spezialisiert auf ADHS), der Wartezeiten bis zum halben Jahr hat.

Morgen Vormittag kommt die Therapeutin zum Gespräch, habe vor sie einmal anzusprechen. Es wird aber schwer, denn sie spricht immer so, als hätten meine Kinder kein ADHS...sondern nur Minderwärtigkeitskomplexe, Wahrnehmungsstörungen, haben kein Zeitgefühl, wollen nicht zuhören, vergessen alles, sind schlampig, trödeln gerne, haben nie Zeit und bewegen sich einfach nur gerne und viel....aber ADHS haben sie nicht.....

Eigentlich ist der Betreuer nur dafür da, mich in Schulangelegenheiten zu unterstützen, da unser Sohn eine Grund IQ von 124 hat, doch die Mitarbeit und die Ordner zu Wünschen übrig lassen.

Langsam entwickelt sich für mich die Betreuung zu einem zusätzlichen Stress und Kampf FÜR UNSERE ADHS Kinder.

Ganz liebe Grüße
Sandra




Hallo Sandra,

du darfst auf keinen Fall von deinem Standpunkt abgehen.
Wenn sie es schaffen dich vom Gegenteil zu überzeugen haben deine Kinder verloren. Du bist der einzigste Halt den deine Kinder haben.
Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, machnmal möchte man sie zum Mond schiessen, aber sie haben doch nur uns.

Wenn es wieder mal zu solcher "Frage-Situation" kommt dann brech die Sache ab. Stell dich auf die Seite deines Sohnes, damit er merkt, dass wenigstens du zu ihm hälst. Im schlimmsten Fall würde ich solche Leute rausschmeissen.

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft.

Liebe Grüße
Fred



Liebe Sandra

Erst mal was zu mir ich habe zwei Kinder mit ADHS und ich kann das gut verstehen was du gerade und in der Vergangenheit durchgemacht hast.Laß denn Kopf nicht hängen sonst wird es noch schlimmer ich weis wovon ich rede.Ich hab auch alles "NORMAL" laufen lassen ich hätte es nicht machen solln.
ADHS-Kinder kann nicht alleine lassen und sie brauchen immer Unterstüzung .Meine Tochter ist auch 11 jahre und sie raubt mir den letzten Nerv denn bei mir wurde auch ADHS diagnostiziert worden.
Bekommt dein Sohn Medi´s?
Unsere kinder haben es sehr schwer selbstständig zu werden aber mit viel ruhe und liebe werden wir auch das schaffen.ICH GLAUBE GANZ FEST DARAN.
Halte dir immer vor Augen das deine Kinder was besonderes sind und nicht wie andere Kinder. Und um himmelswillen lass nicht von der Tatsache ab das deine kinder oder dein Sohn ADHS hat.
Wenn möglich suche die einen neuen Betreuer und jemanden der Ahnung von dem thema hat.

wenn du möchtest können wir gerne weiter kontak halten.

LG Nicole



Liebe Nicole,

danke Dir für Deine Antwort.
Es tut immer wieder gut, zu wissen, nicht alleine zu sein.
Meine Kinder bekommen beide Medikinet-retard.
Mit der kleinen haben wir weniger Probleme, doch unser Sohn macht mir wirklich ernsthafte Sorgen.
Hinzu kommt, daß er im September ind der Schul-Sporthalle angestochen wurde und wir bis Dezember rum grannt sind um einen geigneten Opfer-Theapeuten zu finden.
Dies war ein Schuß in den Ofen......Unser Sohn kam dort nur noch agressiver raus.
Seit 2 Jahren kämpfe ich mit dem Jugendamt um ein Internat, jetzt isses durch, doch bis er untergebracht wird, wird es April.....jetzt heißt es warten, denn in der Schule macht er trotz IQ von 124 fast nichts mehr, die Motivation ist jetzt völlig weg, kann ich auch verstehen....
Denn er kann es nicht abwarten auf das Internat zu gehen.
Das Jugendamt hält uns ganz schön hin.
Verzweiflung kommt auf.
Vielen Dank für Dein Ohr ;-)))
LG
Sandra




Hallo Sandra,
habe eben mal wieder reingeguckt auf dieser Seite und möchte dir gerne antworten.
Ich habe 3 Kinder 19,15,8 Jahre alt.
Mein 15 jähriger Sohn und meine 8 jährige Tochter sind von Ads
betroffen.Besonders von meinem Sohn kenne ich diese Situationen nur zu gut.Ich denke das die angesetzte hilfe keine hilfe für deinen Sohn ist.Seit der 1. klasse habe ich meinen Sohn in der Schule bei allem begleitet.Es gab keine Hausaufgabe die ich nicht mit ihm gemacht habe.Ab der 7. Klasse setzten verstärkt die Vorwürfe aus der Schule ein.
Man bestellte mich zum Gespräch und teilte mir mit ich solle doch mal Familienhilfe beantragen.Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Ich dachte die Schule wäre daran interessiert mit mir zusammen zu arbeiten und auch meine Sichtweise auf die Dinge zu hören. Dabei hatte man mich hinbestellt um mir mitzuteilen, das ich wohl mit ihm nicht mehr fertig würde.
Anschließend hatte ich einen Nervenzusammenbruch .
Als ich mich davon erholt hatte,habe ich für mich beschlossen
mit meinem Kind nur noch so umzugehen,wie ich es für richtig halte.Allein was es an Lektüre zu diesem Thema gibt habe ich schon fast alles durchgearbeitet.
Ich habe für mich einfach festgestellt das die Kinder eben viel länger Kinder sind und ih sie in alltäglichen Dingen auch noch lange unterstützen muß.



Hallo,

ich habe eine Tochter(10) und einen Sohn(7). Beide Kinder sind überdurchschnittlich intelligent und sind beide ADSler. Meine Tochter ist genau das Gegenstück zu meinem Sohn. Bei ihr klappt es mit den Hausaufgaben, eigentlich schon immer. Sie ist in diesem Punkt sehr selbstständig.In anderen Punkten klappt es dann überhaupt nicht. Ich kann ihr morgens einen Zettel hinlegen, auf dem steht:"Bitte einmal Milch kaufen!" Ich komm nach Hause und sie hat dann meinetwegen Taschentücher gekauft. Auch das ganze alltägliche Treiben, wie Zähneputzen, muss ich jeden Tag zum Thema machen. Meinem Sohn muss man eigentlich noch alles sagen. Selbst das Anziehen wird zur Tortour. Er vergisst dann erst seine Unterwäsche anzuziehen, bevor er sich die Hose anzieht. Es ist und wird immer ein Kampf bleiben. Aber ohne die liebevolle Unterstützung der Eltern werden sie es schwer haben, weil dann keiner mehr für sie kämpft. Nach einem schlimmen Tag, wenn mein Sohn, der auch keine Gefühle zeigen kann, dann ins Bett geht, ist es immer schön, wenn er mich anschaut, mir die Hand streichelt und sagt:"Mami, ich hab Dich lieb" Das gibt mir Kraft weiterzumachen und ich weiß dann, ich bin auf dem richtigen Weg.
Wenn Du mit Deinem Betreuer nicht übereinkommst, kannst Du Dir doch auch einen neuen zuweisen lassen. Auch ich hatte Probleme mit meiner Betreuerin, die ADS für meinen Erziehungsfehler hielt und mir Tipps zur Ernährung gab, um ADS wegzubekommen. Nachdem meine Ärztin mit ihr gesprochen hatte, das trotz der ADS-Problematik meine Kinder sehr gut erzogen sind und das ich als Mutter es genau richtig mache, habe ich sie dann auch nicht wieder gesehen.
Schließlich soll es eine Hilfe sein und ohne Vertrauen und einem gutem Gefühl ist eine Zusammenarbeit eigentlich nicht möglich. Ich hatte dann einen sehr lieben, ruhigen Betreuer(Sozialarbeiter und Kinder-und Jugendpsychotherapeut) vom Jugendamt bekommen, mit dem man super zusammenarbeiten konnte, ohne Schuldzuweisungen und "blöden" Tipps. Ich wünsch Dir viel Kraft

Chrisi


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